Collage: EDITION F

Abgesagt // 25 Frauen, die unsere Welt zukunftsfähig machen

Heute sind sieben nominierte Schwarze Frauen – Alice Hasters, Aminata Belli, Ciani-Sophia Hoeder, Fabienne Sand, Hadnet Tesfai, Josephine Apraku und Noah Sow – von ihrer Nominierung beim 25 Frauen Award zurückgetreten und haben zusätzlich unseren Blick für die Debatte rund um Colorism – also die Hierarchisierung innerhalb Schwarzer Communities – geschärft.

Wir sind uns unserer Verantwortung als Medium, als wertebasiertes Unternehmen, als Freund*innen von BIPoC, von Menschen mit Be_hinderung, von Menschen aus der LGBTQI+-Bewegung und vielen anderen marginalisierten Gruppen bewusst und nehmen diese Verantwortung wahr und ernst.

Für den diesjährigen Award bedeutet das, dass wir die Nominierung und Abstimmung nicht weiter fortführen werden. Nicht, weil keine Frau eine Bühne erhalten soll, sondern weil wir die Lücken der Nominierung damit kennzeichnen wollen. 

Wir lassen die ursprüngliche Liste der Nominierten für die Transparenz online.

Den offenen Brief und unsere erste Gedanken dazu findet ihr hier.

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Die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen sind riesig: die Corona-Pandemie, der Klimawandel, Sexismus, Rassismus. Frauen, die die Welt verändern, brauchen wir dringender denn je. Wir präsentieren euch die 50 Nominierten für den diesjährigen 25 Frauen Award – und ihr könnt bis zum 30. Juli für eure Favoritin abstimmen.

Liebe Leser*innen,

wir sind schwer beeindruckt von all den Vorschlägen für die „25 Frauen, die unsere Welt zukunftsfähig machen“, die uns in den vergangenen Wochen auf zahlreichen Wegen erreicht haben. 

Die aktuellen Herausforderungen sind enorm: Eine weltweite Pandemie bringt die Medizin an ihre Grenzen und hat unser soziales Leben, wie wir es bisher kannten, monatelang lahmgelegt, der Kampf gegen den Klimawandel muss weitergehen, Rassismus und Populismus sind eine weltweite Bedrohung. Nur mutige und innovative Ideen können Bahnbrechendes bewirken und Antworten für eine zukunftsfähige und gerechtere Gesellschaft hervorbringen. Hier kommt unsere TOP-50-Auswahl der Frauen, die mit ihrer Stimme und ihren Ideen unsere Welt zukunftsfähig machen – jetzt seid ihr dran, stimmt bis zum 30. Juli ab für eure Favoritin!

Vorgeschlagen wurden die Frauen von ihren Partner*innen, Freund*innen und Verwandten, von ihren Kolleg*innen, Vorgesetzten und von Menschen, die von ihrer Arbeit und ihren Visionen beeindruckt sind, auch ohne sie persönlich zu kennen. Wir wollen diesen Frauen eine Bühne geben und ihr Engagement für unsere Gesellschaft würdigen.

Los geht’s!

Unter den 50 Frauen, für die ihr nun abstimmen könnt, sind Aktivistinnen, Wissenschaftlerinnen, Kultur- und Medienschaffende sowie Unternehmerinnen. Jede Frau trägt einen Teil dazu bei, dass unsere Zukunft gerechter, moderner, kreativer, grüner und lebenswerter wird. Jede auf ihre eigene Weise, manchmal laut und manchmal auch ganz leise. Dabei ganz wichtig: Unsere Sammlung ist kein Ranking, sondern die Frauen sind alphabetisch geordnet aufgelistet.

Welche von ihnen werden unsere Top 25? Diese schwierige Wahl geben wir an euch weiter: Wir stellen euch heute unsere Vorauswahl für die Abstimmung vor, über die ihr gemeinsam mit unserer Jury entscheidet. Das Publikumsvoting und die Stimmen der Jury gehen jeweils mit 50 Prozent in das Endergebnis ein.

Wir freuen uns auf die Stimmen der EDITION F-Community und sind wahnsinnig gespannt, für wen ihr euch entscheidet, nachdem ihr alle 50 Nominierten hier kennengelernt habt.

Wir freuen uns, diesen Award in Kooperation mit Zeit Online und dem Handelsblatt auszurichten. Ein großer Dank gilt unserem Hauptpartner She’s Mercedes.

