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Der Tod einer guten Freundin: Wie viel darf ich trauern?

Vor einiger Zeit hat sich meine gute Freundin Marie das Leben genommen. Was ich über das Trauern von meiner Tochter gelernt habe.

Im Sommer 2015 lernte ich Marie kennen

Sie erkannte meine Tochter bei einem Bäcker wieder, als wir alle gemeinsam an der Theke standen und sagte: „Hey, das ist doch die Eule?!” Ich war etwas verwirrt, weil wir praktisch noch niemanden hier kannten. Bis mir einfiel, dass während der Eingewöhnungszeit in der Krippe ein Foto mit Namen des Kindes am Eingang stand. „Ja, das ist sie!” Und dann fiel mir auf, dass meine Tochter, die Eule, auf dem Foto genau das gleiche anhatte wie an diesem Tag beim Bäcker: „Und ja, wir haben tatsächlich auch andere Klamotten zu Hause!“

Marie bot mir sofort an, sich mal auf einen Kaffee zu treffen: „Gerade am Anfang ist es nicht immer einfach, wenn man in einer neuen Stadt lebt und noch keinen kennt.” Hach, ein schönes Gefühl diesen offenen Menschen getroffen zu haben, der mir auf Anhieb mega sympathisch war.

Von da an unterhielten wir uns immer eine Weile, nachdem wir unsere Kinder in die Krippe gebracht hatten. Sie kam mal auf einen Kaffee zu uns, ich mal zu ihnen und unsere Kinder wurden parallel in dieser Zeit ebenfalls Freunde. So hatte ich den „Muddi-Jackpot”: eine Frau, mit der ich mich mega gut verstand, die ich ernsthaft mochte und deren Kind ein kompatibler Spielpartner für mein Kind war!

Jede Mutter weiß, dass ist ein 6er im Lotto …

An einem Tag im Dezember fragte ich Marie per SMS, ob die beiden am Wochenende nicht mit uns ins Café gehen wollten. Sie antwortete, dass sie dieses Wochenende nicht da sei, aber ihre Mutter zusammen mit Mathilda sicher gerne vorbei kommen würde. Als ich erfreut schrieb: „Oh fein, du hast mal ein Wochenende frei, genieße es!”, schrieb sie, dass es leider kein Urlaub in dem Sinne sei, sondern ein paar Tage in eine Klinik zur Krisenintervention.

Es ginge ihr schon länger nicht gut und sie hoffe, wenn sie wiederkomme, wieder ihr eigentliches, fröhliches Selbst zu sein. „Ich hoffe, ich schrecke Dich damit jetzt nicht ab … wenn Du noch willst, können wir uns nach dieser Zeit gerne wieder sehen.”

Wie hätte sie mich damit abschrecken können? Zum einen fand ich es stark und mutig von ihr, sich Hilfe zu suchen, um einen Weg hinaus zu finden, aber vor allen Dingen, mochte ich sie einfach so unheimlich gerne! Und genau das schrieb ich ihr auch. Es ehrte mich, dass sie sich mir öffnete und davon sprach.

„Marie, Du kannst dich jederzeit bei mir melden! Bis dahin halte ich mich zurück, um dich in deinem Heilungsprozess nicht zu stören.” Mir war nicht klar, wie schlecht es ihr ging.

So einfach war es nicht

Ich verstand den vollen Umfang nicht. Dass das Leben ihr oft so unerträglich vorkam. Und das seit 15 Jahren. Dass diese Höhen und Tiefen schon im Alter von 18 Jahren begannen. Dass sie das Leben mal unendlich schmerzte, mal gar nicht. Dass es Phasen gab, in denen sie das Leben liebte und andere, in denen sie es hasste.

Vor allen Dingen sich selbst dafür hasste nicht „normal” zu sein. Dass sie ihrer Umgebung, in ihren Augen, das Leben so schwer machte. Ihre Sehnsucht nach einem „normalen” Leben. Ohne ihre Dämonen, die nichts besseres zu tun hatten als sie in immer wiederkehrende Selbstzweifel & Selbsthass zu verwickeln.

Wir sprachen oft darüber, dass die ersten Jahre mit Kind zuweilen wirklich grenzwertig sind. Ich sagte ihr, dass wir alle an manchen Tagen an dem Alltäglichen verzweifeln, dass wir alle mal die Nerven verlieren, dass jedem von uns das morgendliche Aufstehen manchmal unglaublich schwer fällt, wir alle
mal nachts wach da liegen und uns fragen „Mache ich eigentlich alles falsch?!”, dass es allen mal so geht aber nicht jede Mutter darüber spricht …

„Marie, wirklich, uns allen geht es so!”

