Foto: Unsplash | Daria Nepriakhina

Wer im Home Office arbeitet, hat mehr Stress als im Büro

Wer einen Tag mit Home Office mit einem halben Urlaubstag gleichsetzt, hat vermutlich noch nie selbst die Erfahrung gemacht. Die Arbeit im Home Office ist nämlich alles andere als entspannt, beweist eine neue Studie.

Home Office = Ein Tag im Bett?

Wer Home Office hört, denkt an gemütliche Tage im Bett – mit dem Laptop auf dem Schoß, dem Pyjama am Körper und einem heißen Kaffee auf der Bettkante. Kein Chef, der einem über die Schulter schaut, sondern nur du, dein Laptop und dein Bett. So stellt man sich das zumindest gerne mal vor.

Wer nämlich auf Dauer von Zuhause aus arbeitet, kennt anderes: Frühes Aufstehen, unbezahlte Überstunden, hochintensive Arbeitsphasen, die einem den letzten Nerv kosten, keine Kollegen, die dich in der Mittagspause auf andere Gedanken bringen, sondern nur Du. Nur Du und deine Aufgaben.

Die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) hat dazu auf Basis 15 verschiedener Länder kürzlich eine Studie veröffentlicht, die den schönen Schein vom Home Office endgültig wegwischt. Denn sie zeigt, dass die vorhandenen technologischen Mittel zwar die Arbeit im Home Office mittlerweile extrem vereinfachen, dies jedoch aber noch lange nicht bedeutet, dass die Arbeit von Zuhause auch weniger stressig ist. Ganz im Gegenteil.

Mehr Stress und schlaflose Nächte

Die Studie zeigt, dass von denjenigen, die regelmäßig im Home Office arbeiten, 41 Prozent ihre Arbeit als stressig empfinden. Von ihren Kollegen, die im festen Büro arbeiten, trafen nur 25 Prozent diese Aussage. Von der Gruppe, die ausschließlich im Home Office arbeitet, gaben 42 Prozent an, unter Schlaflosigkeit zu leiden. Zum Vergleich: Von ihren Kollegen, die im Büro arbeiten, haben nur 29 Prozent schlaflose Nächte.

Warum die Arbeit Zuhause mit mehr Stress verbunden wird? Weil die Grenzen zwischen Arbeit und Zuhause immer mehr verschwimmen, womöglich mehr unbezahlte Überstunden geleistet werden, intensiver sowie fokussierter gearbeitet wird und man sich „disconnected“ fühlt. Zwei oder drei Tage pro Woche im Home Office seien ein gutes Mittel, meint Jon Messenger, einer der Co-Autoren der Studie. Was meint ihr? Welche Erfahrungen mit Home Office habt ihr gemacht?

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