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9 wichtige Flirttipps, die jeder unter 20 kennen sollte – und alle anderen sowieso

Wie geht das eigentlich mit dem Flirten? Am besten fragt man als junger Mensch nicht bei gängigen Jugendmagazinen nach, denn das kann ganz schön in die Hose gehen. Und deswegen kommen hier Tipps, die man wirklich gebrauchen kann.

Flirten, ohne sich zum Affen zu machen

Flirten ist aufregend, großartig und macht wahnsinnig viel Spaß! Denn dabei fängt es im Magen so schön an zu kribbeln, das Herz flattert ein bisschen und höchstwahrscheinlich benimmt man sich auch etwas idiotisch. Das gehört auch dazu, denn wenn es genau richtig läuft, vergisst man komplett, dass man eigentlich gerade total cool und attraktiv wirken wollte, sondern ist einfach so, wie man ist. Und das bedeutet gar nicht so selten, richtig cool und attraktiv zu wirken, ganz ohne sich zu verstellen. Wie, ihr seid von Natur aus gar nicht cool und attraktiv, sondern schüchtern und schusselig, vielleicht sogar ein Freak? Wunderbar! Denn, hier haben wir es direkt mit einem ersten Missverständnis in Sachen Flirt zu tun.

Die knallharte Wahrheit in Sachen Attraktivität ist: Dafür gibt es keine geheimnisvolle Weltformel – was andere an uns toll finden, können wir gar nicht beeinflussen und genau deshalb sollte man gar nicht versuchen, jemand anderes zu sein. Glaubt ihr nicht? Na dann schaut euch doch mal Charaktere wie Benedict Cumberbatch als Sherlock, Ellen Page in Juno oder Zach Braff und Natalie Portman in Garden State an – die sind in ihrer Schrulligkeit so wunderbar toll, dass man sich sofort in sie verknallt. Regel Nummer eins ist also: Umarme unbedingt und immer den Weirdo in dir, das ist ne gute Sache.

Und wenn wir schon dabei sind, dann kommt das nächste große Missverständnis gleich hinterher: viele glauben ja, Flirten ist total schwer und man müsste erst so eine Art Kurs durchlaufen, um wirklich zu wissen wie es geht. Auch falsch, denn tatsächlich können wir das alle super, wenn wir denn das richtige Gegenüber dafür haben. Wichtig ist: bloß nicht verunsichern lassen. Klar, kann das Flirten auch mal in die Hose gehen und das wird es im Laufe des Lebens auch einige Male. Ach was, tausende Male sogar! So what, davon geht die Welt nicht unter! Wer viel wagt, kann eben nicht immer gewinnen. Aber es nicht zu versuchen, wenn ein anderer Mensch dein Herz höher hüpfen lässt, fühlt sich am Ende immer viel blöder an als einfach mal was zu wagen.

Es könnte so einfach sein, wenn …

Es könnte also ganz einfach sein, und trotzdem liest man in Jugendzeitschriften wie der Bravo immer wieder von Tipps, die direkt aus der Klischee-Hölle kommen müssen, anders kann man sich den Quatsch ja nicht erklären. Oder scheint euch, spätestens nach kurzem Nachdenken, ein Ratschlag wie dieser sinnvoll? „Viele Jungs stehen auf frische Girlwangen. Benutze immer Rouge – das wirkt gesund und sexy auf Typen!“ Oder: „Stehst du auf dem Schulhof oder an der Bushaltestelle, dann überkreuz mal deine Beine. Diese Pose lieben Star-Girls, weil sie schlank macht und sexy wirkt!” Oder auch: „Binde dir einen orangen- oder pfirsichfarbenen Schal um. Der bringt deinen Teint zum Leuchten und lässt dich attraktiver wirken.”

Klingt wahnsinnig albern, aber diese Tipps wurden tatsächlich und komplett ohne Ironie für junge Mädchen verfasst. Aber auch Jungs kommen meist nicht gut weg, denn ihnen wird ja gerne mit auf den Weg gegeben, sie müssten in Flirt-Situationen vor allem den Macker markieren und sich aufführen als seien sie gerade erst vom Baum gestiegen. Ob das den meisten Jungs gerecht wird und wie toll so ein Gehabe ankommt? Hier dürfen durchaus Zweifel auf den Plan treten.

Flirt-Profi oder Vollidiot?

Es ist doch so: Auch wenn man immer vorsichtig über die Liebe reden sollte, weil wir alle eigentlich viel zu wenig über sie wissen, ist eines glasklar: Diese Ratschläge sind so wertvoll, wie das im Matheunterricht immer wieder verbreitete Gerücht, die „Mitternachtsformel“ brauche man auf jeden Fall für sein späteres Leben – nämlich gar nicht. Mit ihnen wird keiner zum Flirt-Profi, sondern macht sich vielmehr zum Deppen.