Das zu hören tat ihr an manchen Tagen, denke ich, gut. An anderen hörte sie meine Worte wahrscheinlich gar nicht, weil die Dämonen in ihrem Kopf einfach
viel zu laut schrieen. Ich verstand das komplette Ausmaß, was es heißt nachts von Dämonen wach gehalten zu werden und nicht „nur” von den eigenen Gedanken, die wirr im Kopf herum kreisen, nicht.

Aber immer wenn wir Zeit miteinander verbrachten, egal ob mit oder ohne Kind, hatten wir eine großartige Zeit zusammen. Einmal fuhren wir gemeinsam zu IKEA, tranken auf dem Weg dorthin unfassbar starken Kaffee und rannten dann dort wie auf Speed durch die Gänge. Zwischen den Jahren spazierten wir einmal mit Sekt in Coffee-To-Go-Bechern am helllichten Tag durch die Stadt … Wir waren so angetrunken, dass sie bei der Thermomix-Party auf die sie später ging, einwilligte Verkäuferin zu werden. Wir machten uns fast in die Hose vor lachen als sie mir das erzählte.

Wir tauschten unsere Geschichten des Alltags aus, schüttelten die Köpfe über den Irrsinn des Lebens, lachten und wunderten uns.

So viele Ideen

An einem Mittwoch im Januar kam sie zu mir und wir machten uns daran unsere Lebensläufe zu überarbeiten. Jobmäßig kamen wir beide aktuell nicht wirklich weiter und wollten das nun zusammen anpacken. Währenddessen kamen wir auf die Idee, eine neue „aufgelockerte” Art der Städteführungen anzubieten, wie eine Art Freunde-Treff, mit lustigen Anekdoten rundum die Stadt und nicht nur einfaches Aufsagen von Jahreszahlen. Sie hatte schon drei bis vier coole Insider-Geschichten aufgezählt und grübelte über eine App mit Sprach- und Suchfunktion. Wir hatten 1.000 Ideen und auch schon einen Namen für unser Konzept.

Als ich später die Suppe zum Mittagessen aufwärmte, die sie mitgebracht hatte, stand sie auf einmal in der Küchentür und weinte leise.

„Marie, was ist los?”

„Ich kann das alles nicht”

„Was kannst du nicht?!”

„Alles einfach …”

„Natürlich kannst du! Wenn ich das kann, kannst du das auch! Wir schaffen das zusammen!”

Weiter sprachen wir nicht darüber – mir fiel auch nichts wirklich grandioses ein, was ich hätte sagen können. Während wir aßen erzählte sie, sie wolle am nächsten Tag zusammen mit ihrer Tochter zu ihrer besten Freundin nach Passau fahren. Mal ein paar Tage was anderes sehen und hören. Einfach einen Ausflug mit der Kleinen zusammen machen.

Später fuhren wir gemeinsam in die Krippe um die Mädels abzuholen. Wir umarmten uns zum Abschied und ich wünschte beiden einen schönen Kurztrip.

Eine Dunkelheit, die man nicht nachvollziehen kann

Am Donnerstag schrieb ich ihr noch einmal:

14.01.16, 08:54:46: Anna:

„Hej Marie! Bin so froh, dass ich dich kennengelernt habe! Wünsche euch eine schöne Zeit in Passau!”

14.01.16 11:40:49: Marie:
„Liebe Anna! Bin auch sau froh, dass wir uns kennengelernt haben. Wünschte du könntest mich als die Person kennen lernen die ich eigentlich bin … Danke, dass du mich auch so akzeptierst.”

14.01.16 12:02:44: Anna:
„Ich finde dich toll!! Wirklich!”

Und hoffte, ihr so ein wenig aus ihrer Gemütslage heraus zu helfen.

Aber, leider war es nicht so …

Das letzte Mal

Am Freitag darauf traf ich Marie noch als sie Mathilda in die Krippe brachte und sah ihr sofort an, dass es ihr richtig scheiße ging. „Ich dachte, ihr seid in Passau?” Während ich das sagte, zog ich der Eule noch die Hausschuhe an, aber Marie war schon weg. Sie stand auch nicht draußen, wie wir es häufig taten, um noch ein bisschen zu quatschen.

