Foto: Bridge&Tunnel | Sina Görtz

Constanze Klotz: „Fair-Fashion ist nicht zu teuer, Fast-Fashion ist zu billig“

Nachhaltigkeit und soziales Engagement: Das steht hinter dem Fair-Fashion–Label „Bridge&Tunnel“. Constanze Klotz ist eine der Frauen, die EDITION F 2018 mit dem 25-Frauen-Award ausgezeichnet hat. Im Interview mit uns spricht sie, wie das Konzept ihres Unternehmens die Wirtschaft revolutionieren kann.

„Wir wollen Brücken bauen“

Hinter dem Fair–Fashion–Startup „Bridge&Tunnel“ stehen die diplomierte Textildesignerin Hanna Charlotte Erhorn und die promovierte Kulturwissenschaftlerin Constanze Klotz. 2015 gründeten sie gemeinsam ein Label, das sowohl nachhaltig, als auch sozial wirkt. Aus abgelegten Denimstoffen, also Stoffreste von Unternehmen und ablegte Jeans von Privatpersonen (post- and preconsumer waste), werden ausgewählte Fashion-Pieces, Taschen und Interior–Produkte hergestellt und bringen damit Menschen in Erwerbsarbeit, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht unterkommen – die Gründerinnen wollen „Brücken bauen“.

Im Juni 2018 hat EDITION F Hanna und Constanze neben 24 anderen Preisträgerinnen den 25 Frauen Award verliehen.

Im Gespräch erzählt Constanze Klotz über die Unternehmensphilosophie von „Bridge&Tunnel“, ihren Alltag und wie Kund*innen nachhaltiger shoppen können, um ein neues Preisbewusstsein zurückzugewinnen.

Wolltest du schon immer im Mode-Bereich gründen und hast daher ein passendes Konzept entwickelt?

„Nein, die Idee zu Bridge&Tunnel kam zu uns. Es war nicht so, dass Lotte (Hanna Charlotte Erhorn, Mitgründerin) und ich eines Morgens aufgewacht sind und dachten, die Welt braucht ein weiteres Fair-Fashion Label; wobei sie natürlich viel, viel mehr weitere Fair-Fashion-Labels benötigt. Aber das war nicht der ausschlaggebende Grund.

Lotte und ich haben ab 2013 gemeinsam einen Coworking-Space für Mode und Textil geleitet, gelegen in Wilhelmsburg, das Neukölln Hamburgs. In der Nähe gab es einen deutsch-türkischen Nähverein, der sich einmal wöchentlich in einer Moschee verabredet hat, um dort gemeinsam zu nähen. Als wir davon hörten, dachten wir, bei uns im Coworking-Space wäre doch die Infrastruktur schon gegeben. Warum machen sie das nicht einfach bei uns?

Und das war der Auftakt für Bridge&Tunnel. Als die Frauen dann einmal wöchentlich zu uns kamen, ist Lotte und mir ganz viel bewusst geworden: Fast alle Frauen waren sehr talentiert, aber weil sie das Nähhandwerk nie offiziell gelernt hatten, schon seit Jahren erwerbslos. Wie kann das sein, dass Frauen, die so wahnsinnig viel können, aber auf dem Papier scheinbar nichts können, keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben? Das hat uns nicht losgelassen.“

Und wie kam die Idee dazu mit Pre- und Post-Consumer-Waste zu arbeiten?

„Wir haben uns schon in unserem Coworking-Space viel mit dem Thema Upcycling auseinandergesetzt. Und durch eine enge Kooperation mit der lokalen Kleiderkammer haben wir viel zur Frage herumexperimentiert, wie man vermeintlichen Müll so weiterverarbeiten kann, dass ein ästhetisch ansprechendes Design entsteht. Diese Erfahrung und die Überlegung, wie man mit dem unsichtbaren Potential von nähaffinen, langzeitarbeitslosen Frauen umgehen kann, hat uns auf die Idee gebracht, beides zu vereinen. Und zwar in einem Label, das Empowerment im doppelten Sinne leistet: Unsere Designs erzählen nicht nur eine Geschichte über die Menschen, die bei uns arbeiten, sondern auch über die Textilien, die bei uns ein zweites Leben erhalten.“

„Unsere Designs erzählen nicht nur eine Geschichte über die Menschen, die bei uns arbeiten, sondern auch über die Textilien, die bei uns ein zweites Leben erhalten.“

Ist das auch die Bedeutung hinter eurem Namen?