Alice Hasters, Autorin und Journalistin

Foto: Katja Ruge

Alice Hasters schreibt und veröffentlicht zu den Themen Rassismus, Feminismus und Identität. Die Journalistin schreibt für diverse Publikationen und entwickelt Webvideos für den RBB und die Tagesschau. Mit ihrer Freundin Maxi Häcke macht sie den Podcast „Feuer und Brot“, die beiden widmen sich dort Themen rund um Politik und Popkultur. Im Herbst 2019 erschien ihr erstes, viel beachtetes Buch: „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“.

Almut Schnerring, Autorin und Journalistin

Foto: Oliver Kepka

Die Autorin und Journalistin Almut Schnerring hat, ausgehend von ihrem Buch und Blog „Die Rosa-Hellblau-Falle“, den „Goldenen Zaunpfahl“ initiiert, ein Negativpreis für Gendermarketing. Um auf die mangelnde Wertschätzung von Care-Arbeit aufmerksam zu machen, hat sie gemeinsam mit Sascha Verlan den „Equal Care Day“ ins Leben agerufen und bietet in ihrem Buch „Equal Care“ Lösungen für dieses Problem.

Aminata Belli und Hadnet Tesfai, Moderatorinnen und Journalistinnen

Fotos: Berta Pfirsich | Philipp Gladsome

Hadnet Tesfai ist seit vielen Jahren im Medienbereich aktiv, u.a. als Moderatorin bei Radio Fritz, MTV, ARD und 3Sat. Auch Aminata Belli arbeitet als Moderatorin und Journalistin für Sender wie Funk und MTV. Auf ihren privaten Social-Media-Kanälen erreichen die beiden mit einer Mischung aus Popkultur und politischen Themen eine große Zahl an Menschen. Weil in medialen Debatten über Rassismus oft gerade die Menschen fehlen, die davon betroffen sind, haben die beiden ein eigenes Instagram-Format (IGTV) zum Thema gestartet. Bei „#Sitzplatzreservierung” sprechen sie mit Schwarzen Menschen über Rassismus und haben so einen Ort geschaffen, an dem Betroffene auf Augenhöhe miteinander diskutieren können, ohne sich erklären zu müssen. „#Sitzplatzreservierung” sollte in erster Linie Schwarze Menschen ansprechen, erreicht jedoch auch viele weiße Personen, die dort mehr über anti-rassistisches Handeln und Denken lernen können.

Anahita Thoms, Menschenrechtsexpertin und Gründerin

Foto: Baker &McKenzie

Anahita Thoms ist Partnerin bei Baker McKenzie. Zudem ist sie Vorständin der Atlantik-Brücke, der Young Global Leader des WEF und Mitglied des Menschenrechtsausschusses der American Bar Association. Für ihre Arbeit erhielt sie Auszeichungen wie den International Trade Lawyer of the Year 2020. Sie engagiert sich im Kampf gegen moderne Sklaverei und für Menschenrechte und wird regelmäßig als Expertin zu diesen Themen interviewt.

Aylin Karabulut, Wissenschaftlerin

Foto: André Hirtz

Aylin Karabulut ist Erziehungswissenschaftlerin und Expertin für Diversität und Inklusion. Sie ist Stipendiatin der „Studienstiftung des deutschen Volkes“ und forscht in ihrer Dissertation zu schulischer Rassismuskritik. Zudem beschäftigt sie sich mit den Themen Bildungsungleichheit, Rassismuskritik und Intersektionalität. Ihre Vision: ein Bildungssystem, in dem endlich alle Kinder die gleichen Chancen haben.

Bettina Rollow, Organisationsberaterin

Foto: Marc Beckmann

Bettina Rollow ist Organisationsentwicklerin und Executive Coach. Sie erforscht mit Unternehmen neue Formen der Zusammenarbeit. Als ausgebildete Gestalttherapeutin geht sie dabei sowohl auf die Organisationsstruktur als auch auf die einzelnen Mitarbeiter*innen ein. Unternehmen, mit denen sie arbeitet, entwickeln radikal neue Wege der Führung und Zusammenarbeit. Zudem ist sie Co-Autorin des Ratgebers „New Work needs Inner Work“, der Teams helfen soll, Hierarchien abzubauen sowie flexibler und sinnstiftender zu arbeiten.

