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Sibylle Berg: „Es herrscht ein neues Bewusstsein für die Fragilität der Existenz“

Sibylle Berg taucht tief in Themen ein, bevor sie darüber schreibt. Emoticons benutzt sie nie. Und vom neuen Jahr wünscht sie sich: Nicht noch mehr Blödsinn. Ein Interview über mentale Stärke in Zeiten wie diesen.

Die Autorin Sibylle Berg ist ein Mensch, der sich nicht biegen lässt. Keine Trends. Keine Schubladen. Unberührt vom Betrieb, von der Preisschlacht, vom ständigen Druck der Selbstvermarktung. Sie spielt das Spiel nicht mit. Oder spielt ihr eigenes Spiel – den Menschen, den Leser*innen immer zugewandt. Sie macht sich ihr eigenes Bild von der Welt, an dem wir in ihren Büchern und Theaterstücken teilhaben dürfen: Viele erkennen sich und ihr Leben hier wieder. Fühlen sich verstanden. Und ja: mutiger.

Gerade schreibt Sibylle Berg an einem neuen Roman. Wie geht es ihr dabei in dieser absurden Zeit? Woher nimmt sie die mentale Stärke, die jede*r Autor*in braucht, um weiterzumachen. Um an die Geschichte zu glauben und sich nach vorn zu bewegen, Wort für Wort, Kapitel für Kapitel. Ein Interview.

Liebe Sibylle, wie hast du das Jahr 2020 beziehungsweise die Menschen im Jahr 2020 erlebt?

„Da ist ja immer die Frage: Wer sind ,Die Menschen‘. Jene, die ich kenne, denen ich begegne, oder die, von denen man im Netz liest, aus den Medien erfährt, was ja schon wieder eine große Unschärfe ist, denn Medienerzeugnisse wollen verkaufen, und das läuft sehr gut über Skandalisierung. In den Sozialen Medien ist auch nur ein kleiner Ausschnitt zu sehen.

Lange gelabert – und jetzt zur Antwort: Die meisten meiner Bekannten sind Selbstständige. Oft im Kulturbereich. Bei ihnen wird die ökonomische Lage zunehmend verzweifelter. Leute, die trotz langen Ausbildungen und Berufserfahrungen ohnehin sehr wenig Einkommen hatten. Alleinerziehende Freiberuflerinnen im Kulturbereich. Mahlzeit. Es herrscht eine Grundgereiztheit, das Gefühl, von den Politiker*nnen vergessen worden zu sein, und ein neues Bewusstsein für die Fragilität der Existenz.“

Sind dir in dieser Zeit Dinge bewusst geworden, die dir vorher nicht bewusst waren?

„Nein, leider nur die Bestätigung des Wissens um den Irrwitz des zunehmend autokratischen Kapitalismus. Die Menschen sind, wie befürchtet, in der Zeit der Finanzprodukte egal. Die Plattformen dealen mit Informationen, und es braucht die kleinen Steuern nicht mehr, die kleinen Konsument*innen. Es wurden seit Jahren die Instrumente der Überwachung und Kontrolle eingerichtet, die zynischen Sozialhilfen für Menschen, die für die Wertschöpfung nicht zwingend sind. Und es rauscht weiter. Schnell noch ein paar Antiterrorgesetze durchgewunken, während die Menschen mit ihrem Überleben und ihrer Angst abgelenkt sind, noch ein Fingerabdruck in den Pass, wie in den Straftäter*innenkarteien, noch ein paar Staatstrojaner – es ist für unsere Sicherheit. Das Irre ist: In England sind während der Pandemie zusätzlich siebzigtausend Menschen obdachlos geworden. Der Brexit verteuert jetzt schon das Leben der niedrigen und mittleren Einkommensschichten, und vermutlich werden alle Johnson wieder wählen, weil es sowieso egal scheint, wer in welcher Partei die Wirtschaftsinteressen vertritt.“

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Wie verhält es sich mit deinem Schreiben – hat es sich verändert im Zuge der Pandemie?

