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Sie machen Mut, sie brechen Muster, sie reißen mit: die Gewinnerinnen des SheWOW Spotlight

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Bei AXA wurde dieses Jahr der SheWOW Spotlight Award ins Leben gerufen, ein Award der besonderen Art. Es wurden außergewöhnliche Persönlichkeiten gesucht – und gefunden. Wir stellen euch hier die drei Gewinnerinnen vor.

Das SheWOW Spotlight richtet sich auf Frauen, die noch nicht die Sichtbarkeit, Aufmerksamkeit und Reichweite haben, die sie verdienen. Frauen, die jeden Tag Großartiges leisten, die eine Vision für die Zukunft haben und damit echte Vorbilder sind. Bis Ende September gab es die Möglichkeit, solche Frauen zu nominieren. Von einer fachkundigen Jury wurden schließlich drei Gewinnerinnen ausgewählt: Derya Gür-Şeker, Eva Bouchoux und Alexandra Haderlein. Was diese drei Frauen gemeinsam haben, was ihnen Hoffnung gibt und wer ihre eigenen Role-Models sind – das haben sie im Interview erzählt.

DIE MITREISSERIN

Derya Gür-Şeker, Foto: AXA SheWOW Spotlight

Liebe Derya, du hast das SheWOW Spotlight in der Kategorie Mitreißerin gewonnen. Was bedeutet dir diese Auszeichnung? Mit welchen Inhalten reißt du Menschen mit?

„Die Auszeichnung hat mich sehr bewegt. Nicht nur, weil die Jury erkannt hat, was in mir steckt. Die Auszeichnung ist für mich eine Wertschätzung meiner jahrelangen Arbeit in Wissenschaft und Forschung. Sie ist aber auch eine Wertschätzung der Person, die ich außerhalb der Wissenschaft bin. Ich baue Brücken zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, weil ich mich als Linguistin nicht nur mit aktuellen Themen wie künstliche Intelligenz befasse, sondern weil ich auch Gründerin bin und mich gesellschaftlich einbringe.

Als Mitreißerin verstecke ich mich nicht und sage klar: ich habe zwar einen Doktortitel, aber mein Bildungsweg war voller Hindernisse. Der Weg von der Hauptschule zur Habilitation war mühselig, weil unser Bildungssystem stark nach sozialer Herkunft selektiert. Chancengerechtigkeit sowohl in schulischen als auch in beruflichen Kontexten ist mir deswegen ein wichtiges Anliegen – es ist für mich neben Klimaschutz eine der Zukunftsfragen überhaupt, denn in Zukunft brauchen wir jeden klugen Kopf.“

Über Derya Gür-Şeker

Derya hat zum Thema Transnationale Diskurslinguistik promoviert. Sie war Teil des Forschungsteams zum Thema „Unwort erklärt Untat. Die Berichterstattung über die NSU Morde – eine Medienkritik“. Außerdem lehrte sie als Gastdozentin in Litauen und in der Türkei. Derzeit ist sie in den letzten Zügen ihrer Habilitation. Sie beeindruckt mit gesellschaftlichem Engagement, innovativem Denken und ihrem Mut, Herausforderungen anzugehen. 

Zu welchem Zeitpunkt dachtest du: So, jetzt schau ich nicht mehr nur zu. Jetzt tue ich selbst etwas und gestalte die Zukunft aktiv mit?

„Meine Eltern haben uns Kinder immer auf Veranstaltungen oder Demos mitgenommen – gesellschaftliches Engagement steckt also in meinen Genen. Mittlerweile habe ich selbst Kinder, mit denen wir Plakate aufhängen oder die auf Demos dabei sind. Mit der Pandemie im letzten Jahr wurde mir eindrücklich klar: nur, wenn ich aktiv bin, bin ich sichtbar, werde gehört und kann die Gesellschaft gestalten.

Viele arbeitende Eltern wurden in den Lockdowns mit Homeoffice und Homeschooling extremst herausgefordert. Zum Teil wurden sie weder gehört noch konnten sie politische Entscheidungen mitprägen. Ich selbst war gezwungen, entweder meine Karriere an der Universität zu beenden oder in unbezahlte Elternzeit zu gehen, um meine Habilitation zu schreiben. Gemeinsam mit meinem Mann haben wir uns für Letzteres entschieden.

