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Mansplaining: Liebe Männer, hört doch mal zu!

Das Phänomen des „Mansplaining“ ist gerade wieder in aller Munde. Warum die Debatte so wichtig ist, zeigt ein Video, das momentan die Social-Media-Timelines bestimmt und das Thema zurück in die Medien gebracht hat.

 

Von weisen Männern und unwissenden Frauen 

In einem Gespräch unterbrochen zu werden, fühlt sich degradierend an. Viel zu selten wird der Unterbrochene allerdings wütend und fordert sein Recht ein, gehört zu werden – zumindest, wenn dieser Unterbrochene eine Frau ist. Soweit die These. 

Nicht so die amerikanische Autorin Rebecca Solnit. Vor etwas mehr als zwei Jahren veröffentlichte sie das Buch: „Men explain things to me“ (deutscher Titel: Wenn Männer mir die Welt erklären). In ihrer Essaysammlung beschreibt sie Situationen, in denen Männer sich über Frauen erheben und ihnen auf belehrende Weise die Welt erklären wollen. Solnit selbst hat im Laufe ihres Lebens viele solcher Erfahrungen gesammelt  und viel zu oft geschwiegen. Nach einem besonders abstrusen Fall im Jahr 2008, in dem ein Mann ihr hochtrabend ihr eigenes Buch erklären wollte  von dem er nicht einmal wusste, dass sie es geschrieben hatte  reichte es ihr. Daraufhin begann sie mit der Arbeit zu „Men explain things to me“. 

Die erhellende Essaysammlung schlug große Wellen. In Anlehnung an ihre Veröffentlichung entstand der Begriff „Mansplaining“, der 2014 in Australien sogar zum Wort des Jahres gekürt wurde.

,Mansplaining:  When a man explains something to a women in a patronizing way

Seit dem wird der Begriff immer wieder, vor allem im Internet, verwendet, um auf das Phänomen aufmerksam zu machen. Seit einigen Wochen ist die Debatte zurück auf der Agenda. Das Medien-Startup ATTN hat ein Video veröffentlicht, das die Brisanz des Themas mit Medienausschnitten und Fakten unterfüttert. Am Ende folgt ein Aufruf zum Teilen des Videos, um auf die immer noch patriarchalischen Strukturen in öffentlichen Debatten, Fernsehshows, geschäftlichen Verhandlungen und privaten Diskussionen aufmerksam zu machen und Frauen darin zu unterstützen, gehört zu werden.

Wie wichtig die Sensibilisierung für das Thema ist, zeigen ein paar traurige Fakten aus dem Video: Gespräche, so heißt es im Video, in strategischen Entscheidungsprozessen werden zu 75 Prozent von den jeweiligen männlichen Teilnehmern dominiert. Und, die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen in einer Unterhaltung unterbrochen werden, sei deutlich höher als bei Männern. Etliche mediale Beispiele für dieses Ungleichgewicht vereint das Video.

Frauen müssen sich Gehör verschaffen

„Mansplaining“ muss allerdings von zwei Seiten angegangen werden: Männer müssen aufhören, uns von oben herab belehren zu wollen. Wir müssen unser Recht gehört zu werden aber auch stärker einfordern  so wie die Frauen am Ende des Videos, die sich gegen das „Mansplaining“ zu Wehr setzen. An diesen Frauen sollten wir uns ein Beispiel nehmen. You go, girls!

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