Foto: Privat

It takes a village. Und was machen wir jetzt nach #metoo ?

Wie sollen und können wir jetzt mit diesem Bewusstsein umgehen, dass so viele unserer Freundinnen schon – oft auch mehrmals – sexuell belästigt wurden? Wie wäre es, ganz einfach zu beginnen.

 

Ein einfacher erster Schritt für uns alle – Männer wie Frauen – ist, sich zu widersetzen, wenn man Zeuge einer der vielen beschriebenen Situationen wird, in denen jemand unangebracht behandelt wird. Und das gilt wirklich für JEDE SITUATION – scheinbar unbedeutend oder offensichtlich bedrohlich. Wenn jemandem in Deinem Umfeld kein Respekt gezeigt wird, gilt es Zivilcourage zu zeigen. Es kann ein rassistischer Kommentar sein (vielleicht von einem Onkel beim Weihnachtsessen) oder, was im Moment öffentlich diskutiert wird, ein sexistischer (gottseidank wissen wir jetzt alle, was das heisst müssen hier nicht mehr spezifisch werden). Es kann schon am Spielplatz anfangen (hier geht es um Respekt – und Selbstrespekt zu lernen – Umarmungen gegen jemandes Willen erzeugen kein gutes Gefühl).

Diese respektlosen Handlungen kommen ja nicht aus dem Nichts. Ihnen gehen viele Situationen voran, in denen genau dieses Verhalten erlaubt wurde – wo es
niemanden gab, der sich widersetzte oder einschritt – und weshalb sich diese Männer bewilligt gefühlt haben, weiter zu machen und auch jedes Mal einen
Schritt weiter zu gehen. Und das ist genau der Punkt, wo wir eingreifen und etwas ändern können. Jeder von uns.

Wenn Du also einen ungerechten Kommentar hörst, zeig, dass Du damit nicht einverstanden bist. Nicht nur, um denjenigen, der den Kommentar von sich gegeben hat, als den Idioten zu entlarven, der er ist, sondern auch um zu zeigen, dass er alleine ist mit dieser Meinung. Das wird diejenigen stärken, die durch den Kommentar angegriffen werden. Und es wird auch andere ermutigen aufzustehen und sich gegen Diskriminierung zu widersetzen. Es braucht das ganze Dorf. Also lasst uns anfangen, als solches gemeinsam zu handeln.

Und in Situationen, in denen es wirklich zudringlich und körperlich gefährlich wird, steh auf und biete dem bedrohten Menschen Deine Hilfe an – das haben zwei Männer einmal für mich in einer U-Bahn in Berlin gemacht.

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