Foto: Ryan McGuire

Wie man berufliche Rückschläge wegsteckt

Rückschläge und Niederlagen im Job kassiert niemand gerne – aber es gibt Wege, um konstruktiv mit den eigenen Fehlern umzugehen.

 

Schrecklich, peinlich, ärgerlich

Schon wieder so ein Tag, an dem alles schief läuft: Eine herbe Kritik eines Kunden, dessen Projekt schon seit mehreren Wochen nicht richtig funktioniert. Und anders als in den Wochen zuvor war die Kritik dieses Mal auch noch gerechtfertigt.

Dann am Abend noch mein heiß ersehntes Webinar, für das ich kräftig die Werbetrommel gerührt hatte und zu dem sich über 35 Teilnehmer angemeldet hatten. Knapp 20 saßen dann auch gespannt im Webinar-Raum – um pünktlich zum Start der Veranstaltung den Absturz des Servers mitzuerleben. Schrecklich, peinlich, ärgerlich.

Wichtig: Verantwortung für Fehler übernehmen

Auch wenn es uns allen schwerfällt, uns und vor anderen Niederlagen oder Rückschläge einzugestehen – jeder hat diese Momente in seinem Berufsleben zwangsläufig schon erlebt. Ob unzufriedener Kunde, eine Niederlage bei einem wichtigen Pitch oder eben der Absturz des Servers: Am wichtigsten ist zunächst natürlich, die Verantwortung zu übernehmen. Egal, wo der Fehler lag, wegschieben und verdrängen hilft nicht. Eine transparente Kommunikation und Ehrlichkeit helfen außerdem besonders dann, wenn Kunden oder potenzielle Kunden involviert sind.

Wichtig ist natürlich auch: Aus Rückschlägen kann und sollte man etwas lernen: Was kann ich beim nächsten Mal besser machen? Wo kann ich noch genauer hinschauen? Am schwersten fällt es uns aber meist, nach einem Rückschlag das Selbstbewusstsein wiederzufinden, das wir für ein erfolgreiches Business brauchen. Die meisten Menschen sind sehr sensibel, wenn es um Kritik geht. Und viele nehmen sich Niederlagen mehr zu Herzen, als sie vielleicht zugeben wollen.

Das Selbstbewusstsein muss wieder her

Um das eigene Selbstbewusstsein wieder aufzubauen und wieder Vollgas geben zu können, ist es daher wichtig, sich drei Dinge bewusst zu machen:

1. Jeder, wirklich jeder auf dieser Welt muss mit Rückschlägen und Niederlagen umgehen. Wir sind also nicht allein – vor allem nicht als Unternehmer oder Unternehmerin, die sich jeden Tag neuen Herausforderungen stellen und Risiken eingehen. Diese Momente des Frusts wird es immer wieder geben und wir alle müssen lernen, darüber hinwegzukommen.

2. Erfolge und Rückschläge liegen nicht auf zwei unterschiedlichen Wegen, sondern sind Teil eines einzigen Weges. Nämlich unseres Weges. Nur dass der Erfolg eben jetzt gerade weiter hinten liegt als die Rückschläge. Erfolgreiche Menschen erleben meist genau so viele Rückschläge wie weniger erfolgreiche Menschen. Sie sind einfach nur einmal mehr aufgestanden, als sie hingefallen sind. Es gilt also, sich zu entspannen und nicht gleich den eigenen Charakter, die eigene Arbeit und die eigenen Fähigkeiten in Frage zu stellen. Wenn wir keine Rückschläge erleben würden, wäre das ein Zeichen dafür, dass wir unser Potenzial nicht voll ausschöpfen.

3. Auch wenn das Ergebnis nicht das gewünschte war: Wir sollten uns dafür feiern, weil wir es probiert haben. Schließlich weiß man vorher, dass es auch schiefgehen kann – der Versuch zählt, und das ist gut so. Schließlich sollte man später auf keinen Fall bereuen müssen, es erst gar nicht probiert zu haben.

Keiner sollte außerdem voreilige oder globale Schlüsse aus einer Niederlage ziehen: Nur weil man ein einziges Projekt versemmelt hat, heißt das nicht, dass man nichts kann – es gilt vielmehr, noch an der eigenen Expertise zu feilen, die für dieses spezielle Projekt nötig ist. Das bedeutet aber nicht, dass die eigenen Fähigkeiten insgesamt in Frage gestellt werden müssen.

Fazit: Der Versuch ist das, was zählt

Eine Niederlage ist einfach ein Versuch, der nicht funktioniert hat – feiern wir uns also dafür, dass wir es versucht haben, anstatt uns wegen einer Niederlage zu grämen. Und auf keinen Fall sollte man zu dem Schluss kommen, es lieber erst gar nicht mehr zu versuchen. Das ist zwar emotional weit weniger strapaziös, dafür aber auch absolut kein Fortschritt. Wir sollten uns immer wieder bewusst machen: Ein großes Ziel können wir nur erreichen, wenn wir bereit sind, Niederlagen und Rückschläge einzustecken.

Mehr von Sonja Kreye auf EDITION F: Wie man sich einen Experten-Status erarbeitet. Weiterlesen

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