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Angie Thomas: „Ich lernte früh, dass meine Hautfarbe auf Polizisten gefährlich wirken könnte“

Mit ihrem Debutroman „The Hate U Give“ über Polizeigewalt gegen schwarze Jugendliche trifft Angie Thomas einen Nerv. Wir sprechen mit der Autorin über Rassismus und den Erfolg ihres Romans.

Wessen Freund und Helfer?

Die Wahrscheinlichkeit, in den USA durch Polizeigewalt zu Tode zu kommen, war im letzten Jahr für junge, schwarze Männer neunmal so hoch, wie für den Rest der amerikanischen Bevölkerung. Dies geht aus einer Datenauswertung des Guardians hervor. Was für viele Teile der nicht-weißen Bevölkerung der USA seit Jahren bittere Realität ist, findet in großen Teilen der Welt meist nur dann Beachtung, wenn Proteste vor Ort zu gewaltätigen Ausschreitungen führen oder in den Online-Medien so präsent werden, dass sie sich nicht mehr ignorieren lassen. Besonders bitter für die Betroffenen: In vielen Fälle, kommt es nicht zu Verurteilungen der schuldigen Polizisten – eine Ungerechtigkeit, die 2013 die Bewegung „Black Lives Matter“ hervorrief und unter dem gleichnamigen Hashtag in den sozialen Netzwerken verbreitete.

Die amerikansiche Schritstellerin Angie Thomas nimmt sich in ihrem Debutroman „The Hate U Give“ dem Thema an und hat einen Jugendroman geschaffen, der einen Einblick in die Lebenswelt vieler schwarzer Jugendlicher in den USA schafft. Der Titel des Romans, der mehrere Wochen an der Spitze der New York Times Bestsellerliste stand, versteht sich als Referenz zu Tupas „Thug Life“ – einem Akronym für „The Hate U Give Litte Infants Fucks Everybody“. Im Zentrum der Handlung steht die 16-Jährige Starr, die miterlebt, wie ihr Kindheitsfreund Khalil von einem Polizisten erschossen wird. Starr muss daraufhin nicht nur den Verlust ihres Freundes verarbeiten, sondern steht außerdem vor der Entscheidung, ob sie gegen den schuldigen Polizisten aussagen und somit selbst zum Zentrum des Protestes werden soll.

#BlackLivesMatter

Starrs Leben spielt in zwei Welten: einerseits in einem verarmten, von Gangs umkämpften Viertel, in dem sie mit ihrer Familie lebt, andererseits in einer Privatschule, die fast ausschließlich von weißen Schülern und Schülerinnen besucht wird. Die Reaktionen auf Khalils Ermordung, der Blick auf die Polizei und die Einstellung zu Rassismus fallen an den beiden Schauplätze sehr unterschiedlich aus und verdeutlichen unter anderem, wie selbstverständlich viele weiße Menschen mit ihren Privilegien umgehen.

„The Hate U Give“ ist ein Jugendbuch, das sich sicher einige Eltern von ihren Kindern ausleihen werden. Es zeigt, wie politisch Popkultur sein kann und  eröffent neue Sichtweisen auf Rassismus und politisches Engagement. Angie Thomas schafft mit Starr eine starke Heldin, die damit ringen darf, wie schwierig es manchmal ist, das Richtige zu tun. Wir haben mit Angie Thomas im Interview über ihre eigenen Erfahrungen mit Polizeigewalt, die Stimme der Jugend und Vorurteile gesprochen.

Starr ist eine sehr komplexe Figur. Sie ist wütend, unsicher und ungerecht. War es eine bewusste Entscheidung von dir, ein starkes, Schwarzes Teenager-Mädchen zur Protagonistin deines ersten Romans zu machen?

