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7 Fehler, mit denen Führungskräfte ihre besten Mitarbeiter vergraulen

Gute Führung will gelernt sein – und wer es kann, verliert die besten Leute auch nicht an die Konkurrenz. Diese sieben Fehler solltet ihr als Chef vermeiden, damit euer Team glücklich ist und bei euch bleibt.

Gute Führung ist unersetzlich

Eine ganz wichtige Aufgabe, die Chefinnen und Chefs haben, um den Erfolg ihres Unternehmens sicherzustellen: Sie müssen dafür sorgen, dass sie ihre Mitarbeiter halten. Was Unternehmen tun können, um insbesondere für die Millennial-Generation attraktiv zu sein, haben wir hier schon einmal erklärt. Doch es reicht nicht, auf die Rahmenbedingungen zu achten und etwa darauf einzugehen, welche Wünsche Mitarbeiter haben. Als Chef muss man sich immer wieder bewusst machen: Menschen verlassen selten ihre Jobs, sie verlassen ihre Vorgesetzten. Anders herum gesagt: Wer eine exzellente Chefin ist, wird es auch schaffen, seine Mitarbeiter für weniger spannende Aufgaben zu motivieren, denn in einem tollen Team zu arbeiten und zum Beispiel von erfahrenen Angestellten lernen zu können, ist auch viel wert.

In Unternehmen mit guter Führung ist die Fluktuation geringer. Verlassen Angestellte jedoch häufig nach relativ kurzer Zeit das Unternehmen, ist das ein Zeichen dafür, dass es ein Management-Problem gibt. Wer selbst eine Firma oder Abteilung leitet, weiß, dass es kein Spaß ist, Talente zu verlieren: Eine Nachbesetzung der Stelle kann lange dauern, wichtige Projekte verzögern und auch Kunden verunsichern. Besser ist also, wenn das gar nicht erst passiert und man es schafft, die besten Leute im Team zu halten und ihnen bei ihrer beruflichen Entwicklung zu helfen.

Sieben Dinge, die ein guter Chef anders machen sollte

Was also machen die Manager falsch, die immer wieder Leute aus ihrem Team verlieren?

1) Sie interessieren sich nicht für ihre Mitarbeiter als Menschen

Etwa die Hälfte aller Angestellten sucht sich einen neuen Job, weil die Beziehung zum Chef nicht ihren Erwartungen entspricht. Als Vorgesetzter ist es immens wichtig, seine interpersonellen Fähigkeiten zu entwickeln und mit den Mitarbeitern eine Beziehung zu entwickeln, die auf mehr basiert als der gemeinsamen Arbeit. Mitarbeiter wollen als ganze Menschen gesehen und behandelt werden, daher zahlt es sich aus, wenn du als Chefin weißt, wenn sie gerade vielleicht eine persönliche Krise durchstehen und was sie persönlich bewegt. Wir verbringen so viel unserer Lebenszeit mit Arbeit – es ist unmöglich, dabei zufrieden zu sein, wenn der zwischenmenschliche Kontakt unpersönlich ist.

2) Sie zeigen für die Arbeit ihrer Mitarbeiter keine Wertschätzung

Wie würde es dir gehen, wenn du ein Projekt zu einem guten Abschluss bringst und der Kunde zwar dafür bezahlt, aber mit keinem Wort sagt, wie er das Ergebnis findet? Eine gute Arbeitsbeziehung beinhaltet Anerkennung für das, was geleistet wird – dazu zählt auch konstruktives Feedback, denn das zeigt, dass du dich als Chef mit der Arbeit deines Mitarbeiters auseinandergesetzt hast. Um dein Teammitglied richtig zu loben, musst du außerdem wissen, was die Person motiviert. Für manche ist das eine Gehaltserhöhung, für andere ist das ein ausgesprochenes Lob in einem Teammeeting. Die Mitarbeiter wertzuschätzen und das regelmäßig zu zeigen, ist die Grundlage dafür, ein gutes Team aufbauen zu können.

3) Sie lassen ihre Mitarbeiter bis zum Burnout arbeiten.

Schlechte Manager verwechseln Überstunden mit Produktivität und loben ihre Mitarbeiter dafür, wenn sie besonders lange im Büro sitzen oder um Mitternacht noch auf eine E-Mail antworten. Gute Vorgesetzte tun das Gegenteil: Sie achten darauf, dass ihre Mitarbeiter sich nicht überarbeiten und sich ausreichend von der Arbeit erholen können. Denn wem nutzt es, wenn ein Teammitglied aufgrund von Krankheit oder chronischem Stress ausfällt? Eine gute Chefin weiß, wie sehr sie ihre Mitarbeiter belasten kann und organisiert die Aufgabenverteilung so, dass ihr Team Zeit für Familie und Freunde und ausreichend Schlaf hat – um gesund und glücklich zu bleiben.

