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Kein Date ist wie das andere

Wenn es Angst macht, wird es richtig sein?

 

Jeder Anfang ist schwer? Nach monatelangem quasi Date-Marathon bezüglich des perfekten Jobs geht die Suche nun bei der perfekten Wohnung weiter. Zuerst dachte ich, ich würde weggehen wollen, dann wollte ich bleiben und nun entschied der Job für mich, dass es Zeit war zu gehen?

Ein paar Monate vorher

Ich schreibe die zehnte Bewerbung und stelle fest, langsam muss ich mal etwas an dem Anschreiben ändern. Oder doch am Lebenslauf? Alles anders machen? Neue Farben einbauen? Kein Anschreiben und stattdessen ein kurzer Statementtext direkt in der E-Mail? Alle Dokumente zu einem fassen macht Sinn, kommt mir irgendwann an einem heißen Augustabend in den Sinn, während ich vor meinem Notebook brüte und darüber nachdenke, was ich an dem Anschreiben noch verbessern bzw. ändern sollte. Ganz frech das Anschreiben weglassen und in der E-Mail direkt darauf verweisen, weshalb genau Ich so gut in Das eine Unternehmen passen könnte. Schön im Konjunktiv, damit sich das Unternehmen bestätigt fühlt und gerne herausfinden möchte, ob ich vielleicht wirklich passen könnte.

Dann zwischen Nebenjob eins und Freiberuflichkeit zwei schnell zum Vorstellungsgespräch rennen, denn tatsächlich begannen die Personaler, mich kennenlernen zu wollen. Puh, nach tiefem Ein- und anschließendem Ausatmen war der Sommer plötzlich vorbei und ich einige Erfahrungen und Erlebnisse reicher. München ist eine schöne Stadt, nur nichts für mich. Und auch PR sollte dann doch nicht meine Richtung sein.

Der Job sucht dich aus und nicht du den Job?

Als Gesellschaftswissenschaftlerin habe ich keine Erfahrung sammeln können, wie es ist, unzählige Angebote zu erhalten und ich bin auch nicht sicher, ob dem immer so ist. Vielleicht hängt es auch sehr eng an den Beziehungen, die im eigenen Leben eine Rolle spielen? Habe ich ja tatsächlich die meisten spannenden Projekte, Tätigkeiten und Stellen durch Vitamin B erhalten. Aber vielleicht bin ich auch ein super Netzwerker und bin mir dessen noch nicht so ganz bewusst? In jedem Fall entschied sich die Stadt nun für mich. Eigentlich wollte ich bleiben, dann gehen und dann wieder bleiben. Und nun scheint es so, als würde ich doch gehen. Der Job klingt einfach zu verlockend und so passend. Ich konnte zu Gesprächen rennen wie ich wollte, am Ende war das Spannende nicht hier sondern dort.

Hab ich also keine Kontrolle über das, was passierte?

Heute, nach dem Bewerbungsdatemarathon stellte ich mir die (möglicherweise) entscheidende Frage: habe ich bzw. der Einzelne die absolute Kontrolle darüber, wo es hingeht oder werden letztlich Entscheidungen durch Faktoren begünstigt, nach denen ich mein Leben ausgerichtet habe, sie jedoch nicht absolut kontrollieren kann? Eine spannende Frage, wie ich finde. Am Ende läuft es anders als gedacht und das ist vielleicht auch besser so. Denn so werde ich in jedem Fall aus meiner gemütlichen Komfortzone ausbrechen (müssen), um an mein gewünschtes Ziel zu gelangen. Beruflicher Erfolg ist mir wichtig aber das Lebensgefühl darf dabei nicht untergehen. Getreu meinem Motto, dem inneren Mantra zu folgen stürze ich mich dann mal in den Wohnungs-Date-Marathon und bin gespannt, was sich dabei auftun wird!

Und wenn es mir trotzdem Angst macht?

Natürlich beängstigt mich dieser Schritt, denn durch ein wo-anders-hinziehen lasse ich etwas anderes zurück: Ein Sicherheitsgefühl, gewohnte Muster, bekannte Ecken, vielleicht auch Zufluchtsorte. Doch, selbst, wenn ich merken sollte, ich möchte bald wieder zum Anfang zurück, so werde ich doch sehr viele Erfahrungen sammeln können. Und seien wir mal ehrlich, leben bedeutet doch auch, in Bewegung zu sein. Es geht hier ja schließlich nicht um eine Heirat sondern erstmal um die erste Zeit des Kennenlernens. Und darauf freue ich mich schon sehr!

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