„Am Ende des Tages zählt immer die innere Einstellung: Ist es das, was ich will? Wenn ja, go for it!“

Derya Gür-Şeker

Während meiner Schreibphase für die Habilitation habe ich dann auch politische Anträge geschrieben, um etwas in meinem Heimatort zu bewegen: vom sicheren Hafen für Geflüchtete bis RLT-Luftfilteranlagen in Grundschulklassen.

Als Frau, Mutter und working mum hat man es nicht immer leicht. Man muss sich organisieren, ein Netzwerk haben, das hilft und unterstützt. Manchmal läuft nicht alles nach Plan – auch das zu akzeptieren ist wichtig. Am Ende des Tages zählt meiner Meinung nach immer die innere Einstellung: ist es das, was ich will? Wenn ja, go for it!“

Wer hat dich auf deinem Weg inspiriert und dir Mut gemacht? 

„Auf Türkisch: ,Annem ve babam‘ – ,Mama und Papa‘. Wenn ich zurückblicke, hatte ich keine Vorbilder, die auch in der Wissenschaft waren, Kinder hatten und gleichzeitig arbeiteten oder, so wie ich, als erste in ihrer Familie studierten. Meine Eltern haben mir aber immer den Freiraum geschaffen und mich unterstützt – auch heute noch.“

Welches Bild hast du vor deinem inneren Auge, wenn du an unsere Zukunft in zehn Jahren denkst? Welche Hoffnungen und Wünsche schwingen da mit? 

„In zehn Jahren ist Deutschland nicht nur international Vorreiter in Sachen Klimaschutz, sondern es hat erkannt, wie wichtig das Bildungssystem ist. In zehn Jahren (hoffentlich auch früher) sind Kitas, Schulen und Hochschulen so ausgebaut, dass alle Kinder und Student*innen optimale Startbedingungen haben. Kitas, die allen Kindern einen Platz bieten und sie von Anfang an mit allen Möglichkeiten fördern – nicht nur mit Blick auf die Grundschule, sondern auch mit allem, was Kinder zu Kindern macht.

Ich wünsche mir flächendeckend bestens ausgestattete Schulen und vor allem offene Ganztagsschulen, die langfristig mit Lehrkräften, Pädagog*innen und Sozialarbeiter*innen besetzt sind und zur Chancengerechtigkeit beitragen. Eine Gesellschaft, die Kinder in den Fokus rückt, sozialgerecht ist und allen ermöglicht, Potentiale zu entfalten, sie nicht ausbremst oder ihnen Steine in den Weg legt. Mir gibt Hoffnung, dass es so viele junge Aktivist*innen gibt, die sich einmischen, aktiv anpacken in ihrer Stadt beziehungsweise ihrem Stadtteil und ihre Ideen einbringen, um unsere Gesellschaft zu gestalten und besser zu machen.“

DIE MUTMACHERIN

Eva Bouchoux, Foto: privat

Liebe Eva, du hast das SheWOW Spotlight in der Kategorie Mutmacherin gewonnen. Was bedeutet dir diese Auszeichnung? Wie machst du anderen Menschen Mut?

„Der Award ist eine tolle Chance für mich, auf ein Thema aufmerksam zu machen, das eigentlich selbstverständlich sein sollte, es jedoch nicht ist. 15 Prozent der Bevölkerung haben eine Behinderung. 80 Prozent der Behinderungen sind nicht angeboren, sondern entstehen durch einen Unfall oder infolge einer Krankheit. Bei uns in der Schweiz werden nur etwa 220.000 der 1.5 Millionen Menschen mit einer Behinderung durch die Invalidenversicherung mit einer (meist recht kleinen) Rente unterstützt. Behinderung stellt ein signifikantes Armutsrisiko dar. Und gleichzeitig ist es so, dass Menschen mit einer Behinderung großen Hürden in der Arbeitswelt ausgesetzt sind.