Ciani-Sophia Hoeder, Gründerin und Journalistin

Foto: RosaMag

Ciani-Sophia Hoeder ist Journalistin und Gründerin von „RosaMag“, dem ersten Online-Lifestylemagazin für Schwarze Frauen im deutschsprachigen Raum, das kürzlich für den Grimme Online Award nominiert wurde. Ciani-Sophia Hoeder hat es sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit den RosaMag-Autor*innen Schwarze Frauen und Freunde*innen zu informieren, inspirieren und empowern. 

Claudia Kemfert, Wissenschaftlerin

Foto: Jens Jeske

Prof. Dr. Claudia Kemfert ist die bekannteste deutsche Wissenschaftlerin für Energie- und Klimaökonomie. Sie leitet die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin und ist Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit. In Politik und Medien ist sie eine gefragte Expertin und gilt als überzeugte Kämpferin für eine zukunftsfähige Energiewende. Kürzlich ist zudem ihr Buch „Mondays for Future“ erschienen.

Claudia Langer, Gründerin, Autorin und Aktivistin

Foto: Claudia Casagrande

Claudia Langer ist Gründerin („Avantgarde“, „.Start AG“, „Utopia.de“) und politische Aktivistin für Generationengerechtigkeit. Mit der „Generationen Stiftung“ versucht sie politische Entscheidungen im Interesse kommender Generationen zu beeinflussen und Lösungen für eine bessere Zukunft aufzuzeigen. Mit dem Jugendrat der Stiftung hat sie den Bestseller „Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen. Bedingungen für die Rettung unserer Zukunft“ veröffentlicht, der zum Umdenken anregt.

Claudine Nierth, Politaktivistin und Künstlerin

Foto: Burgis Wehry

Claudine Nierth ist Künstlerin sowie Politaktivistin und setzt sich für die Stärkung der Demokratie ein. Als Bundesvorstandssprecherin von „Mehr Demokratie e.V“ wurde sie 2018 von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für ihren Einsatz für die Demokratie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sie hat fünf Volksbegehren initiiert und Deutschlands ersten ausgelosten Bürgerrat mit angeschoben.

Deepa Gautam-Nigge, Managerin bei SAP und Beirätin

Foto: SAP | Dana Rösiger

Deepa Gautam-Nigge leitet das „SAP Next-Gen Ecosystem“  – eine umfassende Innovationsplattform mit Gründungszentren, Universitäten, StartUps und VC zur Förderung von Innovationen für und mit nächsten Generationen. Als Expertin für Plattform-Geschäftsmodelle ist sie darüberhinaus als Advisor für StartUps aber auch bei Unternehmen wie z.B. Earlybird VC und Schmitz Cargobull AG.

Hier ist eine Lücke in dieser Nominierungsliste. Eine Lücke, die für all die fehlenden Frauen und für unsere Lücken. Eine Lücke, die Colorism und damit dark-skinned Schwarze Frauen, Frauen mit Behinderungen, Menschen aus der LGBTQ+-Bewegung, Frauen aus sogenannten bildungsfernen sozialen Umfeldern und viele weitere Menschen, die hier ebenfalls Raum einnehmen könnten und sollten, in den Blick nehmen soll. Unserem Anspruch nach möglichst großer Vielfalt werden auch wir nicht immer zu 100 Prozent gerecht. Umso wichtiger ist es uns, darauf aufmerksam zu machen. Wir wollen zukünftig noch stärker darauf achten – von Jurybesetzung über Nominierung bis zur Endauswahl. Ein Prozess, den wir seit Beginn des 25 Frauen Awards mit der Community gehen und den wir in der Zukunft noch transparenter machen werden. Danke, dass ihr uns dabei wohlwollend und kritisch begleitet.

Franka Maubach, Historikerin und Autorin

Foto: Fotoatelier Rietz

Franka Maubach beschäftigt sich seit der Geflüchtetenbewegung 2015 mit der Geschichte von Migration und Rassismus und ist Co-Autorin des Buches „Zur rechten Zeit“. 2016 hat sie den Verein „Thüringer Flüchtlingspaten Syrien“ mitgegründet, der ein legales Schlupfloch für den erweiterten Familiennachzug nutzt: Per Bürgschaft und mithilfe von Spenden können Geschwister oder Eltern von Geflüchteten sicher mit Visum ausreisen.

