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Wow, bist du toll! Was wir von entspannten Frauen lernen können

Es gibt sie, diese Frauen, die mit einer unfassbar tollen Entspanntheit gesegnet sind – und scheinbar unbekümmert durch ihr Leben streifen. Das will Mira Eggerstedt auch und hat sich überlegt, was man sich von ihnen abschauen kann.

Fantastische Frauen: es gibt viele davon und sie leben mitten unter uns

Es gibt Frauen in meinem Leben, bei deren Coolness mir immer wieder der Mund offen stehen bleibt, die ich lautstark feiere oder sie einfach still und heimlich bewundere.

Ich meine dabei Frauen aus meinem unmittelbaren Familien, Freundes- oder Bekanntenkreis. Keine unnahbaren Supermodels oder Schauspielerinnen, die quasi 24/7 ihre Jobs, Kinder, Traumbodys und Göttergatten perfekt und mühelos im Griff  zu haben scheinen, sondern ich meine ganz normale Frauen! Frauen, die in einer festen Partnerschaft leben oder Singles sind, egal ob glücklich oder unglücklich. Frauen die täglich im Büro schuften oder an der Uni abhängen, egal ob erfüllt oder unerfüllt.

Frauen die groß oder klein, schmal oder kurvig, blond, brünett, schwarz-, rot-, grün-, lila- oder what ever-haarig sind, egal ob zufrieden oder unzufrieden. Und alle haben eines gemeinsam: Ich bewundere sie dafür, dass sie so entspannt sind!

Memo an mich selbst: Weg mit dem Druck!

Mein Problem ist, dass ich mir häufig zu viel Druck mache, zu viel von mir erwarte und zu viel Energie für sinnlose und negative Gedanken verschwende. Warum kann ich dies nicht, warum kann ich das nicht? Warum komme ich nicht voran, warum kann ich nicht zurück? Warum sollte ich links gehen, warum sollte ich rechts gehen? Und warum überhaupt?

Ich verstricke mich in solchen Gedanken und spinne mir daraus häufig ein wirres, gedankliches Spinnennetz aus fiesen Selbstzweifeln und lähmenden Ängsten, aus dem es sich kaum wieder herauskommen lässt.

Ein Gegenmittel gegen die Selbstzweifel

Doch ich habe im Laufe der Zeit ein Gegenmittel gefunden, das mich aus diesem Gedankenrotz befreit und mich mein geistiges Spinnennetz zerstören, entwirren und wieder schön aufwickeln lässt.

Das Gegenmittel sind entspannte Frauen! Ich denke in diesen Brainfuck-Momenten an sie und begreife, dass ich mich nicht in meinem Gedanken-Spinnennetz verheddern darf, sondern einfach weitermachen muss. Ich will hier jetzt gar nicht die großen Lebensweisheiten-Peitsche schwingen und von erschütternden und tiefgreifenden Erlebnissen berichten – was ich durchaus könnte – sondern im Kleinen aufzeigen, wie cool es sein kann, wenn man ein weniger entspannter an die Sachen rangeht.

Entspannt sein? So geht das

Dies zeigt sich zum Beispiel an banalen Kleinigkeiten wie der Parkplatzsuche. Ich meine die Parkplatzsuche in einer Großstadt wie Hamburg. In der Schanze. Zur After-Work-Hour. An einem Freitagabend! Während ich mir normalerweise schon vor der eigentliche Parkplatzsuche negativ einrede: „Scheiße, das kann ich sowieso vergessen!“ Und dann tatsächlich ewig mit der Karre herumirre oder das Auto nicht sogar in böser Vorahnung vorneherein habe stehen lassen, dann weiß ich durch eine meiner entspannten Freundinnen, dass man in solchen Momenten auch anders denken kann. Positiver. Selbstsicherer.

Denn für meine entspannte Freundin stellen sich solche Geht-Nicht-Kann-Ich-Nicht-Lass Ich-Gedanken im Voraus für absolute Nichtigkeiten wie die Parkplatzsuche erst gar nicht. Sie fährt drauf los, einfach weil sie in die Schanze will, nicht trinken mag und später mit dem Auto weiter muss. Fertig! Parkplatz-Panik? Come on! Warum bitte?

Und schwups…Nimmt sie mit einem Sieger-Lächeln den freien Parkplatz vor dem gewünschten Ziel, der scheinbar nur auf sie und ihren Golf gewartet hat. Ich weiß das klingt jetzt bekloppt und eben banal, macht aber einiges deutlich. Es geht um eine entspannte Grundeinstellung!