„Im übertragenen Sinne geht es in jedem Fall darum, Brücken zu bauen. Der Labelname steht aber auch für unseren regionalen Bezug. Wir heißen Bridge&Tunnel, weil Wilhelmsburg, wo unsere Werkstatt gelegen ist, eine Insel ist, umschlossen von zwei Elbarmen und nur über Tunnel und Brücken zu erreichen. Brücken sind für uns also etwas alltägliches, egal ob räumlich oder metaphorisch.“

Habt ihr Frauen, die ihr beim deutsch-türkischen Nähclub kennengelernt habt, übernommen und mit ihnen das Unternehmen gestartet?

„Aus dem allerersten Team tatsächlich nicht. Es war für uns aber der initiale Moment zu wissen, dass es Menschen gibt, die nähen können. Die man aber nicht über das Jobcenter findet, da sie nicht über die Qualifikation einer abgeschlossenen Schneider*innenausbildung oder ähnlichen Abschlüssen verfügen und daher in der Kartei auch nicht entsprechend erfasst sind.

Es hat dann relativ lange gedauert, um alles um unser Startup herum zu organisieren. Wir haben nochmal ein Jahr gebraucht, um unsere Finanzierung zu stemmen. Insgesamt haben wir eine Viertelmillion Euro über Fundraising eingeworben.  Da wir unbedingt eine eigene Produktion aufbauen wollten, war klar, dass wir als Startup gleich mit verhältnismäßig vielen Mitarbeiter*innen starten. Insgesamt sind wir acht Leute, deren Gehälter wir jeden Monat stemmen müssen.

Als unser Businessplan und das Portfolio unseres Designs standen, haben wir im Wilhelmsburger Wochenblatt einen Aufruf gestartet, dass wir Leute suchen, die nähen können, uns Zeugnisse aber nicht interessieren. Auf diese Annonce haben sich dann sage und schreibe 60 Leute bei uns beworben. Und wir waren heillos überfordert. Vor allem war es aber auch so schön und ermutigend zu sehen, dass es noch viel mehr Menschen gibt als wir gedacht haben, die glauben, das ihre Nähkünste es wert sind, professionalisiert zu werden. Ursprünglich wollten wir nur vier Leute einstellen, aber nach wochenlangen Probenäh-Terminen haben wir uns dann für sechs Leute entschieden.“

Gibt es denn auf bürokratischer Ebene Schwierigkeiten, dass eure Mitarbeiter*innen nicht unbedingt ausgebildet sind?

„Nein. Als Arbeitgeber*in kannst du ja einstellen, wen du möchtest. Wenn die Leistung genau das ist, was man als Arbeitgeber*in braucht, dann genügt das völlig. Das Zeugnis braucht ja nur das bürokratische System Deutschland. Wir haben im Team zum Beispiel Leute, die ihre Zeugnisse auf der Flucht verloren haben. Die können ohne Papiere aber natürlich genauso gut nähen wie mit. Das ist auch das, was uns von anderen Unternehmen unterscheidet. Unser Motto ist „talents over diploma“, das heißt die Leute müssen an der Nähmaschine zeigen, was sie können und wenn das gut genug ist, reicht das selbstverständlich auch ohne Zeugnis.“

„Unser Motto ist „talents over diploma“, das heißt die Leute müssen an der Nähmaschine zeigen, was sie können und wenn das gut genug ist, reicht das selbstverständlich auch ohne Zeugnis.“

Und läuft das dann praktisch bei euch in Form eines Probenähtages ab?

„Ganz genau. Es gibt zum Beispiel Leute, die bisher nur mit der Hand genäht haben. Wir arbeiten in der Werkstatt aber mit Industrienähmaschinen, das heißt da braucht es schon eine gewisse Vorerfahrung. Wir sind als Sozialunternehmen ja ein Zwitterwesen: Einerseits wollen wir gesellschaftlich wirken, in unserem Fall ist unser Slogan ,we design society‘ Programm: Wir wollen über Design Gesellschaft verändern. Gleichzeitig müssen wir aber auch wirtschaftlich arbeiten, um hochwertige Designprodukte zu verkaufen. Und beides zusammenzubringen, bedeutet auch, dass wir Leute brauchen, die super zu diesem Anspruch passen. Das heißt, sie müssen entweder die Fähigkeit mitbringen oder den Willen, ganz viel dazuzulernen. Komplette Anfänger*innen fallen da leider raus. Es ist das ewige Dilemma von sozialen Unternehmen, auch am Markt mithalten zu müssen.“

Ihr lernt im Team Gebärdensprache. Euch ist es wichtig, Zeit für eure Angestellten zu haben und auch ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Trotzdem müsst ihr den Ansprüchen einer Leistung- und Konsumgesellschaft standhalten. Wie kann man da einen Balanceakt finden?

