Foto: Redaktion

Die 25 Frauen, deren Erfindungen unser Leben verändern

Die Gewinnerinnen des 25-Frauen-Awards von EDITION F stehen fest! Zum vierten Mal haben wir den Award verliehen. 2017 hat unsere Community gemeinsam mit der Expertenjury 25 Frauen ausgewählt, deren Erfindungen unsere Welt besser machen. Das sind sie!

 

25 Frauen, die uns mit ihren Erfindungen beeindrucken

 

Im Mai haben wir uns auf die Suche gemacht, nun haben wir
sie gemeinsam mit unseren Leserinnen und Lesern sowie einer 16-köpfigen
Expertenjury gefunden: Die 25 Frauen, deren Erfindungen unsere Welt besser machen.

Wir glauben daran, dass es nichts Wichtigeres gibt als das eigene Potenzial anzuerkennen, hinter seinen Ideen zu stehen sowie den Mut zu haben, sie umzusetzen – denn nur so entstehen Produkte, Konzepte, neue Perspektiven und das Wissen, um den Status Quo zu verändern und die Zukunft zu gestalten. Genau deshalb wollen wir in diesem Jahr Frauen ehren, deren Innovationen unser aller Leben verändern – denn es gibt so viele kluge Köpfe, die wir für ihre beharrliche Suche nach Lösungen feiern sollten!

Gefunden haben wir 25 Frauen, deren starke Ideen jetzt und in Zukunft maßgeblich daran beteiligt sind, unser Leben im Positiven zu verändern. Es sind Wissenschaftlerinnen, Entwicklerinnen, Gründerinnen, Künstlerinnen und freischaffende Frauen, die nachhaltige Konzepte entwerfen, um unsere Industrie grüner zu machen, oder Ideen, wie wir unsere Meere vom Plastik befreien können, die Krankheiten etwas entgegensetzen oder leichter heilbar machen, die uns besser mit einander vernetzen, Hilfsangebote schaffen, neue Technologien entwickeln und unser Wissen schlichtweg erweitert haben.

Das Ziel: diesen Frauen eine Bühne bieten

Der Wettbewerb stellt diese 25 inspirierenden Frauen und ihre Erfindungen vor. Uns geht es darum, ihnen eine Bühne zu bieten und ihnen und ihren Leistungen die Anerkennung zukommen zu lassen, die sie verdienen. Wenn wir zukünftig in einer besseren Welt leben wollen, müssen wir aktiv daran arbeiten – das zeigen unsere Gewinnerinnen auf beeindruckende Weise.

Den Award haben wir bereits 2014, 2015 und 2016 ausgelobt und spannenden Frauen eine Bühne gegeben. 2014 haben wir „25 Frauen für die digitale Zukunft”, 2015 „25 Frauen, die wir bis 2025 als DAX-30-CEO sehen wollen” und 2016 „25 Frauen, die unsere Welt besser machen“ gesucht und gefunden.

Wir freuen uns, euch diese Frauen in Kooperation mit Zeit Online, Gründerszene und dem Handelsblatt gefunden zu haben und ihnen am 22. Juni im Kino International in Berlin ihre Preise überreicht zu haben – unter dem Applaus von über 600 Gästen.

In den kommenden Wochen und Monaten werden wir diese 25 Frauen noch genauer vorstellen, in Porträts, Interviews oder über Meinungsstücke der Frauen selbst. Am Ende des Artikels findet ihr auch ein liebevoll gestaltetes Magazin zu den diesjährigen Gewinnerinnen und weiteren Interviews, darunter auch die Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries, die Mitglied der Jury war.

Die 25 Gewinnerinnen

Die Gewinnerinnen werden in alphabetischer Reihenfolge präsentiert.

