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Neues Abtreibungsgesetz: In Irland sollen Schwangerschaftsbrüche ab 2019 kostenlos sein

Nach dem Referendum im Mai 2018, in dem mit einer eindeutigen Mehrheit dafür gestimmt wurde, Schwangerschaftsabbrüche zu legalisieren, bewegt sich einiges: Der irische Gesundheitsminister fordert nun, dass Abtreibungen kostenlos durchgeführt werden.

 

Irland: Ein Schwangerschaftsabbruch soll keine Frage des Geldes sein

Der 25. Mai dieses Jahres war ein historischer Tag in Irland – und auch ein feministischer Erfolg, für den viele viele Frauen auch mit ihren persönlichen Geschichten und Erfahrungen gekämpft haben: 66 Prozent der Ir*innen stimmten dafür, das Abtreibungsgesetz, für das Irland schon mehrmals vom Ausschuss für Menschenrechte der Vereinten Nationen kritisiert wurde, abzuschaffen. Grund für die Kritik war etwa, dass selbst nach einer Vergewaltigung bei einem Schwangerschaftsabbruch vor Ort bis zu 14 Jahre Haft drohten – erlaubt waren Abtreibungen ausschließlich, wenn die Schwangere akut in Gefahr ist. Um also sicher abtreiben zu können, mussten Frauen bis dato in ein anderes Land reisen.

Damit ist es aber bald vorbei, denn der irische Gesundheitsminister Simon Harris arbeitet derzeit an einem neuen Gesetzesentwurf, der die neue Abtreibungspraxis festlegen soll. Es wird davon ausgegangen, dass der Entwurf im Oktober ins irischen Parlament eingeht und dann Anfang 2019 in Kraft tritt. Ein wichtiger Punkt: Der Regierungshaushalt wird für dieses Jahr zum ersten Mal finanzielle Mittel ausweisen, um kostenlose Abtreibungen zu gewährleisten. Denn, so Harris, es sollen kostenlose Schwangerschaftsabbrüche möglich gemacht werden, damit die Kosten bei einer Entscheidung für eine Abtreibung nicht zum Hindernis werden.

Ein großer Durchbruch für die Selbstbestimmung der irischen Frauen. Irland ist bei diesem Thema also wesentlich weiter als Deutschland – und das, obwohl zuvor ein noch härteres Abtreibungsgesetz galt als hierzulande. Problematisch ist jedoch, dass es eventuell nicht genügend Ärzt*innen geben wird, die die Abbrüche vornehmen wollen. Denn das Lager der Abtreibungsgegner*innen ist im katholisch geprägten Irland groß.

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