„Auf jeden Fall. Ich wollte unbedingt, dass Starr Angst haben darf. Wer sich in einer Situation wie ihrer wiederfindet, hätte ganz zwangsläufig Angst. Ich wollte eine Protagonistin erschaffen, mit der sich die Leser und Leserinnen identifizieren können. Vielleicht wird jemand, der das Buch kennt, sich in einer schwierigen Situation daran erinnern, dass Starr es trotz ihrer Ängste geschafft hat, das Richtige zu tun. Vielleicht wird Starr zum Vorbild. Ich denke, die besten Heldinnen haben Fehler. Ich bin kein Fan von perfekten Helden. Darum liebe ich es, dass Starr fehlerhaft sein darf, denn das macht sie menschlich. Menschen sind kompliziert und schwierig, deshalb freut es mich sehr, dass so viele Leser das an Starr schätzen.“

Die Figuren des Buches sind sehr divers. Du triffst keine generellen Aussagen über bestimmte Gruppen und verzichtest auf Stereotypen. Hast du Erfahrungen damit gemacht, dass Menschen dich aufgrund deiner Hautfarbe oder deines Geschlechts in bestimmte Schubladen stecken?

„Definitiv. Das passiert bis heute und fängt bei ganz kleinen Sachen an. Zu Schulzeiten dachten viele, ich würde nur Hiphop hören, weil ich schwarz bin. Dabei mochte ich in Wirklichkeit ,High School Musical‘ und die Jonas Brothers. Ich wünschte, wir würden uns alle weniger von unseren Annahmen über andere Leute leiten lassen. Bezüglich des Geschlechts ist es das Gleiche: Dass ich eine Frau bin, sagt nichts darüber aus, was ich mag oder was für einen Charakter ich habe.“

Wir neigen dazu, Dinge in ein schwarz-weißes Schema einzuteilen – entweder etwas ist gut oder es ist schlecht. Was ist das Problem, wenn wir einen solches Denkmuster auf die Polizei und rassistische Polizeigewalt anwenden?

„Rassismus ist natürlich etwas Schlechtes. Das traurige ist aber, dass wir fast alle etwas davon in uns tragen. Manches ist unbewusst erlernt, weil wir es in unseren Familien oder in den Nachrichten mitbekommen. Es ist einfach zu behaupten, man sei nicht rassistisch. Es ist schwer, sich mit den eigenen Vorurteilen auseinander zu setzen.“

„Es ist einfach zu behaupten, man sei nicht rassistisch. Es ist schwer, sich mit den eigenen Vorurteilen auseinander zu setzen.“

Bei Polizeigewalt ist es ähnlich. Es gibt tolle Polizisten. Das traurige ist, dass in den wenigsten Fällen hart gegen Polizeigewalt vorgegangen wird. Wenn ein unbewaffneter Mensch von einem Cop erschossen wird, nur weil er schwarz ist, dann muss dieser Cop dafür zur Verantwortung gezogen werden. Und die Polizisten, die sehen, dass so etwas nicht in Ordnung ist, müssen sich dafür einsetzen, dass er zur Verantwortung gezogen wird. Es ist eine komplizierte Situation, aber nur wenn es Gerechtigkeit auf beiden Seiten gibt, kann das Vertrauen der Schwarzen Bevölkerung  in die amerikanische Polizei wieder aufgebaut werden. Auch wenn unser aktueller Präsident nicht dabei helfen wird, habe ich die Hoffnung, dass wir eines Tages dieses Problem bewältigen können.“

Verstehst du dich selbst Aktivistin?

„Menschen fragen mich das oft, einige haben mich auch schon als Aktivistin bezeichnet. Ich sehe mich eigentlich nicht in dieser Rolle. Andererseits verstehe ich meine Kunst als eine Form des Aktivismus. Durch das Buch habe ich ein Fenster geschaffen, durch das die Menschen in eine Welt eintauchen können, die sie vielleicht bisher gar nicht kannten. Dadurch entsteht Empathie und Verständigung. Das schafft Bewusstsein für die Probleme und Lebenswelten anderer. Wenn mein Buch nur eine Person dazu bewegt, sich zu engagieren, dann ist das schon ein Erfolg.“

„Durch das Buch habe ich ein Fenster geschaffen, durch das die Menschen in eine Welt eintauchen können, die sie vielleicht gar nicht kennen.“

Im Buch erinnert sich Starr daran, wie ihr Vater ihr als Kind erklärte, wie sie sich zu verhalten hat, wenn ein Polizist mit ihr spricht. Er führt diese Unterhaltung mit ihr, um sie darauf vorzubereiten, dass man sie ungerecht behandeln könnte, weil sie nicht weiß ist. Gab es dieses Gespräch auch in deiner Familie?

