Foto: Craig Garner

Jobsuche im Social Web

In den Social Networks gibt’s nur Cat Content? Von wegen! Wer weiß, wie es geht, kann bei Facebook und Co. einen Job finden.

 

Jedes soziale Netzwerk hat seine eigenen – ungeschriebenen – Regeln. Im deutschsprachigen Raum kann man sie daher unterschiedlich gut für die Jobsuche nutzen.

Facebook

Auch wenn Facebook mit über 27 Millionen aktiven Nutzern in Deutschland das größte soziale Netzwerk ist, geht es hier nach wie vor hauptsächlich darum, Freunde zu treffen und private Inhalte und Erlebnisse zu teilen. Nichtsdestotrotz kann es nicht schaden seine Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen: Private Inhalte teilt man nur an Freunde und Bekannte, fachliche Beiträge öffentlich. Daten zur derzeitigen Position kann man auf der Seite „Info“ (erreichbar unter facebook.com/vorname.nachname/about) im eigenen Profil eintragen. Das Profilfoto darf bei Facebook eine Privataufnahme sein, aber bitte eine gute. Ist dies alles erledigt, finden Personaler ein gut ausgefülltes, ansprechendes und mit Fachbeiträgen angereichertes Profil vor, und das kann bei der Jobsuche im Social Web nur von Vorteil sein.

Sich in fachliche Diskussionen auf Facebook einzubringen, ist nach wie vor etwas schwierig. Doch mittlerweile gibt es einige gute Gruppen, in denen attraktive Stellenausschreibungen geteilt werden. Als Beispiel sei hier die Gruppe „Social Media Jobs“ genannt. Und zahlreiche Karriereseiten von Unternehmen, denen man folgen kann. Dennoch lohnt sich eine Suche nach Branchenbegriffen um festzustellen, ob es nicht doch die ein oder andere Gruppe zu fachlichen Themen gibt, um sich schließlich dort einzubringen und Personalverantwortliche auf das eigene Profil aufmerksam zu machen. Wer selbst für den Traumjob bloggt, kann in diesen Gruppen auch eigene Blogartikel verlinken.

Twitter

Twitter ist in Deutschland noch längst nicht so beliebt wie in den USA, lohnt sich aber in puncto Jobsuche vor allem bei Kreativberufen: In Bereichen wie (Online)-Marketing, Grafikdesign, Social-Media.Marketing, Blogging, Public Relations und Journalismus lohnt es sich durchaus, hier ein Profil zu erstellen. Die Arbeit, die Twitter macht, sollte jedoch nicht unterschätzt werden: Um eine eigene Followerschaft aufzubauen und dadurch Reichweite zu generieren, müssen qualitativ hochwertige Fachartikel geteilt werden. Das heißt: Entweder muss man selbst viele solcher Beiträge produzieren oder aber konsumieren, um potenziellen Followern einen Grund zum Folgen zu geben.

Twitter eignet sich vor allem dazu, interessante Influencer und beliebte Fachartikel aus der eigenen Branche zu identifizieren und anschließend an den Diskussionen innerhalb der Kommentare unter den Artikeln teilzunehmen. Auch das Knüpfen von Beziehungen über Twitter ist gar nicht so schwer, die Hemmschwelle sehr gering. Am besten funktioniert der Aufbau von Beziehungen zu anderen (einflussreichen) Twitter-Nutzern übrigens, indem man ihre Fachbeiträge teilt (re-tweeted) und diese auch mit Hilfe einer Erwähnung (@nutzername) darauf aufmerksam macht. So kommt man schnell ins Gespräch. Übrigens: Sofern du dich nicht aus einer ungekündigten Stelle bewirbst, darfst du in deine Biografie ruhig eintragen, dass du auf Jobsuche bist. Nutze hierfür den Hashtag #Jobsuche.

Ein weiterer Tipp: Einflussreiche Twitter-Nutzer sind häufig auch bei XING oder LinkedIn aktiv. Finde heraus, in welchen Gruppen sich diese tummeln und nimm dort aktiv an deren Diskussionen teil.

Google+

Zwar gibt es zu den Nutzerzahlen von Google+ in Deutschland bisher nur Schätzungen, doch die Community auf Google+ ist wesentlich lebhafter als es zunächst den Anschein hat. Ob sich Google+ für die Jobsuche im Social Web lohnt, ist schwer zu beantworten: Hier kommt es – ähnlich wie bei Twitter – sehr stark auf die jeweilige Branche an. Von Natur aus gut vernetzte Branchen, wie der Bereich Online Marketing, sind hier zu Hauf anzutreffen. Im Bereich Bauingenieurwesen dürfte es schwieriger aussehen.