„Wir haben vor gar nicht allzu langer Zeit anfangen, kleine Gebärdensprache-Tutorials online zu stellen, in denen unsere gehörlose Näherin Svetlana Sätze wie ,erstmal Kaffee‘ oder ,schönes Wochenende‘ zeigt. Das ist für ganz viele Leute ein großes Thema. Wir kriegen sehr viel positives Feedback dafür. Ich glaube das liegt daran, dass viele Menschen so wenig Berührungspunkte mit dem Thema haben – wie wir ja lange Zeit auch nicht. Bei unserer Mitarbeiterin, die gehörlos ist, fällt uns das zum Beispiel gar nicht mehr auf. Wir haben uns so daran gewöhnt mit ihr auf eine für uns andere Art zu kommunizieren, dass diese sich mittlerweile eben auch natürlich anfühlt. Deswegen ist das für uns auch kein Widerspruch, eine Leistung zu erbringen und trotzdem Barrierefreiheit bereitzustellen. Unsere Näherin Svetlana kann alles, außer hören. Sie liest uns von den Lippen, im Zweifel tippen wir mal was ins Handy. Unsere Teamsitzung schreiben wir in Zetteln zusammen. Und manchmal buchen wir eben auch eine Gebärdendolmetscherin, wenn wir intensiver mit ihr sprechen wollen.

Wenn man Barrieren nicht als Hindernis versteht, dann stellen sie auch keinen Widerspruch zu Leistungen dar. Es sind Tatsachen, aber die schmälern nicht unseren Produktionsbetrieb.“

„Wenn man Barrieren nicht als Hindernis versteht, dann stellen sie auch keinen Widerspruch zu Leistungen dar.“

Würdest du sagen, dass so ein besonders wertschätzendes Umfeld sogar förderlich ist?

„In jedem Fall. Wir haben vor einer Weile einen Betriebsausflug gemacht und im Anschluss gemeinsam gepicknickt. Da war für uns völlig klar, dass die Gebärdendolmetscherin eben auch mitkommt. Dann können sich alle intensiver unterhalten. Das hat so gut funktioniert und uns wurde so eine gegenseitige Wertschätzung gespiegelt, dass uns die Idee kam, gemeinsam die Gebärdensprache zu lernen. Die Wertschätzung, mit der man seinen Mitarbeiter*innen begegnet, kommt natürlich auch zurück.“

Es ist ja aber auch so ein gängiges Vorurteil, dass Menschen, die lange erwerbslos waren, viel schwieriger in den Arbeitsalltag zu integrieren sind. Hast du die Erfahrung gemacht? Oder ist das wohl eine Ausrede von Arbeitgeber*innenseite?

„Ich glaube, womit viele Leute kämpfen, die lange keine Arbeit hatten, ist, dass sie sich erstmal wieder an eine Arbeitsstruktur gewöhnen müssen. Das darf man nicht unterschätzen. Aber nur, weil es das Thema gibt, heißt das nicht, dass man das nicht ändern kann.

Lotte und ich sind Unternehmensgründerinnen, haben beide Familie, haben beide ein Privatleben und kämpfen uns ziemlich regelmäßig mit dem ,zu viel‘ in unseren Leben ab. Manche von unseren Mitarbeiter*innen, die zuvor noch nie einen Job hatten, wissen gar nicht, was die Herausforderung einer Work-Life-Balance überhaupt sein soll. Gleichzeitig können wir uns nicht vorstellen, wie es ist, keinen Job zu haben. Das ist so ein großes Stigma, das die Leute mit sich herumschleppen. Man kennt es doch selbst: Wenn man in neue Situationen kommt, wird relativ schnell die Frage gestellt, was man so macht, also was man beruflich macht. Wenn man keine Arbeit hat, findet man in so vielen gesellschaftlichen Bereichen einfach nicht statt. Umso toller ist es zu sehen, was mit Menschen passiert, wenn diese nach langer Suche einen festen Job haben.“