„Ich kann mich nicht so gut konzentrieren gerade. Die absurde Hoffnung auf – ja keine Ahnung, was – ist weg. Mir ist der Sinn, den ich mir vorher eingeredet hatte, ein wenig weggerutscht.“

Foto: Katharina Lütscher

Umso wichtiger sind wohl Impulse, die dich mental stärken können. Woher kommen die bei dir?

„Meine Nerd-Freund*innen helfen sehr, die Wissenschaftler*innen und Hacker*innen, die unbeirrt weitermachen und die Welt retten wollen, obwohl natürlich jede*r etwas anderes darunter versteht. Und die Welt das gar nicht will.

Und ab und zu irgendwo rumlatschen und mir darüber klar werden, dass es keinen Vertrag gab, der gerade uns ein störungsfreies Leben versprochen hätte; dann komme ich mir albern vor und es geht wieder.“

Du recherchierst wahnsinnig viel, bevor du mit dem Schreiben beginnst. Wann ist für dich der Punkt erreicht, an dem du sagst: Jetzt bin ich so weit?

„Ich bin eher nie soweit und könnte, wenn ich reich wäre, ein paar Jahre lernen und lesen. Ohne das verlangt die materielle Notwendigkeit danach, irgendwann mit dem Verlag verhandeln zu dürfen und Termine zu machen. Schade, aber auch in Ordnung. Beim nächsten Buch lerne ich dann etwas Neues (um es wieder zu vergessen).“

Musst du dafür möglichst alles zum Thema erfahren haben oder setzt sich der Rechercheprozess während der Schreibarbeit fort?

„Unterschiedlich. Manchmal sitzt alles und ich kann es während des Schreibens weiterdenken, bei anderen Büchern (dem aktuellen zum Beispiel) habe ich das Gefühl, noch mehr wissen zu müssen und nie fertig zu werden (das liegt aber vielleicht gerade an der Konzentrationsschwäche, s.o.).“

Welche Rolle spielt der Ort des Schreibens, wie muss er beschaffen sein?

„Der Ort ist relativ egal. Also, es hilft, wenn ich mich in ihm gut fühle. Und dann braucht es einfach einen warmen Platz, ein paar Menschengeräusche irgendwo vor dem Fenster, und die Sache geht klar. Der Tisch muss kein Tisch sein, es geht ein Bett oder ein warmer Fußboden.“

Wie wird nun aus einem Thema, das dich beschäftigt, eine Idee, die einen Roman trägt? – Könntest du das anhand von „GRM“ beschreiben?

„Es sind meistens Dinge, die ich verstehen will. Zustände. Eine Stimmung, eine wissenschaftliche oder gesellschaftliche Entwicklung. Bei GRM war es die Frage, wie die Gesellschaft mit der wachsenden Verarmung, den inszenierten sogenannten Spaltungen der Gesellschaften, der zunehmenden Ohnmacht, Ungerechtigkeit und Überwachung umgeht. Also: Wie hält man die Fragmentierung des Denkens aus, die wir durch Endgeräte erfahren, wessen Interesse ist es, uns dauernd mit Hass und Bullshit beschäftigt zu halten, wem nützt die Panik, die Angst? Ich habe dann begonnen, Wissenschaftler*innen zu befragen, mich noch mehr mit Hacking und IT zu beschäftigen.

„Wie hält man die Fragmentierung des Denkens aus, den wir durch Endgeräte erfahren, wessen Interesse ist es, uns dauernd mit Hass und Bullshit beschäftigt zu halten, wem nützt die Panik, die Angst?“

Sibylle Berg über „GRM. Brainfuck“

Mit England fand ich den Ort, an dem der Kapitalismus innerhalb Europas am brutalsten mit Überwachungstechnologie zusammenging. Das Elend und der obszöne Reichtum am sichtbarsten war. Ich war lange im Norden Englands unterwegs, habe viele Jugendliche kennengelernt, kam über sie zum GRIME und dem Taktgeber des Buches. Dann entstand auch die Idee, Grime-Künstler aus England mitzunehmen auf die Tour, die ich nach dem Erscheinen des Buches gemacht habe, und irgendwann habe ich das dann geschrieben.“

GRM las sich für viele als Dystopie.

