Foto: Youtube / Die besorgte Bürgerin

22 Frauen sagen: „Nein. Du bist nicht schuld“

Heute ist der Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, die auch in Deutschland noch immer zum Alltag gehört. Ganz wichtig dabei: Ihr seid nicht schuld, wenn euch etwas passiert.

 

Gewalt gegen Frauen ist Alltag

Über 100.000 Frauen haben allein in Deutschland im vergangenen Jahr Gewalt durch ihren Partner erfahren. Vor wenigen Tagen wurde ein besonders grausamer Gewaltakt in Hameln bekannt, bei dem ein Mann seine Ex-Freundin an einem Auto hinter sich hergeschleift haben soll und die Frau dabei lebensgefährlich verletzt wurde. Gewalt beginnt aber schon im Kleinen: sexuelle Belästigung, abfällige Kommentare in der Öffentlichkeit und im Netz.

Oft wird Frauen dabei Schuld oder Mitschuld gegeben, wenn sie sich trauen, darüber zu sprechen, was ihnen passiert ist. Zum Beispiel geht aus den Anzeigeprotokollen der Silvesternacht in Köln hervor, dass Frauen von Polizeibeamten die Schuld an Übergriffen gegeben oder ihnen nicht geglaubt wurde.

Die Youtuberin „Die besorgte Bürgerin“ hat anlässlich des Aktionstages gemeinsam mit 21 anderen Frauen ein Video gedreht, dass ganz klar vermitteln soll: Du bist nicht Schuld, wenn dir etwas passiert. Das anzuerkennen ist ein wichtiger Schritt, damit es Frauen und Mädchen zum einen leichter fällt, sich Hilfe zu holen und ihnen zum anderen, wenn sie darüber sprechen, geglaubt wird und sie Unterstützung erfahren. 

Mit dem Hashtag #PassAuf könnt ihr euch an der Diskussion beteiligen.

Franziska von Kempis, die das Video initiiert hat, bekommt übrigens täglich Hass- und Drohmails, seitdem sie politische Videos dreht.

Wenn ihr selbst Gewalt erfahren habt oder betroffene Frauen unterstützen möchtet, findet ihr auf frauen-raus-aus-der-gewalt.de oder hilfetelefon.de, wo ihr euch anonym und in mehreren Sprachen beraten lassen könnt.

Disclaimer: Ich bin eine der Frauen, die im Video mitgewirkt haben. 

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Teresa Bücker arbeitet, schreibt und spricht zu gesellschaftspolitischen Fragen der Gegenwart und Zukunft. Auf Konferenzen, im Fernsehen und in Workshops diskutiert sie über den Wandel der Arbeitswelt (New Work, Leadership, Diversity), digitale Strategien für Journalismus und Politik, über Partizipation und Aktivismus, Gerechtigkeit, Repräsentation, Macht und sexuelle Selbstbestimmung. Immer aus einer feministischen Perspektive. Immer mit Blick auf Gestaltungsmöglichkeiten und Lust auf Veränderung. Für ihre Arbeit als Chefredakteurin für Edition F wurde sie 2017 als „Journalistin des Jahres“ ausgezeichnet. Seit Juni 2019 arbeitet sie als freie Journalistin und Beraterin.

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