Gülcan Nitsch, Biologin und geschäftsführende Gesellschafterin

Foto: Mehmet Werner

Gülcan Nitsch ist Biologin, Ashoka-Fellow sowie Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin bei „Yeşil Çember – ökologisch interkulturell GmbH“, die erste türkischsprachige Umweltschutzinitiative in Deutschland. Mit ihrer Arbeit trägt sie zur interkulturellen Öffnung der Umweltverbände bei. Neben weiteren Auszeichnungen für ihr Engagement erhielt sie 2014 den Bundesverdienstorden.

Helen Fares, Podcasterin und Aktivistin

Foto: Jura Germanyuk

Helen Fares ist Journalistin, Bildungsaktivistin und Psychologin. 2016 startete sie mit DJ Josi Miller den Hiphop-Podcast „homegirls“. 2017 moderierte sie die siebenteilige Arte-Dokumentation „Homo Digitalis“. In diversen Panels, Diskussionsrunden und bei Instagram setzt Helen sich aktiv für die Interessen und Anliegen von People of Color in Deutschland ein. Seit 2020 produziert sie zudem wöchentlich das Instagram-Psychologie-Magazin „Was macht die Psyche…?“.

Helena Steinhaus, Gründerin von Sanktionsfrei e.V.

Foto: Christian Stollwerk

Helena Steinhaus ist die Gründerin von „Sanktionsfrei e.V.“.  Der Verein hilft Hartz-IV-Empfänger*innen, die von Sanktionierungen durch Jobcenter betroffen sind, sich juristisch zu wehren und zahlt ihnen Geld, damit sie trotz Einschränkungen über die Runden kommen. Helena ist davon überzeugt, dass durch Hoffnung mehr Potenzial freigesetzt wird, als wenn Menschen stigmatisiert und unter Druck gesetzt werden. Mit dem Verein kämpft sie für ein gerechtes Sozialsystem, das auf Vertrauen beruht und arbeitet daran, der Vision einer bedingungslosen Grundsicherung näherzukommen.

Helga Rübsamen-Schaeff, Infektologin und Gründerin

Foto: Peoples Pictures

Die promovierte Chemikerin Helga Rübsamen-Schaeff leitete das Chemotherapeutische Forschungsinstituts Georg-Speyer-Haus in Frankfurt, war von 1994 bis 2006 Leiterin der Virusforschung der Bayer AG und leitete ab 2001 leitete die gesamte Infektionsforschung. Zudem gründete und leitete sie die Biopharma-Firma „AiCuris“. 2018 wurde sie für ihre Forschungsarbeit mit dem Deutschen Zukunftspreis gewürdigt, verliehen durch den Bundespräsidenten.

Insa Thiele-Eich, Meteorologin und Astronautin

Foto: dieastronautin

Als promovierte Meteorologin arbeitet Dr. Insa Thiele-Eich an der Uni Bonn als wissenschaftliche Koordinatorin und Forscherin für eine verbesserte Klima- und Wettervorhersage. Seit 2017 ist sie im Training zur Astronautin und hofft, als erste deutsche Frau zur ISS fliegen zu können. Zudem zeigt sie als dreifache Mutter, dass sich Kinder und Job notfalls auch 400 Kilometer von der Erde entfernt vereinbaren lassen.

Iris Braun, Gründerin von „Share“

Foto: Frank Reinhold

Iris Braun ist Co-Gründerin des Social-Startup „Share“. Für jedes verkaufte Produkt ermöglicht die Konsumgütermarke eine gleichwertige Hilfeleistung für einen Menschen in Not. Neben sozialen Partnerschaften hat Iris Braun das Produktportfolio des Unternehmens aufgebaut und die erste Wasserflasche ohne Neuplastik in Deutschland entwickelt. Viele Jahre leitete sie Entwicklungsprojekte in Afrika und Asien und führt bis heute ein Projekt der „Bill & Melinda Gates Foundation“ für digitale Finanzmöglichkeiten von Menschen in Armut. 

Josephine Apraku, Gründerin und Journalistin

Foto: Lars Walther

Josephine Apraku ist Afrikawissenschaftlerin, Autorin und Mitbegründerin des Instituts für diskriminierungsfreie Bildung in Berlin. Sie arbeitet als Expertin zu den Themen Diskriminierung und Rassismus. Die Frage nach Möglichkeiten für Veränderung, für gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe – immer aus einer intersektionalen feministischen Perspektive – ist beständiger Antrieb ihrer Arbeit. Als freie Autorin schreibt sie Kolumnen für das Missy Magazine sowie für die EDITION F-Kolumne „Reboot the System“.