Natürlich können durchgearbeitete Nächte im Team auch zusammenschweißen – aber nur, wenn das nicht zur Regel wird, sondern wirklich eine Ausnahme ist.

4)   Sie halten ihre Versprechen nicht ein.

Deine Mitarbeiter wollen sich auf dich verlassen können. Daher ist es ungemein wichtig, dass du Zusagen auch einhältst. Daher ist es empfehlenswert, keine Versprechen zu machen, die du vielleicht nicht einhalten kannst, wie zum Beispiel eine Gehaltserhöhung, die du zugesagt hast, weil du deine Mitarbeiterin motivieren wolltest. Es können aber auch schon kleine Dinge sein, wie das Entwicklungsgespräch drei Mal zu verschieben, weil immer ein anderer Termin wichtiger ist. Das gibt der anderen Person das Gefühl, nicht geschätzt zu werden oder bei großen Versprechen wie Beförderungen, die dann nicht eintreten, sogar getäuscht oder belogen worden zu sein.

5) Sie melden sich dann, wenn etwas nicht läuft.

Kennt ihr diesen Typ Chef? Er kommt morgens herein und meckert, dass die Präsentation gestern so schlecht gelaufen sei. Es ist das erste Mal seit drei Wochen, dass er sich in eurem Büro blicken lässt. An das letzte Lob könnt ihr euch gar nicht erinnern.

Den Mitarbeitern ein schlechtes Gefühl zu vermitteln und zu glauben, dass negatives Feedback sie anspornt, ist kein guter Führungsstil. Eine gute Chefin achtet darauf, dass sie regelmäßig mit ihrem Team im Austausch ist und Verbesserungswünsche und Lob sich die Waage halten. Wenn du Kritik äußerst, mach deutlich, dass es Wege gibt, es in Zukunft besser zu machen und binde die Ideen der Mitarbeiter ein. Zudem kann ein Mitarbeiter mit schlechtem Feedback besser umgehen, wenn es nicht das einzige ist, was die Chefin ihm zu sagen hat. Wer jedoch nur dafür bekannt ist, sich zu melden, wenn etwas nicht funktioniert, wird bald ohne Team dastehen.

6) Sie unterstützen ihre Mitarbeiter nicht dabei, dazuzulernen.

Glück gehabt: Du hast Talente im Team, die so gut arbeiten, dass der Laden im Prinzip von allein läuft. Die müssen doch glücklich sein, oder nicht? Wer das als Manager so sieht, wird die besten Leute bald an die Konkurrenz verlieren. Denn gerade die besten Mitarbeiterinnen suchen nach Herausforderungen und wollen die zuerst im eigenen Unternehmen bekommen. Als gute Chefin ist es deine Aufgabe, nach Wegen zu suchen, wie du auch für die besten Mitarbeiter Bereiche findest, in denen sie noch dazulernen können. Denn es gibt bekanntlich auch den Bore-out: Mitarbeiter, die aus lauter Langweile unzufrieden werden und ihr Glück dann beim nächsten Unternehmen versuchen.

7)   Sie befördern die falschen Leute.

Als Chef musst du einschätzen können, wer am besten geeignet für eine offene Stelle ist, sie oder ihn einstellen oder jemanden aus dem Team befördern. Das besonders Wichtige dabei ist, die Stelle so zu besetzen, dass die Entscheidung im Team akzeptiert wird, sie begründet und fair ist. Denn das Team hat in der Regel ein sehr gutes Gefühl dafür, wer die Beförderung verdient hat oder was jemand können muss, um das Team perfekt zu ergänzen. Wenn du als Managerin dann jemanden ins Team holst, weil es eine gute Freundin ist, die gerade einen Job brauchte und halbwegs passt, obwohl eine Mitarbeiterin wirklich hart gearbeitet hat und ebenfalls auf die Stelle passen würde, kommt Frust auf.

Was du tun kannst, um diesen Fehler zu vermeiden: Mach Stellenanforderungen und die Kriterien für Beförderungen sehr transparent und prüfe ganz genau, wer im Team aufrücken soll. Vielleicht ist auch ein Unconscious-Bias-Training eine gute Idee: Denn oft stellen wir Leute ein, die uns sehr ähnlich sind, und wundern uns, warum das Team auf einmal so homogen ist. Wenn sich Mitarbeiter wiederholt bei Beförderungen übergangen fühlen, werden sie sehr bald das Unternehmen verlassen.

Und noch ein Tipp zum Schluss:

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