„Ich weiß immer nicht genau, was das mit der Dystopie ist. Emmerich ist Dystopie. Aber inzwischen auch schon Realität in manchen Bereichen. GRM hat wenige SCIFI-Momente, alle Technologien gibt es bereits, sie werden eingesetzt. Das Elend gibt es, wenn man es sehen will, die Menschenverachtung von Regierungen und Plattform/Finanz/Kapitaleignern gibt es auch schon. Ja, also keine Ahnung, was daran dystopisch ist.

Ich glaube, dass es in der Literatur auch immer wieder den Versuch gibt, Bücher in Trends einzuordenen: Das ist Coming of Age! Das ist Dystopie! Das klingt dann immer modern, auf der Höhe der Zeit. Und meint aber eigentlich: nichts.“

Der Roman GRM – Untertitel: Brainfuck – (KiWi, 2019) zeigt unsere von Überwachung, Gewalt, Perversion, Ungerechtigkeit und Chancenungleichheit durchzogene Gegenwart. Ein Aufschrei aus dem Jetzt, verdichtet auf 634 Seiten. Der Ort ist England, erst Rochdale, später London. Die Protagonist*innen vier Jugendliche: Don, Karen, Peter und Hannah, die sich dem System widersetzen. GRM ist abgeleitet von Grime, einer wütenden Musikrichtung im Geist von Punk und Rap. Laut Oxford Advanced Learner’s Dictionary ist Grime übrigens „der Schmutz, der sich in Schichten über Dingen ausbreitet“. Schneller als HipHop, düsterer als Pop. Das, was wir sonst nicht sehen wollen, wird uns vor das lesende Auge geholt, vollkommen unverblümt, ungeschönt, direkt. Wer das nicht aushält, nennt es Dystopie. Sicher ist: Wir alle sollten GRM. Brainfuck lesen.

Was tust du, wenn du nicht weiterkommst? – Hast du Strategien für dich gefunden, die dich aus der Sackgasse holen?

Sitzenbleiben, den Rechner anstarren, soziale Medien anstarren, schlechte Laune bekommen.“

Haben literarische, im Entstehen begriffene Texte ein unkontrollierbares Eigenleben?

„Während der Arbeit an einem Buch wache ich oft in der Nacht auf, habe die Lösung, wie es nun richtig gut wird, schreibe die auf Zettel, die ich manchmal am Tag noch lesen kann – und die Haltung wechselt dauernd.
Leider weiss ich immer, wie das Endprodukt aussehen soll. Aber nicht, ob ich es so schreiben und denken kann.

Durch meinen Theaterlektor Nils Tabert habe ich ein für mich perfekt funktionierendes Lektoratssystem gefunden. Es besteht aus drei Farben für: Kann weg. Unklar formuliert. Oder: Das geht auch noch besser.“

Würdest du dich als Perfektionistin bezeichnen?

„Nein, gar nicht. Ich weiß einfach recht gut, wann ich Mist schreibe. Das kommt dann in die Tonne. Im Wegschmeißen bin ich gut. Aber Perfektion, ich weiß nicht, was das ist. Der goldene Schnitt, eine gereinigte Küche? Ich glaube nicht, dass Menschen etwas Perfektes herstellen können. Steile These.“

„Ich glaube nicht, dass Menschen etwas Perfektes herstellen können.“

Sibylle Berg

Musst du als Schriftstellerin loslassen von der Angst, missverstanden zu werden?

„Menschen missverstehen einander ja laufend. Oder sagen wir: Sie sehen die Welt durch sich, die eigenen Gedanken, den eigenen Blick, und sie denken, die Welt bestünde nur durch sie. Das ist nicht schlimm. Ärgerlich, wenn ich mich nicht verständlich machen konnte. Dann habe ich versagt. Passiert auch manchmal.“

„Jedes fertige Buch ist ein gescheiterter Versuch“, hast du mal geschrieben. Woran genau scheitern die Bücher aus deiner Sicht? Was „versuchen“ sie?

„Da fand ich wohl, man muss solche Dinge sagen… Jedes Buch ist, weiß ich heute, eine wunderbare Möglichkeit, dem, was mich interessiert, nachzugehen. Ich begreife es heute eher als unglaubliches Glück, meinen Beruf dank der Leser*innen ausüben zu können – Tatsache.“

Du entzauberst hier aber die romantische Vorstellung Außenstehender vom Job der Schriftsteller*innen.