1. Patricia Asemann, Mathematik- und Physikstudentin und „Jugend forscht“-Gewinnerin

Foto: Theresa Asemann Fotografie

Patricia Asemann ist gerade einmal 18 Jahre alt und studiert bereits im zweiten Semester Physik und Mathematik an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. 2015 gewann sie, gemeinsam mit ihrem damaligen Forschungspartner den Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ für ein computerbasiertes Verfahren, das die Entstehung eines Planetensystems aus Staubscheiben simuliert. Mittlerweile studiert Patricia Asemann Mathe und Physik im Doppelstudium in Jena. Und steht nun schon wieder gemeinsam mit Konstantin Schnekenburger im Finale von Jugend forscht. Diesmal mit einer selbst berechneten und gebauten akustischen Tarnkappe, die den Schall eines Lautsprechers um Hindernisse wie zum Beispiel eine Säule so umlenken kann, dass eine hinter dieser Säule stehende Person so gut hört, als wäre kein Sound-Hindernis vorhanden. Ganz schön beeindruckend. 

2.  Katrin Bermbach, Nora Blum, Farina Schurzfeld, Gründerinnen Selfapy 

Foto: Selfapy

Die Belastungen in unserem Leben und besonders in unseren Berufen scheinen immer größer zu werden. Immer mehr Menschen erkranken an Angststörungen, Depressionen oder Burnout. Obwohl es immer selbstverständlicher wird, einen Psychologen aufzusuchen, haben trotzdem viele Angst davor, diesen Schritt zu gehen und noch mehr, dass ihr Vorgesetzter von den Terminen erfahren könnte. Hinzu kommen noch Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr für einen verfügbaren Psychologentermin. Um diesen Menschen trotzdem eine psychologische Beratung zur Seite stellen zu können und die Zeit zum Termin zu überbrücken, haben Katrin Bermbach, Nora Blum und Farina Schurzfled Selfapy entwickelt, eine psychologische Onlinebetreuung. Hierbei werden die Teilnehmer anonym über neun Wochen psychologisch durch Telefonate und Chats begleitet, während sie außerdem an Onlinekursen angepasst an ihre Erkrankungen teilnehmen. Das alles wird von der Krankenkasse übernommen.

3. Prof. Dr. Melanie Blokesch, Mikrobiologin

Foto: Alain Herzog

Cholera ist eine der ältesten Krankheiten der Menschheit. Unbehandelt führt es noch immer in 20 bis 70 Prozent der Fällen zum Tod. Das ist vor allem in Entwicklungsländern immer noch ein großes Problem. Melanie Blokeschs Forschung hat bahnbrechend dazu beigetragen, die genetische Anpassung von Erregern an Umweltbedingungen zu verstehen. Mittlerweile leitet sie das „Labor für molekulare Mikrobiologie” an der ETH Lausanne (EPFL) in der Schweiz. Ihre Grundlagenforschung zum Cholera-Bakterium leistet einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis des Erregers. In Zukunft möchte Sie die Übertragung des Erregers von der Umwelt zum Menschen noch besser erforschen, da solch ein Verständnis zur Bekämpfung der Krankheit beitragen könnte. Für Ihre Forschungsarbeiten wurde sie bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

4. Anke Domaske, Gründerin QMilk

Foto: Q-Milk

Jedes Jahr werden Tausende Liter Rohmilch weggeschüttet, da sie nicht mehr verkehrsfähig sind und deshalb nach gesetzlichen Regelungen nicht mehr als Lebensmittel verwendet werden dürfen. Die Mikrobiologin Dr. Anke Domaske wollte dieser Verschwendung ein Ende setzen und hat dafür auch gleich mehrere Lösungen gefunden. Mit ihrem Unternehmen QMilk stellt sie Textilfasern, Kosmetik und Granulat aus nicht als Lebensmittel verwendeter Rohmilch her. Für die Faser und das Granulat wird das Milcheiweiß Kasein aus der Rohmilch gewonnen und weiterverarbeitet. Es werden also Produkte benutzt, die sonst weggeschmissen werden. So geht Nachhaltigkeit.

