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Warum es sich lohnt, die eigenen Nachbarn besser kennenzulernen

Meistens möchten wir von unseren Nachbarinnen und Nachbarn möglichst wenig mitbekommen. Aber wieso eigentlich? Schließlich teilen wir mit ihnen Wände, Haus und Umgebung – warum nicht also auch ein wenig mehr den Alltag? Ein Plädoyer für mehr Gemeinschaft in der Nachbarschaft.

Die wenigsten von uns kennen ihre Nachbarn

Häufig werden wir immer dann mit der Existenz unser Nachbarinnen und Nachbarn konfrontiert, wenn wir gern unsere Ruhe hätten. Zum Beispiel dann, wenn wir nach einer harten Woche eigentlich mal wieder ausschlafen möchten … und die Leute über einem am Samstagmorgen um sieben die Waschmaschine mit 1600 Umdrehungen pro Minute anschmeißen. Auch der direkte Kontakt mit ihnen ist uns eher lästig. Wir grüßen einander im Treppenhaus und plaudern kurz, wenn wir ein Paket bei ihnen abholen. Wenn das Verhältnis bereits über ein paar Small-Talk-Runden hinausgegangen ist, trauen wir uns vielleicht sogar, bei ihnen zu klingeln, um nach einem Korkenzieher zu fragen. Für die meisten von uns war es das dann aber auch mit dem nachbarschaftlichen Miteinander. Wir wissen so gut wie nichts über unsere Nachbarn – außer ihren Nachnamen, wann sie gern waschen und welche Musik sie laut hören. Ein Blick auf die Statistik zeigt: So geht es den meisten Menschen, die eng beieinander wohnen.

Laut einer bevölkerungsrepräsentativen Studie der Technischen Universität Darmstadt von 2014 wünscht sich nur rund ein Drittel der Mieterinnen und Mieter in Deutschland engeren Kontakt zu den eigenen Nachbarn. Jede beziehungsweise jeder Zweite kennt die Leute von nebenan nicht einmal. Letztlich gehört dieses Phänomen auch zur gängigen Vorstellung vom Leben in der Stadt: wenig Verpflichtungen gegenüber anderen und keine soziale Kontrolle, stattdessen mehr Zurückgezogenheit und Privatsphäre.

Wie anonym wollen wir wirklich leben?

Aber ist das wirklich so? Wir preisen Anonymität zwar immer als Vorteil des Großstadtlebens, wischen dann aber in Dating-Apps ständig hin und her, suchen in verschiedenen Online-Portalen nach Gleichgesinnten und treten Facebook-Gruppen wie „Neu in Berlin/Lübeck/Stuttgart“ bei, obwohl wir schon einige Jahre in der Stadt leben. Die Antwort auf diese Frage ist erdenklich einfach und kommt fast schon wie eine Plattitüde daher: Wir sind online ständig auf der Suche nach neuen Kontakten, weil wir offline gar nicht so zurückgezogen leben wollen, wie wir zu glauben scheinen. Und dass die Anonymität der Großstadtgesellschaft auch Nachteile haben kann, haben wir alle in irgendeiner Form schon einmal erlebt. Sie kann zu simplen Alltagsproblemen führen: zum Beispiel, wenn wir uns fragen, wer unsere Blumen gießen oder den Schornsteinfeger hereinlassen lassen kann, wenn wir nicht da sind, sie kann aber auch negative Auswirkungen auf unser psychisches und soziales Wohlbefinden zur Folge haben. Denn je mehr Menschen um uns herum wohnen, desto größer ist auch die Gefahr, dass wir uns einsam und unsichtbar fühlen. Wer ständig allein ist und von den Menschen im eigenen Wohnumfeld kaum wahrgenommen wird und für einen Kaffee oder Feierabenddrink mit Bekannten die halbe Stadt durchqueren muss, der kann schon mal den Eindruck bekommen, irgendwie doch nicht in die Stadt zu passen, in der er wohnt.

Dass in der Tat viele Menschen das Bedürfnis haben, die anderen um sich herum besser kennenzulernen, zeigen die verschiedenen Nachbarschaftsnetzwerke im Internet, die in den letzten Jahren entstanden sind. Auf Portalen wie Nachbarschaft.net, nebenan.de und Nextdoor können sich Leute aus einer Nachbarschaft online miteinander verknüpfen und austauschen. Rein digitale Vernetzung schließt allerdings auch Menschen aus, die das Netz nicht nutzen können. Um wirklich mit den Nachbarinnen und Nachbarn im Alltag enger zusammenrücken, braucht es auch mehr als nur Online-Kommunikation, nämlich echte Begegnungen, die Verbindungen zu unseren Mitmenschen entstehen lassen und das Gemeinschaftsgefühl stärken. Deswegen vernetzen sich auch offline immer mehr Leute in Bürgerinitiativen und Mietergemeinschaften oder engagieren sich in Nachbarschaftsvereinen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Menschen aus einer Straße oder einem Kiez zusammenzubringen.

