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21 kleine Fehler, die dazu führen können, dass eure Bewerbung abgelehnt wird

Ihr seid der Meinung die perfekte Bewerbung abgeschickt zu haben und trotzdem hagelt es Absagen? Vielleicht hat sich einer dieser 21 Fehler bei euch eingeschlichen.

Die große Bewerbungs-Checkliste

Mit einem kurzen Blick auf eure Bewerbung entscheiden Personaler, ob ihr auf die Stellenausschreibung passt und für den Job geeignet seid. Ihr wart euch sicher, dass ihr dieses Mal die perfekte Bewerbung abgeschickt habt, und habt trotzdem eine Absage bekommen? Dann wird es Zeit, zu überlegen, woran das gelegen haben könnte. Denn der Teufel steckt im Detail, und oftmals sind es die kleinsten Veränderungen, die die größte Wirkung haben und den Personaler zu seiner Entscheidung bewegen können. Da sich Business Insider schon oft mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, hat Nathalie Gaulhiac eine große Check-Liste erstellt, die ihr durchgehen solltet, bevor ihr die nächste Bewerbung abschickt.

Manchmal ist einem gar nicht bewusst, was bei einer Bewerbung alles wichtig sein kann — aber wie es so schön heißt: Man lernt aus seinen Fehlern.

1. Flüchtigkeitsfehler

Tina Nicolai, Gründerin der Organisation Résumé Writers‘ Ink, schätzt, dass sie bislang mehr als 40.000 Bewerbungen gelesen hat. Ein nerviges Makel vieler Bewerbungen sind ihrer Meinung nach Flüchtigkeitsfehler.

Lest eure Bewerbung nochmal ganz genau durch, lasst sie von einem Dritten korrekturlesen. „Das wird den meisten Bewerbern zum Verhängnis: Schlampigkeit. Sie achten nicht auf Kleinigkeiten.“

2. Lange Aufzählungen

Als Bewerber möchte man oft so deutlich wie möglich machen, dass man den Anforderungen der Jobbeschreibung auch wirklich entspricht. Dann neigt man dazu, seine Fähigkeiten aufzuzählen, zum Beispiel wie folgt: „Ich kann [Fähigkeit], [Fähigkeit] und [Fähigkeit], wie meine Zeit in [Name des Unternehmens] beweist.“ Laut Sara McCord sollte euer Ziel aber nicht sein, zu zeigen, dass ihr für die Stelle qualifiziert seid — sondern dass ihr qualifizierter seid als alle anderen Bewerber. Was unterscheidet euch von den anderen? Warum solltet ihr genommen werden?

Wer seine Fähigkeiten hervorheben will, sollte sich schlau anstellen und Persönlichkeit zeigen. Dafür nennt McCord folgendes Beispiel: „Wenn ich mich in einem Konferenzraum befinde, bin ich nicht die Art Mensch, die einfach den IT-Bereich anruft und abwartet. Ich krabble (elegant) unter den Tisch und stelle sicher, dass auch wirklich alles richtig eingesteckt ist.“ So stellt ihr unter Beweis, dass ihr Dinge gerne selbst in die Hand nehmt — und beweist dabei auch noch Humor.

3. Irrelevante Hobbys und Arbeitserfahrungen

Hobbys, die für die ausgeschriebene Stelle nicht relevant sind, könnt ihr gleich streichen. Es interessiert niemanden, ob ihr gerne Computerspiele spielt. Gleiches gilt für Arbeitserfahrungen. Für einen Job aus der IT-Branche spielt es
keine große Rolle, ob ihr einen Ferienjob mit Kochen und Putzen verbracht habt. Nutzt den Platz für die Dinge, die zählen.

Personalchefs sehen es nicht als ihre Aufgabe, aus der Masse an Informationen die Punkte zu suchen, die wirklich für sie interessant sind — das ist eure Aufgabe.

