Foto: Jasmin Arensmeier

Mit dieser Technik findest du heraus, welche Ziele du wirklich hast

Wie unterscheide ich Bilderbuchszenarien von meinen wahren Wunschvorstellungen? Und wie erreiche ich möglichst viele meiner Ziele? All diese Fragen beantwortet Jasmin Arensmeier in ihrem ersten Buch. Wir stellen einen Auszug daraus vor.

Das Verlangen nach Analogem

Ein Digital Native durch und durch, so beschreibt sich Jasmin Arensmeier, die vor allem durch ihren Blog Tea & Twigs bekannt ist. Als Freelancerin stürzte sie sich in den vergangenen Jahren Hals über Kopf in virtuelle Strategien und Konzepte, doch irgendwas fehlte: das Haptische, das Kreative, das Analoge. Schließlich lässt sich nicht alles ins Digitale übersetzen.

Ein Youtube-Video zu einem kreativ gestalteten Kalender war dann letztlich der Ausgangspunkt für alles, was darauf folgte. Die Mode-Expertin widmete einen Zweit-Account auf Instagram dem Thema (Bullet-) Journaling, sie drehte Planer-Videos und schrieb im vergangenen Jahr ihr erstes Buch: „Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode“. Einen Auszug aus ihrem Werk stellen wir euch hier vor.

Ziele setzen und erreichen

„Die meisten Menschen scheitern im Leben nicht, weil sie zu hoch zielen und verfehlen, sondern weil sie zu niedrig zielen und treffen.“ – Les Brown.

Du kennst bestimmt dieses magische Gefühl eines neuen Jahres. Träume,
Ziele, Ideen und die Energie und die Lust, all das in die Tat umzusetzen. Das Gefühl, unbeschriebene, glatte Seiten aufzublättern, den Stift anzusetzen und drauf loszuplanen, hat für mich etwas ganz Besonderes. Vielleicht verbindest du gar nicht so viel mit diesem Datum, dem 1. Januar, und das ist völlig in Ordnung. Vielleicht bist du auch gerade erst an einer langen Liste Neujahrsvorsätze gescheitert. Das Jahr hat 365 Tage und jeder davon könnte der optimale Zeitpunkt für einen Neustart sein.

Dein Journal richtet sich nach keiner Kalenderrechnung, sondern nur nach dir. Für mich bringt das ein großes Stück Neujahrsmotivation in jeden kleinen Montag und in jede neue Woche. Wie du dieses Gefühl konservieren kannst und zu einer treibenden Kraft in deinem Alltag machst, zeige ich dir in wenigen Schritten. Alle Techniken lassen sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt im Jahr starten. Natürlich kannst du auch ganz klassisch am 1. Januar damit beginnen oder zum Beispiel an deinem Geburtstag.

Regelmäßig Sport machen, gesund essen, die Eltern öfter anrufen – generische
Vorsätze sind regelrecht zum Scheitern verurteilt. Oft fehlen der persönliche Bezug und eine konkrete Handlungsaufforderung. Und nicht zu vergessen: die passende Deadline. Ziele funktionieren wie Magneten. Doch wir müssen erst einmal herausfinden, was wir genau anziehen wollen.

Bilderbuch vs. Realität

Ich unterscheide zwischen prozessorientierten Zielen und ergebnisorientierten Zielen. Wenn du dich bei deiner Zielsetzung auf die Prozesse und den eigentlichen Weg fokussierst, wird es dir viel leichter fallen, am Ball zu bleiben und dein Ziel zu erreichen. Dadurch legst du nämlich bereits bei der Planung deiner Ziele die richtigen Bausteine für erste Schritte fest und lässt keine Fragen offen. Rein ergebnisorientierte Ziele sind oft zu abstrakt oder schlichtweg unrealistisch. Wir erinnern uns an den ominösen „Sommerbody“! Wie sieht der denn eigentlich aus, und hat den nicht sowieso jeder (also im Sommer)?

Unsere Gesellschaft drängt uns standardisierte Normen und damit verbundene
Zielvorstellungen geradezu auf. Ein perfekter Körper, erfolgreich im Job und eine glückliche Beziehung. Doch wie nah ist dieses Bilderbuchszenario an deiner ganz persönlichen Wunschvorstellung? Weißt du überhaupt, was du wirklich willst? Manche Ziele können wir nämlich kaum erreichen, weil es nicht unsere eigenen sind. Mit deinem Journal kannst du dir wichtige Sinnfragen stellen und diese schließlich immer dabeihaben. Inspiration für unterwegs, immer maximal ein paar Seiten entfernt.