5. Maria Driesel, Gründerin Inveox GmbH

Foto: Inveox GmbH

Der Verdacht auf Krebs ist für jeden, den es betrifft, eine schwere Last. Um so wichtiger ist es, dass die Diagnose schnell und zuverlässig gestellt wird. Genau dafür möchte Maria Driesel mit ihrem Unternehmen Inveox sorgen. Die studierte Wirtschaftsingenieurin hat einen smarten Container für Gewebeproben entwickelt, um die Krebsdiagnose schneller und sicherer zu gestalten. Anders als bei der üblichen Untersuchung muss die Gewebeprobe nicht mehrmals das Behältnis wechseln und kann so mit einer Maschine bearbeitet werden, die dem Pathologen zusätzliche Informationen für die Diagnose gibt.

6. Monika Fleischmann, Medienkünstlerin

Foto: Privat

Wie passen Kunst und Wissenschaft zusammen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Künstlerin in ihrem Werk. Nachdem sie Modedesign, Bildende Kunst, Kunst- und Theaterpädagogik, Szenografie und Computergrafik in Zürich, Berlin und Wien studierte, begann sie ihre gemeinsame Arbeit mit ihrem Partner, dem Architekten Wolfgang Strauss. Seit 1999 leiten sie gemeinsam Netzspannung.org, eine Plattform für interaktive Medienkunst. Für ein Kunstwerk projizierte sie 2004 zum Beispiel die 500 meistgenutzten Hauptworte in der Süddeutschen Zeitung auf den Boden vor dem Literaturhaus und ließ sie von Computerstimmen vorlesen. Passanten konnten per Touchscreen Wörter auswählen, die dann als audiovisuelles Echo erfahrbar wurden. Ein Beispiel für die Verknüpfung von Daten und Kunst. Mit ihrem Ansatz gilt Monika Fleischmann als eine der wichtigsten Vertreterinnen der Medienkunst.

7. Pia Frey, Mit-Gründerin Opinary 

Foto: Opinary

Eine Sache, die Online-Journalismus heute für viele ausmacht: lebhafte Debatten in den Kommentarspalten unter Artikeln. Aber wie bekommt man Leserinnen und Leser dazu, möglichst viel zu diskutieren? Pia Frey, die eigentlich Philosophie studiert hat und lange Zeit selber journalistisch tätig war, hat mit ihrem Gründungsteam Opinary als ein Debatten-Tool entwickelt, das es Lesern durch Umfragen besonders leicht macht, ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen. 15 Mitarbeiter beschäftigen sie in ihren Startup mittlerweile. Gerade arbeitet Pia Frey, die mit ihren 28 Jahren auch schon ein Buch geschrieben hat, von New York aus, um die nächste Finanzierungsrunde vorzubereiten. 

8. Dr. Susanne Friebel, Gründerin Phoneon

Foto: Phoneon

Immer mehr Menschen müssen auf immer kleinerem Raum arbeiten, leben und zusammenkommen. Dabei ist es gar nicht so einfach, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren, während zwei Meter weiter jemand ein Meeting führt. Genau aus diesem Grund hat Dr. Susanne Friebel Phoneon gegründet und entwickelte mit ihrem Team einen Schallabsorber, der Hintergrundgeräusche dämpft und so besonders Gespräche erleichtert – und das ganz einfach, in dem der „Soundbutler“, der in den Raum gestellt wird, dann sofort die Akustik verbessert. Stark!

9. Marcella Hansch, Erfinderin von Pacific Garbage Screening

Foto: Melina Hansch

Unser maßloses Konsumverhalten hat mittlerweile zur Folge, dass Meereslebewesen und Vögel immer häufiger an dem Plastikmüll sterben, der im Meer landet. Die Tiere haben den Magen voller Plastik oder verenden an Plastikschlaufen, an denen sie ersticken. Um unsere Meere von Plastik zu befreien entwickelte die Architektin Marcella Hansch eine schwimmende Plattform, die Plastikmüll ganz einfach aus dem Meer filtert. Ihr Unternehmen heißt „Pacific Garbage Screening“. Bisher ist die Plattform noch in der Konzeptphase, die aus Marcella Hanschs Masterarbeit entstand und so schnell wie möglich realisiert werden soll. Die Plattform filtert den Plastikmüll durch seinen architektonischen Aufbau, der weder Strom noch Netze braucht. So entsteht keine zusätzliche Umweltverschmutzung und Tiere laufen nicht die Gefahr, sich in Netzen zu verfangen und dort zu sterben.