Katharina Jünger, Co-Gründerin und CEO von „Tele Clinic“

Foto: TeleClinic

Katharina Jünger ist Juristin, Co-Gründerin und CEO des Startups „Tele Clinic“, das digitale Ärzt*innenbesuche ermöglicht. Mit dieser Pionierarbeit schuf sie die technischen, organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen für telemedizinische Behandlungen in Deutschland. Mit ihrer Arbeit setzt sie sich dafür ein, durch digitale Ärzt*innenbesuche jedem Menschen eine bessere Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Katja Lewina, Journalistin und Autorin

Foto:  Lucas Hasselmann

Als freie Autorin und Kolumnistin schreibt Katja Lewina über sexuelle Selbstbestimmung und nimmt dabei keine Rücksicht auf gesellschaftliche Konventionen. Anfang des Jahres erschien mit „Sie hat Bock“ ihr erstes Buch, in dem sie Mythen und Klischees rund um weibliche Sexualität auseinandernimmt. In ihren Texten räumt sie mit Gerüchten, Mythen und Klischees über weibliche Sexualität auf und fordert Frauen auf, für ihre eigenen Spielregeln zu kämpfen.

Kristina Lunz, Gründerin, Beraterin und Aktivistin

Foto: Judith Döker

Kristina Lunz ist Beraterin für das Auswärtige Amt und Mitbegründerin des Centre for Feminist Foreign Policy, das sich für eine feministische Außenpolitik einsetzt, die die konventionellen Standards der Politik in Frage stellt. Als Aktivistin setzt sie sich besonders für Bildungsgerechtigkeit ein. Zu ihren Projekten zählt beispielsweise die Kampagne „Nein heißt Nein“. Seit dem vergangenen Jahr wird Kristina Lunz zudem in der Liste der „30 under 30” des „Forbes Magazins“ aufgeführt.

Louisa Dellert, Aktivistin und Influencerin

Foto: Laura Hoffmann

Louisa Dellert ist eine deutsche Influencerin. Nach ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau startete sie ihre Karriere als Fitness-Bloggerin, bis eine Herz-OP sie dazu bewegte, ihr Leben zu reflektieren. Seitdem nutzt sie ihre Reichweite, um ihren Instagram-Follower*innen gesellschaftsrelevante und politische Geschehnisse näherzubringen. Zudem setzt sie sich für das Thema Nachhaltigkeit ein und betreibt mit Freundinnen einen Zero Waste Shop.

Magdalena Schaffrin, Gründerin und Autorin

Foto: Lieblingsportrait

Magdalena Schaffrin ist eine Pionierin der nachhaltigen Modeszene. Aus dem 2009 von ihr mitbegründeten „Greenshowroom“ ist heute die „Neonyt“ entstanden, eine der größten Messen für nachhaltige Mode weltweit. Sowohl ihr Buch „Fashion Made Fair“ als auch die Aktivitäten der Agentur Kaleidoscope Berlin, bei der sie als Artdirektorin arbeitet, folgen dem Ziel, nachhaltige, faire Mode zum Standard zu machen.

Maja Göpel, Ökonomin

Foto: Kai Müller

Maja Göpel fordert eine grundsätzliche Neuorientierung ökonomischer Entwicklung, um soziale und ökologische Ziele besser zu vereinen. Als Expertin für Nachhaltigkeit und Transformationsprozesse verbindet sie dafür Theorie und Praxis: globale Kampagnen für die Rechte zukünftiger Generationen und ein Future Policy Award sind dabei genauso entstanden wie Fachliteratur und der Bestseller „Unsere Welt neu denken: Eine Einladung.“ Sie ist eine der Gründer*innen der Scientists4Future und koordiniert auch als Generalsekretärin des WBGU nicht nur Politikberatung, sondern arbeitet intensiv an der Schnittstelle Wissenschaft und Gesellschaft.

