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Bauch- oder Kopfgefühl – wie treffe ich die beste Entscheidung?

Am Tag treffen wir durchschnittlich 20.000 Entscheidungen. Nur ein kleiner Teil wird bewusst gefällt, die restlichen Entscheidungen trifft unser Unterbewusstsein. Welche Techniken kann man nutzen, um zukünftig bessere Entscheidungen zu treffen?

Zu viel Auswahl: „Tyrannei der Wahl“

Entscheidungen lenken unser Leben – egal, ob bewusst oder unbewusst – sie bestimmen, welche Richtung wir einschlagen, wann wir morgens aufstehen, ob wir mit dem Bus zur Arbeit fahren oder zu Fuß gehen, ob wir zum Kuchen oder zum Obst greifen. Doch welche Techniken helfen uns, die besseren Entscheidungen zu treffen? Sollen wir auf unseren Kopf oder unseren Bauch hören? Auf Verstand oder Gefühl?

Auf ZEIT online hieß es in dem Artikel „Die Kunst der Entscheidung“, dass sich all diese Fragen, die große Auswahl an Möglichkeiten, eher kontraproduktiv auf unsere Entschlossenheit auswirken:

„Manchmal scheint das Leben ein endloses Herumirren in einem Wald von Möglichkeiten zu sein. Die Menschen können heute so viel entscheiden wie nie zuvor. Es wirkt wie die große Freiheit. Aber es hat die Menschen nicht glücklicher gemacht. Im Gegenteil. Psychologen sprechen von einer ,Tyrannei der Wahl‘.“

Zu viel Auswahl mache uns auch nicht glücklich, heißt es weiter. Unsere Entscheidungen werden nicht nur von unserem eigenen Empfinden, sondern auch von vielen weiteren Faktoren beeinflusst: von Hormonen, den Tricks von Verkäufern, der eigenen Herkunft und der Familie und natürlich von unseren spontanen Gefühlen. Insbesondere bewusste Entscheidungen gegen gesellschaftliche Konventionen sind nicht immer leicht.

Mit unseren Entscheidungen, die wir fällen, bestimmen wir die Richtung, in die wir uns entwickeln. Wir öffnen neue Türen und schließen gleichzeitig welche hinter uns.

Steve Jobs hat über das Fällen von Entscheidungen einmal gesagt:

„Erfolge sind das Resultat von richtigen Entscheiden. Richtige Entscheiden fällt man durch Erfahrung. Und Erfahrung basiert unter anderem auf falschen Entscheidungen.“

Wenn wir uns genau diesen Leitsatz zu Herzen nehmen, sollten wir uns vorher nicht zu viele Gedanken darüber machen, wie und in welchem Ausmaß sich unsere Entscheidung auf unseren weiteren Weg auswirken könnte, vielmehr sollten wir besser irgendeine Entscheidung treffen als gar keine.

Bauch oder Kopf?

Entscheidungstypen lassen sie grob in zwei Cluster unterteilen: Die eine Gruppe hört auf ihr Bauchgefühl und fällt Entscheidungen intuitiv, die andere Gruppe setzt mehr auf den Kopf und entscheidet auf der Basis von vorherigen Erfahrungen, Wissen und Vernunft. Ob man in der Liebe eher auf sein Bauchgefühl hört, im Beruf dafür nach Kopf entscheidet, oder auch andersherum, hängt davon ab, welche Pläne man verfolgt und welche Bedeutung man den verschiedenen Bereichen zuschreibt.

Welche davon letztlich die besseren Entscheidungen sind, lässt sich nicht festlegen. Fest steht jedenfalls: Wenn Gefühl und Verstand einander widersprechen, wie das Experiment im Folgenden zeigt, kommt es zur Kraftprobe.

Ende der neunziger Jahre erklärten Ökonomen an der Stanford University ihren Probanden, dass sie ihr Gedächtnis testen wollten. Mal mussten sich die Probanden zwei Ziffern merken, mal sieben. Anschließend schleusten die Forscher sie beiläufig an einem Buffet vorbei, an dem es Obstsalat und Schokoladentorte gab. In Wirklichkeit waren die Forscher gar nicht am Gedächtnis der Probanden interessiert, sondern an deren Wahl am Buffet. Und sie fanden einen erstaunlichen Zusammenhang: Je mehr Ziffern die Probanden gerade im Gedächtnis zu behalten versuchten, desto eher entschieden sie sich für die Torte. Wenn der Verstand abgelenkt ist, hat das Gefühl also freies Spiel.

Zu viel Auswahl macht unglücklich

Wer eine Entscheidung trifft, muss nun mal akzeptieren, dass seine Glückshormone, Testosteron und Stresshormone die Entscheidung mit beeinflussen. Auch Faktoren wie die Tageszeit – nachmittags werden tendenziell härtere Entscheidungen getroffen als vormittags – können eine Rolle spielen.

Wenn wir uns, wie ZEIT online berichtet, in einem „Wald der Möglichkeiten“ wiederfinden und die große Auswahl unsere Entschlossenheit hemmt, sprechen wir von einem „Choice under-Choice“-Konflikt. Je mehr Möglichkeiten wir haben, desto länger dauert unser Entscheidungsprozess.

Wenn ihr die Orientierung verliert …

Eine Methode, die euch vor Orientierungslosigkeit in Beruf, Partnerschaft und dem persönlichen Lebensweg bewahrt, ist die 10-10-10-Methode. Die Methode soll helfen, langfristige Ziele und Wünsche über momentane Ängste zu stellen, insbesondere vor Entscheidungen, die zwar Neues mit sich bringen, aber gleichzeitig auch Stress und Aufwand bedeuten. Um euch den Entscheidungsprozess zu erleichtern, fragt sie nach den zukünftigen Folgen der Entscheidungen:

Welche möglichen Folgen hat die eine oder andere Entscheidungsvariante für mein Leben in zehn Minuten? In zehn Monaten? In zehn Jahren? Welche Entscheidung trägt am besten dazu bei, dass mein Leben nach meinen Zielen und Wünschen verläuft?

Und was tun bei Willensschwäche?

Das Prinzip „Trial & Error“ hilft bei Entscheidungen, die man aus Angst vor dem Scheitern lieber aufschieben möchte. Diese Methode hält sich an den umgangssprachlichen Spruch: „Probieren geht über Studieren!“. Will man lieber etwas riskieren und etwas Neues ausprobieren oder beim Altbekannten bleiben?

Meine persönliche Antwort darauf: Ein bessere Lehre als die eigene Erfahrung kann es kaum geben, Übung macht den Meister, ganz nach dem Motto „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt!“.

Und wenn wirklich alle Stricke reißen und keine der Methoden auch nur annähernd hilft, die richtige Entscheidung zu treffen, tut es gut, eine Nacht über die Möglichkeiten zu schlafen und die Wahl auf morgen zu vertagen. Nichts wirkt harmonisierender auf ein dissonantes Seelenleben als ein Nickerchen oder eine Nachtruhe. Die besten Entscheidungen trifft man im Schlaf.

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