„Wenn wir von Inklusion reden, dann nur deshalb, weil wir eben in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft exklusiv sind, das heißt, wir haben vorab erst einmal Menschen ausgeschlossen.“

Eva Bouchoux

Ich möchte Brücken bauen zwischen Unternehmen und Betroffenen. Ich möchte das bewusst außerhalb der typischen sozialen Projekte tun. Denn Inklusivität ist ein Grundrecht – wenn wir von Inklusion reden, dann nur deshalb, weil wir eben in unserer Arbeitswelt und in der Gesellschaft allgemein exklusiv sind, das heißt, wir haben vorab erst einmal Menschen ausgeschlossen.“

Über Eva Bouchoux

Als Führungskraft und Gründerin setzt sich Eva für eine inklusivere Unternehmenswelt ein. 
Mit „Klärwerks 11“ ermöglicht sie Menschen mit Behinderung eine Ausbildung in puncto Arbeitsmarktpositionierung. Eva inspiriert und ermutigt, zusammen mit Unternehmen neue Wege in eine Zukunft zu gehen, in der niemand ausgeschlossen wird. 

Was war der Auslöser für dein Engagement und dein Aktivwerden? Wie kam es zur Gründung?

„Mein Aha-Erlebnis war, dass ich vor eineinhalb Jahren meinen Lebenspartner traf, der infolge eines Gleitschirmunfalls sogenannter ,inkompletter Paraplegiker‘ ist und deshalb mehrheitlich einen Rollstuhl benutzt. Durch meinen Partner habe ich viele Fälle von Menschen mit einer Behinderung gesehen und angefangen, mir verschiedene Fragen zu stellen. Eine dieser Fragen war zum Beispiel, warum ich in meiner mittlerweile fast 20jährigen Karriere in drei großen Unternehmen noch nie einem Menschen mit einer sichtbaren Behinderung am Arbeitsplatz begegnet bin.

Wir hatten bereits im Mai 2020 unser Coachingprojekt ,Klärwerk‘ gegründet. Im Frühsommer 2021 kam mir dann die Idee zu ,Klärwerks 11‘: Wir bilden zehn Menschen mit einer physischen oder phsychischen Behinderung im Coaching und in der Begleitung von Menschen aus, lassen sie ihre Biografie reflektieren, Stärken erarbeiten und unterstützen sie so, sich anders und besser im Arbeitsprozess zu positionieren. Damit sie entweder eine Stelle im (ersten) Arbeitsmarkt finden oder damit sie aufsteigen können.

Mit dem Projekt geht es auch darum, Aufklärungsarbeit in Unternehmen zu leisten und vor allem, Brücken zu bauen. Ehrliche, konkrete Massnahmen zu bewirken, damit Inklusivität nicht nur ein Schlagwort bleibt.“

Wer hat dich auf deinem Weg inspiriert und dir Mut gemacht?

„Mut habe ich selbst meistens zu wenig (lacht). Wichtigster Begleiter auf meinem Weg ist mein Partner, mit dem ich mich über so vieles austauschen kann und der mich oft challenged. Motiviert hat mich außerdem die Reaktion einiger Menschen in meinem Umfeld. Der eigentliche Lohn des Projekts sind die Begegnungen mit den Menschen mit einer Behinderung, die nun die Ausbildung beginnen werden und die wir begleiten dürfen. Ich bin auf alles Neue gespannt, was daraus entsteht.“

Welches Bild hast du vor deinem inneren Auge, wenn du an unsere Zukunft in zehn Jahren denkst? Welche Hoffnungen und Wünsche schwingen da mit?

„Ich arbeite für einen großen Energietechnik-Konzern: Nachhaltigkeit ist derzeit in aller Munde. Wir werden unsere ökologischen Themen nur dann lösen, wenn wir auch die sozialen und die seelischen Themen unserer Gesellschaft in Angriff nehmen. Ich hoffe, dass mehr Menschen mehr Demut entwickeln werden, sich auf Verzicht einlassen und mehr Wertschätzung gegenüber den Mitmenschen und der Natur zeigen. Das Leben sollte vor Fleiß und Konsum kommen. Inklusivität wird dann gar keine Frage mehr sein.“

DIE MUSTERBRECHERIN

Alexandra Haderlein, Foto: AXA SheWOW Spotlight

Liebe Alexandra, du hast den SheWOW Award in der Kategorie Musterbrecherin gewonnen. Was bedeutet dir diese Auszeichnung? Inwiefern brichst du Muster und warum bringt dich das weiter?

