Foto: Randy Stewrart | Flickr

Keine Frau, kein Geld: Dieser Investor gibt sein Geld nur an Startups mit einer Frau

Er hat an Startups vor allem eine Anforderung, wenn es um Investitionen geht: Es muss mindestens eine Frau im Gründerteam sein.

 

Nicht ohne eine Frau

Gründer und Angel Investor Jonathan Sposato hat aktuell mit einem starken Statement überrascht. So sagte er auf der Seattle Angel Conference Mitte Mai, dass er ab sofort ausschließlich in Unternehmen investieren wird, die mindestens eine Frau im Gründerteam haben. Auch, wenn wir nicht finden, dass sich die Startup-Qualität am Geschlecht festmachen lässt, finden wir das spannend.

Aber wer ist Sposato überhaupt? Bekannt wurde der Gründer für den Exits zweier seiner Startups an Google: Phatbits, das heute Google Widget ist und das Photo-Editing-Startup Picnic. Heute ist er im Vorstand der Tech Newsseite Geekwire.com und CEO von PicMonkey. Man kann also davon ausgehen, dass Sposato unternehmerisch versiert ist und weiß, was er tut. Zumindest macht er es bis jetzt sehr erfolgreich. Was aber bewegt ihn dazu, Frauen nun besonders zu puschen?

Gegenüber CNNmoney sagte Jonathan Sposato, dass seine Aussage spontan während einer Fragerunde entstand. Ein Zuschauer fragte ihn, in welche Richtung die Investoren-Community derzeit steuere und er bemerkt, dass er sich darüber auch schon einige Gedanken gemacht hat. Denn derzeit bewege sich nicht viel. Rund 100 Startups, so Sposato, fragen ihn jährlich nach Investments. Und kaum einer von ihnen habe eine einzige Frau im Gründerteam.

Der Frauenmangel als selbstgemachtes Problem?

Das will er ändern. Und sagt, anstoßen können das vor allem männliche, jetzt schon agierende, Entrepreneurs. Und das sei nun wirklich nicht so schwer, denn eine weibliche Mitgründerin zu finden, sei ebenso einfach, wie einen männlichen Mitgründer. Nur, sucht eben keiner nach ihnen.

Sposato hält den Mangel an Frauen für ein strukturelles Problem, da in der Gründerszene häufig einfach andere erfolgreiche (männliche) Teams einfach nachgeahmt werden, statt neu zu denken, wie er CNNmoney sagt. Zusätzlich bekomme er selbst ständig von weiblichen Gründern mit, wie schwer es ist, einen Termin bei potentiellen Investoren zu bekommen oder dann auch noch mit dem Ärgernis klarkommen zu müssen, für eine „niedliche Business-Idee“ gelobt zu werden.

Statt sich einfach nur dagegen auszusprechen, hat der Entrepreneur beschlossen, aktiv dagegen vorzugehen. Und das kann ja nur eine gute Sache sein. Auch wenn somit einmal mehr der Geschlechtergraben in der Gründerszene nachgezogen wird.

 

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