„Dein Wort“ – dein Wegweiser

Ein neues Jahr – ein neues Du! Ich beginne meinen Zielfindungsprozess
gerne mit einem kleinen Brainstorming und einer kreativen Mindmap: mein
Wort des Jahres. Diese Technik ist sehr inspirierend und ein ideales Eröffnungsstatement für deinen eigenen Planer.

Mithilfe der „Dein Wort“-Technik gibst du deinem kommenden Lebensabschnitt
ein Motto. Manchmal genügt es uns, etwas Interpretationsspielraum zu lassen und uns ohne konkrete Ziele in eine bestimmte Richtung zu bewegen. Dieses Wort darf ein wichtiges Mantra für dich werden und wie ein Dach über deinen täglichen Handlungen stehen. Vielleicht hilft es dir auch, spezifische Ziele abzuleiten, die dir wirklich am Herzen liegen. Ein einziges Wort kann sehr viel aussagen und gerät zugleich nicht so schnell in Vergessenheit.

Es ist abstrakter als ein ergebnisorientiertes Ziel und kann dich trotzdem Tag für Tag in konkreten Situationen leiten. Für den ersten Schritt brauchst du eine leere Seite in deinem Journal, ein paar Stifte, einen ruhigen Ort und ein wenig Zeit. Natürlich kannst du dein Brainstorming auch auf einem Schmierpapier
beginnen, doch jede Assoziation ist wichtig und könnte dich auf die richtige
Spur führen. Also: nur Mut! Es gibt kein Richtig oder Falsch. Horche zunächst
ganz tief in dich hinein und stelle dir folgende Fragen:

  • Mit welchen Adjektiven würdest du deine Persönlichkeit beschreiben?
  • Welche Eigenschaften verknüpfst du mit den schönsten Erlebnissen in deinem Leben?
  • Was ist für dich eigentlich Glück?
  • Welche Eigenschaften schätzt du an anderen ganz besonders?
  • Mit welchem Wort würdest du dein letztes Jahr beschreiben?

Schreibe alle Wörter nieder, mit denen du ein positives Gefühl verbindest. Es geht hier darum, ein Wort zu finden, das vor allem für dein zukünftiges Ich stehen kann. Ich variiere gerne die Größe der verschiedenen Assoziationen
analog dazu, wie positiv mein erstes Gefühl dem Begriff gegenüber ist. Das macht mir das Aussortieren später einfacher. Spiele mit Farben, Verzierungen
und lass dir vor allem eines: Zeit! Wenn ich „mein Wort“ auserkoren habe, umrande ich es oder hebe es mit einem Umriss hervor. Dieses Wort kann ein Mantra und als regelrechte Lebenseinstellung sinnweisend für all deine Handlungen und Entscheidungen sein. Vielleicht ist es für dich auch einfach nur eine wichtige Erinnerung, die dein wahres Ich ins rechte Licht rücken soll.

Quelle: Jasmin Arensmeier

Lass uns eines meiner Lieblingswörter unter die Lupe nehmen. „Frei(heit)“. Das war nämlich mein Wort für das Jahr 2017, und es hat mich jeden Tag inspiriert und mir damit die eine oder andere Entscheidung erleichtert.

Für mich bedeutet das,

  • dass ich auch mal Nein sagen darf.
  • dass ich mich öfter für mich und nicht für die Bedürfnisse anderer entscheide.
  • dass ich meinen Tag als Freelancer unkonventionell gestalten darf und
    keinen „Nine-to-five“-Zeitplan imitieren muss.
  • dass auch mein Umfeld atmen will und ich so meine Wohnung nach und
    nach von überflüssigem Nippes befreit habe.
  • dass es okay ist, sich von alten Freundschaften zu lösen, wenn sie einem
    nicht mehr guttun.

Aus: Jasmin Arensmeier: „Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode: Kreativ werden, Ziele verwirklichen, Glück finden – Inspiration für deinen persönlichen Lebensplaner“, Südwest Verlag, ISBN: 978-3-517-09684-1, 192 Seiten, 15,00 Euro.

Mehr bei EDITION F

Ein Bullet Journal als Produktivitäts-Booster? So funktioniert’s. Weiterlesen 

Was bitte ist ein Bullet Journal und warum sollte ich damit beginnen? Weiterlesen

So viel produktiver! Diese 5 Zeitmanagement-Modelle solltet ihr kennen. Weiterlesen

Anzeige

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.