„Wir können uns nicht vorstellen, wie es ist, keinen Job zu haben. Das ist so ein großes Stigma, das die Leute mit sich herumschleppen. Wenn man keine Arbeit hat, findet man in so vielen gesellschaftlichen Bereichen einfach nicht statt.“

Wie sieht die Tagesstruktur bei euch im Alltag aus? Was sind die Arbeitsprozesse von dem Jeansstoff hin bis zum fertigen Produkt?

„Mich flasht es jedes Mal aufs Neue, wenn ein Produkt bei uns fertig wird. Wir bekommen super viel Jeans gespendet. Wir haben damit gestartet, dass wir die ausrangierten Jeans der Kleiderkammer abgekauft haben. Mittlerweile kriegen wir aber sehr viele Spenden von Privatpersonen oder gar von großen Unternehmen. Ich glaube, das hat auch damit zu tun, dass man Hosen, die einen jahrelang begleitet haben, irgendwie lieb gewonnen hat. Zu sehen, was daraus wird, wie sie weiterverwertet werden, ist schon ganz besonders.

Wenn die Jeans bei uns ankommen, dann überprüfen wir ihre Qualität. Normalerweise wird in Produktionsbetrieben ja mit Meterware gearbeitet. Nicht bei uns. Bei uns kommen die einzelnen Hosenbeine auf den Zuschneidetisch, dann prüfen wir, wo die Schnittschablone passt. Deswegen ist es auch ein totaler Irrglaube, dass die Verarbeitung von alten Stoffen günstiger ist. Es ist super zeitintensiv. Wenn die einzelnen Schnittteile kombiniert sind, werden sie arbeitsteilig zu dem individuellen Endprodukt vernäht. Man kann jedes Produkt bei uns auch aus seinen eigenen Lieblingsjeans fertigen lassen. Dazu geben wir für jedes Produkt in unserem Webshop die Denim-Bilanz an.“

Wenn die Materialkosten wegfallen, wieso ist das denn dann nicht günstiger?

„Auch wenn Materialkosten wegfallen, muss relativ viel passieren, bevor wir in die Produktion gehen können. Die Materialien müssen gewaschen werden. Und dann ist es wirklich sehr aufwendig, die Jeans und ihre ,50 shades of blue‘ so zu komponieren, das durch die Farbgestaltung ansprechendes Design entsteht. Und viel Zeit bedeutet viele Personalkosten.“

Auf eurer Seite findet man zu jedem Produkt ein Tortendiagramm, das darstellt, wie sich der Preis zusammensetzt. Transparente Preispolitik – ist das ein Muss bei Fair Fashion?

„Ja, ich finde schon. Unsere Gesellschaft ist preisverdorben. Ich verstehe nicht, wie manche Leute glauben können, dass man ein T-Shirt für den gleichen Preis wie einen Laib Brot kaufen kann und dass dabei irgendjemand auch noch was verdienen soll. Unser Pricing-Tool hat schon fast etwas Aufklärerisches. Wir würden gerne in den Köpfen verankern, dass Fair–Fashion nicht zu teuer, sondern Fast–Fashion zu billig ist. Wir wissen den Wert der Dinge nicht mehr zu schätzen. Wenn man bei uns beispielsweise einen Rucksack kauft, sieht man, dass da eine Person drei, vier, fünf Stunden dran gearbeitet hat. Es gibt keinen Automaten, wo man oben die Jeans reinwirft und unten kommt der fertige Rucksack raus. Deshalb ist jedes Produkt, auch Mode von H&M, gewissermaßen handgemacht. Denn auch bei großen Modeketten arbeiten echte Menschen an echten Nähmaschinen. Und das wollen wir gern zeigen.“

Wieso bietet sich Denim besonders gut an?