10. Dipl. Ing. Sonja Jost, Mit-Gründerin DexLeChem

Foto: DexLeChem

Grüne Chemie – was für Laien nach einem Gegensatz klingt, ist Sonja Josts Leitgedanke. Bei der Medikamentenproduktion wird oft umweltschädliches Erdöl verwendet. Das wollte die Wirtschaftsingenieurin und technische Chemikerin ändern und gründete kurzerhand gemeinsam mit drei Kollegen ein Startup. Dexlechem entwickelte ein Verfahren, mit dem Medikamente mit Wasser produziert werden können – das ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch günstiger. Mit ihrem Team setzt Sonja Jost sich für eine nachhaltige Chemie ein und trägt damit einen wichtigen Beitrag zum Wandel der Industrie bei. 

11. Seira Kerber, Erfinderin X-Wash Responsibility

Foto: Privat

Immer wieder werden Menschen mit Epidemien und Naturkatastrophen konfrontiert. Die Verbreitung von Krankheiten in solchen Extremsituationen kann am besten mit Dekontamination eingedämmt werden. Allerdings verfügen die meisten betroffenen Länder nicht über die nötigen Mittel. Seira Kerber möchte diesem Problem mit X-wash Responsibility ein Ende setzen. Die Waschstraße für Menschen reinigt und dekontaminiert vollkommen automatisch und ist damit effizienter aber auch humaner als der analoge Prozess durch Menschen. Besonders für traumatisierte Menschen ist dieser Reinigungsprozess sehr viel angenehmer als wenn er durch andere Menschen durchgeführt würde. 

12. Sabine Kroh, Gründerin „Call a midwife“

Foto: Fräulein Fotograf

Weltweit gibt es kein Hebammensystem, das so gut ist wie das in Deutschland, trotz dem Umstand, dass die Bedingungen in der Geburtshilfe seit Jahren schlechter werden und immer mehr Hebammen hier ihren Beruf aufgeben müssen. Doch wie bringt man diese persönliche und intime Dienstleistung in andere, teils weit entfernte Länder, wo Frauen ebenfalls auf die Betreuung durch eine Hebamme angewiesen sind? Die Hebamme Sabine Kroh nutzt dafür das Internet und ihre Plattform „Call a midwife“. Auf die Idee, werdenden Müttern so beiseite stehen zu können, kam sie durch besorgte deutsche Mütter, die ihr WhatsApp-Bilder und E-Mails mit kleinen und großen Sorgen schickten und das auch für ausländische Freundinnen taten. Wenn sie dies innerhalb Berlins kann, warum sollte sie es also nicht weltweit Frauen beistehen? Und so macht sie das nun. Stark!

13. Linda Kruse, Co-Founder The Good Evil

Foto: the Good and Evil GmbH

 Außerhalb der Gaming-Szene wird sich häufig über digitale Spiele beschwert.: Sie seien zu brutal, inhalts- und sinnlos. Dass es auch anders geht, zeigt Linda Kruse mit „The Good Evil“, einem Game Studio. Zusammen mit dem Mitgründer Marcus Bösch möchte sie Serious Games entwickeln. Also digitale Spiele, die klassischen Spielspaß mit relevanten Inhalten, Informationen und Bildung verbinden. Das Team entwickelte etwa das preisgekrönte Sprachlern-Abenteuer Squirrel & Bär und bietet Transmedia-Lösungen für Kunden von Bildungsinstitutionen über Medienunternehmen und NGOs bis hin zu privaten Unternehmen an. Ihr großes Ziel ist es, damit auch das Lernen an Schulen zu verändern.