Margret Rasfeld, Co-Gründerin von „Schule im Aufbruch“

Foto: Simon Wegener

Margret Rasfeld ist Botschafterin für Zukunftsbildung. Vernetzerin von Ideen und Menschen und Ermutigerin. Sie tritt für gesellschaftliche Transformation ein, mit Schwerpunkt in der Bildungskultur und ist Co-Gründerin von „Schule im Aufbruch“ und dem Global Goals Curriculum 2030. Sie setzt sich für eine radikale Neuausrichtung der Bildung nach den Leitlinien der UNESCO  Bildung für nachhaltige Entwicklung ein. Für ihre Arbeit wurde sie unter anderem mit dem Vision Award ausgezeichnet. 

Maria und Elisabeth Furtwängler, Gründerinnen der Stifung „MaLisa“

Foto: Markus Nass

Als Mutter-Tochter-Duo gründeten die Schauspielerin Maria Furtwängler und die Musikerin Elisabeth Furtwängler 2016 die MaLisa Stiftung, deren Ziel Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt in audiovisuellen Medien (Film, Fernsehen, Soziale Medien) und der Musikbranche sind. Unter dem Motto „Sichtbar heißt machbar“ setzen sie sich für vielfältige (Vor-)Bilder auf Bildschirm, Leinwand und Bühne ein.

Marylyn Addo, Medizinerin und Infektiologin

Foto: UKE

Prof. Dr. Marylyn Addo ist Medizinerin und Infektiologin auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten und der Impfstoffentwicklung. 2013 wurde sie auf die erste Professur des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) an das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf berufen. Dort forscht sie aktuell auch an einem Impfstoff gegen das Coronavirus – wer Christian Drosten kennt, sollte auch sie kennen. Sie war an der Entwicklung des kürzlich zugelassenen Ebola-Impfstoffes beteiligt und leitete die klinische Erprobung eines Impfstoffs gegen das MERS-Coronavirus.

Miriam Wohlfarth, Gründerin und Geschäftsführerin

Foto: Jakob Hoff

Miriam Wohlfarth ist eines der wichtigsten Fin-Tech-Gesichter Deutschlands. 2009 gründete sie das Fintech-Unternehmen „Rate Pay“ und leitet heute ein Team von 250 Mitarbeiter*innen. Sie gilt als eine der Vorreiter*innen zur Zukunft der Finanzen und startete mit „Payment and Banking“ einen Fintech-Blog. Zudem setzt sie sich für Unternehmer*innentum, Gründer*innenberatung und im Startupverband ein. Als Gesellschafterin der „Startup Teens“ und als Mentoring bei der „Hacker School“ bringt sie Schüler*innen mit zukunftsrelevanten Fächern wie Programmieren in Kontakt.

Mitra Kassai, Gründerin von „Oll Inklusiv“

Foto: Katja Ruge und Thomas Koch

Mitra Kassai arbeitete viele Jahre in der Musik- und Kulturszene. 2018 gründete sie die gemeinnützige Initiative Oll Inklusiv. Ein Netzwerk für Menschen über 60. Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ organisiert sie Veranstaltungen für Menschen über 60. Allein 2019 haben sich durch Oll Inklusiv hunderte Senior*innen zu mehr als 60 Aktivitäten getroffen, konnten dadurch Freund*innenschaften knüpfen und sich gegenseitig im Alltag unterstützen.

Monica Culen, Gründerin der „Rote Nasen“

Foto: RED NOSES

Monica Culen gründete 1994 gemeinsam mit Giora Seeliger das erste Programm für Healthcare-Clowns in Europa und baute die „Rote Nasen-Organisationen“ in elf Ländern auf. 400 Clowns bringen mit Humor psychosoziale Unterstützung zu Kindern in Krankenhäusern, zu Senior*innen und in Geflüchtetenlager; seit COVID-19 über Online-Tools. Für ihr soziales Engagement erhielt Culen unter anderem das silberne Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich.

Natascha Wegelin, Gründerin von „Madame Moneypenny“

Foto: Jacqueline Häußler

Natascha Wegelin ist Autorin, Unternehmerin und Finanzexpertin. Als Gründerin von „Madame Moneypenny“ bloggt und schreibt sie über Finanzen, Altersvorsorge und Investitionen. Damit möchte sie insbesondere Frauen dazu inspirieren, sich vor finanzieller Abhängigkeit zu schützen. 2018 erschien zudem ihr Buch: Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können“.

