Foto: Semelina I Flickr I CC BY 2.0

Mompreneur: Das Beste aus beiden Welten

Reguläre Jobs lassen sich mit Kindern schwer vereinen. Mit der Selbstständigkeit kann es gelingen, beide Welten unter einen Hut zu bringen.

 

Selbstständigkeit als Chance für Eltern

Mein Unternehmen und mein Kind sind beide fünf Jahre alt. Ihre Geburtstage liegen nah beieinander: Mein Sohn ist genau zwei Tage jünger als unsere Agentur, die meine Geschäftspartnerin Miriam Rupp zu diesem Zeitpunkt gegründet hat. Ich wusste schon in der Schwangerschaft, dass ich keinesfalls lange zu Hause bleiben wollte. Ein halbes Jahr, mehr nicht. Auch wenn mir in allen Kindergärten gesagt wurde, dass es in diesem Jahr keine freien Plätze mehr für meinen Sohn geben würde, hatte ich Glück und bekam nach sechs Monaten doch eine Zusage. Dass Eltern, die arbeiten wollen, noch weiter zuhause bleiben müssen, weil die Kitaplätze nicht reichen, darf eigentlich nicht sein.

Noch bevor ich in meinen alten Job zurückkehren konnte, hatte ich ein zweites Mal Glück: Miriam machte mir das Angebot, als Geschäftsführerin eine PR-Agentur mit aufzubauen. Was für eine Frage! Ich sagte ihr sofort zu. Ich gehöre zu den Menschen, die an sich selbst glauben, ich denke positiv und glaube, dass alles gut gehen wird. Wenn es schief geht, geht die Welt davon auch nicht unter. Ich habe die Selbstständigkeit von Anfang an als Chance gesehen, meinen Beruf und mein Mutterdasein vereinen zu können. Denn die starren Arbeitszeiten meines damaligen Arbeitgebers kollidierten mit den Kindergartenzeiten, dem Babyschwimmen, den häufigen Kinderkrankheiten und Arztbesuchen. Selbst mit einem Teilzeitjob wird es für Eltern manchmal knapp, all die neuen Termine, die ein Kind mit sich bringt, unter einen Hut zu bringen.

Als eigene Chefin flexibler arbeiten

Die neue zeitliche Flexibilität, die der berufliche Wechsel mitgebracht hat, macht mich insgesamt entspannter und glücklicher. Meiner Ansicht nach sind gerade das auch wichtige Voraussetzungen für beruflichen Erfolg. Für diesen Erfolg arbeitet man als Selbstständige sicher nicht weniger als in Angestelltenjobs. Deshalb bleibt mir insgesamt weniger Zeit für mein Kind, als wenn ich komplett zu Hause wäre oder in Teilzeit arbeiten würde. Aber die flexible Arbeitseinteilung erlaubt mir, die gemeinsamen Stunden mit meinem Sohn voll und ganz zu genießen. Hat mein Sohn einmal einen schlechten Tag und braucht noch etwas Schlaf, muss ich ihn nicht zwingen aufzustehen, da ich nicht um 9 Uhr im Büro ankommen muss. Ich gehe mit ihm dann einfach etwas später in den Kindergarten und wir haben beide bessere Laune. Andererseits arbeite ich im Büro stets zügig und zielstrebig, da ich meine familiären Babysitter pünktlich ablösen muss. Dafür kann ich dann abends auf der Couch noch mal zwei oder drei Stunden arbeiten, wenn es nötig sein sollte. Trotzdem schiebe ich keine Nachtschichten, ich möchte schließlich morgens fit für meinen Kleinen sein. Und das Wochenende ist bei mir normalerweise komplett für meinen Sohn geblockt. So entsteht ganz selbstverständlich eine gesunde Work-Life-Balance, die ich sehr genieße.

Gründen macht glücklich!

Genauso funktioniert es bei mir auch andersrum. Hat mich mein Sohn das ganze Wochenende auf Trab gehalten – was manchmal anstrengender als mein Beruf ist – freue ich mich geradezu auf die Abwechslung am Montag. Durch den ständigen Wechsel von Berufs- und Familienleben habe ich auf beides mehr Lust. Natürlich ist der Schritt in die Selbstständigkeit nicht immer und in allen Berufen machbar und erfordert neben Mut auch weitere Voraussetzungen, wie beispielsweise ein stabiles Familiennetzwerk. Ergibt sich aber die Chance sich selbstständig zu machen, kann ich nur jeder Mutter und jedem Vater raten, es zu tun. Eine bessere Verbindung von Familien- und Berufsglück als die Selbstständigkeit gibt es nicht.

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