14. Johanna Ludwig, Co-Founder Akvola

Foto: Akvola

Unsere Erde besteht zu 90 Prozent aus Wasser, allerdings sind davon nur zehn Prozent Süßwasser, das wir als Trinkwasser nutzen können. Durch unseren Durst nach Konsum, Kleidung und Fleisch gehen die ohnehin schon knappen Ressourcen zur Neige. Es wird für uns alle also immer wichtiger, Reinigungsmethoden zu entwickeln, die unsere Wasserversorgung weiterhin garantieren, dabei aber energiearm arbeiten. Genau an diesem Punkt setzt die Ingenieurin Johanna Ludwig mit Akvola, einer Wasseraufbereitung, an. Durch einen speziellen Filterprozess kann die Reinigungsanlage mit keramische Materialien Schmutzwasser reinigen und die Meerwasserentsalzung vorbereiten. Dabei verbraucht es 90 Prozent weniger Energie und 70 Prozent weniger CO2 als vergleichbare Technologien.

15.  Prof. Dr. Konstanze Marx, Professorin für „Linguistik des Deutschen” 

Unser Leben findet mehr und mehr im Internet statt. Das heißt, dass nicht nur die positiven Aspekte des Lebens dahin verlagert werden. Eines dieser Probleme ist das Cybermobbing, unter dem auch schon Kinder im Grundschulalter leiden. Das große Problem bei Cybermobbing ist, dass es die Betroffenen überall hin verfolgt, da das Internet nicht nur für die Schule, sondern auch zu Hause genutzt wird. Professorin Dr. Konstanze Marx schafft es mit ihrer Forschung zur Cyberlinguistik, dem Ganzen durch Interventionen für Schülerinnen und Schüler etwas entgegenzusetzen und Kindern beizubringen, wie schwerwiegend Cybermobbing für die Betroffenen sein kann. Sie beschäftigt sich darüber hinausgehend mit allen Aspekten digitaler Gewalt und Hate-Speech im Netz.

16. Prof. Dr.-Ing. habil. Marion Merklein, Professorin für Fertigungstechnologie

Foto: Koch

Egal, mit welchem Transportmittel wir uns fortbewegen, es braucht immer ein Leichtmetall zur Herstellung. Diese sind allerdings nicht so leicht zu formen, wie wir es sich die Hersteller gerne wünschen würden. Um diese Technik zu verbessern, entwickelte Marion Merklein ein Formgebungsverfahren für Leichtmetalle, dass die industrielle Produktionsketten im Automobilbau, als auch im Schienen und Luftverkehr immens verbessert. So erreichen uns die neuen Errungenschaften in diesen Verkehrsmitteln noch schneller.

17. apl. Prof. PD Dr.- Ing. habil. Angelika Mettke, Bauingenieurin und Professorin 

Foto: Weisflog DBU

Plattenbauten nehmen viele von uns nur noch als grausame Bausünden wahr. Nicht so Prof. Dr. Angelika Mettke. Die Bauingenieurin hat eine Mission: Dem ausgedienten Beton abgerissener Siedlungen ein zweites Leben als Wand oder Decke in Neubauten zu ermöglichen. Recycling im großen Stil also. Für ihr Engagement erhielt die “Pionierin des Betonrecyclings” letztes Jahr den deutschen Umweltpreis, denn dank ihr enthält mittlerweile jeder Berliner Neubau recycelten Beton. 

18. Cordula Nussbaum, Coach, Speakerin und Buchautorin  

Foto: Jan Röder

Zeitmanagement ist für die meisten von uns ein großes Problem – aber es gibt Hoffnung: Cordula Nussbaum ist unsere Publikumsgewinnerin und Expertin auf dem Gebiet des Selbstmanagement. Vor mehr als 13 Jahren entwickelte sie einen neuen Ansatz: „kreativ-chaotisches Zeit- und Selbstmanagement“ nennt sie diesen. Das Besondere dabei? Er ist speziell für Querdenker entwickelt. Die Psychologin und Kommunikationswissenschaftlerin ist sich sicher, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg zum Erfolg gehen muss. Der von ihr entwickelte Ansatz hilft dabei: individuell und unkonventionell. Ein ausführliches Porträt über ihren Werdegang und ihre Arbeit findet ihr im 25 Frauen-Magazin am Ende des Artikels.

