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6 Dinge, die auf dem Weg zum Erfolg vollkommen überbewertet sind

Es gibt Dinge, die halten wir auf dem Weg erfolgreich zu werden für besonders wichtig. Aber manchmal schätzen wir das einfach falsch ein. Wie diese sechs Beispiele.

Was wichtig ist? Weiß ich doch!

Multitasking-Fähigkeiten, bestimmte Ausbildungsmerkmale, die neuesten Strategien: Wir alle haben doch eine ziemlich genaue Vorstellungen davon, welche Dinge für eine erfolgreiche Berufslaufbahn wichtig sind. Aber liegen wir damit wirklich richtig?

Wer an sich selbst verzweifelt, weil er trotz aller „guten“ Voraussetzungen beruflich nicht weiterkommt, der sollte mal seine Ideen davon überprüfen, was wichtig dafür ist. Denn manchmal liegt es eben nicht an dem oder der Kollegin, die sich immer wieder an einem vorbeidrängelt – manchmal liegt es daran, dass wir auf die falschen Dinge Wert legen.

Welche Dinge auf dem Weg zum Erfolg absolut überbewertet werden, hat James Clear für Business Insider UK zusammengefasst. Wir haben uns die spannendsten herausgepickt und unsere Schlüsse gezogen – und was dabei herauskam, ist so überraschend wie einleuchtend.

Also lesen, reflektieren und durchstarten!

1. Immer schön beschäftigt sein

Wer immer beschäftigt und umtriebig ist, der kommt so schneller voran. Richtig? Falsch. Ein voller Terminkalender hat noch nichts darüber auszusagen, ob man wirklich etwas geschafft bekommt, Dinge zu Ende bringt – oder ob man lediglich den ganzen Tag verbummelt. Wer viele Meetings hat oder etlichen Kunden eine E-Mail sendet um Akquise zu betreiben, der hat erst einmal nur etwas angeschoben. Wer aber nur ein Meeting hat und dort zu einem wirklich Ergebnis kommt, wer einen Kunden trifft und einen Deal eintütet – der hat am Ende des Tages tatsächlich etwas erreicht, das ihn oder sie voranbringt.

Die Lehre: Lieber konzentriert man sich auf eine Aufgabe richtig, statt sich zwischen all den Fäden zu verheddern, die man in den Händen hält. So kann ein vermeintlich geringerer Aufwand zu den entscheidenden Resultaten führen – die einen wirklich weiter bringen.

2. Die guten Ideen für sich behalten

Das macht man in der Regel aus zwei Gründen: Entweder, weil man versucht sie alleine durchzusetzen und so das Lob nicht teilen zu müssen, oder aber, weil man möglicher Kritik aus dem Weg gehen will. Beide Ansätze sind nicht gerade das Ultimo. Auch gute Ideen haben oft ihre Tücken, und wenn mehr Leute an der Umsetzung beteiligt sind, dann findet man diese um so schneller heraus und kann sie gemeinsam beheben. Wer in einem Team arbeitet, sollte auch in einem Team arbeiten können und wollen. Der zweite Beweggrund ist jedoch noch problematischer: denn die Angst, einmal nicht ganz so gut dazustehen, und Ideen deswegen gar nicht erst kundzutun, ist der größte Kreativitäts- und Potentialkiller, den man sich vorstellen kann. Wer sich mitteilt und seine guten Ideen mit anderen teilt, der wird langfristig erfolgreicher sein, als der ängstliche Einzelkämpfer.

3. Unbegrenzte Freiheiten

Wir alle hatten doch schon mal den Gedanken: „Wenn ich nur dürfte, wie ich wollte, dann könnte ich viel mehr Gas geben.“ Oder? Und sicherlich ist das in manchen Fällen richtig. Andererseits kann zu viel Freiheit dazu führen, dass man nicht mehr weiß, wo man nun beginnen und wo man weitermachen soll, welche Dinge Priorität haben und letztlich: wann ein Arbeitstag endet. Letzteres führt vor allem zu Erschöpfung und einem leidenden Privatleben. Nicht Priorisieren können führt dazu, dass man sich mit seinen Aufgaben verzettelt und seine Fähigkeiten nicht mehr optimal ausschöpfen kann. Freelancer sollten sich selber Ziele und Zeiten stecken, die dann auch eingehalten werden, Angestellte ihren Tag im benötigten Rahmen strukturieren. So kommt hinterher mehr von dem zustande, das einem eine gute Reputation aufbaut.

4. Noten, Zeugnisse, Referenzen

Hier soll keinesfalls gesagt werden, dass gute Noten einen im Leben nie weiterbringen, und die Bewertung, wie essentiell sie sind, ist sicher auch von Branche zu Branche unterschiedlich. Aber wer den Fehler macht und sich auf guten Noten oder auch dem Vitamin B von Freunden oder der Familie ausruht, wird schnell merken, dass das einem zwar Türen öffnen kann, wirklich weiterbringen wird es einen im Job aber langfristig nicht. Was wirklich zählt ist eine Leidenschaft für die Aufgabe und die Bereitschaft, sich mit ihr Auseinanderzusetzen sowie Lösungen zu finden. Ebenso wie es Durchhaltevermögen braucht und den Willen, kreativ zu denken und zu handeln. Alles andere greift viel zu kurz. Denn der Weg zum Erfolg ist kein Sprint, es ist ein Marathon.

5. Die stete Suche nach dem nächsten großen „Ding“

Ganz klar: Innovation ist nicht nur etwas Gutes, sie ist auch ein Muss, um Unternehmen voranzubringen. Doch ganz grundsätzlich sollte man sich als Arbeitnehmer und Arbeitgeber davon verabschieden, dass die neueste Strategie oder das neueste Tool immer die bessere Lösung ist. Denn manchmal steckt dahinter nur der Selbstbetrug, dass man selbst bessere Arbeit abliefern würde, wenn nur eine neue Taktik da wäre. Denn es ist doch so: Der Rat, den dir deine frühere Chefin vor Jahren mal gab, kann manchmal wesentlich besser sein als jeder Tipp, der von irgendeinem Experten gerade gehypt wird. Wer also den Mittelweg zwischen offenen Augen für sinnvolle Änderungen und dem qualvollen Satz „Das haben wir schon immer so gemacht!“ findet, der wird sich damit auch durchsetzen.

6. Immer gewinnen müssen

Kleine Siege sind gut, sie sollten zelebriert und sie sollten honoriert werden. Wer aber immer den kurzfristigen Gewinn über den langfristigen Erfolg stellt, der wird sich damit in keine gute Position bringen. Manchmal heißt es in den sauren Apfel zu beißen, eine Strategie für gescheitert zu erklären, ein Projekt abzulehnen, weil es nicht zu wuppen ist oder sich für ein langsames Wachstum zu entscheiden, weil es für das Unternehmen gesünder ist. Wer immer nur auf den kleinen, schnellen Erfolg abzielt, der wird langfristige Ziele nicht erreichen.

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