Sie anzurufen schien mir zu viel. Wenn sie hätte reden wollen, hätte sie auf mich gewartet. Vielleicht wollte sie einfach alleine sein, brauchte Zeit für sich, alleine. Außerdem war ich auf dem Weg zu meiner Schicht im Café. Also schrieb ich:

15.01.16, 08:33:12: Anna:
„Ich arbeite jetzt ab 09:00 im Café, weiß noch nicht wie lange.  Melde dich auf jeden Fall wenn du reden willst! Und sag mir, was ich dir Gutes tun kann, damit es dir besser geht! Soll ich Mathilda heute um 15:00 Uhr mitnehmen? Wir treffen uns mit den Twins. Kann fragen ob Mathilda mit darf! Ansonsten treffen wir uns ein anderes mal mit denen. Sag was dir gut tut und helfen würde!”

Drei Stunden lang kam keine Antwort. Ich machte mir Sorgen – große Sorgen. Als ich schon anrufen wollte schrieb sie mir.

15.01.16, 13:01:38: Marie:
„Danke, liebe Anna. Nach einem verheulten Nachmittag bei einer Freundin hat mein Mann mich davon überzeugt, nicht nach Passau zu fahren. Meine beste Freundin kam stattdessen zu mir, war mit mir beim Psychiater, der mich gleich einweisen wollte. Aber da meine beste Freundin da ist, konnte ich den Abend noch mit Mathilda verbringen und die Nacht zu Hause. Bin dann vormittags in der Klapse eingecheckt. Danke, dass du mir deine Hilfe anbietest. Ich melde mich gerne wenn mir was einfällt. Jetzt kuschel ich mich erstmal ins Bett auf der Überwachungsstation. Muss das Telefon jetzt abgeben …!”

Keine Worte

Ich antwortete erst einmal nicht, war einfach nur froh, dass ihre beste Freundin gekommen war und dass Marie sich Hilfe gesucht hatte. Wir machten später per Handy aus, dass die Eule und ich ihren Mann und Mathilda am Samstag besuchen kommen. Wir hatten einen netten Nachmittag, die Kinder spielten, wir Erwachsenen unterhielten uns und als Marie ihren Mann gegen 18:00 Uhr anrief, verabschiedeten wir uns, um ihnen ihre Privatsphäre zu lassen. Später schrieb ich ihr:

16.01.16, 19:26:57: Anna:
„Liebste Marie, will dir nichts groß schreiben, weil jeglicher Kommentar von Außen am Ende mehr schadet als hilft … Wir hatten einen schönen Nachmittag bei deinem Rudel. Mathilda und die Eule haben sehr süß miteinander gespielt! Lass dich pflegen und umsorgen, liebe Marie. Es gibt einen Weg damit es dir bald besser geht. Denke an dich und hab dich lieb.”

16.01.16, 19:35:54: Marie:
„Danke Anna, und schön, dass der Besuch geklappt hat. Ich häng hier halt so rum und könnte die ganze Zeit pennen. Versuche dankbar dafür zu sein und es auszukosten. 😉 Euch auch alles gute! Bleibt tapfer.”

16.01.16, 20:15:18: Anna:
„Das klingt großartig!! Dann penn einfach und koste es ordentlich aus!! Wir halten die Stellung.”

Am Sonntag, den 17.01.16, um ca. 08:30 Uhr nahm sich Marie das Leben.

Sie wollte keine Last mehr sein

Sie ertrug es nicht mehr, ihrer Familie, wie sie es sah, eine Last zu sein. Wollte ihre Tochter und ihren Mann freigeben in ein neues Leben. Eines, das sie uneingeschränkt genießen könnten. Etwas, das sie auch so gerne getan hätte, aber nicht konnte.

Am Dienstag darauf sah ich ihren Mann, wie er Mathilda in die Krippe brachte und sich danach mit der Krippenleitung unterhielt. Sie nahm ihn kommentarlos in den Arm und ich dachte, Marie muss bestimmt lange Zeit in der Klinik bleiben. Auf dem Weg raus fragte ich ihn:

„Hey. Wie gehts euch? Wird Marie noch lange von zu Hause weg bleiben müssen?”

„Anna, setz Dich besser mal hin.”