19. Mai Goth Olesen, Gründerin Meal-Saver

Foto: Mealsaver

 Mai Goth Olesen ist studierte Umweltingenieurin, ihr Herzensthema: der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Im Herbst 2016 gründete die gebürtige Dänin deshalb das Startup Meal-Saver und erweiterte es im Frühjahr 2017 mit Tuure Parkkinen zu Res-Q Club. Basierend auf einer App werden Restaurants und ResqMission-Nutzer miteinander verbunden. Die Restaurants füllen die biologisch abbaubaren Boxen mit überschüssigen Essen und die Nutzer können diese dann zu einem sehr günstigen Preis direkt vor Ort abholen. Mai Goth Olesens Idee hilft dabei, Nachhaltigkeit und Lebensmittelrettung ganz simpel in unseren Alltag zu integrieren und das durch die Kooperation mit Tuure Parkinnen mittlerweile in Finnland, Schweden, Deutschland, den Niederlanden und Estland. 

20. Katrin Reuter, Gründerin Trackle

Foto: Privat

Als studierte Politikwissenschaftlerin ein E-Health-Startup zu gründen, klingt erstmal ziemlich abwegig. Wie gut das allerdings funktionieren kann, wenn man eine starke Idee hat, zeigt Katrin Reuter. Trackle ist eine hormonfreie Alternative zur Verhütung. Der kleine Temperatursensor, den die zweifache Mutter und Gründerin entwickelt hat, ist vaginal tragbar und kann sowohl bei der sicheren Verhütung als auch beim schnelleren Schwangerwerden helfen. Das Device ist ein zertifiziertes Medizinprodukt. Dafür gab es gerade erst eine sechsstellige Finanzierungsrunde und ein erfolgreiches Crowdfunding durch Frauen und Männer, die das Gerät nutzen wollen.

21. Dr. Heike Riel, Manager of the Materials Integration & Nanoscale Devices bei IBM

Foto: IBM Research

Das Smartphone ist mittlerweile eines unser wichtigsten Wegbegleiter. Die Entwicklung, die es in den letzten Jahren durchgemacht hat, ist enorm und wir haben uns mittlerweile an den Luxus gewöhnt, dass es blitzschnell auf unsere Eingaben reagiert. Das können wir unter anderem Dr. Heike Riel verdanken, die maßgeblich an der Entwicklung des Amoled-Displays beteiligt war. Amoled-Displays werden in Mobilendgeräten, also auch Laptops oder Smartwatches, benutzt und bestehen aus einer organischen Verbindung, die ein Eloktrolumineszenzmaterial formt. Durch dieses Material wird die Reaktionszeit auf unter eine Millisekunde reduziert und im Vergleich zu zum Beispiel LCD-Bildschirmen wird wesentlich weniger Energie verbraucht. Das Smartphone macht also besonders schnell und besonders lange das, was wir wollen.

22. Julia Schröder und Theresia Uhrlau, Entwicklerinnen Yuma

Foto: Privat

In Zeiten des Smartphones ist die größte Aufgabe des Backpackers wohl oft die Suche nach der nächsten Steckdose. Julia Schröder und Theresia Uhrlau haben einen Rucksacküberzug entwickelt, der diese Suche obsolet machen könnte. Yuma heißt ihr Label, unter dem die beiden Kommunikationsdesignerinnen aus Hamburg mit ihren Wearables den Outdoor-Bereich revolutionieren wollen. Dafür nehmen sie bereits bestehende Rucksäcke und ergänzen diese mit organischen Solarzellen. Dann kann die Sonne den ganzen Tag auf den Rucksacküberzug scheinen und die daraus resultierende Energie wird in den angebrachten Powerbanks gespeichert. In ihrem Produkt zerschmelzen Mode und Technik zu Solarwear – und wir müssen uns keine Sorgen mehr über leere Akkus machen. Für ihre Idee standen die beiden 2016 im Finale des Fashion Fusion Awards und gehören nun auch zu unseren 50 Nominierten. 

