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Magdalena Schaffrin: „Wir müssen andere Geschichten mit der Mode erzählen“

Ohne gute Ideen und Menschen, die sie Realität werden lassen, wird sich unsere Welt nicht positiv entwickeln. Wir haben Frauen, die für den 25 Frauen Award nominiert waren, Fragen zur Zukunft gestellt. Eine von ihnen ist: Magdalena Schaffrin.

Unsere Welt steht immer komplexeren Herausforderungen gegenüber. Wir brauchen starke Ideen, die Bahnbrechendes in den Bereichen Digitalisierung und Innovationskraft, Klimaschutz und Bildung, Arbeit, Gerechtigkeit und demografischer Wandel bewirken. Dabei spielen Frauen eine zentrale Rolle. Frauen, die jeden Tag daran arbeiten, unsere Zukunft nachhaltig, friedlich, gerecht und innovativ zu gestalten.

„Die Modebranche ist eine der größten Industrien im Konsumgüterbereich und führt uns mit den vielen systemischen Problemen immer wieder vor Augen, wie absurd unser Konsumverhalten ist.“

Magdalena Schaffrin

Magdalena Schaffrin ist eine Pionierin der nachhaltigen Modeszene. Aus dem 2009 von ihr mitbegründeten „Greenshowroom“ ist heute die „Neonyt“ entstanden, eine der größten Messen für nachhaltige Mode weltweit. Mit ihrem Buch „Fashion Made Fair“ und der Agentur Kaleidoscope Berlin, bei der sie als Artdirektorin arbeitet, will sie dazu beitragen, nachhaltige und faire Mode zum Standard zu machen.

Wenn es nach dir geht: Wie sieht die Zukunft aus?

„Die Zukunft muss nachhaltig sein. Zu dieser Nachhaltigkeit gehören die klassischen Aspekte: ökologisch, sozial, ökonomisch —  aber auch die kulturelle und gesellschaftliche Dimension. Kurzum: ein respektvolles Verhalten allen Menschen gegenüber – die Bedürfnisse zukünftiger Generationen mit einbezogen. Der Respekt bezieht sich auf unsere menschlichen Beziehungen im Kleinen wie im Großen und schließt Themen wie Gleichberechtigung, Rassismus oder Machtgefälle ein. In diesem Verständnis passt der Begriff ,nachhaltig‘ allerdings nicht mehr, weil er zu eng und zu rückwärtsgewandt scheint. Leider habe ich noch keinen guten Ersatz gefunden.“ 

Was muss dafür jetzt getan werden und was tust du?

„So viel muss getan werden und ich freue mich über die Vielen, die sich engagieren und die Welt verändern! Ich habe mir den Bereich der Mode ausgesucht und arbeite daran, das Fashion Business zu verändern. Die Modebranche ist eine der größten Industrien im Konsumgüterbereich und führt uns mit den vielen systemischen Problemen immer wieder vor Augen, wie absurd unser Konsumverhalten ist.

Die Mode ist eines der stärksten Kommunikationsmittel und spiegelt gesellschaftliche Strömungen wider. Wenn man es schafft, sie zu nutzen, um andere Botschaften und Geschichten zu erzählen, erreicht man sehr viele Menschen und kann so Veränderung anstoßen. Die Textilindustrie hat einen großen Einfluss auf Arbeitsbedingungen von Millionen Menschen, die in der Industrie arbeiten, sowie auf die Umweltbelastungen, die von ihr ausgeht. In dieser Industrie kann man also viel bewirken. Außerdem liebe ich die Ästhetik, Kreativität und die verschiedenen Ausdrucksformen in der Mode.“ 

Welche Pläne hast du für deine persönliche Zukunft?

„Die sind gar nicht so konkret. Ich will noch wirksamer sein in meiner Arbeit und als Mensch. Aktuell arbeiten wir neben den laufenden Projekten an einer Neuaufstellung und einem Relaunch unserer Agentur und sortieren mal wieder die vielen Ideen, die uns umtreiben.“ 

Die von uns interviewten Frauen waren 2020 für den 25 Frauen Award nominiert.

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