„Ich glaube, das ist von Fall zu Fall unterschiedlich, ich habe tatsächlich Schriftsteller (männlich) erlebt, die sich selber ihre Schriftstellerdarstellung geglaubt haben. Bei allem Theater, das man um sich macht – es ist in aller Regel eine langwierige Methode, wenig Geld zu verdienen und ein Glücksumstand, wenn man dennoch davon leben kann, dass man im besten Falle intelligente Unterhaltung herstellt.

Manchmal gibt es großartige Momente, die meistens mit Leser*innen-Begegnungen zu tun haben. Wenn Leute mir sagen, dass sie Spaß hatten, nachgedacht haben oder am allerbesten, sich in meinen Gedanken / Texten zu Hause gefühlt haben oder weniger einsam sind, ist das ein Glück. Ich denke dann daran, wie es mir als jugendlichem Menschen ging, da mich Bücher vor der Überforderung der Welt gerettet hatten. Und sowas herstellen zu können, mit meinen kleinen Händen, das ist großartig!“

„Ich denke dann daran, wie es mir als jugendlichem Menschen ging, da mich Bücher vor der Überforderung der Welt gerettet hatten.“

Sibylle Berg

Sprichst du denn gern mit Menschen über deine Bücher? Kommt es vor, dass sie dich mit deinen Büchern verwechseln?

„Ich rede nicht gerne über mich oder meine Arbeit, das ist albern. Ich finde es spannender – wenn schon – zu hören, was andere machen. Mich kenne ich ja schon.
Und ja, es gibt immer noch Menschen, die nicht zwischen Literatur und Autorin zu unterscheiden gelernt haben. Früher war ich erstaunt, dass Menschen vor mir Angst hatten. Aber es sind ja Fremde und Vorurteile sind ja auch nur mässig spannend.“

Dann ist er also da: Der Tag der Veröffentlichung. Wie geht es dir an dem Tag, wenn das Buch erscheint oder das Theaterstück Premiere hat?

„Theater ist schlimm. Ich finde wenig im beruflichen Kontext unangenehmer als Premieren. Es ist live, es kann sowas von abschmieren, dann stehen die armen Schauspieler*innen da und müssen blöde Texte sagen. Nun ja, hätten haben… Theater ist jetzt seit fast einem Jahr nicht mehr existent. Und auch, als es noch geöffnet war, ging da einiges schief. Ein patriarchales Konstrukt in den meisten Fällen, hierarchisch, seltsam aus der Zeit gefallen, oft.
Bei den Büchern ist es anders. Ehe ein Buch erscheint, ist soviel Zeit vergangen wegen des Vorlaufs, des Lektorats und so weiter, dass ich meistens schon an etwas Neuem arbeite und das Buch vergessen habe.“

Du sagtest mal, du habest keine Angst vor einem schlechten ersten Satz. Du habest Angst vor der Vermarktung. Bremst dich während des Schreibens der Gedanke an die anschließende Vermarktung?

„Nein, wenn ich arbeite, arbeite ich. Vermarktung klingt furchtbar. Nach Aktienmarkt, nach Branding und so weiter. In dem Überangebot von allem, was es gibt, muss man, wenn man will, dass es gelesen wird, Leuten ja mitteilen, dass sie ein neues Buch lesen könnten. Und ja, das ist anstrengend, bei diesen Touren werde ich immer krank. Das letzte Mal war ich mit zehn Menschen unterwegs, vor teils tausend Besucher*innen, jeden Tag eine andere Stadt, nach der Veranstaltung zwei bis drei Stunden signieren und reden – und normalerweise schlafe ich um zehn.

Ich habe es ansonsten aber geschafft, Veranstaltungen so zu machen, dass sie mir auch gefallen würden. Das heißt: in den letzten Jahren immer aufwendigere Inszenierungen mit Videos, Musik, die letzte Tour war mehr ein Rap-Konzert mit Theater und Film. Zusammen mit den Grime-Musikern T.Roadz (UK), Prince Rapid und Slix (Ruff Sqwad, UK). Ich bin sehr froh, wenn ich wenig stattfinde.“

Foto: Katharina Lütscher

Welche Bedeutung hat also Öffentlichkeit für dich?

