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Auf die richtigen Worte kommt es an – das ist die Strategie für euer Wunschgehalt

Ihr solltet nach dem Bewerbungsgespräch diese E-Mail schicken, um euer Wunschgehalt zu bekommen, sagen Finanzberater. Business Insider hat die Tipps zusammengefasst.

Wunschgehälter müssen verhandelt werden

Ihr kennt diese Sprüche. „Wähle einen Beruf den du liebst und du musst keinen Tag in deinem Leben mehr arbeiten“, bla, bla.

Dass wir alle einen Job haben wollen, den wir lieben, ist klar. Aber sind wir doch mal ehrlich: Selbst wenn wir unseren Traumjob gefunden haben, wäre ein gutes Gehalt nicht schlecht.

Leider fällt es insbesondere Berufseinsteiger*innen schwer, souverän und charmant im Bewerbungsgespräch ihre Gehaltswünsche durchzusetzen.

Auf dem Absolventenkongress in Köln haben Kenan Hadzihamzic und Michael Müller vom Finanzdienstleister MLP Finanzberatung SE erklärt, wie Berufseinsteiger*innen das Gehalt bekommen, das sie wollen — und welche E-Mail sie nach einer erfolgreichen Gehaltsverhandlung unbedingt verschicken sollten. Nathalie Gaulhiac von Business Insider hat die Schritte zusammengefasst:

Schritt 1: Nutzt das Ende der Probezeit als Argument für eine Gehaltserhöhung

In der Gehaltsverhandlung werden die Personaler*innen versuchen, euch möglichst günstig in das Unternehmen zu holen, sagt Müller. Aus diesem Grund solltet ihr immer etwas höher stapeln. Gehen wir beispielsweise davon aus, dass euer Wunschgehalt 55.000 Euro beträgt, solltet ihr bei der Bewerbung 58.000 Euro nennen.

Höchstwahrscheinlich werdet ihr daraufhin ein niedrigeres Angebot bekommen. Das kann laut Müller zum Beispiel so aussehen:

„Ihre Bewerbung war unglaublich, Sie haben so einen genialen Eindruck hinterlassen, dass wir Sie unbedingt haben wollen. Normalerweise zahlen wir 45.000 Euro. Aber weil Sie so speziell waren und wir Sie unbedingt einstellen möchten, biete ich Ihnen 48.000 Euro an.“

Das klingt zunächst schmeichelhaft: Der Personaler*innen wollen euch mehr zahlen, als es für die Firma üblich ist, weil ihr einfach so toll seid. Besser geht es nicht, oder? Lasst euch nicht täuschen, sagt Müller. Vergesst nicht, dass ihr euren Marktwert ermittelt und euch auf ein Wunschgehalt von 55.000 Euro festgelegt habt.

Anstatt das Angebot einfach anzunehmen, rät der Finanzberater also zu folgender Antwort:

„Wissen Sie, ich habe mir fest vorgenommen, dass ich 55.000 Euro zu meinem Jobstart bekomme. Darunter möchte ich nicht gehen, da kriege ich morgens beim Aufstehen Bauchschmerzen. Allerdings… Das, was ich heute erlebt habe, Ihr Eindruck, wie Sie mit mir umgehen, was Sie mir erzählt haben — das ist sehr faszinierend und ich habe das Gefühl, dass ich mich hier super einbringen kann. Ich möchte hier anfangen zu arbeiten und ich wäre bereit, für 50.000 anzufangen, wenn ich nach der Probezeit 55.000 Euro bekomme.“

Antwortet Personaler*in oder Geschäftsführer*in, dass das möglich ist, wenn die Probezeit erfolgreich ist, seid ihr einen Schritt weiter — noch ist die Verhandlung aber nicht vorbei.

Schritt 2: Definiert klare Ziele

Im nächsten Schritt solltet ihr unbedingt nachhaken, wie der oder die Arbeitgeber*in eine erfolgreiche Probezeit definiert. Sonst ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr euch in einem halben Jahr darüber streitet.

Müller rät zu folgender Formulierung:

„Wissen Sie, ich bin jemand, der hochmotiviert ist. Ich bin so eine Person: Wenn Sie mir eine Hürde hinstellen, dann nehme ich Anlauf und springe darüber, egal, wie hoch sie ist. Aktuell — seien Sie mir nicht böse — sehe ich nicht, wo genau die Hürde ist. Könnten Sie mir klarer erklären, wie [der Erfolgsfaktor] gemessen wird?“

Zum einen wirkt ihr durch diese Antwort motiviert und freundlich. „Gleichzeitig macht ihr dem anderen klar, was für eine Granate vor ihm sitzt — eine Person, die sich gut ausdrücken und verhandeln kann.“

Schritt 3: Haltet die Gehaltserhöhung schriftlich fest

Ihr habt nun die Zusage für den Job und kennt die Ziele, die ihr erreichen müsst, um nach der Probezeit euer Wunschgehalt zu bekommen. Eine Sache fehlt jedoch. „Das, woran die meisten scheitern, ist eine scheinbare Übereinkunft mit dem Chef oder der Chefin — und ein halbes Jahr später will niemand mehr etwas davon wissen.“

Aus diesem Grund ist es wichtig, eine schriftliche Vereinbarung zu treffen. Im Erstgespräch den Mut aufzubringen und zu sagen, dass man das Ganze schriftlich fixieren möchte, ist nicht selbstverständlich. Deswegen empfiehlt Müller eine einfachere und elegantere Lösung: „Schreibt eine charmante und nette E-Mail im Anschluss.“

Hier ist eine Vorlage der Finanzberater, an die ihr euch halten könnt:

Sehr geehrte(r) Frau / Herr XYZ,

vielen Dank für das sympathische und sehr aufschlussreiche Gespräch. Ich freue mich, am [Datum] bei Ihnen einzusteigen. Ich habe für mich die wichtigen Eckpunkte nochmal zusammengefasst. Gerne schicke ich Ihnen diese zu. Gibt es aus Ihrer Sicht Ergänzungen?

Startdatum, Position, Abteilung, sonstige Besonderheiten

Einstiegsgehalt, Sprung des Gehaltes auf X € am [Datum].

Zielvereinbarung: kurz und knapp, jedoch nach der Smart-Formel!

Zudem habe ich noch zwei Fragen, die mir erst hinterher eingefallen sind:

[Harmlose Fragen, die sich aus dem Gespräch aufgetan haben könnten.]

MfG

Wenn ihr das getan habt, ist euer Wunschgehalt zum Greifen nahe. Jetzt müsst ihr nur noch in der Probezeit beweisen, dass ihr es auch wirklich draufhabt.

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