Foto: Andrew Moore – Flickr – CC BY-SA 2.0)

Sprengt die gläserne Decke! Jede fünfte Frau glaubt, dass eine Führungsrolle für sie nicht erreichbar ist

Immer mehr Frauen nennen als ihr Karriereziel, in den Vorstand eines Unternehmens zu kommen. Doch die Unternehmenskultur, die sie wahrnehmen, korrespondiert mit diesen Wünschen nicht, wie eine aktuelle Studie aus Großbritannien zeigt.

 

Unternehmenskultur untergräbt Ambitionen

Über 2.000 weibliche Angestellte in Unternehmen hat O2 im
Rahmen seiner Leadership-Initiative in Großbrittanien befragt, um mehr über die
Karriereziele von Frauen zu erfahren, sowie die Steine, die sie auf dem Weg zu
ihrer Wunschposition wahrnehmen. Beinahe die Hälfte der Befragten gab in der
Umfrage an, dass in ihrer Firma immer noch zu wenige Frauen in
Führungspositionen vertreten seien. Was jedoch einen viel besseren Einblick in aktuelle Unternehmenskulturen gibt, ist die Einschätzung der Frauen, ob sie
Karriere machen können. Das ernüchternde Ergebnis: Jede fünfte Frau nimmt eine
so starke gläserne Decke im eigenen Unternehmen wahr, dass sie glaubt, dass
eine Senior-Management-Position für sie oder ihre Kolleginnen nicht erreichbar
ist.

30 Prozent der Frauen wollen in den Vorstand

Die Antwort aus dem Quoten-Gegner-Bullshit-Bingo darauf
kennen wir: „Frauen wollen nicht aufsteigen“, heißt es da so schön. Doch am
Ehrgeiz und Selbstbewusstsein liegt es nicht. Laut der O2-Erhebung sagen 28
Prozent der Frauen, dass sie CEO werden wollen, 35 Prozent nennen einen
Vorstandsposten als eines ihrer Karriereziele. Da Frauen – und das ist nicht
nur ein Klischee – mit ihren eigenen Ansprüchen aber oft auch bescheiden
umgehen, legen diese Zahlen nahe, dass der Anteil der Frauen, die bis an die
Spitze der Unternehmen möchten, noch einmal durchaus höher liegen dürften.
Simone Menne, CFO der Lufthansa, war die erste deutsche Top-Managerin, die
öffentlich gesagt hat
: „Ja, ich will CEO eines DAX-30-Unternehmens werden.“ Auf
der Preisverleihung des EDITION-F-Wettbewerbs „25 Frauen, die wir bis 2025 als
DAX-30-CEO sehen wollen“
nannte außerdem Xiaoqun Clever den CEO-Posten als ihr
klares Ziel.

Ann Pickering, Personaldirektorin und Vorstandsmitglied von
O2 UK, sagt zu den Ergebnissen ihrer Studie: „Wer als Arbeitgeber diese
Ergebnisse liest, muss sich dabei unwohl fühlen. Wir möchten dass sich jeder im
Unternehmen – egal welchen Geschlechts – auf dem gesamten Karriereweg
unterstützt und ermutigt fühlt und wir alle Steine aus dem Weg räumen, die sie
davon abhalten könnten, ihr Potenzial und ihre Wünsche umzusetzen.“ Wie
Pickering also richtig sagt: Es ist auch an den Unternehmen, die Initiative zu
ergreifen und nicht schlicht auf die Frauen zu warten, dass sie ihre Wünsche
kommunizieren. Denn dass die gläserne Decke so stark wahrgenommen wird, ist ein
Symptom schlechter Unternehmenskultur und damit ganz klar eine Aufgabe für das
Management. 

Diversity ist Management-Aufgabe

Frauen auf allen Karrierestufen zu bestärken lohnt sich für jedes
Unternehmen, da insbesondere Millennial-Frauen regelmäßig kündigen, wenn sie
für sich keine Aufstiegschancen vorfinden. Die O2-Studie ist ein weiterer Beleg
dafür, dass es nicht nur genügend qualifizierte Frauen für Management-Positionen
gibt, sondern dass der weibliche Nachwuchs mehr als motiviert ist, diese auch
in naher Zukunft zu besetzen.

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