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Michelle Poler: Ich hatte vor allem Angst – bis ich beschlossen habe, das zu ändern

Michelle Poler hatte Angst vor so ziemlich allem und jedem. Doch dann entschloss sie sich, ihren Ängsten ins Auge zu sehen. Und das ganze 100 Tage lang, immer und immer wieder.

 

Schau dir genau an, wovor du Angst hast

Wir alle haben Ängste. Manche sind uns sehr bewusst, andere
weniger. Aber wir alle versuchen wohl, die Konfrontation mit ihnen zu vermeiden. Aber
ist das der richtige Weg? Der amerikanische Dichter John Berryman schrieb
einmal: “We must travel in the direction of our fear.“ Wieso zur Hölle
man das tun sollte? Ganz einfach: Nur wer weiß, mit was er es zu tun hat, nur wer der
eigenen Angst wirklich ins Auge sieht, kann sie auch besiegen.

Aber müssen wir das überhaupt? Nun, es gibt ja durchaus
Ängste, die sind nicht schlimm. Die sind okay, vielleicht sogar auf eine
verkorkste Art charmant. Oder aber sie sind eben wirklich wirklich schlimm,
kommen dann aber eher vereinzelt vor. Aber was ist, wenn deine Ängste anfangen,
dein Leben zu bestimmen? Was ist, wenn man nicht mehr Herr der Lage ist, und
das nicht in einem Moment, sondern in Dauerschleife? Dann hat man ein Problem
– und sollte darüber nachdenken, die von Berryman angeregte Reise anzugehen.

Genau das hat die Art-Direktorin Michelle Poler gemacht. In
einer Konsequenz, die wirklich beeindruckend ist: Sie hat sich 100 Tage lang verschiedenen
Ängsten gestellt. Jeden Tag aufs Neue.

Wenn die Angst überhandnimmt

Michelle Poler hatte nicht diese eine Angst, die sie schon
ihr Leben lang nervte. Michelle hatte vor allem Angst. Und so ging sie vor der
Haustür jedem Hund aus dem Weg, aus Angst, er würde sie beißen, ließ Termine beim Arzt verstreichen, weil sie
fürchtete, dort würde alles noch viel schlimmer kommen, als es sowieso schon
ist, und nahm Einladungen, die eine Autofahrt im Dunkeln erfordert hätten, schon mal
gleich gar nicht an. Denn: Dunkelheit gehörte auch in ihr Angstmuster. Michelle
hatte Angst vor Spinnen, sich zu blamieren, sie hatte Angst vor Höhen – und sie
hatte sogar Angst davor, Essen zu frittieren. Und, mal ganz ehrlich: So weit
sollte es nun wirklich nie kommen. Niemals.

Eine Aufgabe, die Michelles Leben veränderte

Aber Spaß beiseite: Weil Michelle so viele Ängste hat, hat
sie schließlich ein Leben gelebt, das von totaler Kontrolle geprägt war. So kam sie ganz gut klar. So hatte sie
aber auch nur ein halbes Leben.

Und dann kam der Tag, der alles veränderte. Nämlich der Tag,
an dem Michelle Polers Professorin ihren Studenten eine ganz bestimmte Aufgabe
stellte: Macht 100 Tage lang eine Sache immer und immer wieder. Was das sein
soll, das durfte sich jeder selbst aussuchen. Und Michelle entschied sich
dazu, dass sie diese Zeit nutzen will, um etwas zu tun, was ihr Leben
verändert. Also begann sie, ihre Ängste anzugehen.

Was ihre Professorin zu dem Ergebnis sagt? „Das, was Michelle
da gemacht hat, ist keine Magie. Alles, was sie getan hat: endlich die innere
Stärke zu entdecken, die die ganze Zeit in ihr steckte.“

Welcher Aufgabe hättet ihr euch gestellt?

Wer mehr über die Angstbewältigung von Michelle wissen will,
sollte auf ihrem Blog vorbeischauen, oder sich dieses Video ansehen. Wir
finden: Das ist groß!

Quelle: Youtube

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