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6 Möglichkeiten um nach einem Bewerbungsgespräch nachzuhaken, wenn man keine Antwort bekommt

Nach Bewerbungsgesprächen melden sich manche Unternehmen oft lange nicht. Ab wann ist es gerechtfertigt, dass man sich bei dem Unternehmen erkundigt und wie macht man das am besten?

Das Warten nach dem Bewerbungsgespräch

Manchmal ist es gar nicht so einfach herauszufinden, ob und wie oft man nach einem positiven Bewerbungsgespräch beim Traumunternehmen nachhaken soll. Überhaupt nicht nachzufragen könnte den Eindruck erwecken, die Bewerbung sei aus keinem ernsthaften Interesse heraus entstanden, während zu häufiges Nachfragen regelrechte Verzweiflung ausdrücken könnte. Im Folgenden schreibt Rachel Premack von Business Insider wie ihr mit dieser kniffligen Situation am besten umgeht und den Personaler*innen zudem sogar noch beweist, dass ihr teamfähig seid.

Ihr habt in eurer Bewerbung einen einwandfreien Lebenslauf geschrieben und seid daraufhin in Nullkommanichts zum Bewerbungsgespräch eingeladen worden. Auch das habt ihr erfolgreich hinter euch gebracht und seid euch danach sicher — die Personaler*innen müssen euch einfach lieben. Das Problem dabei ist: Ihr könnt auch an dieser Stelle wieder die ganze Bewerbung vermasseln.

Tatsächlich spiele die Weiterverfolgung nach einem Bewerbungsgespäch eine größere Rolle im ganzen Bewerbungsprozess, als manch einer erwarte, sagt Lynn Taylor, Expertin für verschiedene Angelegenheiten in Unternehmen und Autorin des Buches „Tame Your Terrible Office Tyrant: How to Manage Childish Boss Behavior and Thrive in Your Job“.

„Die Art und Weise, wie ihr nach einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch weiter vorgeht, kann eure Bewerbung aufwerten oder aber regelrecht ruinieren“, erklärt Taylor in einer Nachricht an Business Insider.

Nicht zu früh und nicht zu spät nachfragen

Wenn ihr beispielsweise nicht zügig genug oder aber überhaupt keine Nachricht versendet, in der euer Dank zum Ausdruck kommt, kann dies eure Chancen deutlich verringern. Dasselbe gilt, wenn man sich zu häufig rührt.

„Das Weiterverfolgen der eigenen Bewerbung bei Personaler*innen ist deshalb besonders knifflig, da es manchmal schwierig sein kann zu beurteilen, wo man gerade wirklich steht und welchen Ruf man —auch im Vergleich zu anderen Bewerber*innen — genießt. Außerdem steht natürlich eine Menge auf dem Spiel“ so Taylor. „Wenn die Chemie stimmt, kann man manchmal sogar ganz direkt fragen, wo man steht, aber eben nur, wenn es wirklich passt.“ Ihr möchtet schließlich interessiert wirken — nicht verzweifelt oder ungeduldig.

Taylor erklärt zudem, dass es auch immer auf eure individuelle Bewerbungssituation ankommt, wie ihr euch nach einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch verhalten solltet. Trotz allem findet ihr hier einige allgemeine Hinweise, wie ihr nach dem Bewerbungsgespräch weiter vorgehen solltet:

Kontaktaufnahme #1: Eine nette Dankesnachricht

Eine kurze Dankesnachricht zu hinterlassen, ist ein einfacher Weg, um sich mit eurer Bewerbung von anderen Bewerber*innen abzuheben.

Schreibt dafür einfach (wenn euer Bewerbungsgespräch morgens stattgefunden hat) am Nachmittag eine Mail, in der ihr euren Dank ausdrückt. Sollte das Gespräch erst später stattgefunden haben, meldet euch stattdessen am nächsten Morgen beim Unternehmen.

„Personalchef*innen beurteilen, wie groß die Begeisterung der Bewerber*innen ist, weshalb eine schnelle Reaktion in dem Fall Bände spricht. Außerdem ist dies ein Zeichen für die Wertschätzung der Zeit, die sich diese genommen haben“, sagt Taylor.

Eine Dankesnachricht ist zudem eine gute Gelegenheit, um noch einmal auszuholen, inwiefern man eine Bereicherung für das jeweilige Unternehmen darstellt und wieso man die richtige Person für die Stelle ist.