23. Dr. Julia Shaw, Rechtspsychologin

Foto: Boris Breuer

Wenn es darum geht, wem wir zu 100 Prozent vertrauen können, würden die meisten wahrscheinlich sich selbst und ihr Gedächtnis nennen. Denn wenn wir uns an eine Begebenheit erinnern können, muss es ja passiert sein. Die Rechtspsychologin Dr. Julia Shaw hat das Gegenteil bewiesen und uns damit mehr oder weniger gezeigt, dass wir nicht mal uns selbst glauben können. In einer von ihr und ihrem Team durchgeführten Studie überzeugte sie 70 Prozent ihrer Probanden davon, ein Verbrechen begangen zu haben, das tatsächlich niemals stattgefunden hat. Damit lässt sie uns nicht nur an uns selbst zweifeln, sondern auch an der Richtigkeit vieler Verhörmethoden – und damit auch vieler Urteile.

24. Dr. Judith Springer, Gründerin Fine-Deodorant

Foto: Dunja Kara

In vielen herkömmlichen Deodorants ist schädliches Aluminium enthalten. Die Alternativen riechen oft entweder nicht besonders gut, wirken kaum oder sind nicht besonders schön designt. Dr. Bettina Springer wollte das nicht länger hinnehmen und hat innerhalb nur eines Jahres eine wirkliche Alternative entwickelt. „Fine” ist vegan, aluminiumfrei, riecht gut, sieht schick aus – und das Wichtigste: ist nicht schädlich. Erfinderinnen müssen nicht immer eine klassische Naturwissenschaftskarriere hingelegt haben: die zweifache Mutter hat ihr erstes Staatsexamen in Jura, war lange Zeit Ausstellungskuratorin und hat nebenbei auch noch eine Yoga-Ausbildung gemacht. 

25. Lia Magdalena Weiler, Co-Founder Glow

Foto: Jens Distelberg Fotografie

 Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich mehr Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung durch offene Kochfeuer als an Malaria. Das liegt vor allem daran, dass 2,7 Milliarden Menschen auf der Welt Holz und Dung verbrennen, um ihr Essen zu kochen. Genau bei diesem Problem setzt Lia Magdalena Weiler an: Gemeinsam mit Sebastian Erdmann entwickelte sie einen Herd speziell für Entwicklungsländer und gründete das Startup Glow. Die Herde sind energiesparend, kochen effizienter und schonen dabei die Umwelt. Außerdem schaffen Lia Magdalena Weiler und ihr Team Arbeitsplätze in den Entwicklungsregionen. Zu Recht schafften die beiden Gründer es deshalb 2016 auch schon auf die Forbes Liste der 30 unter 30 in Europa.    

Großer Dank

Ein großer Dank gilt allen Partnern und Unterstützern von EDITION F und diesem Wettbewerb: Allen voran unserem offiziellen Hauptpartner She’s Mercedes. Außerdem L.O.V Cosmetics, McKinsey & Company, SIEMENS, next47, Jake*s, StepStone, Amazon Web Services, Kienbaum, HypoVereinsbank – UniCredit Bank AG und MAHLE. 

Darüber hinaus danken wir auch: PROPERCORN, Einhorn, Stop the Water while using me, Sitzfeld, sharingbox, STILNEST, JUNIQE, Airberlin, Audible, Veuve Clicquot, Pflüger, Vöslauer, Langnese, Bulleit Fronteir Whiskey und Ketel One Vodka. Ohne sie wäre der Wettbewerb und das Event nicht möglich gewesen. 

Ein besonderer Dank gilt auch dieses Mal wieder der Jury, unseren Partnern, unserem Team, allen Menschen, die das Event wunderbar hinter den Kulissen organisiert haben, unseren Freunden und unseren Familien, die uns unermüdlich und täglich unterstützen. Danke, wir sind unglaublich froh, dass es euch gibt.

Das Booklet zu den „25 Frauen, deren Erfindungen unser Leben besser machen“

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