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Selbstoptimierung – diese Fragen solltest du dir stellen, um nicht ständig unzufrieden zu sein

Selbstoptimierung! Über dieses Thema, die guten und schlechten Seiten daran, kann Marlene tagelang und kilometerlang schreiben. Weil es in unserer Zeit ein riesiges, vielfältiges Thema ist. Sie möchte aber dazu ermutigen, zwischendurch mal anzuhalten und sich zu fragen: Wo bin ich, wie gehts mir, wo will ich hin?

 

Der Versuch, zu optimieren

Wenn du dich gerade mit einem „Thema“ beschäftigst, das du optimieren möchtest, bist du durchgehend im ON. Du hast Situationen genau analysiert, dich und dein Verhalten sehr genau beobachtet und bestimmt auch viel an dir gearbeitet. Vielleicht hast du überlegt, was dir gut tun wird, ob Sport nun endlich zu einer Stressabbau-Routine werden muss, welche Entspannungsübungen helfen werden, wie du deine Wohnung „reizarmer“ gestaltest, ob Job und Stadt gewechselt werden sollten. Kurzum: Du versuchst zu optimieren. Dich und dein Leben. 

Das Schöne ist, in diesem Punkt kannst du ganz sicher Verständnis von den meisten Menschen erwarten! Denn wir alle versuchen, uns doch täglich zu optimieren. Coaches und Berater haben volle Terminkalender, Blogs leben davon, ich sag nur ein Wort – Yoga, ganze Etagen in Buchhandlungen mit Tipps und Tricks, um seinen Körper und Geist ordentlich in Schuss zu bringen und die Seele dabei baumeln zu lassen. Geht nicht, gibts nicht…

Die großen Möglichkeiten blicken uns jeden Tag erwartungsvoll ins Gesicht. Es ist eben alles möglich!

Gesundheit ist wichtig und gleichzeitig ist ein bisschen Rock´n Roll-Lifestyle erwünscht. Weil: Man soll das Leben ja genießen und bitte immer to the fullest. 

Besser geht es immer

Aber nach der Yoga-Stunde auf ne Zigarette und n Schnaps in die Kneipe zu pilgern, macht das Gewissen eben nicht mehr mit. 

Es wird optimiert und verglichen, was das Zeug hält. Am eigenen Körper – außen und innen, an der Beziehung, im Job, im Umgang mit den eigenen Kindern…mit 50 noch an die Uni – why not… Alles geht irgendwie noch besser, verständnisvoller, intensiver, beweglicher, spiritueller, gesünder, dünner und schlauer. Ein Leben mit Gewissen, das regional und saisonal abgestimmt ist. Eben immer nur das Beste… 

Und klar, ich nehme mich da nicht aus. Im Gegenteil, ich bin voll dabei. Ich veröffentliche Tipps, helfe Menschen dabei, in die Spur zu kommen, arbeite mit ihnen an ihrem Körper. Ich bin also nicht gegen Selbstoptimierung. Überhaupt nicht. Der Ton macht die Musik. So viel sei schonmal gesagt!

Wir haben nunmal die Möglichkeit, uns und unser Leben selbst zu gestalten. Und wir wollen das bestmögliche erreichen. Wir wollen ein besserer Mensch werden. Das Maximum rausholen, denn das Leben ist kurz. Und das mit eiserner Disziplin. Von nichts kommt eben nunmal nichts. 

Das Leben ist Veränderung. Sich weiterzuentwickeln ist wunderbar. Und wenn du selbst und im besten Fall auch noch deine Liebsten um dich herum davon profitieren, toll – weiter so! 

Auch ich habe für mich selbst ein Repertoire an unzähligen Tipps und Ratschlägen. Doch nur, weil ich die Entscheidung bewusst treffe, mich in bestimmten Dingen zu verändern. Weil ich da richtig Bock drauf habe, nicht weil mir ein Blick in die Ratgeber-Abteilung einer Buchhandlung zeigt, was ich alles noch nicht tue. 

Aber Selbstoptimierung ist doch total super!? 

Was viele vergessen: Eine Optimierung entsteht immer aus einem Mangel. Wir wollen etwas erreichen, was wir noch nicht können, was wir noch nicht sind, was wir noch nicht wissen. Unbewusst speichern wir also ständig die Information ab: Ich bin nicht gut genug.
Das kann manchmal ein Antrieb sein. Aber nicht immer, und nicht für jeden. 

Was ist zu tun?

Bei aller Selbstoptimierung: Halte zwischendurch mal an, wirf deinen Anker, leg das Ruder aus der Hand und schau dich um. Es ist Zeit für eine Bestandsaufnahme.
Atme einmal durch, besser zweimal, und stell dir folgende Fragen: 

(WARNING: Es könnte sein, dass du es eigentlich ganz schön findest, dort wo du jetzt bist – und du bleiben möchtest…)  

Was hat sich schon optimiert? 

Was ist anders? 

Gefällt mir diese Veränderung? 

Wie fühle ich mich wirklich? 

Habe ich auf dem Weg vielleicht etwas verloren, was mir wichtig war? 

Habe ich genug Kraft, um weiterzugehen?

Freue ich mich über Erfolge? 

Was treibt mich an? Will ich das? 

Passen meine Methoden zur Selbstoptimierung noch zu mir?
(Yoga oder lieber Sportschießen, Meditation ist einfach nicht mein Ding, auch wenn es der heißeste Shit ist! Ich will anders entspannen…) 

Beantworte dir diese Frage ehrlich!
Denn wenn man nur um sich selbst kreist, kann es passieren, dass man den Zugang zum Kern verliert. Zum Herzen, zur Seele.

Aber keine Sorge! Einen Anker kann man auch wieder einholen und weiterfahren, wenn man das möchte. Aber zumindest sollte man doch von Zeit zu Zeit schauen, ob die Richtung noch stimmt. 

Die Frage ist doch: Wer willst du sein? Und wenn du aus tiefstem Herzen sagen kannst:
„Ich liebe und akzeptiere mich so, wie ich bin“
ist die Optimierung geglückt!


Dieser Text erschien zuerst auf Marlenes Blog. Wir freuen uns, dass sie ihn auch hier veröffentlicht.


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