Ninia „LaGrande“ Binias, Moderatorin, Autorin und Slam-Poetin

Foto: Simona Bednarek

Ninia „LaGrande“ Binias ist Moderatorin, Autorin und Slam Poetin. Sie beschäftigt sich mit Inklusion, Feminismus und Mode im politischen Kontext. Mit der Schauspielerin Denise M’Baye produziert sie den Podcast „Die kleine schwarze Chaospraxis“, bei dem die beiden über Themen wie Diskriminierung, Politik, Elternschaft und Sex sprechen. Zudem ist sie Geschäftsführerin des hannoverschen Büros für Popkultur und Vorsitzende des Beirats Hannovers zur Kulturhauptstadtbewerbung 2025.

Noah Sow, Autorin und Menschenrechtsaktivistin

Foto: noahsow.de

Noah Sow ist Dozentin, Autorin, Menschenrechtsaktivistin und Medienschaffende. Ihre Texte, Hörspiele, Analysen und Praxis finden Einfluss in Popularmedien, Kultur und Wissenschaft. Ihr Buch „Deutschland Schwarz Weiß“ wurde seit Erscheinen zum Standard in der Lehre und Diskussion über strukturellen Rassismus in Deutschland.

Nora Fingscheidt, Filmregisseurin

Foto: Philip Leutert

Nora Fingscheidt arbeitet als Regisseurin. Ihr Spielfilmdebüt „Systemsprenger“ hat inzwischen über 70 Preise gewonnen. Fünf Jahre recherchierte Fingscheidt, um die Geschichte von „Systemsprengern“ zu erzählen: Kinder, die aus dem System fallen und kaum noch in unsere gesellschaftlichen Strukturen integriert werden können. Mit dem Film ist es der Regisseurin gelungen, ein relevantes, aber sperriges Thema ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Ragnhild Struss, Gründerin von Struss und Claussen

Foto: Laura Hoffmann

Ragnhild Struss ist Karriere-Beraterin und Co-Gründerin von Struss und Claussen, eine der führenden Studien- und Berufsberatungen Deutschlands. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, für jede*n den passenden Platz in der Berufswelt zu finden. Ihre Überzeugung: Unsere Welt wird persönlich, gesellschaftlich und volkswirtschaftlich besser, wenn jede*r der Mensch ist, der er*sie sein kann.

Regine C. Henschel, Forscherin

Foto: Jochen Morlock | TAO Group

Regine C. Henschel ist Autorin zahlreicher Romane, Space-Entrepreneurin und Forscherin. Mit Ihrem Ingenieur*innen-Team der „TAO-Group“ realisiert sie die Technologien der Zukunft. Grundlage hierfür sind die nachhaltigen Strategien der Natur. Regine setzt sich für eine bessere Welt mit dem Ziel einer Energiewirtschaft ohne Stoffverbrauch ein. Ihr Herzens-Projekt ist die Stratosphären-Plattform für eine gesunde Telekommunikation

Samira El Ouassil, Journalistin

Foto: Stefan Klüter

Samira El Ouassil studierte Kommunikationswissenschaft und war Kanzlerkandidatin der „PARTEI“. Nach einer Schauspielausbildung arbeitet sie bis heute als politische Ghostwriterin. Seit Februar ist sie Kolumnistin beim „Spiegel“. Mit der Gedächtnisweltmeisterin Christiane Stenger bestreitet sie den Philosophie-Podcast „Sag niemals Nietzsche“ und mit dem Autor Friedemann Karig den Diskurs-Rückblick „Piratensender Powerplay”. Mit ihren Beiträgen, sei es als Autorin oder Gast in öffentlichen Debatten, prägt sie wichtige Diskussionen in Deutschland – aktuell etwa zu Rassismus.

Sandra Bils, Theologin und Innovatorin

Foto: Mara Feßmann

Sandra Bils ist evangelische Pastorin. Ihr Satz „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt!“ in der Abschlusspredigt des Kirchentags 2019 war eine Initialzündung und ging sofort viral. Sie ist Gründungsmitglied des Bündnisses United4Rescue, das im an Anschluss entstand. Im Januar 2020 ermöglichte das Bündnis den Kauf der Sea-Watch 4. Die promovierte Theologin unterstützt neue Formen von Kirche und hat eine Honorarprofessur für Kirchenentwicklung.

