Foto: Anna Frost | Fashionpuppe.com

Anna Frost: „Mein Baby soll kein Werbebaby werden“

Anna Frost wird von vielen als Bloggermama gesehen. Was erst im übertragenen Sinne gemeint war, ist nun wörtlich zu nehmen. Herzlichen Glückwunsch!

 

Alter Hase und junge Mutter

Als Modebloggerin ist Anna Frost schon lange mit dabei. Die Erfahrung, die sie in den letzten sieben Jahren gesammelt hat, gibt sie gerne an neue Bloggerinnen oder auch Unternehmen weiter. Gerade bei Branchenkolleginnen ist sie deshalb als eine Art Bloggermama bekannt – und das nicht erst, seit ihrer Schwangerschaft. Wir haben mit Anna über ihren Beruf gesprochen, wie sich ihre Schwangerschaft auf ein Arbeitsleben mit vielen Reisen und öffentlich Auftritten auswirkt. Und auch darüber wie sie damit umgeht, nicht nur selbst als Marke zu fungieren, sondern auch die Schwangerschaft inhaltlich in den Fokus rückt. Während wir das Interview zu Ende von Anna Frosts Schwangerschaft geführt haben, ist die Bloggerin mittlerweile Mutter geworden. Herzlichen Glückwunsch!

Gut, dass wir zuvor noch die Chance hatten Anna zu fragen, welche Garderoben-Essentiells sich in einer Schwangerschaft besonders gut im Arbeitsalltag machen. Eine gute Inspiration.

Anna, du bloggst auf Fashionpuppe.com. Seit wann hast du das Blog und welche Themen spielen dort neben der Mode eine Rolle?

„Das Blog gibt es seit 2007 und es geht mittlerweile um alles, was mich beschäftigt. Das sind neben Mode auch Beautythemen, Lifestyle, Reisen und auch eben teilweise mein Privatleben, wie zum Beispiel meine Schwangerschaft und die folgenden Erlebnisse mit Babyfrost“

Dein Blog ist sehr bekannt. Was denkst du, lässt dich und deinen Blog aus der Menge herausstechen?

„Ich gehöre zu den alten Hasen, bin also schon lange dabei und demnach auch vielen bekannt. Zudem bin ich auf allen gängigen Social Media Kanälen aktiv und früher oder später stolpert jemand über mich. Von vielen werde ich als „Bloggermama“ gesehen, helfe beim Erstellen von Angeboten und Rechnungen, habe ein Ohr für Probleme und bin auch immer gerne beratend für andere Bloggerinnen da. Wenn man länger dabei ist, hat man viele kommen und gehen gesehen und bekommt ein Gefühl dafür, was funktioniert, wer sich Schritt für Schritt selbstdemontiert und dass Ehrlichkeit doch immer am längsten währt. Was ich immer wieder höre, ist, dass wenn man mir auf den Social Media Kanälen folgt oder meine Einträge liest, es so ist, als würde man mich ewig kennen und ich mit meinen Lesern so rede, wie ich mit einer Freundin reden würde. Das ist es vielleicht, was mich ein wenig von anderen Bloggern abhebt.“

Bloggst du hauptberuflich?

„Seit 2011 blogge ich hauptberuflich, berate Unternehmen zur Arbeit mit Bloggern und ihren Auftritten auf Social Media Kanälen und schreibe Artikel für diverse Seiten und Magazine. Zudem arbeite ich mit Unternehmen und Agenturen zusammen, so entstehen Testimonial Aufträge und Advertorials.“

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Wie sehr muss man als Bloggerin auch Geschäftsfrau sein, um sich durchsetzen zu können?

„Es kann nicht schaden, ein wenig Geschäftssinn zu haben. In erster Linie muss man jedoch eine Leidenschaft für sein Thema haben. Du kannst noch so einen ausgeklügelten Businessplan haben – wenn du und dein Blog uninteressant sind, bringt dir alles nichts. Auch ist es gut, sich mit Anderen mal auszutauschen und seinen Marktwert zu kennen, sofern man überhaupt das Interesse hat, mit seinem Blog ein wenig Geld zu verdienen. Ansonsten empfehle ich immer: Such dir ein Thema, für das du brennst und zu dem du auch was schreiben kannst, fang einfach an und hab Spaß dabei!“

Du wirst bald Mutter. Wie lässt sich dieser neue Abschnitt in deinem Leben mit einem Beruf vereinbaren, bei dem du viel unterwegs bist?

„Das ist eine gute Frage, die ich mir auch immer wieder stelle und auf die ich bisher keine wirkliche Antwort habe. Ich lasse alles auf mich zukommen. Ich liebe meine Arbeit und weiß genau, dass ich nicht lange still sitzen kann. Hausfrau und Mutter zu sein wird mir nicht reichen und ich kann mir vorstellen, dass ich eine Art Lagerkoller kriegen würde, wenn ich mir eine Netzpause verordnen würde. Allerdings bereite ich für meine anderen Verpflichtungen einiges vor, so dass ich mir keinen Stress machen muss, wenn ich lieber Babyknuddeln will, als mir Gedanken über Social Strategien für ein Unternehmen zu machen.“

Hast du vor, dir nach der Geburt eine Netzpause zu gönnen oder wirst du auch mit Baby nahtlos weiterbloggen?