„Denim bietet unwahrscheinlich viele Varianten im Design, vor allem ist es aber sehr haltbar. Meine Mutter hat leider kaum Sachen aufgehoben, aber ich kenne einige Freundinnen, die mit einer coolen ,neuen‘ Jeans aufgelaufen sind, die von ihrer Mutter oder ihrer Tante war. Wie toll ist das bitte? Dieses Material ist dreißig Jahre alt und sieht oft trotzdem so aus, als wäre es neu gekauft. Denim ist sehr robust. Die Baumwolle, aus der Denim gemacht ist, aber ein echtes Biest, was den Anbau betrifft. Baumwolle braucht sehr viel Wasser, die Böden werden mit sehr vielen Chemikalien behandelt. Das tut weder der Natur gut, noch den Arbeiter*innen auf den Feldern und später in den Fabriken. Und trotzdem haben wir doch oft viel zu viele Jeans Zuhause, während man vielleicht zwei intensiv trägt. Wenn das Material also nicht mehr als Beinkleid herhalten soll, wieso es dann nicht als Handtasche wiederbeleben?“

Hast du auch einen allgemeinen Tipp für unsere Leser*innen, wie sie darauf achten können nachhaltiger zu shoppen?

„Das kommt auf den Typ an. Wenn man sagt, ich kleide mich eher zeitlos, minimalistisch, dann fährt man echt gut mit dem Credo ,weniger ist mehr‘. Es lohnt sich,  in ein paar hochwertige Einzelteile zu investieren, die sich gut kombinieren lassen und einen jahrelang begleiten. Da lohnt sich dann auch mal eine teurere Investition. Wenn man aber sagt, dass man oft Lust auf Neues hat und man mehr Abwechslung im Kleiderschrank möchte, dann lohnt sich der Gang zu Kleidertauschartys oder Second-Hand-Läden. “

Gibt es bei Fair-Fashion noch so einen Ökostempel?

„Für uns ist ein ästhetisch ansprechendes Design essentiell. Menschen kaufen zuallererst den Style. Und mittlerweile kann der Style von Fair–Fashion auch bei konventioneller Mode selbstbewusst mithalten. Es gibt immer mehr Labels, bei denen Ästhetik und Ethik Hand in Hand gehen. Und ständig kommen neue tolle Fair–Fashion–Brands dazu. Im Interior-Bereich begleiten uns Produkte schon seit jeher etwas länger. Einen Kissenbezug behält man mehrere Jahre, der wird nicht mit der Herbstsaison aussortiert.  Wäre doch schön, wenn das für Kleidung auch wieder gelten würde.

Unseren Produkten sieht man seine faire und nachhaltige Produktion nicht an. Das ist – Stichwort Ökostempel – gut so, kommunizieren tun wir es natürlich trotzdem immer mit viel Stolz.“

Nachhaltigkeit ist schon so ein politisches Statement. Ihr macht aber auch bei #brandsgegenrechts mit. Wie politisch ist Mode eigentlich?

„Für uns ist Mode wahnsinnig politisch. Für viele ist Kleidung etwas, das man morgens einfach überwirft. Dabei ist es ein Commitment, jeden Tag. Mode kommt dir so nah, sie ist direkt an deinem Körper und damit so stark Ausdrucksform unserer selbst. Allerdings drücke ich mich doch lieber mit etwas aus, hinter dem ich stehe, als mit einer Klamotte, die unter den fragwürdigsten Bedingungen hergestellt wurde. Deshalb finden wir die #brandsgegenrechts Aktion so großartig, weil Brands mit ihren Designs Menschen dafür motivieren können, politische Bildung zu unterstützen. Für die Aktion, die noch bis zum 31.10. läuft, haben alle teilnehmenden Brands einige Designs gespendet, deren Erlös zu 100 Prozent an politische Bildungseinrichtungen im ländlichen Raum geht. Der erste Erlös geht an eine Organisation aus Zwickau.“

„Für viele ist Kleidung etwas, das man morgens einfach überwirft. Dabei ist es ein Commitment, jeden Tag. Mode kommt dir so nah, sie ist direkt an deinem Körper und damit so stark Ausdrucksform unserer selbst.“

Wie sieht eure Zukunft aus?

„Wir würden super gerne skalieren. Es wäre toll, wenn wir irgendwann fünfzehn Leute oder zwanzig in der Produktion hätten. So könnten wir über den Hebel Design noch mehr Leute in Arbeit bringen, die es sonst schwer haben, eine Arbeit zu finden. Darüber hinaus treibt uns das Thema Kreislaufwirtschaft um. Wir haben große Lust, weitere Textilien auf eine zirkuläre Reise zu schicken. Das wird toll.“

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