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Zufriedenheit im Job: Der entscheidende Faktor ist nicht Selbstverwirklichung

Eine neue Studie zeigt: Wir arbeiten, um zu leben – nicht andersherum.

Sicherheit ist wichtiger als Freiheit

Was macht Arbeitnehmer zufrieden? Die simple Antwort: Geld. Das zumindest ist das Ergebnis einer neuen Studie der Personaldienstleisters Avantgarde Experts, für die zuerst 15 Studien verglichen wurden, anschließend aus den daraus entwickelten Thesen eine repräsentative Bevölkerungsbefragung durchgeführt wurde und deren zentrale Ergebnisse dann mit Aussagen von Führungskräften aus großen Unternehmen verglichen wurden. Bei der Frage, welche Dinge das Arbeitsleben verbessern würden, kristallisierten sich unter den 1.000 Befragten drei Faktoren besonders deutlich heraus: Wunschgehalt (53 Prozent), flexible Arbeitszeiten (43 Prozent) und mehr Urlaub (27 Prozent). Und auch bei der Frage, ob Selbstbestimmung oder Geld haben die Teilnehmer glücklicher machen würde, antwortete mit 75 Prozent eine deutliche Mehrheit: Geld.

Passend dazu entschieden sich, vor die Wahl gestellt, mehr Befragte für einen sicheren Job (68 Prozent) gegenüber einer unsicheren Stelle, die dafür aber viel Entwicklungspotenzial bietet. Und 75 Prozent wählten Familie vor Karriere bzw. „mehr Privatleben” (83 Prozent) vor „mehr Karriere”. Die Möglichkeit, ohne Gefährdung der Karriere, Elternzeit zu nehmen, war hingegen nur für acht Prozent der Befragten wichtig.

Arbeiten um zu Leben

Wenn die Kategorie Geld wegfällt, sind die entscheidenden Faktoren für Zufriedenheit im Job: Flexible Arbeitszeiten (43 Prozent), Sozialleistungen (37 Prozent) und Entwicklungsmöglichkeiten (34 Prozent).

Interessant ist auch, dass 48 Prozent der Teilnehmer angaben, dass sie ihr Unternehmen zusätzlich zu ihrer eigentlichen Rolle, vor allem durch Wisssensvermittlung an Berufsstarter unterstützen könnten. Ein Drittel könnte sich sogar vorstellen einem jüngeren Kollegen als langfristiger Mentor zur Seite zu stehen.

Dennoch steht in der Wertehierachie das „Privatleben” für die Befragten deutlich vor der „Arbeit”. Das Fazit der Studie ist deshalb eindeutig: „Wir arbeiten, um zu leben. Arbeit ist nicht der wichtigste Lebensinhalt, sondern Mittel zum Zweck.” Sind die Zeiten von Selbstausbeutung für den Job vielleicht wirklich vorbei?

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Nach Stationen als Praktikantin, Volontärin und feste Redakteurin bei EDITION F bin ich seit Mai 2019 freie Journalistin und schreibe hier alle zwei Wochen eine politische Kolumne. Vorher habe ich in Hamburg Politikwissenschaften studiert. Gute Bücher, intersektionaler Feminismus und gutes Essen lassen mein Herz höher schlagen.

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