Und wie geht’s denn jetzt wirklich? Weil wir alle immer wieder im Leben einen guten Rat brauchen und ich früher gerne wirklich anderes gehört hätte, als kreuze deine Beine sexy übereinander oder „Jungs sollen miteinander raufen, das finden Mädchen toll“, kommen hier ein paar, die ihr unter Garantie gebrauchen könnt:

1. Sollen und müssen gibt’s beim Flirten nicht

Um beim anderen anzukommen, sollst du auf jeden Fall dies oder das und musst eine Sache ganz bestimmt tun? So ein Quatsch! Hört niemals auf „Experten“ die euch sagen, sie hätten die totsichere Methode, um bei einem Flirt gut anzukommen. Die gibt es nicht! Also vertraut lieber eurem eigenen Gefühl, damit kommt ihr definitiv weiter.

2. Spielt keine Spielchen

Gefühle sind eine ernste Sache und genau deshalb sollte man auch nicht damit spielen. Also flirtet nicht mit anderen, um sie hinterher aufzuziehen oder tut nicht desinteressiert, wenn ihr es eigentlich seid. Das eine ist verletzend und das andere führt zu Chaos, ist also eine bescheidene Idee. Wenn es um die Liebe geht, kommt man wie so oft im Leben, mit Ehrlichkeit am weitesten. Damit schindet man übrigens auch wesentlich mehr Eindruck als mit billigen Spielchen!

3. Sofort aufhören, wenn’s keinen Spaß mehr macht!

Beim Flirten geht es ausschließlich darum, Spaß zu haben und jemandem zu zeigen, dass man ihn oder sie mag. Und das bedeutet, wenn es einem von beiden keinen Spaß mehr macht, dann ist auch der Flirt vorbei. Und deshalb muss man sich weder blöd fühlen noch sich entschuldigen. Sagt einfach, was Sache ist und fertig. Das gilt übrigens auch für die Situation, in der ihr angeflirtet werdet und darauf keine Lust habt – du musst nichts, was du nicht willst. Punkt.

4. Wer den ersten Schritt macht, ist komplett egal

Der Hinweis, Jungs sollten auf jeden Fall den ersten Schritt machen, kommt immer wieder. Wir leben aber nicht mehr in den 50ern, also könnt ihr das auf streichen. Den ersten Schritt macht, wer Lust und den Mut dazu hat – mit dem Geschlecht hat das überhaupt nichts zu tun.

5. Make-up-Tipps sind immer für die Tonne

Wenn ihr attraktiv wirken wollt, müsst ihr euch schönes Rouge auf die Wangen machen, dann seid ihr auch gleich niedlicher? So ein Unsinn. Erstens sollte es sich niemand aktiv zur Aufgabe machen, niedlich zu wirken und zweitens kann das der Körper kann das ganz von alleine, wenn man aufgeregt ist oder sich freut – ob rote Birne, rote Wangen oder nichts von alledem, ist dabei total egal. Dem einen flattert das Herz, dem anderen läuft der Kopf in einem schönen Rot an, richtig und falsch gibt’s nicht. Also fangt nur dann mit dem Schminken an, wenn ihr Bock darauf habt – aber eben auch nur aus diesem einen Grund und nicht, weil ihr anderen gefallen wollt.

6. Gelacht wird nur, wenn’s was zu lachen gibt

Das Gegenüber findet euch besonders gut, wenn ihr über alle Witze lacht? Auf gar keinen Fall! Gelacht wird nur, wenn was witzig ist. Mit allem anderen macht man sich zum Affen.

7. Flirten geht nur mit Respekt

Alles, was dir respektlos vorkommt, ist es auch. Und andersherum hast du auch die Verantwortung, respektvoll mit anderen umzugehen. Nicht mehr und nicht weniger.

8. Streicht peinliche Sprüche

„Hat es wehgetan, als du als Stern vom Himmel gefallen bist?“ Bitte, spart euch und allen anderen auf jeden Fall diese peinliche Anmachsprüche, für die würden sich sogar eure Eltern schämen würden! Überlegt euch lieber, was zu der Situation passen könnte oder geht einfach hin und sagt, dass ihr nicht wisst, was ihr sagen sollt – auch das geht. Hört einfach mal auf euren Bauch und weniger auf den Kopf, der ist nämlich oft viel mutiger.

9. Peinlich sein ist nicht schlimm

Ein Flirt ist total schiefgelaufen, euch ist was Peinliches passiert oder ihr habt einen fetten Korb kassiert? Macht nix, aufstehen, schütteln, weitermachen. Von diesen Dingen wird kein Mensch der Welt verschont, egal wie alt man ist.

Also los, geht raus und habt Spaß und vor allem: Bleibt um Himmelswillen genau so, wie ihr gerade seid. Denn genau das ist das Tolle an euch!

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Silvia hat von 2014 bis zum Herbst 2019 für EDITION F gearbeitet, zunächst als freie Journalistin, dann als Redakteurin und seit dem Jahr 2017 als Redaktionsleiterin. Seit Oktober ist sie freie Autorin und Kolumnistin und schreibt auf EDITION F weiterhin ihre Kolumne „Thirtysomething“. Im März 2019 erschien im Goldmann-Verlag ihr erstes Buch: „A Single Woman: Ein Plädoyer für Selbstbestimmung und neue Glückskonzepte“. Foto: Jennifer Fey

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