Foto: Hendrik Gergen

Kenza Ait Si Abbou: „Maschinen diskriminieren so, wie die Gesellschaft es tut“

Unsere Moderatorin Victoria Müller spricht mit führenden Wissenschaftlerinnen über Chancengleichheit in MINT-Berufen. Gästin dieser Folge ist Kenza Ait Si Abbou, die sich im Bereich der künstlichen Intelligenz für mehr Diversität einsetzt.  

„Meine Liebe zur Mathematik wurde mir nicht in die Wiege gelegt, sie kommt von innen.“ Kenza Ait Si Abbou ist einer dieser Menschen, die die Welt in Zahlen begreifen. Schon als kleines Mädchen hat sie sich ein Heft mit Stift gewünscht, um Rechenaufgaben zu lösen. Heft und Stift hat sie irgendwann gegen einen PC getauscht – die Faszination für Zahlen ist geblieben. Kenza Ait Si Abbou ist in Marokko geboren und hat Elektrotechnik in Spanien studiert. Heute leitet sie als Senior Manager Robotics and Artificial Intelligence bei der Deutschen Telekom IT den Bereich Robotic und AI-Solutions.

Die Welt in Zahlen

Kenzas Welt der Zahlen ist viel weniger abstrakt als sie klingt; ihre Arbeit viel näher am Menschen, als man vermuten mag. Denn die Technik hinter der Digitalisierung entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie wird von Menschen programmiert. Algorithmen haben Schwächen und Vorurteile, genau wie Menschen. Sie diskriminieren und benachteiligen, treffen falsche Entscheidungen und haben – richtig eingesetzt – trotzdem das Potenzial, unsere Leben zu erleichtern. Wo all dies aufeinandertrifft, ist Kenza mit ihrer Expertise gefragt. Ihr Ziel: Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Denkweisen zusammenbringen.

„Wir coden die Gesellschaft der Zukunft. Das müssen so viele so diverse Menschen wie möglich machen.“

Kenza Ait Si Abbou

Frauen kaum sichtbar

Für ihre Arbeit wurde Kenza mit dem Digital Female Leader Award ausgezeichnet. Allein ihr Dasein als Frau in dieser Branche als eine Revolution zu begreifen, ist ein Trugschluss: Denn bereits die allerersten Programmiererinnen waren Frauen. Der Beruf hatte sich zunächst aus der Tätigkeit der Sekretär*innen abgleitet, ein zumeist von Frauen ausgeführter Beruf, bevor er dann zu einer Männerdomäne wurde. Auch heute noch ist es Kenza ein Anliegen zu betonen: Sie ist nicht die einzige. Viele Frauen arbeiten im IT-Bereich, wenn auch weniger als Männer. Das Problem ist: Sie sind kaum sichtbar. 

Wieso so viele Frauen entscheidende Rollen in der IT-Branche und in der Entwicklung von künstlicher Intelligenz spielen und gespielt haben, sie aber trotzdem nahezu unsichtbar bleiben, darüber spricht Kenza mit unserer Moderatorin Victoria Müller. Wenn ihr wissen wollt, wieso Diversität in der Entwicklung von künstlicher Intelligenz so wichtig ist und wie unsere zukünftige Gesellschaft technologisch aussehen könnte, dann hört euch diese Folge an. 

„Eine Maschine ist nicht automatisch neutral. Sie wird so diskriminieren, wie die Gesellschaft es tut. Sie lernt von den Daten, die wir ihr geben, die ein Abbild unserer Gesellschaft sind.“

Kenza Ait Si Abbou

LAB GAP mit Victoria Müller

Wie kann Wissenschaft weiblicher werden? In LAB GAP geht Victoria Müller dieser Frage zusammen mit hochrangigen Wissenschaftlerinnen nach. Noch immer wird Forschungspotenzial verschenkt, weil zu wenig hochqualifizierte Frauen in der Forschung arbeiten. Victoria Müller beleuchtet in LAB GAP die Strukturen, die dahinterstecken. Sie schaut mit führenden Wissenschaftlerinnen in ihre Labore und Raumstationen und macht weibliche Vorbilder sichtbar.

In der ersten Folge spricht Victoria Müller mit Marylyn Addo darüber, wie man eigentlich einen Impfstoff entwickelt und was der Unterschied zwischen einer Virologin und einer Infektiologin ist.

Die „Raketenfrau“ Anja Frank erzählt in Folge zwei von ihrer Faszination für große Maschinen, als sie noch ein kleines Kind war. Und sie führt aus, warum junge Frauen und Mädchen keine Angst davor haben sollten, in Männerdomänen zu arbeiten.

Deutschland hat erst elf Männer in den Weltraum geschickt. Keine einzige Frau. Das will die Astronautin-Anwärterin Suzanna Randall ändern. Von ihrem Weg erzählt sie in der dritten Folge von LAB GAP.

Jedes Jahr werden in Deutschland rund drei Millionen Tiere für Versuche benutzt. Die Toxikologin Nadine Dreser erklärt in der vierten Folge, wie sie Testmethoden entwickelt, für die keine Tiere leiden müssen – und wieso Tierversuche weniger zuverlässig sind als ihr Ruf.

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Unser Partner für diese Folge LAB GAP ist die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland. Bist du gerade auf der Suche nach einem Job, bei dem du wachsen darfst, mehr bewegen kannst und mit deinen Ideen einen nachhaltigen Beitrag leisten kannst? Dann ist PwC vielleicht der richtige Arbeitgeber für dich. PwC sucht Frauen für Führungspositionen. Durch zeitliche, räumliche und inhaltliche Flexibilität nimmst du dir bei PwC die Freiräume, die du für deine Arbeit brauchst. Mit anpassbaren Arbeitszeitmodellen hat PwC Rahmenbedingungen kreiert, in denen du dich und dein Potenzial entfalten kannst. Bist du neugierig geworden? PwC bietet Stellen, die deine Skills und Qualifikationen in den Mittelpunkt stellen. Informationen hierzu und zu PwC als Arbeitgeber findest du unter hier.

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Carmen Maiwald hat Bekleidungstechnik an der HAW in Hamburg studiert, um dort zu merken, dass sie neben der Kleidung vor allem die Geschichten dahinter interessieren. Bis Januar 2020 war sie Schülerin an der Deutschen Journalistenschule. Aktuell unterstützt sie die Redaktion von Edition F als freie Redakteurin.

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