Doch Google+ mausert sich: Besonders hervorzuheben sind die Google+ Communitys, die es mittlerweile zu vielen Themen gibt. Wem es gelingt hier eine aktive Branchen-Community aufzutun, der kann sich dort einbringen und somit wiederum potenzielle Arbeitgeber auf sein Profil locken. (Auch hier gilt: Gutes Foto, ausführliche Infos und vor allem Kontaktdaten im Profil hinterlegen.) Solltest du bei deinen Recherchen auf die Tatsache stoßen, dass es in deiner Branche noch keine tolle Community, aber viele Nutzer gibt, hast du als Community-Manager die ultimative Chance, auf dich aufmerksam zu machen. Soll heißen: Eröffne eine eigene Fachcommunity und vernetze die Leute aus deiner Branche miteinander. Das garantiert dir neugierige Besuche deines Profils – und vielleicht ist ein potenzieller Arbeitgeber darunter.

XING und LinkedIn

In Berufsnetzwerken nach einem Job suchen ist so logisch, dass ich diese beiden Netzwerke hinten an gestellt habe. XING und LinkedIn sind auf die Präsentation von Arbeitnehmern und -gebern ausgelegt und entsprechend bieten die Profile jede Menge Einstell- und Ausfüllmöglichkeiten, die man auch nutzen sollte. Generell gilt: Je ausführlicher du dein Profil ausfüllst, umso besser kann sich dein potenzieller neuer Arbeitgeber hier über dich informieren. Besonders die bisherigen Stationen deines Lebenslaufs solltest du gewissenhaft eintragen, aber auch das Anbieten von Arbeitsproben oder Hinweise auf aktuelle Erfolge können Eindruck machen. Ein kleiner Geheimtipp: Bei XING lassen sich RSS-Feeds in das eigene Profil einbinden. Hast du einen Fachblog, auf dem du dich als Bewerber präsentierst, dann nutze diese Chance auf jeden Fall.

Für Personaler ist vor allem wichtig, dass du unter „Suche“ beziehungsweise „Biete“ keine Floskeln wie „suche neue Herausforderung“ einträgst – denn was eine Herausforderung für dich ist, weißt nur du allein: „Stattdessen ist es hier wichtig Begriffe einzugeben, die im Kontext der eigenen Kompetenz stehen und auch von Personalern zum Suchen verwendet werden.“, weiß Rita Seidel, Inhaberin der rise Personalberatung. Sie fügt hinzu: „Nicht vergessen werden sollte auch die Kurzbeschreibung beim aktuellen und allen früheren Jobs auszufüllen.“

Ist das Profil perfekt ausgefüllt und mit einem professionellen Foto ausgestattet, kann es ans Netzwerken gehen. Dafür eignen sich vor allem die Gruppen, die beide Netzwerke ihren Nutzern anbieten. Über die Suchfunktion kann man passende Branchen- oder Themen-Gruppen finden und mitdiskutieren. Wer „eingearbeitet“ ist und sich traut, darf auch gerne selbst Diskussionen anstoßen, vielleicht auch dazu passende (eigene) Blogartikel verlinken. Besonders bei XING muss man sich allerdings vor Kontaktsammlern schützen, die einem ohne jeglichen (oder mit einem schlechten) Grund Kontaktanfragen schicken. Wichtig ist der Aufbau eines qualitativen Netzwerkes, nicht eines quantitativen.

Gut Ding will Weile haben …

… und das gilt auch für die Jobsuche im Social Web. Doch wer sich aktiv und regelmäßig an Fachdiskussionen beteiligt, eigene Fachartikel präsentiert und fremde Fachbeiträge teilt, wird – mit einem Quäntchen Glück – die Aufmerksamkeit vieler potenzieller Arbeitgeber auf sich ziehen.

 

Katharina Lewald ist Beraterin für Online-Business und Online-Marketing. Sie hilft Selbständigen, Freiberuflern und Unternehmern dabei, aus ihrem Expertenwissen ein skalierbares Geschäftsmodell zu entwickeln, damit sie orts- und zeitunabhängig arbeiten können. Darüber hinaus unterstützt sie ihre Kunden dabei Vermarktungsstrategien für ihre digitalen Produkte zu erarbeiten und umzusetzen. Katharina bloggt unter katharina-lewald.de. Bei EDITION F hat sie zuletzt über Bloggen für den Traumjob geschrieben.

Katharina Lewald ist Coach, Beraterin und Trainerin für Online-Marketing und Online-Business und bloggt über diese Themen unter katharina-lewald.de.

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