Jeder weiß, dass so kein gutes Gespräch beginnt

Meine erste Freundin in dieser neuen Stadt war auf einmal nicht mehr da. Und sie würde auch nicht mehr wieder kommen. Die erste mit der ich hier richtig lachte. Diejenige, die mir sagte, wann und wo Markt ist, wo man essen gehen sollte und wo nicht, welcher Bäcker, was kann. Aber vor allen Dingen, mit der ich einfach ich selbst sein konnte.

Ich bot Maries Mann meine Hilfe an. Von einem Tag auf den anderen „unverhofft” alleinerziehend zu sein, stellte ich mir unerträglich vor. Ihr Mann und ihre Mutter nahmen Hilfe gerne entgegen und waren, so wie ich, dankbar dafür, sich offen austauschen zu können. Reden zu dürfen.  Noch heute sehen wir uns regelmäßig.

Das Gefühl, kein „Recht” auf meine Trauer zu haben, überkam mich immer wieder. Ich war „nur” eine Freundin. Wir kannten uns noch gar nicht lange. Ich „durfte” gar nicht so traurig sein. Ihre Tochter, ihr Mann, ihre Mutter, ihre beste Freundin, für sie alle hat sich ein klaffendes, schmerzhaftes Loch aufgetan – wer bin ich da schon?

Das Recht zu Trauern

Aber genau diese Menschen vermittelten mir ohne Worte, dass keiner mehr oder weniger Recht auf Trauer hat. Dass es gut tut und wichtig ist, mit anderen über Marie zu sprechen. Geschichten und Gedanken auszutauschen.

Über die Schuldgefühle, die Frage, ob man es nicht hätte verhindern können. „Hätte ich doch was anderes gesagt, was anderes gemacht”, „Warum habe ich es nicht kommen sehen?” All diese Gefühle würden einen ganzen weiteren Beitrag füllen und ich lasse sie hier ganz bewusst weg. Zum einen, weil sie immer wieder kommen und zum anderen, weil sie überhaupt nichts bringen … außer einen großen, schweren Stein im Bauch.

Auf Maries Beerdigung wurde, unter anderem, aus dem Buch: „Mein schwarzer Hund”, von Matthew Johnstones vorgelesen. Darin beschreibt dieser sein Leben mit Depressionen so, als ob er ständig von einem großen schwarzen Hund angestarrt würde, der ihm jegliche Freude aus dem Körper saugt. Eine weitere Metapher, die benutzt wurde, war die, dass ein Mensch mit schweren Depressionen das Gefühl hat, im 15. Stock eines brennenden Hauses zu stehen und eigentlich nur zwei Optionen hat: Verbrennen oder springen – was ist denn da die bessere Alternative?

Depressionen legen dich lahm

Ein Leben mit Kleinkind bringt dich oft, auch ohne eine schlimme Krankheit, an deine Grenzen. Wie soll ich gleichzeitig eine liebevolle Mutter sein, meinem Kind die erforderliche 24/7-Aufmerksamkeit geben, die Kleinkinder nunmal oft noch brauchen, um sich und andere nicht zu gefährden, alle alltäglichen Anforderungen wie arbeiten gehen und gleichzeitig den Haushalt schmeißen? Eine aufmerksame Frau und Freundin sein, mich selbst und die Familie gesund ernähren und dabei noch an mich selbst denken, auch wenn ich unter chronischer Übermüdung leide und manchmal einfach keinen Bock habe?!

Das mit einer schweren Depression zu managen, auch wenn dies nur ein Mensch, der ebenfalls an Depressionen gelitten hat wirklich nachempfinden kann, muss unerträglich schwer sein.

Der kindliche Umgang mit dem Tod

Ich kann jetzt besser mit dem Tod umgehen und meine Tochter soll ihren unbeschwerten Umgang damit beibehalten. Denn wir Erwachsenen können von den Kindern darüber so viel lernen.

„Meine Mama ist ein Stern”, sagte Mathilda in unterschiedlichsten Situationen. Einfach so. Und ich beobachtete immer wieder, wie Erwachsene überhaupt nicht wussten, was sie sagen sollten, während die Kinder einfach nur zustimmend nickten: „Ja, deine Mama ist ein Stern.” Kinder fragen sich in solchen Situation sicherlich häufiger: „Warum sind die Erwachsenen so komisch?”