Sarah Grohé, Gründerin von „Erlich Textil“

Foto: Lena Cramer

Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg sind kein Gegensatz – auch nicht in der Modeindustrie. Das beweist Sarah Grohé mit „Erlich Textil“, das sie 2016 mit Benjamin Sadler gründete. Das Label setzt auf nachhaltige Materialien und hohe Öko- und Sozialstandards. Faire Preise und der Online-Direktvertrieb machen „Erlich Textil“ einer breiten Zielgruppe zugänglich, was verdeutlicht, dass ein Wandel in der Textilindustrie tatsächlich möglich ist.

Tonia Merz, Gründerin und Aktivistin

Foto: Tonia Merz

Tonia Merz ist seit 19 Jahren selbstständige Modedesignerin und Inhaberin einer Korsettmanufaktur. Tonia wurde spontan zur „Existenzialistin“: Sie startete eine Petition für ein bedingungsloses Krisen-Grundeinkommen auf Change.org und traf mit Ihrer Idee die Sorge der Zeit. Tonias Petition fand immense mediale Aufmerksamkeit und trug maßgeblich zu einer öffentlichen Debatte über ein Grundeinkommen während der Corona-Krise bei.

Ursula Sladek, Unternehmerin und Umweltschützerin

Foto: EWS

Seit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl arbeitet Ursula Sladek an einer bürgereigenen, klimafreundlichen Energieversorgung. Sie war Mitgründerin und danach zehn Jahre lang Vorsitzende der „Bürgerinitiative Eltern für eine atomfreie Zukunft“. Bis 2014 leitete sie den daraus hervorgegangenen Ökostromanbieter Elektrizitätswerke Schönau und ist bis heute als Klimaschützerin aktiv.

Varena Junge, Gründerin von „Enyway“ und „Yook“

Foto: Stephan Ziel

Früher besetzte Varena Junge Kohlekraftwerke, heute treibt sie als Unternehmerin digitale Innovationen voran. Erst brach sie mit ihrem Energie-Startup „Enyway“ die starren Strukturen des deutschen Energiemarktes auf. Jetzt zielt sie mit ihrem Startup „Yook“ auf die Konsumgesellschaft und das Ziel, die Klimaeffekte beim Onlinekauf transparent zu machen, zu reduzieren und zu kompensieren.

Vera Regitz-Zagrosek, Medizinerin und Forscherin

Foto: privat

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Vera Regitz-Zagrosek hat an der Charité das bundesweit erste Institut aufgebaut, das sich mit geschlechterspezifischen Aspekten in der Medizin beschäftigt. Als sie sich in den Nullerjahren diesem in Deutschland noch unerforschten Bereich der Medizin widmete, hatte sie mit viel Widerstand zu kämpfen, mehrheitlich von konservativer, männlicher Seite. Sie ließ sich jedoch nicht von ihrem Vorhaben abbringen und entdeckte diverse frauenspezifische Gesundheitsprobleme, die noch nie untersucht worden waren. In „Gendermedizin“ erklären sie und ihre Co-Autorin Stefanie Schmid-Altringer, warum Frauen eine andere medizinische Behandlung brauchen als Männer. 

Wiebke Ankersen, Geschäftsführerin der „Allbright-Stiftung“

Foto: AllBright Stiftung

Dr. Wiebke Ankersen leitet seit 2016 als Geschäftsführerin gemeinsam mit Christian Berg die „Allbright-Stiftung“ in Berlin. Die gemeinnützige deutsch-schwedische Stiftung setzt sich für mehr Frauen und Diversität in den Führungspositionen von Unternehmen ein. Mit regelmäßigen Studien und einer starken Stimme in den Medien bringt sie Schwung in die Debatte um Frauen in der Führung – immer faktenbasiert, lösungsorientiert und optimistisch.

Zita Küng, Feministin und Aktivistin

Foto: Reto Oeschger

Zita Küng engagiert sich seit mehreren Jahrzehnten für Frauenrechte in der Schweiz und kämpft für die Gleichberechtigung von Frauen.Von 1990 bis 1996 war sie eine der beiden Leiterinnen des „Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann“ der Stadt Zürich. Ihre Energie und ihre Beiträge investiert sie ins Empowerment von Frauen und in einen wirksamen Geschlechter- und Generationendialog. Mit ihrem eigenen Unternehmen berät sie Frauen – und Unternehmen zu der Frage, wie eine zeitgemäße Personalplanung im Jahr 2020 aussehen kann.

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