Foto: L'Oréal „For Women in Science“

„Die Welt braucht die Wissenschaft – und die Wissenschaft braucht die Frauen“

Kund*in
L'Oréal
Autor*in
EDITION F studio
Gesponsert

Wissenschaft muss weiblicher werden. Aber wie – wenn die Strukturen veraltet sind? Aufmerksamkeit für dieses Problem schafft das Programm „For Women in Science“. In der vergangenen Woche wurden drei Förderpreise an herausragende Wissenschaftlerinnen verliehen.

Jedes Jahr zeichnen die Deutsche UNESCO-Kommission und L’Oréal Deutschland drei Nachwuchswissenschaftlerinnen in Zusammenarbeit mit der Stiftung der Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard aus. Der Förderpreis „For Women in Science“ ging in diesem Jahr an Dr. Pauline Fleischmann von der Universität Würzburg, Dr. Antje Peters von der Universität Münster und Dr. Anna Vlasits vom Universitätsklinikum Tübingen für ihre herausragende Forschungsarbeit.

Mit dem mit 15 000 dotierten Preis werden hochqualifizierte junge Frauen mit Kindern unterstützt – denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in diesem Bereich ist aktuell noch alles andere als leicht.

Strukturelle Veränderungen

In dem Wissenschaftspodcast LAB GAP stellten wir bei EDITION F einer hochrangigen Wissenschaftlerin die Frage nach der Vereinbarkeit von Forschungsarbeit, wissenschaftlichem Arbeiten und einem Alltag als alleinerziehende Mutter. „Eine unangenehme Frage“ – so begann ihre Antwort. Aber eben auch eine, die vieles offenlege. Denn dass ihr diese Frage immer wieder gestellt wird, zeige, dass die aktuellen Strukturen in der Wissenschaft noch immer nicht erlauben, das Thema Vereinbarkeit endlich abzuhaken.

Auf die Schwierigkeiten, mit denen Frauen in der Wissenschaft bis heute noch immer jeden Tag konfrontiert sind, macht das Programm „For Women in Science“ aufmerksam. Zugleich wird hier an konstruktiven Lösungen gearbeitet – sie betreffen die Care-Arbeit zu Hause, aber auch die Verbesserung der Vereinbarkeit durch konkrete Maßnahmen am Arbeitsplatz, beispielsweise die Einrichtung von Eltern-Kind-Zimmern.

Das Programm besteht in Deutschland seit 2006. Es unterstützt hochkarätige Wissenschaftler*innen mit Kindern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, damit sie ihre wissenschaftliche Karriere nicht wesentlich unterbrechen oder sogar abbrechen müssen, wenn sie eine Familie gründen.

„Dass der Frauenanteil in der Wissenschaft dennoch bei gerade einmal 28 Prozent liegt, hat strukturelle Ursachen und ist nicht hinnehmbar!“

Prof. Dr. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission

Die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Prof. Dr. Maria Böhmer fand sehr wichtige Worte: „In Deutschland schließen heute mehr Frauen als Männer die Hochschule ab, fast ebenso viele Frauen wie Männer promovieren. Dass der Frauenanteil in der Wissenschaft dennoch bei gerade einmal 28 Prozent liegt, hat strukturelle Ursachen und ist nicht hinnehmbar. Im europaweiten Vergleich ist das der viertletzte Platz. Zugleich bedeutet der niedrige Anteil von Wissenschaftlerinnen, dass ihre Kreativität und Forschungskapazität brachliegen. In Sachen Gleichberechtigung in Wissenschaft und Forschung hat Deutschland erheblichen Nachholbedarf!“

Auch eine Videobotschaft der Biochemikerin Prof. Katalin Kariko war Bestandteil der Preisverleihung des Förderpreises „For Women in Science“. Prof. Kariko, die für ihre bahnbrechenden Arbeiten zu Boten-RNA-Impfstoffen gegen Covid-19 den 24. L’Oréal-Unesco-Preis erhalten hatte, betonte, wieviel Freude Wissenschaft bringt und wie wichtig ein starkes Supportnetz und stabile Strukturen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind. Die 66-jährige in Ungarn geborene Forscherin ist heute Senior Vice President des deutschen Labors BioNTech und Teil der Jury für den Förderpreis. Sie hatte bereits in den 90er Jahren an der University Pennsylvania an der mRNA-Technik geforscht und gilt als großes Vorbild für junge Frauen und Mädchen, die eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen möchten.

Auch die Ministerin für Wissenschaft und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen, Isabella Pfeifer-Poensgen, bekräftigte in ihrer Keynote zur Preisverleihung die enorme Bedeutung der Förderung von Frauen in der Wissenschaft, um gegen die Hindernisse zu kämpfen, denen sie noch immer begegnen.