„Ich mache mir da keinen Stress. Ich kenne mich jedoch und weiß, dass ich sowieso keine 24 Stunden ohne Internet auskomme, also wird man sofort auf einem meiner Kanäle was von mir hören, sobald das Baby da ist.“

Hast du das Gefühl, mit der Schwangerschaft eine andere Außenwirkung zu haben? Reagieren etwa Werbepartner oder auch deine Leserschaft anders auf dich, seit du schwanger bist?

„Durch die Schwangerschaft und einige Artikel, die in dieser Zeit entstanden sind, habe ich viel mehr Privatleben preisgegeben, als ich es bisher tat. Ich war immer schon offen und hatte kein Problem damit, private Dinge zu thematisieren. Aber bei einigen Artikeln zur Schwangerschaft habe ich schon ein bisschen mehr die Hose runtergelassen und tiefer blicken lassen als zuvor. Auch sind ein paar Artikel mit mehr schwarzem Humor geschrieben, als sonst. Da ich meine Leser aber kenne und sie mich, wusste ich, dass es verstanden wird und hatte auch das Vertrauen, mich mehr zu öffnen. Ist man schwanger, gehört man plötzlich diesem Club an, von dem man gar nicht wusste, dass es ihn gibt. Andere Schwangere und Mütter sind plötzlich deine Freundinnen und du kannst mit ihnen über alles reden. Das ist eine völlig neue und faszinierende Welt. Natürlich gibt es nun auch andere Berührungspunkte für Unternehmen. Bei diesem Punkt bin ich allerdings sehr selektiv, besonders weil es mir wichtig ist, dass Babyfrost nicht zu einem Werbebaby wird. Kooperationen gehe noch immer ich ein und die Kleine spielt maximal eine Cameo Rolle.“ 

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Hat sich mit der Schwangerschaft dein Blick auf Mode verändert?

„Oh ja. Ich war, und bin es noch immer, ziemlich überfordert mir irgendwas Nettes anzuziehen mit immer größer werdendem Bauch. Deswegen nahmen die Outfitpostings im auch mehr und mehr ab. Ich sah es nicht wirklich ein, viele Schwangerschaftskleider zu kaufen, weswegen sich mein Repertoire an Kleidung dramatisch minimiert hat. Ich investierte in ein paar Kleider, die ich auf Events oder bei Abendveranstaltungen tragen kann, zwei Jeans, ein paar Leggins und einige Oberteilen aus den Schwangerschaftsabteilungen. Viele meiner eigentlichen oversized Kleider sind jetzt gut ausgefüllt und lassen sich noch tragen, auf Veranstaltungen mit rotem Teppich oder TV-Auftritten bin ich jedoch ziemlich schnell an meine Grenzen gekommen. Da muss dann doch ein bisschen mehr Glamour her, als Leggins und Longshirt.  Leider ist Schwangerschaftskleidung teilweise echt hässlich oder sehr teuer. Da sind die USA und auch Frankreich schon viel weiter. Dort findest du wahnsinnig schöne Kleider für Schwangere zu einem angemessenen Preis. Das hat mich teilweise echt frustriert, da mein Bauch schon sehr früh sehr groß war und auch weit oben gesessen hat, so dass mir viele meiner taillierten Kleider einfach nicht mehr passen wollten. Das Packen für einen Kurztrip zu einer Veranstaltung war dann schon ziemlich anstrengend, da ich mindestens zwei bis drei Ersatzkleider einpacken musste, sollte der Bauch über Nacht vielleicht doch noch  zwei Zentimeter wachsen. Bei einer Gala hatte ich wirklich Angst, das Abendkleid zu sprengen. Ich mag meinen Bauch mittlerweile sehr gerne, freue mich aber wieder darauf, meine alten Kleider anzuziehen. Während der Schwangerschaft muss man umdenken, der Fokus liegt automatisch auf dem Bauch und viele Kombinationen funktionieren einfach nicht mehr. Oft stand ich vor dem Spiegel und schüttelte einfach nur den Kopf.“

Welchen Mode-Tipp hast du für schwangere Frauen für den Business-Alltag. Gibt es ein Outfit oder Kleiderschrank-Essentials, die besonders gut funktionieren?

„Die Investition in mindestens eine Jeans und etwa drei bis vier Kleider der Kategorie casual-chic aus der Schwangerschaftsabteilung müssen schon sein. Die Kleider lassen sich immer wieder neu kombinieren mit unterschiedlichen Leggins, Strumpfhosen, Blazer oder Cardigans.“

Lässt sich Umstandsmode besser on-oder offline shoppen?

„Unterschiedlich. Einige Kleidungsstücke sollte man schon einmal anprobiert haben, wie etwa Schwangerschaftsjeans. Da kommt nämlich plötzlich die Erkenntnis, dass auch der Hintern und die Oberschenkel mit dem Bauch mitgewachsen sind. Da wird aus einer knappen Konfektionsgröße 36 doch mal eine 38 oder gar 40. Wer dann seine Größe grob kennt, findet online mit größter Wahrscheinlichkeit mehr Auswahl als offline. Viele Schwangerschaftsabteilungen der üblichen Stores haben mich echt frustriert, bestanden zum Großteil aus Basics und in den 40 Wochen möchte man doch hin und wieder mal etwas anziehen, was nicht nur aus Basics besteht. Wenn man dann wieder in Richtung Amerika schielt und sich die Kollektionen von Rosie Pope, Jessica Simpson oder anderen US Promis ansieht und mit dem hier in Deutschland vorhandenen Angebot vergleicht, möchte man gleich weinen.“

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Alle Outfitbilder: www.fashionpuppe.com

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