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Béa Beste: „Social Media bedeutet soziale Interaktion, nicht Marketing!“

Egal ob Bloggerin, Unternehmerin, Künstlerin oder Aktivistin: über eine guten Social-Media-Strategie erreicht man oft am meisten. Aber was braucht es dafür konkret? Die Social-Media-Expertin Béa Beste gibt hilfreiche Antworten.

Mit Social Media zum Erfolg

Facebook, Instagram und Twitter sind aus unserer täglichen Routine kaum mehr wegzudenken. Viele von uns beziehen fast alle ihre Informationen über diese Plattformen. Unternehmen, Blogs, aber auch Einzelpersonen können genau hier eine Community finden, aufbauen und an sich binden. Dafür bedarf es allerdings einer richtig guten Strategie. Eine, die weiß, wie das geht, ist die Unternehmerin Béa Beste. Nach Stationen als Markenberaterin bei The Boston Consulting Group, als Gründerin und CEO der Phorms Schulen und als Kreatvichefin von Tollabox (das leider insolvent ging)  führt sie mittlerweile mit Tollabea ein sehr erfolgreiches Blog mit über eine Millionen Leserinnen und Lesern in diesem Jahr und über 100.000 Facebookfans – eine wahre Social-Media-Expertin.

Liebe Béa, du kannst auf ein ziemlich bewegtes Leben zurückblicken. Magst du ein wenig davon erzählen?

„Ich bin im kommunistischen Rumänien geboren und dort bis zu meinem 15. Lebensjahr aufgewachsen, verlor meinen Vater mit zwölf Jahren und meine Mutter mit 15 – danach war meine einzige Chance eine Flucht nach Deutschland, wo ich Halbgeschwister hatte. Deutsch habe ich recht schnell gelernt und war in weniger als einem halben Jahr recht gut integriert, da kann ich mich echt wenig beschweren! Das nächste Abenteuer musste ich mir aber schon mit 21 Jahren gönnen, ich bin gleich am Anfang meines Studiums in Berlin Mutter geworden – und im Nachhinein betrachtet ist das auch eine der coolsten Sachen, die mir passiert sind. Es hat mich auch nicht davon abgehalten, zu Ende zu studieren, bei SAT.1 und The Boston Consulting Group zu arbeiten und dann Unternehmerin zu werden. 2006 habe ich mit einer Truppe von verrückten Unternehmern die Phorms Schulen gegründet und sie als CEO bis 2011 geleitet.”

Und was hast du seitdem gemacht?

„Nach einer Bildungsexpedition auf vier Kontinenten habe ich 2012 Tollabox gegründet, extrem erfolgreich crowdgefunded und mich 2015 auf die Schnauze gepackt: Insolvenz. Wie man sieht, ich lebe noch. Die Eltern-Community und die Marke habe ich aus der Insolvenzmasse frei gekauft und nun baue ich den Blog Tollabea als Nukleus einiger unternehmerischer Aktivitäten auf.”

Die Sicherheit einer Festanstellung aufzugeben, um ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist ein sehr mutiger Schritt. Die Insolvenz war dann sicherlich auch nicht einfach. Mittlerweile bist du ja aber wahnsinnig erfolgreich mit deinem eigenen Blog. Bist du also froh, den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt zu haben?

„Definiere ,wahnsinnig‘ im Zusammenhang mit ,Erfolg‘, da würden sich einige Biggies der Szene erstmal schlapp lachen. Nein, ich bin zufrieden, aber da geht noch mehr. Und was Selbständigkeit anbelangt: sie ist einfach das Richtige für mich.”

Über 100.000 Fans auf Facebook und über eine Millionen Leserinnen und Leser im vergangenen Jahr – du bist wohl das was man eine richtige Social-Media-Expertin nennen würde. Woher nimmst du deine Skills?

„Alles Learning-by-doing, viel anlesen, viel fragen, viel ausprobieren.”

Die richtige Social-Media-Strategie scheint der Schlüssel zu einer relevanten Reichweite zu sein. Lohnt es sich deshalb, viel Zeit und vielleicht auch Geld zu investieren?

„Das kann man nicht pauschal sagen. Was sich lohnt oder nicht lohnt muss eine solide Markenstrategie festlegen – und dann hilft nur: testen, analysieren, adjustieren!”

Was kann man von dir lernen?

„Ich glaube in erster Linie den Mut, Dinge einfach auszuprobieren und die Bereitschaft zu Lernen und zu Versagen. Und: dass Social Media tatsächlich soziale Interaktion bedeutet, nicht ,Marketing‘! Ein Grundinteresse an dem Menschen – Kunden, Fan, Leser – ist Voraussetzung. Vielleicht lernt man von mir auch, wie das so geht, dass es sich nicht lästig anfühlt.

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