Foto: Mohamed Badarne

Emilia Roig: „Wut hat immer eine Funktion, zum Beispiel: Gerechtigkeit erreichen“

Wirklich wichtige politische Themen sollten über einem großen Topf Pasta besprochen werden. Davon ist unsere Moderatorin Aida Baghernejad überzeugt. Zu Gast im Podcast Pasta&Politik ist die Politikwissenschaftlerin Emilia Roig. Sie isst ihre Pasta am liebsten mit Sahnesoße und spricht über Unterdrückung, Macht und das Politische im Privaten.

„Alles, was intim ist, ist auch politisch.“ Emilia Roig ist Politikwissenschaftlerin, Sachbuchautorin und Aktivistin, mit ihrer Arbeit macht sie sichtbar, wie auch liebevolle Beziehungen von Rassismus und Diskriminierung geprägt sein können – diese Erfahrung hat Roig in ihrer eigenen Familie gemacht. Emilia ist 1983 in Frankreich geboren. Als Tochter einer Schwarzen aus Martinique und eines weißen Algeriers mit jüdischem Hintergrund. Beide lernten sich in Französisch-Guyana kennen und ließen sich später in der Nähe von Paris nieder. „Ich bin ein Produkt des französischen Kolonialismus“, sagt Emilia, und dass ihr Großvater sehr nett und liebevoll war – aber auch ein Mitglied des französischen Front National. 

Privates ist politisch

„Gesellschaftliche Machtstrukturen schleichen sich bis in unsere intimsten Beziehungen ein, zumeist völlig unbewusst“, schreibt Emilia in ihrem Buch „Why We Matter: Das Ende der Unterdrückung“. Dieser Satz hat unsere Moderatorin Aida ziemlich umgehauen. Weil Aida genau das in ihrem eigenen Umfeld und in ihren eigenen Beziehungen beobachtet. Was macht das mit uns Menschen, wie beeinflusst diese Mikroebene die Politik auf der Makroebene? Dieser Frage nähern sich Aida und Emilia bei Pasta&Politik. 

Aber anstatt nur darüber zu schreiben und zu sprechen, wo die Probleme liegen, zeigt Emilia auch, wie wir uns aus diesen Spiralen von Unterdrückung und Gewalt befreien können. Dr. Emilia Roig gründete 2017 das Center for Intersectional Justice, um auf ineinandergreifende Formen von Diskriminierung aufmerksam zu machen, auf die politische Praxis Einfluss zu nehmen und um Gleichstellungs- und Anti-Diskriminierungsarbeit zu fördern. Emilia Roig studierte an der Hertie School of Governance und promovierte an der Université Lumière Lyon 2 und der Humboldt Universität Berlin. Im Februar 2021 erschien ihr Buch „Why We Matter: Das Ende der Unterdrückung“.

„In Unterdrückungsgesellschaften wird Wut, wenn sie von den Unterdrückten kommt, pathologisiert.“

Emilia Roig

Wer ist das „We“ in „Why We Matter“? – will Aida wissen. Es sei wichtig, Unterdrückung nicht als individuelles Phänomen, sondern als systemisches Phänomen zu begreifen, erklärt Emilia. „We“ sind alle Menschen, die Prozesse der Entmenschlichung erlebt haben. Menschen, die als unterlegen konstruiert werden oder wurden. Sie schreibt über Schwarze Menschen, queere Menschen, Frauen, non-binäre Personen, behinderte Menschen und auch über die Arbeiterklasse im Allgemeinen. „Es war mir wichtig, dass es ein ,We‘ ist, das nicht so klar definiert ist, damit Leute selbst im Laufe der Lektüre rausfinden, ob sie gemeint sind oder nicht.“ Genau wie beim Zuhören dieser Podcastfolge.

Pasta, die von innen wärmt

Dazu gibt es Pasta, die den Körper von innen wärmt – mit Sahnesoße und Pilzen. Wenn du wissen willst, wieso Wut konstruktiv sein kann, wie wir anfangen können, strukturelle Barrieren abzubauen und wie Pasta mit Sahne und Pilzen mit Emilia Roig schmeckt, dann höre diese Folge von Pasta&Politik.

„Heterosexualität wird überall dargestellt wie die ,natürliche‘ Anziehungskraft und Liebe. Wieso fragen wir heterosexuelle Menschen nicht: Wann hast du gemerkt, dass du heterosexuell bist?“

Emilia Roig
Pasta mit Champignon-Sahne-Soße – Foto: Aida Baghernejad

Pasta mit Champignon-Sahne-Soße

400 g Vollkorn-Tagliatelle
Salz
500 g frische Champignons
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 EL Olivenöl
100 ml Schlagsahne
200 ml Milch (3,5 % Fett)
½ Zitrone Saft
½ TL frisch gehackter Thymian
½ TLfrisch gehackte Petersilie
Pfeffer aus der Mühle

Die Nudeln in sprudelndem Salzwasser al dente kochen lassen. In der Zwischenzeit die Pilze putzen, mit Küchenpapier abtupfen und in Scheiben schneiden. Die Schalotte und den Knoblauch abziehen und hacken. In einer Pfanne das Öl erhitzen und die Schalotte mit dem Knoblauch glasig dünsten. Die Pilze zugeben und braten, bis die Pilzflüssigkeit verdampft ist und anschließend Sahne und Milch angießen. Alles salzen und pfeffern, mit Zitronensaft abschmecken, die Kräuter untermischen und die Soße fünf Minuten köcheln lassen. Dann die Nudeln abgießen, abtropfen lassen und in Schälchen verteilen. Die Pilzesoße abschmecken und über die Nudeln geben. Voilà!

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Unsere heutige Gästin, die Aktivistin und Politologin Emilia Roig hat das unfassbar wichtige Buch „Why We Matter. Das Ende der Unterdrückung“ geschrieben. Darin zeigt sie – auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie –, wie Rassismus und Black Pride, Antisemitismus und Ausschwitz, Homofeindlichkeit und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen.

„Radikal und behutsam zugleich. Dieses Buch ist ein heilsames, inspirierendes Geschenk“ sagt Kübra Gümüsay zu „Why We Matter“ von Emilia Roig. Bei BookBeat als ungekürzte Lesung von der Autorin selbst zu hören und eine große Empfehlung des ganzen EDITION F-Teams.
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Carmen Maiwald hat Bekleidungstechnik an der HAW in Hamburg studiert, um dort zu merken, dass sie neben der Kleidung vor allem die Geschichten dahinter interessieren. Bis Januar 2020 war sie Schülerin an der Deutschen Journalistenschule. Aktuell unterstützt sie die Redaktion von Edition F als freie Redakteurin.

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