Foto: Tanjila Ahemd | Flickr

Endlich keine Regelschmerzen mehr: Dank dieser Cannabis-Tampons!

Die Krämpfe während der Periode sind für viele Frauen fast unerträglich. In den USA ist jetzt eine Art Tampon auf den Markt gekommen, das die Schmerzen lindern soll. Wie?

Endlich ein gutes Mittel gegen Regelschmerzen?

Die Zeit während der Periode ist bekanntlich nicht die schönste. Man fühlt sich schwach, hat Kopfschmerzen und als sei das neben den Blutungen nicht genug, haben viele Frauen mit erheblichen Krämpfen im Unterleib zu kämpfen. Und wir reden hier von einem Spektrum zwischen leichtem Ziehen bis zu solchen Schmerzen, bei denen man denkt, es würde einem gerade jemand die Gebärmutter zerdrücken – immer und immer wieder.

Ein Elend, das man dann tagsüber versucht mit reichlich Schmerztabletten im Zaum zu halten und einfach irgendwie den Tag zu überstehen, um abends mit Wärmflasche in Embryo-Haltung im Bett zu liegen. Viele nutzen gegen die Schmerzen auch die Pille – aber dass die neben der Verhütung nicht nur gegen Schmerzen und Pickel hilft, sondern auch ein echter Hormon-Cocktail ist, das wissen wir auch. Also was tun?

Schmerzen weg dank THC-Tampon

In den USA ist der Gleitgel-Hersteller Foria nun kreativ geworden und hat ein Tampon, oder vielmehr ein Vaginal-Zäpfchen aus Bio-Kakaobutter in Tamponform entwickelt, dass mit THC und CBD versetzt die Schmerzen lindern soll. Die Stoffe sollen in die Scheidenschleimhaut einziehen, die Durchblutung fördern und durch das Mindern der Muskelkontraktionen die Krämpfe im Beckenbereich verringern. Klingt ja erst einmal verlockend – und sinnvoll. Schließlich wird Marihuana schon lange in der Schmerztherapie, wie etwa bei Krebspatienten angewendet. Oder? Foria nutzt die Wirkung von THV übrigens auch schon für ein Gleitgel.

Quelle: Foria

Aber ist das auch legal? Ja, zumindest in zwei US-Bundestaaten – solange ein Rezept vom Arzt vorliegt, steht in Colorado und Kalifornien der Nutzung des Marihuana-Zäpfchens nichts mehr im Wege. Kostenpunkt: umgerechnet etwa 40 Euro. Doch ist das wirklich im Alltag praktikabel? Immerhin sprechen wir von THC! Laut Hersteller soll das aber kein Problem sein, da sich die Wirkung lediglich auf den Unterleib auswirken soll, nicht aber ins Gehirn vordringt.

Die neuen Super-Zäpfchen? Das findet nicht jeder

Doch genau diese Aussage wird von vielen kritisiert. So schreibt etwa die Gynäkologin Jen Gunter auf ihrem Blog, dass der Anteil an THC in den Zäpfchen mit 60 mg so hoch sei, dass es sicherlich auch Auswirkungen auf den restlichen Körper hat und im schlimmsten Fall sogar zu einem Krankenhaus-Aufenthalt führen könne. Auch merkt sie an, dass die Wirkung von THC auf Unterleibsschmerzen bisher mit keiner Studie belegt worden ist. Sollte man sich also vielleicht doch lieber nicht euphorisch-blind auf die Dinger stürzen? Nun, es gibt auch andere Stimmen, wie die von Mish Way, die die Zäpfchen für Broadly getestet hat und von der Wirkung hocherfreut ist: Ein Zäpfchen wirkt bei ihr so gut wie sechs Schmerztablette, schreibt sie. Und arbeiten konnte sie danach auch noch.

In Deutschland dürften wir auf die Zäpfchen, sollten sie überhaupt kommen, wohl noch etwas warten müssen. Aber wer weiß, vielleicht heißt es ja auch bei uns irgendwann: Keine Schmerzen mehr dank Marihuana-Zäpfchen.

Was sagt ihr? Würdet ihr das ausprobieren?

Quelle: Foria

Titelbild: Tanjila Ahemd | Flickr  | CC BY 2.0

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Silvia hat von 2014 bis zum Herbst 2019 für EDITION F gearbeitet, zunächst als freie Journalistin, dann als Redakteurin und seit dem Jahr 2017 als Redaktionsleiterin. Seit Oktober ist sie freie Autorin und Kolumnistin und schreibt auf EDITION F weiterhin ihre Kolumne „Thirtysomething“. Im März 2019 erschien im Goldmann-Verlag ihr erstes Buch: „A Single Woman: Ein Plädoyer für Selbstbestimmung und neue Glückskonzepte“. Foto: Jennifer Fey

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