„Die Dankesnachricht kann für euch ein sehr wirkungsvoller Teil im Rahmen des Bewerbungsprozesses sein“, sagt Taylor. „Indem ihr beispielsweise noch einmal erwähnt, was euch an der Abteilung fasziniert hat, nachdem alle wichtigen Personen bekannt sind, beweist ihr, dass ihr zuhören könnt, wie ihr die euch vermittelten Informationen verarbeitet und wie ihr diese anwendet, um von euch zu überzeugen. Dies ist eure Chance, euch selbst zu verkaufen und zu zeigen, wie gut ihr in die jeweilige Unternehmenskultur reinpasst.“

Kontaktaufnahme #2: Wenn sich der*die Personaler*in einfach nicht meldet

Hoffentlich habt ihr im Bewerbungsgespräch folgende Fragen gestellt: „Wann kann ich damit rechnen, von Ihnen zu hören?“ oder „Wann rechnen Sie mit einer Entscheidung?“

Euch wurde dann als Antwort ein bestimmter Zeitrahmen oder sogar Tag genannt („Ende nächster Woche“ oder „Bis Montag“), dann ist es auch angebracht, einige Tage nach dem genannten Datum mal nachzuhaken.

Kontaktaufnahme #3: Wie ihr euch zurückmelden könnt

Möglicherweise haben euch die Personaler*innen eine Mail geschickt, in der Folgendes steht: „Wir befinden uns noch immer im Bewerbungsprozess und werden danach möglichst bald eine Entscheidung treffen. Falls Sie bis Donnerstag noch immer nichts von uns gehört haben, seien Sie gerne so frei, sich nochmals bei uns zu melden.“ Wenn euch etwas derartiges mitgeteilt wurde, tut dies auch einfach!

Kontaktaufnahme #4: Wenn das Unternehmen um eine Rückmeldung bittet

Auch wenn ihr keine Rückmeldung bekommt, versucht nicht den*die Personalchef*in oder die Personalabteilung zu bedrängen. Ihr möchtet ja auf keinen Fall verzweifelt wirken und der Grat zwischen Begeisterung und Aufdringlichkeit kann äußerst schmal sein.

„Wenn ihr in jedem Gespräch mit dem*der Personalchef*in positive Rückmeldung erhalten habt oder darum gebeten wurdet, das Unternehmen auf dem Laufenden zu halten, habt ihr offiziell grünes Licht, was weiteren Kontakt betrifft. Dies gilt, bis euch etwas anderes gesagt wird, wie etwa ,Wir werden uns bei Ihnen melden‘ oder wenn ihr einfach gar keine Antwort erhaltet“, erklärt Taylor.

Wie ihr mit diesem kniffligen Teil des Bewerbungsprozesses umgeht, sagt viel darüber aus, wie gut ihr zur vorherrschenden Unternehmenskultur passt.

„Es handelt sich hierbei um eine Bewährungsprobe im Hinblick auf eure emotionale Intelligenz, die den bisherigen Bewerbungsprozess nochmal gänzlich über den Haufen werfen kann“, sagt Taylor. Wie ihr nach einem Bewerbungsgespräch den Kontakt wiederaufnehmt, kann beweisen, dass ihr zuvorkommend, respektvoll, verlässlich und sogar teamfähig seid. Ihr könnt entsprechend aber auch desinteressiert oder unorganisiert wirken dadurch, dass ihr zeitlich unangemessen antwortet.“

Kontaktaufnahme #5: Wenn Wochen oder gar Monate vergehen, ohne, dass eine Entscheidung getroffen wurde

Wenn die Stelle auch nach Wochen und Monaten noch ausgeschrieben ist und das Unternehmen noch interessiert an euch zu sein scheint, ist es völlig angemessen den Kontakt weiterhin aufrecht zu erhalten und noch ein oder zwei weitere Mails zu verschicken.

„Gestaltet eure Nachrichten aber abwechslungsreich“, ergänzt Taylor. „Ihr könnt beispielsweise interessante Artikel verschicken, in denen ihr die Personaler*innen über branchenrelevante Webcasts oder Seminare informiert. Haltet diese außerdem über jegliche Auszeichnungen, die ihr im aktuellen Job erhalten habt oder wohltätige Projekte, an denen ihr teilgenommen habt, auf dem Laufenden.“

Kontaktaufnahme #6: Falls ihr den Job nicht bekommen habt, aber dem Unternehmen trotzdem für die investierte Zeit und Mühe danken wollt

Hoffentlich bekommt ihr den Job und kommt erst gar nicht in die Situation, eine „trotzdem vielen Dank“-Nachricht zu verschicken.

Aber falls nicht, ist es eine gute Idee, eine letzte (auf gar keinen Fall verbitterte!) E-Mail an das Unternehmen zu schicken, in der ihr entsprechend für die investierte Zeit und Mühe dankt und außerdem nachfragt, ob es bereit wäre, euch bei eurer Bewerbung noch einmal Feedback zu geben.

Ihr könnt auch Folgendes schreiben: „Falls Sie der Meinung sind, ich würde besser zu einer anderen Stelle passen, die sich möglicherweise in Zukunft ergibt, zögern Sie bitte nicht, mich zu kontaktieren. Ich wäre auch sehr interessiert daran, andere Möglichkeiten in Ihrem Unternehmen wahrzunehmen.“

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