„Ja, ein Cousin, der bei der Polizei arbeitete, hat damals mit mir darüber gesprochen. Er erlebte hautnah mit, dass es Kollegen gab, die ihre Macht missbrauchten und dass manche Polizisten mich aufgrund meiner Hautfarbe als gefährlich eingestuft hätten. Er wollte, dass ich darauf vorbereitet war. Ehrlich gesagt ist das eine Unterhaltung, die seit Jahren in schwarzen Familien geführt wird.

Allerdings verändert sich dieses Gespräch, seit wir Fälle wie den von Philando Castile in den Nachrichten sehen (Amn. d. Red. Philando Castile wurde 2016 in Anwesenheit seiner Freundin und seiner vierjährigen Tochter erschossen, obwohl er den Anweisungen der Polizei folge leistete). Philando tat, was von ihm verlangt wurde und musste trotzdem sterben. Seitdem fragen sich natürlich viele Eltern, wie sie das ihren Kindern erklären, welches Verhalten sie am besten schützt. Im Buch gibt es eine Stelle, an der Starrs Mutter zu ihr sagt: ‚Manchmal kannst du alles richtig machen und trotzdem passiert etwas schlimmes. Das sollte dich aber nie davon abhalten, das Richtige zu tun.‘ Das ist der einzige Ratschlag, den ich Eltern geben kann, wenn sie mich darauf ansprechen, wie sie ihre Kinder auf den Kontakt mit der Polizei vorbereiten.“

Bist du jemals selbst Opfer von Polizeigewalt geworden?

„Ich selbst hatte bisher das Glück, dass mir sowas noch nicht passiert ist. Ich hoffe natürlich, dass das auch so bleibt. Aber es gibt Menschen in meinem Umfeld, denen Gewalt durch die Polizei angetan wurde. Mein Cousin wurde vor einem Jahr in Los Angeles von einem Cop erschossen. Plötzlich war die Angst sehr präsent.“

In einer Szene organisieren Starrs Mitschüler eine Demonstration in ihrer Schule. Allerdings geht es dabei weniger um Gerechtigkeit für Khalil, sondern vielmehr darum, den Unterricht zu schwänzen. Gibt es eine falsche Art zu protestieren?

„Für mich sind die Intentionen hinter einem Protest sehr wichtig. Starrs Mitschülern ging es nicht um Khalil, sondern nur um einen freien Tag ohne Unterricht. Aber ich stelle mir vor, dass einige dabei waren, die eben doch an Khalil dachten und ein Zeichen setzen wollten. Demonstrationen sind ein guter Weg, um seiner Stimme Gehör zu verschaffen. Aber letztendlich bringt es nichts, wenn nicht die richtigen Beweggründe dahinter stehen. Wer mit einem Ziel oder einer Vision protestiert, kann auch viel leichter Forderungen formulieren, die etwas zum besseren ändern.“

Starrs Freundin Maya erzählt von rassistischen Bemerkungen, die eine Mitschülerin über ihre Familie gemacht hat. Obwohl der Kommentar sie verletzte, widersprach Maya nicht und versuchte, darüber zu lachen. Hast du ähnliche Situationen erlebt? Wie können wir Menschen dazu sensibilisieren, mehr darauf zu achten, ob ihre Worte anderen verletzen könnten?

„Manchmal muss man sich trauen, Menschen offen darauf anzusprechen, wenn sie rassistische oder unsensible Kommentare von sich geben. Ich habe ähnliche Momente erlebt, wie Maya. Man hat mir unterstellt, Drogen zu verkaufen, weil ich aus einer bestimmten Nachbarschaft kam. Ich habe damals nichts gesagt, aber ich wünschte ich hätte den Mund aufbekommen und die Person konfrontiert. Egal ob es im Freundeskreis oder in der Familie passiert, man muss sich trauen zu widersprechen.