4. Viel zu lange Zusammenfassungen

Auch wenn ihr zeigen wollt, dass ihr die deutsche Grammatik und Rechtschreibung beherrscht und euch gewählt ausdrücken könnt, solltet ihr lange Zusammenfassungen vermeiden.

„Zusammenfassungen können wie ein überlanges Kapitel in einem Buch sein“, erklärt Nicolai. „Macht lieber ein paar kurze Punkte mit euren Leistungen und einer effizienten Formulierung wie ‚hat XYZ erhalten‘.“

5. Standardformulierungen

Die einfachste Lösung ist nicht immer die beste. Laut Personalchefin Sarah McCord werden Standardformulierungen den Personalchef lediglich langweilen. „Hiermit bewerbe ich mich auf“ oder „Mit großem Interesse habe ich Ihre Bewerbung gelesen“ solltet ihr also definitiv aus der Bewerbung streichen.

Hier einige Beispiele, wie man es anders machen könnte:

  • „Seitdem meine Lehrerin Mrs. Dorchester mir in der dritten Klasse
    half, meine Liebe zum Lesen zu entdecken, möchte ich im Bildungswesen
    arbeiten.“
  • „Meine Herangehensweise an das Management ist einfach: Ich möchte
    die Art von Chef sein, für den ich selber gerne arbeiten würde.“
  • „Während meiner drei Jahre bei [Name des Unternehmens] habe ich
    unseren durchschnittlichen vierteljährlichen Umsatz um […] Prozent
    gesteigert.“

6. „Ich, ich, ich“

„Ich würde gut in Ihr Unternehmen passen“ oder „Ich könnte Ihnen ab dem 1. Januar zur Verfügung stehen“ — Sätze wie diese zeigen, dass es euch ein wenig an Selbstvertrauen und Sicherheit mangelt. Bringt eure Fähigkeiten und was ihr genau wollt ausdrucksstark und prägnant zu Papier, ohne ständig von euch zu reden. Dem Personaler ist schon bewusst, dass es in der Bewerbung um euch geht.

7. Über den alten Job lästern

Manche glauben, dass sie in einem Bewerbungsschreiben erwähnen müssen, warum sie ihren alten Job aufgeben und etwas Neues suchen. Das ist allerdings etwas, was auf keinen Fall dort hineingehört! So etwas könnt ihr beim ersten Bewerbungsgespräch zur Sprache bringen, wenn es sich ergibt.

8. Zu viele schwammige Ausdrücke

Bewerbungs-Jargon wie „vielseitig“, „teamfähig“ oder „ausgezeichneter Kommunikator“ seien „Voraussetzungen im heutigen Arbeitsmarkt“, sagt Nicolai. „Jemand, der wirklich ein Problemlöser mit extrem hoher Teamfähigkeit ist, wird das anhand von Beispielen und wenigen Worten in seinem Anschreiben erklären können.“

9. Zu viele Kontaktangaben

„Spart Platz, indem ihr die Adresse entfernt und den Rest in eine Zeile packt“, schlägt Nicolai vor. „Verwendet den Platz lieber, um all eure Leistungen aufzuzählen.“

10. Der falsche Ansprechpartner

Den falschen Ansprechpartner anzuschreiben, ist fatal. Ihr glaubt, dass euch so etwas niemals passieren würde? Falsch. Tatsächlich schaffen es 54,4 Prozent aller Jobsuchenden, ihre Bewerbung an den falschen Adressaten zu schicken. Schaut sicherheitshalber nochmal in Anschreiben und E-Mail nach, ob ihr dort den richtigen Adressaten stehen habt, bevor ihr die Bewerbung abschickt.

11. Die Formulierung „verantwortlich für“

Laut Nicolai sei diese Formulierung ein weiteres „Anzeichen von Faulheit“, das sie auf zu vielen Lebensläufen gesehen hat. Erklärt bitte genau, was ihr in eurer Funktion geleistet habt — anstatt einfach nur schwammig die Voraussetzungen eurer Arbeitsstelle aufzuzählen.