Wir stellen euch hier die drei Preisträger*innen vor:

Dr. Pauline Fleischmann – Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Foto:  L’Oréal

Dr. Pauline Fleischmann untersucht am Beispiel der Cataglyphis-Ameisen, wie sich Tiere in ihrer Umwelt zurechtfinden. Diese besonders begabten Navigatoren, die vom Mittelmeer bis Zentralasien verbreitet sind, kehren nach erfolgreicher Futtersuche geradewegs zum Eingang ihres Nests zurück. Sie erkennen Himmelsrichtungen am Polarisationsmuster des Sonnenlichts und messen Entfernungen mit einem inneren Schrittzähler. Zudem erkunden sie ihre Umgebung systematisch in Lernläufen. Dabei vollführen sie regelmäßig Pirouetten und schauen gezielt zum Nesteingang zurück, um sich seine Position einzuprägen. In ihrer Forschung konnte Fleischmann zeigen, dass die Ameisen das Erdmagnetfeld als Referenzsystem nutzen. Nun erforscht sie, warum die Tiere zwei Kompasssysteme nutzen und wie diese miteinander verknüpft sind. Dazu vergleicht sie High-Speed-Videoaufnahmen unterschiedlich alter Ameisen und führt neurobiologische Analysen durch. Vor allem ist sie an plastischen Veränderungen im Gehirn der Cataglyphis-Ameise als Ursache für die veränderten Navigationsfähigkeiten interessiert. 

Dr. Antje Peters – Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medizinische Psychologie und Systemneurowissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster 

Foto: L’Oréal

Dr. Antje Peters untersucht die menschliche Wahrnehmung und das menschliche Bewusstsein. Trotz aller Fortschritte der letzten Jahrzehnte sind viele Fragen noch kaum verstanden. Warum nehmen wir einige Reize bewusst wahr, während andere nicht in unser Bewusstsein dringen? Wann und wie erfolgt diese Festlegung, wo und wie entsteht Bewusstsein? Peters geht von experimentell gemessenen Hirnströmen und bildgebenden Verfahren aus. Damit analysiert sie Gehirnaktivitäten, die bei bewusster Wahrnehmung von sichtbaren Stimuli, Geräuschen oder Berührungen auftreten und vergleicht sie mit dem Zustand des Gehirns, wenn Reize nicht bewusst wahrgenommen werden. Ihre experimentellen Designs gewährleisten, dass bei paralleler Messung von Hirnströmen und funktioneller Bildgebung tatsächlich Bewusstseinseffekte gemessen werden. Zudem ermöglichen ihre Methoden die räumliche und zeitliche Analyse von Signalen. Dabei kombiniert sie Methoden der künstlichen Intelligenz, der Mathematik, der Mustererkennung in großen Datenmengen, der theoretischen Teilchenphysik und der DNA-Analyse.

Dr. Anna Vlasits
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen

Foto: L’Oréal

Dr. Anna Vlasits erforscht die Netzhaut, also das Nervengewebe auf der Rückseite des menschlichen Auges und des Auges vieler Tiere. Die Netzhaut wandelt Licht in Nervenimpulse um, die durch den optischen Nerv zum Gehirn übermittelt werden. Vlasits untersucht, wie die sogenannte Amakrinzellen visuelle Merkmale wie Farbe, Helligkeit und Bewegung erkennen. Diese Zellen kommen in einer Vielzahl verschiedener Typen vor. Für viele davon ist noch unbekannt, welche Rolle sie beim Sehen genau spielen. Vlasits arbeitet mit der 2-Photonen-Mikroskopie an lebendem Netzhautgewebe und misst, wie sich die Aktivität von Amakrinzellen als Reaktion auf eine Lichtstimulation ändert. Dadurch will sie verstehen, wie Merkmale unterschiedlicher visueller Reize erkannt, extrahiert und an das Gehirn übermittelt werden.

Wioletta Rosolowska, Geschäftsführerin L’Oréal Österreich und Deutschland, sagte einen Satz, der bei uns allen nachhallen sollte: „Die Welt braucht die Wissenschaft – und die Wissenschaft braucht die Frauen.“

The Future is equal?!

Dieser Satz von Wioletta Rosolowska ist tatsächlich ungeheuer wichtig. Auch, damit weibliche Bedürfnisse und Belange stärker in den Mittelpunkt gerückt werden als das bisher der Fall war. Die Gendermedizinerin Elisabeth Zemp erklärte schon 2017 im Interview mit der „Zeit“: „In der medizinischen Forschung hat man lange mit einem Ein-Mensch-Modell gearbeitet, einem männlichen. Die Frau war, wenn, dann die Abweichung davon.“

Programme und Förderpreise wie „For Women in Science“ fördern nicht nur unmittelbar Frauen in der Wissenschaft – sie schaffen auch Aufmerksamkeit für veraltete Strukturen, die wir dringend revolutionieren müssen mit dem Blick auf eine bessere, auf eine gleichberechtigte Zukunft.

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