Meist ist das am schwersten, wenn die Kommentare von Menschen kommen, die uns nahe stehen. Aber wir müssen uns trauen. Manchmal sagen Menschen nicht aus Überzeugung verletzende Dinge, sondern weil sie leichtfertig und ohne Empathie sprechen. Wenn man so jemanden damit konfrontiert, dass ein Kommentar verletzend war, realisieren manche ihren Fehler. Deshalb muss man den Mut haben, offen darüber zu reden.“

Warum hast du dich dazu entschieden, dass Starr einen weißen festen Freund hat?

„Es gab mehrere Gründe. Ich wollte ein junges Paar zeigen, das es schafft, eine Situation zu meistern, die viel mit Hautfarbe und Herkunft zu tun hat. Außerdem wollte ich durch Chris zeigen, wie sich ein guter ‚Ally‘ verhält – jemand, der seine Privilegien anerkennt und dafür nutzt, die Menschen zu unterstützen, die ungerecht behandelt werden. Chris muss erst im Verlauf der Geschichte lernen, wie er zu Starrs Verbündeten werden kann. Erst als er erkennt, dass es am wichtigsten ist, ihr zuzuhören, lässt sie ihn wirklich teilhaben. Außerdem erkennt er, dass es nicht schlimm oder falsch ist, Starr als schwarze Frau zu sehen.

„Wir sollten unsere Unterschiede feiern.“

Viele Menschen sagen, dass Beste wäre, wenn wir alle farbenblind durch die Welt gehen. Aber das finde ich falsch. Es ist nichts dabei, zu bemerken, dass ich schwarz bin. Das Problem entsteht erst, wenn man Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe bewertet. Erst durch die Bewertung des anderen entsteht Rassismus. Wir sollten unsere Unterschiede feiern. Wir sollten anerkennen, dass manche Menschen mich anders wahrnehmen werden, weil ich diese Hautfarbe habe. Chris versteht das. Er liebt Starr und erkennt die Unterschiede zwischen ihnen an. Er versteht, dass sie Dinge durchmachen muss, die er niemals erleben wird, weil er weiß und männlich ist. Das wollte ich unbedingt in dem Roman zeigen. Diese zwei Kinder, die sich lieben und gemeinsam all diesen Hass überstehen.“

Hast du dich als Kind darüber gewundert, warum so wenig People of Color in den Medien vertreten waren?

„Besonders in Büchern ist es mir aufgefallen. Als ich klein war, gab es in Amerika verschiedene Shows mit Schwarzen Charakteren: die Cosby Show, Fresh Prince of Bel Air, die Talkshow von Oprah … Aber in allen Büchern, die ich gelesen habe, waren alle Charaktere weiß. Ich habe mich einfach nicht wiedergefunden. Als ich eine Teenager war, schien es, als wären Twilight und ,Die Tribute von Panem‘ die einzigen Bücher, über die gesprochen wurde. Ich habe sie damals nicht gelesen, weil ich mich nicht in den Geschichten gesehen habe.

Wenn du dich als Kind nicht in Bücher findest, fragt man sich, ob die eigene Geschichte es nicht wert ist, erzählt zu werden. Bedeutet das, ich bin unwichtig? Zählt mein Leben weniger? Ich sehe glücklicherweise einen Wandel, was das angeht. Es gibt immer mehr Kinder- und Jugendbücher, die Minderheiten zu Wort kommen lassen: LGBT-Jugendliche, Nicht-Weiße, Jugendliche mit Behinderungen. Wenn man mit zwölf oder dreizehn ein Buch aufschlägt, sollte man sich darin wiederfinden. Auf jeder Seite sollte stehen: Du bist wichtig. Du bist wertvoll. Mich hat das damals sehr gestört und hat einen Graben zwischen Büchern und mir geschaffen. Aber hoffentlich können junge, Schwarze Mädchen sich in meinem Buch wiedererkennen – und alle anderen natürlich auch.“

Hattest du als Kind ein Vorbild?