„Der SheWow-Award ist eine wundervolle Auszeichnung für die Arbeit von meinem Team und mir. Insbesondere das Team möchte ich unbedingt mit ins Spotlight rücken. Denn gemeinsam haben wir in den vergangenen 16 Monaten unentgeltlich daran gearbeitet, den Lokaljournalismus neu zu erfinden. Das Ergebnis ist das unabhängige Medien-Start-Up ,Relevanzreporter‘, das zukunfts-, lösungs- und gemeinwohlorientierten Lokaljournalismus zum Mitmachen für alle anbietet.

Unsere Mission: Wir wollen mit unserer Form von (Lokal-)Journalismus zur Bildung beitragen, Perspektivwechsel ermöglichen, die Macher*innen dieser Region sichtbar machen sowie vernetzen und damit langfristig die Toleranz, das bürgerschaftliche Engagement und damit auch die Demokratie stärken.“

„Wir wollen mit unserer Form von (Lokal-)Journalismus langfristig die Toleranz, das bürgerschaftliche Engagement und damit auch die Demokratie stärken.“

Alexandra Haderlein

Was war der Auslöser für dich, Journalismus neu zu denken und selbst zu gründen? Wie brachtest du den Mut dazu auf, die sicheren Bahnen zu verlassen?

„Ursprünglich wollte ich als Korrespondentin ins Ausland gehen – Brüssel oder der Mittlere Osten waren das Ziel. Bei meinen Reisen in Länder wie Israel/Gaza, Marokko, Südafrika, China, Libanon oder Aserbaidschan habe ich bemerkt, wie fragil und eben alles andere als gottgegeben eine Demokratie ist, wie es Menschen geht, wenn Meinungs- und Pressefreiheit wirklich fehlen. Das möchte ich für meine Region nicht. Gleichzeitig erreichen viele bestehende Lokalmedien immer weniger Menschen. Dem möchten sich die Relevanzreporter entgegenstellen: Wir treten ein für Medien- und Perspektivenvielfalt sowie für Toleranz, wir wollen den Journalismus wieder näher an die Bürger*innen bringen.“

Über Alexandra Haderlein

Alexandra ist leidenschaftliche Redakteurin und: Sie bricht täglich Muster. Sie wagte den Ausstieg aus der Festanstellung und gründete die „Relevanzreporter gUG“ – ein Leuchtturmprojekt im deutschen Lokaljournalismus. Mit ihrem Team entwickelt sie dieses auf unabhängigem und konstruktivem Journalismus basierende Projekt seit 16 Monaten unentgeltlich. 

Wer hat dich auf deinem Weg inspiriert und dir Mut gemacht?

„Ich hatte mir lange Zeit nicht vorstellen können zu kündigen, ohne einen neuen Job in der Hinterhand zu haben. Doch irgendwann war mir klar, ich muss mich beruflich verändern. In dieser Phase hatte ich zum Glück beratende und bestärkende Mentoren an meiner Seite und meine Mama als Rolemodel: Sie hatte einst ihre Festanstellung (in einem ganz anderen Berufsfeld) ebenfalls gekündigt und Neues gewagt. Ich wusste also, worauf ich mich als Selbstständige einlasse.“

Welches Bild hast du vor deinem inneren Auge, wenn du an unsere Zukunft in zehn Jahren denkst? Welche Hoffnungen und Wünsche schwingen da mit?

„Ich wünsche mir, dass die Art und Weise, wie wir Journalismus denken, bei den Bürger*innen Anklang findet und noch mehr Journalist*innen unserem Weg nachfolgen. Wir haben bereits jetzt in diversen Punkten Leuchtturmcharakter.

Es wäre großartig, Wegbereiter und Empowerment-Geber*innen für weitere Journalist*innen zu sein, um so langfristig mit konstruktivem, community-getriebenem (Lokal-)Journalismus die Bürger*innen wieder näher an die Medien heranzuholen, für neues Vertrauen zu sorgen, die Toleranz untereinander zu fördern und auch das bürgerschaftliche Engagement zu steigern. Das ist unsere Vision und dafür stehen wir jeden Morgen auf, um sie Wirklichkeit werden zu lassen – bestenfalls bald auch nicht mehr unentgeltlich, sondern mit fairen Arbeitsbedingungen, Löhnen und Fördergeldgeber*innen beziehungsweise Spender*innen an unserer Seite, die unabhängigen, von Bürger*innen finanzierten Journalismus für eine Demokratie ebenso essentiell finden wie wir.“

SheWOW Spotlight

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