Mathilda hat ein wundervolles Umfeld, eines dass offen und ehrlich mit ihr umgeht und ich wünschte, dass alle Kinder in solchen Situationen genau das gleiche bekommen. Ich persönlich habe gelernt, dass man bei seiner Trauer am besten in die Offensive geht. Nicht zuletzt, um in unserer Gesellschaft Trauer und damit allen Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben, einen Platz für Ihre Gefühle und Gedanken zu geben. Der Tod gehört zum Leben dazu.

Wir müssen alle nichts, außer sterben

Die Eule und ich besuchten neulich Maries Grab. Auf dem Weg dorthin fragte ich sie:

„Weißt Du noch wo Mathildas Mama ist?”

„In Mathildas Zuhause.”

„Mathildas Mama ist ein Stern.”

„Ja, Mathildas Mama ist ein Stern.”

„Wir besuchen sie jetzt auf einem Friedhof. Dort kann man alle Menschen besuchen, die jetzt ein Stern sind.”

Wir stellten eine Kerze auf Maries Grab und ich erklärte meiner Tochter, dass Mathildas Mama einen Unfall hatte. Dass wir sie hier besuchen können, aber sie jetzt eigentlich im Himmel lebt und von dort aus auf Mathilda aufpasst. Ich hatte mir vorher nicht wirklich überlegt, was ich ihr sage. Wir waren schon letztes Jahr zusammen auf dem Friedhof gewesen, aber da war sie erst zwei Jahre alt und spürte einfach nur meinen Schmerz und fand alles irgendwie unheimlich. Jetzt mit drei Jahren nahm sie alles anders war.

Fragen müssen beantwortet werden

Ganz oft stellt sie aus dem nichts Fragen zu Mathildas Mama:

„Kommt Mathildas Mama auch zu Mathildas Geburtstag?”

„Nein Eule, das geht leider nicht”

„Aber, warum?”

„Ich weiß, es ist schwer zu verstehen, aber wenn man gestorben ist, dann kann man nicht wieder kommen.”

„Mathildas Mama ist ein Stern!”, war auch das erste, das sie nach unserem Besuch auf dem Friedhof zu ihrem Vater sagte, als er abends nach Hause kam. Sie erzählte ihm von der Kerze, die wir angezündet hatten und dass Mathildas Mama gestorben ist. Beim baden neulich sagte sie aus dem Nichts:

„Mama, morgen gehen wir zu Mathildas Zuhause. Dann holen wir eine Leiter und Mathildas Mama kann auch zu uns kommen.”

„Meine allerliebste Eule, ja, das machen wir.”

Lesetipps für Kinder

Es gibt viele wundervolle Kinderbücher zum Thema Tod, Trauer und Verlust. Sie sind FÜR Kinder geschrieben und haben eine entsprechend schöne Wort- und Bildwahl. Eine Auswahl findet ihr auf meinem Blog.

Eine Empfehlung: Dieses ist speziell für Kinder, dessen Eltern an psychischen Erkrankungen leiden: „Was ist bloß mit Mama los?”, von Karen Glistrup.

Leidest du oder ein Mensch in deiner Umgebung an Depressionen? Es gibt viele Organisationen und Hilfsgruppen, an die man sich wenden kann. Wer also, erstmal erste Hilfe sucht, dem können diese Seiten eine Starthilfe sein.
Eine Depression GEHT NICHT von alleine weg und sie ist immer noch nicht vollständig erforscht. Man weiß nur, dass chemische Prozesse im Kopf eines depressiven Menschen anders laufen als in einem „gesunden” Gehirn.

Notrufhotline/ Hilfsgruppen:

Telefonseelsorge – kostenfreie Notseelsorge:

0800/111 0 111

0800/111 0 222

0800/ 116 123

–> mehr auf meinem Blog!

Disclaimer: Der Aufruf von Silke auf ihrem Blog gab mir den entscheidenden Impuls, meine Erfahrung in einem Beitrag zu verarbeiten. Sie selbst verlor ihren Lebenspartner 2013 ganz plötzlich bei einer gemeinsamen Reise in Nepal. Sein Geburtstag ist der 27.02. und genau an diesem Tag wurden alle unsere Beiträge hier veröffentlicht. Dort könnt ihr auch weitere bewegende Geschichten und Gedanken zu Trauer, Tod, Depression und Verlust lesen. Namen und Orte habe ich bei meinem Beitrag abgeändert.

Dieser Text ist bereits auf Annas Blog erschienen. Wir freuen uns, diesen auch hier veröffentlichen zu können.

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