„Oprah war ganz groß, als ich klein war. Wir kommen beide aus Mississippi. Sie ist in sehr armen Verhältnissen aufgewachsen. Jemanden aus meiner Heimat zu sehen, die es trotz aller Hindernisse geschafft hat, ihre Träume zu verwirklichen, hat mich sehr beeindruckt. Ansonsten natürlich die starken Frauen in meiner Familie, meine Mutter, meine Großmutter. Oh und ich war ein riesiger Fan von TLC, dieser Girlband. Die waren pure Girlpower, bevor es überhaupt ein Wort dafür gab.“

The Hate U Give wurde einen Monat nach Trumps Amtsantritt veröffentlicht. Hat sich die Relevanz deiner Geschichte durch seine Präsidentschaft verändert?

„Das klingt jetzt vielleicht sehr komisch, aber ich glaube, dass Trumps Wahlsieg zum Erfolg meines Buches beigetragen hat. Viele Menschen haben nicht daran geglaubt, dass er die Wahl gewinnen würde und es war, als würden ihnen plötzlich die Augen geöffnet: ‚Es gibt Probleme in diesem Land, über die wir unbedingt sprechen müssen!‘ Dazu gehört auch Rassismus. Das Wahlergebnis zeigte eine dunkle Seite unseres Landes, die viele vorher nicht wahrhaben wollten. Es war, als wären die Blasen, in denen einige vorher lebten, über Nacht zerplatzt. In dem Zuge haben viele Menschen einander mein Buch weiterempfohlen. Ich glaube, sie hatten das Gefühl, die Geschichte würde dieses Problem – den verdrängten Rassismus Amerikas – neu greifbar machen. Insofern hat Mr. Trump zum Erfolg meines Buches beigetragen. Mir wäre es allerdings trotzdem lieber, er hätte die Wahl nicht gewonnen, selbst wenn die Verkaufszahlen dann niedriger wären (lacht).

Ich sehe seit Trumps Amtsantritt immer mehr Menschen, die sich mit Empathie begegnen, einander zuhören und versuchen Lösungen zu finden – egal, welche Hautfarbe sie haben. Als Trump versuchte, den Muslim-Ban durchzusetzen, gab es Proteste im ganzen Land, Juristen boten Betroffenen kostenlos ihre Arbeit an. Es ist traurig, dass erst jemand wie Trump Präsident werden musste, um zu zeigen, wie viele Menschen an ein offenes, vielseitiges Amerika glauben – aber es ist trotzdem schön zu sehen, dass es so ist. Das gibt mir viel Hoffnung.“

Den Stimmen junger Menschen wird nur selten Gehör geschenkt. Müssen wir damit anfangen, Teenagern besser zuzuhören?

„Absolut! Ich sehe das so: wenn Mädchen mit 15 mein Buch liest, darf sie in drei Jahren wählen. Sie ist die Zukunft unseres Landes und unserer Gesellschaft. Darum ist es wichtig, jetzt schon gesellschaftliche Themen wie Rassismus anzusprechen. Vielleicht wird sie in der Wahlkabine stehen und an Starr denken, wenn sie darüber entscheidet, wer das Land, in dem sie lebt, regieren soll. Deshalb müssen wir endlich damit anfangen, junge Menschen ernst zu nehmen. Viel zu oft werden die Gedanken und Gefühle von Teenagern heruntergespielt und als übertrieben oder albern dargestellt. Aber das sind sie nicht.“

Welchen Rat hast du für junge Menschen, die wütend sind und etwas verändern wollen?

„Ich möchte ihnen sagen: Ja, ihr könnt etwas ändern. So oft sind wir der Meinung, wir könnten nichts bewirken. Aber das ist nicht wahr. Ich möchte jedem jungen Menschen sagen: Deine Meinung ist wichtig. Deine Stimme wird gehört. Und wenn du nicht weißt, wie du etwas verändern sollst, vertraue auf dich selbst. Man kann auf so vielen Wegen politisch aktiv werden. Du kannst deine Kunst als Ausdrucksform nutzen. Du kannst Social Media nutzen oder Yotube. Aber hab keine Angst, deine Stimme zu erheben. Und lass dir von niemandem einreden, deine Meinung sei nicht wichtig.“

„Ich möchte jedem jungen Menschen sagen: Deine Meinung ist wichtig.“

Angie Thomas im Interview mit EDITION F. Bild: Random House | Verena Otto

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