„Digitale Öffentlichkeit geht klar. Bei allem anderen bin ich unsicher. Ich möchte Menschen, die wegen mir zu einer Veranstaltung kommen und Geld zahlen, nicht enttäuschen, allen mit Respekt begegnen, auch wenn ich hundemüde bin.“

Du beschreibst dich selbst als „menschenscheu“. Wenn du zum Beispiel in einer Talkshow sitzt, wie würdest du deine für die Zuschauer*innen nicht sichtbare Verfassung beschreiben?

„Ich habe mich daran gewöhnt. Zu sagen, ich würde es genießen, wäre falsch. Aber gewöhnt habe ich mich. Als ich mit Touren oder Fernsehauftritten begann, hatte ich eine große Anspannung und Angst. Keine Ahnung mehr, vor was. Und ich wusste auch nie, warum ich das tue, wenn es mich doch in so einen unguten Zustand versetzt. Ich hörte dann immer, das gehöre dazu, und ehe ich herausfinden konnte, ob das stimmt, hatte ich mich daran gewöhnt. Und heute freue ich mich, Leser*innen von mir zu treffen. Oder auch in bestimmten Städten zu sein, in den immerselben Hotels. Die jetzt sicher alle bankrott sind.“

Was berührt dich so richtig? So, dass es dich direkt erwischt, ohne Wände, ganz unmittelbar.

„Im Moment: Bilder von Orten, die ich vermisse.
Sonst: Menschen, die Menschen-Dinge machen. Menschen, die niedlich sind oder unerwartet reizend, mitfühlend oder die darin aufgehen, irgendetwas einfach sehr gerne zu machen. Menschen, die mutig sind, queere Menschen, die einen Scheiss auf alles geben, ja eben einfach: Leute rühren mich. Ich hab sie lieb.“

Benutzt du das Wort „Heimat“?

„Ich glaube nicht. Vielleicht ist es mir mal rausgerutscht. Alle sind ja gerade ganz verrückt mit ihrer Heimat. Ich weiß nicht was das meint, außer dass ich weiß, wo das Bett steht.“

„Die Entscheidung hieß, Wissenschaftlerin zu werden oder Schriftstellerin. Beim Schreiben, dachte ich, hätte ich noch mehr meine Ruhe.“

Sibylle Berg

Wie muss ein Tag sein, damit er für dich ein guter Tag ist?

„Sonne oder Licht sind schon gut, keine Katastrophen auf der Welt auch. Etwas Gutes zu essen, gut gearbeitet, oder ein Meer vor der Nase. Aber – die meisten Tage in meinem Leben sind eigentlich ganz gut. Auch ohne Meer.“

Könnte das Virus nicht auch als eine Art „verbindendes Element“ gesehen werden, durch das wir uns alle ein bisschen mehr ineinander hineinversetzen wollen/können?

„Unser System funktioniert so nicht. Es arbeitet mit Entsolidarisierung, damit Menschen aufeinander losgehen, statt auf Kapitalbesitzer*innen.“

Danke, Sibylle.

Wir haben das Interview schriftlich geführt, weil Sibylle Berg nicht gerne telefoniert, zoomt – oder ähnliches. Über ihr aktuell im Schreiben begriffenes Buch wollte sie uns noch nichts erzählen. Aber für alle, die sehnlichst darauf warten: Lest GRM nochmal! Und im Februar erscheint bei Matthes & Seitz der Band „Zahlen sind Waffen“, in dem Sibylle Berg und Dietmar Dath die Gegenwart zerpflücken – und sich vom Begriff der Dystopie sowas von verabschieden.

Du schaffst das! Mentale Stärke in Krisenzeiten.

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Anne-Kathrin Heier arbeitet seit Januar 2020 bei EDITION F. Sie taucht gern tief in Themen ein, liebt vor allem Reportagen, Interviews und Porträts und mag es, Menschen zuzuhören, ihre Perspektive zu verstehen und im Schreiben zu transportieren, was sie bewegt und umtreibt.

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