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Neue Mitarbeiter ab Tag eins fürs Unternehmen begeistern – 7 Tipps für Chefs

Mitarbeiterbindung beginnt spätestens am ersten Arbeitstag. Und weil Startups nicht gerade für hohe Gehälter bekannt sind, sollten Gründerinnen ihre neuen Angestellten ab dem ersten Tag für sich gewinnen. Onboarding nennt man den sanften Einstieg in die neue Firma.

 

Einschreiten, bevor das Chaos ausbricht

Der Worst Case für einen Neuling sieht folgendermaßen aus: Kaum einer weiß am Tag X über den Neuzugang und seine Aufgaben Bescheid, es wurden keine PC-Berechtigungen oder die nötigen Accounts angelegt und der Schreibtisch ist noch mit den Utensilien des Vorgängers bestückt. Alles schon vorgekommen.

Mitarbeiterbindung beginnt jetzt

Denn viele Chefinnen denken immer noch, dass sie sich erst später um das „Binden“ des neuen Mitarbeiters an die Firma kümmern müssen. „Das ist ein Trugschluss. Viele neue Mitarbeiter springen deshalb noch vor dem ersten Arbeitstag ab. Mitarbeiterbindung beginnt mit dem Bewerbungsprozess“, sagt Anna Pietrus, HR-Managerin beim E-Learning-Anbieter Skillsoft. „Denn heute wollen Fachkräfte von ihren Chefs ab dem ersten Kontakt überzeugt werden, dass sie sich für die richtige Firma entschieden haben“, sagt Anna Pietrus.

Sieben Tipps für den perfekten Einstieg

Die HR-Managerin hat sieben Tipps für Kollegen, Personaler und Chefs zusammengestellt, damit neue Leute nicht bereits am ersten Arbeitstag schon wieder an Kündigung denken. Das tun übrigens 15 Prozent aller neuen Mitarbeiter, wie eine Studie des „Human Capital Institute“ herausfand. Ebenso ernüchternd: 77 Prozent gehen am ersten Arbeitstag früher nach Hause, weil sie aufgrund fehlender Vorbereitung des Arbeitsumfeldes nicht richtig loslegen können.

1. Wertschätzung zeigen

Zweifel an ihrer Entscheidung schleichen sich bei neu angeworbenen Mitarbeitern besonders vor dem ersten Arbeitstag ein. Als hochqualifizierte Kräfte springen sie vor allem dann schnell ab, wenn ein weiteres gutes Angebot kommt. Das fangen Chefinnen auf, indem sie die Neuen schon vor Arbeitsantritt zum Team-Essen oder zu einem Meeting einladen. Und für Perfektionisten: Eine extra für die neuen Mitarbeiter konzipierte Homepage ist optimal, um die neuen Talente vor Arbeitsbeginn mit Informationen zu versorgen. Stück für Stück werden neue Inhalte freigeschaltet. Neben Texten, in denen sich Ansprechpartner und andere neue Mitarbeiter vorstellen, lassen sich spielerisch das Gelände und die Firmengeschichte digital entdecken. So können die vielen unbekannten Gesichter am ersten Arbeitstag bereits besser zugeordnet werden.

2. Schöne Aussichten

Eine Zielvereinbarung bereits zu Beginn macht Neulinge heiß auf das Unternehmen. Im Dialog zeigt das Unternehmen dabei das ganze Spektrum mit allen Weiterbildungen, Förderprogrammen und Aufstiegsmöglichkeiten, ebenso in anderen Geschäftszweigen und anderen Standorten. Auch der neue Mitarbeiter soll genau sagen, was er sich wünscht, was er einbringen will und was er nicht kann und möchte. Zu viele Arbeitsverhältnisse scheitern in der Probezeit vor allem daran, dass Mitarbeiter nicht wussten, was von ihnen gefordert war.

3. Software helfen lassen

Etwa ein webbasiertes Lern-Management-System (LMS) kann neben den Ausbildungsplänen auch die Aufgaben aller Personen, die am Onboarding-Prozess beteiligt sind, mit generierten Erinnerungs- und Checklisten-Mails unterstützen. Der Personaler, der oft die Koordination der Einarbeitung übernimmt, wird entlastet und kann mit Struktur und Professionalität punkten.

4. Nicht alleinlassen

Wer geht mit wem und wann zum Mittagessen? Für neue Kollegen lauern überall Fettnäpfchen. In vielen Firmen werden sie alleingelassen. Helfen können Partner-Systeme. Ein Kollege aus dem Team gibt Antworten und schafft Vertrauen. Der Austausch macht Lust auf mehr von der Firma.

5. Nicht überfordern

Papier staubt ein und nicht nur deshalb macht eine HR-Website für Mitarbeiter heute mehr Sinn als jedes Handbuch. Die normale Homepage vieler Unternehmen überfordert durch ihre Masse und zu wenig Übersicht. Eine spezielle Seite dagegen, etwa ähnlich einem Blog, spart Zeit.

6. Beflügeln

Der Einstand ist vollends missglückt, wenn der Chef signalisiert, dass er wegen wichtiger Meetings keine Zeit findet, sich dem Neuling vorzustellen. Ein gut instruiertes und eingespieltes Team kann das ausbügeln. Das gelingt, wenn der Vorgesetzte die direkten Kollegen auf den Neuen und seine Rolle vorbereitet. So kommen Konkurrenzängste erst gar nicht auf und die Zusammenarbeit funktioniert vom ersten Tag an.

7. Von Werten erzählen

Tatsächlich bekommen „Anfänger“ das Firmenleitbild teilweise anonym und mit der Gehaltsabrechnung ausgehändigt. Wer will, dass Werte und Ziele gelebt werden, muss darüber am ersten Tag berichten. Gut kommt an, wenn das langjährige Mitarbeiter übernehmen. Etwa, indem sie von ihren Anfängen erzählen und wie sie in ihrer Entwicklung von Kollegen und Chefs unterstützt worden sind.

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