Wie gelebte Nachbarschaft aussehen und gelingen kann

Ein tolles Beispiel für einen solchen nachbarschaftlichen Zusammenschluss stellt die Deutsche Fernsehlotterie auf ihrer Plattform „Du bist ein Gewinn“ vor: den Verein MARTINIerLEBEN aus der Martinistraße in Hamburg-Eppendorf. Das Ziel des Vereins ist, eine lebendige Nachbarschaft zu schaffen, in der die Anwohnerinnen und Anwohner unabhängig ihres Alters zusammenkommen und sich gegenseitig unterstützen, und in der auch ältere Menschen integriert sind und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Um das zu erreichen, hat der rund 60 Mitglieder starke Verein sich in verschiedenen Gruppen organisiert. Es gibt Gruppen, die Freizeitaktivitäten wie wöchentliches Kartenspielen und einmal im Monat ein „Singen für Jung und Alt“ veranstalten, aber auch eine, die sich für eine barrierefreie Gestaltung des Viertels einsetzt. Ein weiteres Projekt von MARTINIerLEBEN war bereits sogar für den Deutschen Engagementpreis nominiert, der unter anderem von der Fernsehlotterie unterstützt wird: das „Repair-Café“. Einmal alle drei Monate findet es statt und ist dazu da, eigene kaputte Elektrogeräte, Fahrräder, Kleidungsstücke und Möbel mit der Hilfe von ehrenamtlichen Reparaturprofis bei Kaffee und Kuchen wieder in Schuss zu bringen anstatt sie wegzuwerfen und neue kaufen zu müssen. Das „Café“ kommt so gut an, dass es jedes Mal stark besucht ist und einige Spenden einbringt. Auf die ist der Verein allerdings auch angewiesen, da er nur projektbezogen öffentliche Fördergelder erhält. Auch deshalb stellt die Fernsehlotterie Initiativen wie diese auf du-bist-ein-gewinn.de vor: um unterstützungs- und förderungswürdigen Engagements in Deutschland eine Bühne zu bieten. Die traditionsreiche Soziallotterie selbst förderte allein 2016 über 600 gemeinnützige Projekte mit rund 90 Millionen Euro.

Projekte wie MARTINIerLEBEN und das „Repair-Café“ sind das beste Beispiel dafür, wie gelebte Nachbarschaft aussehen kann, wenn wir uns trauen, auf Menschen zuzugehen, die wir noch nicht kennen – und das nicht nur im Netz. Dafür müssen wir nicht einmal einer Initiative oder einem Verein beitreten, es reicht schon, sich bei der nächsten Begegnung an den Briefkästen einfach mal vernünftig vorzustellen, unsere Hilfe anzubieten oder auch mal um Hilfe zu bitten, wenn wir welche brauchen. Das verlangt von uns lediglich die Augen offen zu halten, sich einzubringen und verbindlich zu sein – schafft aber auch gegenseitiges Vertrauen, Wertschätzung und Zusammenhalt. Wenn wir erst einmal wissen, wer da eigentlich neben, über und unter uns wohnt und wir uns bewusst für die Begegnung mit unseren Nachbarinnen und Nachbarn entscheiden, werden wir uns in der Stadt auch plötzlich angekommen und zuhause fühlen. Denn dann merken wir nicht nur in den Momenten, in denen wir die Waschmaschine oder den lauten Fernseher hören: Die anderen sind da, mit und vielleicht sogar manchmal für uns und wir selbst auch für sie. So entsteht echte Nachbarschaft. Die Frage, wer die Blumen im Urlaub gießt oder den Schornsteinfeger in die Wohnung lässt, ist dann schon beantwortet.

Soziale Projekte unterstützen – mit einem Los der Deutschen Fernsehlotterie

Ein Los der Deutschen Fernsehlotterie hilft, soziale Projekte, die lebenswerte Sozialräume schaffen, zu unterstützen. Und die Mitspielerinnen und Mitspieler haben dabei gleichzeitig die Chance auf Geldgewinne von bis zu 1.000.000 Euro, eine lebenslange Sofortrente von bis zu 5.000 Euro monatlich, Sachgewinne wie Reisen und Autos sowie Extra-Gewinne in Sonderverlosungen. Lose sind erhältlich bei allen Banken und Sparkassen, der Post und Postbank sowie im Internet auf fernsehlotterie.de oder unter der gebührenfreien Servicenummer 08000 / 411411.

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