12. Kontaktdaten des alten Arbeitgebers

Tut das bloß nicht, es sei denn, ihr seid euch sicher, dass euer Chef eine Referenz ist, mit der ihr glänzen könnt. Ansonsten könnte der Schuss nach hinten losgehen, wenn der Personaler euren alten Chef an den Hörer bekommt.

Wenn es mit der Bewerbung nicht geklappt hat, solltet ihr nochmal überprüfen, ob ihr Kontaktdaten angegeben habt, die euch vielleicht zum Verhängnis geworden sind.

13. Übertrieben formale Ausdrücke

„Wenn ein Anschreiben viel zu formal ist, mich nicht begeistert und mir keinen Einblick in die Persönlichkeit des Bewerbers gibt, dann lese ich es auch nicht gerne“, sagt Nicolai.

14. Eure alte E-Mail-Adresse

Fast jeder hat diese eine Jugendsünde: Eine peinliche E-Mail-Adresse, die man früher für extrem cool oder außergewöhnlich gehalten hat. Für eine Bewerbung solltet ihr dann aber auf jeden Fall die zwei Minuten Zeit investieren, euch eine seriös klingende E-Mail-Adresse zuzulegen.

15. Lücken im Lebenslauf

Jeder weiß, dass man mit Lücken im Lebenslauf nicht gerade glänzt. Wenn es Lücken gibt, sollte man dafür eine gute Begründung parat haben. Hier erfahrt ihr Tipps und Tricks, wie ihr mit Lücken im Lebenslauf umgehen könnt.

16. Standardformatierungen

Nicolai sagt, dass zu viele Bewerber einfach die erstbeste Formatierung nehmen, die sie online finden. Tatsächlich kann aber das Design darüber entscheiden, ob ihr genommen werdet oder nicht! „Diese Templates sollen doch nur eine Richtlinie sein. Ihr müsst sie nicht alle genau so übernehmen“, sagte sie.

„Stellt euch vor, diese Formatierung ist ein Anzug. Ihr könnt ihn nehmen, aber
dann mit eurem persönlichen Stil anreichern. Denn am Ende soll ein Bewerbungsschreiben auf eure eigene Marke einzahlen und eure Leistungen
hervorheben.“ Wichtig ist trotzdem: Bitte alles immer schön einheitlich und nicht zwischen Formatierungen hin- und herspringen!

17. Euer Abi-Zeugnis

Wer mit über 30 noch in seinem Bewerbungsschreiben auf sein Abi-Zeugnis verweist, sollte das schleunigst streichen. Wichtig sind eure vorangegangenen Arbeitserfahrungen — zu diesem Zeitpunkt wird sich niemand mehr dafür interessieren, wie ihr in der Schule abgeschnitten habt.

18. Zu viele leere Flächen

„Da kann man viel falsch machen. Entweder es ist zu wenig Platz oder viel zu viel Platz“, sagte Nicolai. „Zu viel auf einer Seite unterbringen zu wollen, resultiert in einer kleinen Schriftgröße und wenig freien Stellen. Das ist nervig. Aber genau so schlimm ist es, wenn man ein fast leeres Blatt mit ganz wenigen Worten vor sich hat.“

19. Private Angelegenheiten

Private Informationen wie Finanzen oder Beziehungen haben in der Bewerbung nichts zu suchen. Sie schrecken den Personaler ab und wirken unprofessionell.

20. Ein unprofessionelles Bewerbungsfoto

Auch wenn ihr euch vielleicht auf Selfies schöner findet, solltet ihr unbedingt darauf achten, ein professionelles — und aktuelles — Bewerbungsfoto zu benutzen.

21. Häufige Jobwechsel

„Ich probiere gerne Neues aus“ heißt für den Arbeitgeber mit anderen Worten: Ihr habt es in keinem Job lange ausgehalten und alle paar Monate die Stelle gewechselt. Also macht deutlich, was ihr aus den Jobwechseln gelernt habt: Flexibilität, das schnelle Einfinden in neue Teams, die Fähigkeit, Unternehmensstrukturen schnell zu durchschauen.

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