Ab sofort gestrichen: Was-wäre-wenn-Denkmuster

Egal ob Schule, Ausbildung, Studium oder Job– ich denke viel zu viel über unnötigen Kram nach. Dinge, die ich im Moment oder auch in 1000 Jahren nicht ändern kann, stehen auf meiner Gedanken-Agenda meistens ganz oben. Was wäre wenn? Was wäre wenn nicht? Ich kann mich wunderbar für Probleme begeistern, die noch gar keine sind oder niemals welche sein werden.

„Ja, und jetzt?“ pflegt eine andere gute Freundin in solchen Momenten zu mir zu sagen – und trifft damit meine fehlende und ihre herrlich entspannte Lebenseinstellung auf den Punkt: Was kann schon passieren? Während ich mich noch im Kreis drehe, geht diese coole Lady nämlich schon entspannt weiter und erreicht locker und easy das Ziel, ohne dabei völlig außer Atem oder ein nervliches, totgegequatschtes Wrack zu sein.

Jede von uns kann diese coole Lady sein

Die entspannten Frauen, die ich kenne sind keine übermenschlichen Superwomen. Sie erleben genauso viel Mist wie ich, haben genauso wenig Bock und müssen auch den nervenzerreißenden Mist des Alltags ertragen. Der Unterschied: Sie bleiben dabei entspannt!

Statt „Fuck“ höre ich bei ihnen öfter „Yeah“ und das motiviert mich. Es spornt mich sogar richtig an.

In kritischen Situationen, in denen meine kleine Gedanken-Spinne voller Vorfreude in ihre acht Händchen klatscht und sich sofort an die Arbeit für ein neues negatives Gedanken Spinnennetz machen möchte, halte ich seit kurzem einen Moment inne, um: mich zu entspannen!

Innehalten hat sich mehr bewährt als durchzudrehen

Das sind Situationen, in denen mich mein Spinnennetz mit Sicherheit gar nicht, eine entspannte Einstellung jedoch definitiv weiterbringen werden. Prüfungsstress, zwischenmenschliche Konflikte, berufliche Chancen oder Niederlagen: Es gibt im Grunde genommen keine Situationen, bei denen eine Prise Entspannung fehl am Platz wäre. Entspannung nimmt allem die Schärfe und zeigt einem neue Wege auf, man verbrennt und verrennt sich nicht so leicht, man hat mehr Zeit um abzuschmecken und tolle Umwege oder eine Abkürzungen zu nehmen.

Bitte an dieser Stelle nicht falsch verstehen: Ich rede hier von Entspannung, die aus Optimismus resultiert und nicht von fauler Selbstaufgabe oder lähmender Scheiß-Drauf- Mentalität.

Auf einmal bin ich selbst: Die entspannte Frau

Seitdem ich mir vor Augen geführt habe, wie unendlich unentspannt meine „Lost-in-Mind“ Momente tatsächlich sind und dass sie häufig zu gar nichts führen, sondern mir eher im Weg stehen, achte ich viel mehr auf die entspannten Frauen um mich herum und finde es unglaublich großartig zu sehen, wie cool und locker doch einige meiner wichtigsten Begleiterinnen mit den großen und kleinen Wirren des Lebens umgehen können. Egal ob als Freundin, Partnerin, Mami, Angestellte, Chefin oder was auch immer: Es hilft ungemein wenn man sich an- und abschaut, wie Frauen aus dem eigenen Umfeld das Leben angehen.

Manchmal geht die eigene und die Fremdwahrnehmung auch gehörig auseinander. Denn auch wenn es für mich völlig abwegig erscheint: Auch ich bin eine entspannte Frau und werde als solche wahrgenommen! Für einige Frauen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis bin nämlich gerade ich tatsächlich ein Sinnbild der Entspannung und Coolness. Eine Frau, die sich von nichts und niemanden umhauen lässt, einen kühlen Kopf bewahrt und ohne Hast und unnötigen Trouble ihre Ziele erreicht. Mich hat diese Erkenntnis zutiefst beeindruckt und auch ein bisschen stolz gemacht! Es ist eben immer alles eine Frage der Perspektive!

Entspannt sein zahlt sich aus

Tatsache ist in jedem Fall eines: Entspannt sein lohnt sich! Wer sich selbst weniger unter Druck setzt und auch mal mit den Schultern zuckt wenn es keine andere Option gibt, entwirrt sein Leben und macht es dadurch um einiges leichter.

Ich für meinen Teil nehme mir zumindest vor, mit jedem Tag ein bisschen entspannter zu werden und die kleine Gedanken-Spinne so oft es geht im Stand-By-Modus vor sich hin dösen zu lassen. Klappt natürlich nicht immer. Aber hey, ab jetzt frage ich mich einfach: „Ja, und jetzt?“

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