Foto: Mikael Kristenson

7 Netzwerk-Tipps für Introvertierte

Netzwerken fällt den wenigsten von uns leicht. Besonders dann, wenn du zu den eher ruhigen Menschen gehörst, fällt es nicht immer leicht ins Gespräch zu kommen. Wir haben sieben Tipps für die ersten Schritte.

Es gibt mehr Introvertierte, als du denkst

Mit einem guten Netzwerk geht vieles einfacher: erfahren, wo eine spannende Stelle frei wird, eine Veranstaltung zu organisieren, eine neue Wohnung zu finden. Netzwerken fällt aber vielen von uns nicht leicht, besonders introvertierten Menschen. Und solch ein Naturell haben immerhin 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung. Die gute Nachricht: Du bist nicht allein damit. Vielen fällt es nicht leicht, offen auf Menschen zuzugehen, die sie noch nicht kennen und neue Kontakte zu knüpfen – egal ob beruflich oder privat. Von den Menschen, die du auf Veranstaltungen offen plaudern siehst, gehört eine große Gruppe zu den eher ruhigen Menschen. Netzwerken ist eine Frage der Übung. Wir haben sieben Ideen, wie es gelingen kann.

1) Hol dir Unterstützung

Schnapp dir einen extrovertierten Menschen als deine Begleitung zur nächsten Veranstaltung, auf der du netzwerken möchtest oder beginne mit Konferenzen, auf denen du ein paar andere Menschen kennst. Gute Kolleginnen und Freunde kennen deine Persönlichkeit schon, verstehen und schätzen dich. Ihnen fällt es leicht, Gespräche mir anderen zu beginnen, denen du dich anschließen kannst oder dich anderen vorzustellen.

2) Steck dir kleine Ziele

Du hast dich entschlossen, dein Netzwerk auszubauen – aber es muss ja nicht gleich ein vierstündiges Event sein, bei dem du im Speed-Dating-Modus mit 20 neuen Personen sprichst. Kenne deine Grenzen. Als introvertierte Person empfindest du Gespräche mit Menschen, die du noch nicht kennst, oft als sehr anstrengend. Du kannst in kleinen Schritten beginnen, wie zum Beispiel mit zwei Personen zu sprechen oder eine halbe Stunde auf der Veranstaltung zu bleiben.

3) Social Media ist für dich gemacht

Packt dich die Panik, wenn du an ein Netzwerk-Event denkst? Dann mach die ersten Schritte in der digitalen Welt. Du kannst interessante Profile auf verschiedenen Social-Media-Plattformen aufbauen, ganz ohne den Stress, den du bei Interaktion auf einer Veranstaltung empfindest. XING, LinkedIn, Twitter oder EDITION F – die passenden Netzwerke sind abhängig von der Branche, in der du arbeitest oder arbeiten möchtest. Die ersten Online-Kontakte mit möglichen Geschäftspartnern, Kollegen oder Recruitern können sich dann zu echten Treffen entwickeln. Vielen fällt der Austausch bei einem Kaffee leichter, wenn man sich bereits aus dem Netz kennt.

4) Starte ein Blog

Du hast jede Menge zu sagen, scheust aber die Bühne auf Konferenzen? Dann ist Schreiben das Richtige für dich. Du kannst ein eigenes Blog starten, auf dem du deine Expertise teilst oder Artikel als Gastbeiträge auf geeigneten Plattformen anbieten, die von Menschen in deiner Branche gelesen werden. Du kannst dir so eine Reputation vom Schreibtisch aus aufbauen und dein Wissen zunächst digital teilen. Eigene Artikel sind zudem ein großartiger Aufhänger für Gespräche auf Veranstaltungen. Wer deine Artikel kennt und gern liest, wird dich darauf ansprechen. Wichtig ist: Gib auch anderen Feedback. Schreib Kommentare in Blogs, die du gern liest, und teile Artikel von anderen über soziale Medien. Netzwerke leben von gegenseitiger Unterstützung.

5) Plane, was du sagen möchtest

Ansammlungen von vielen Menschen allein bedeutet für Introvertierte Stress – dann auch noch wissen, was man sagen soll, führt schnell zu Überforderung. Du kannst dich vorbereiten, indem du dir darüber Gedanken machst, was du sagen möchtest, wenn du Gespräche beginnst.

Eine Vorstellung benötigt nur ein paar Sekunden oder zwei Sätze, die du dir immer merken kannst und anderen kurz vermitteln, was du machst. Wenn du für ein kleines Unternehmen arbeitest, was nur wenige kennen, leg den Fokus bei deiner Vorstellung auf deine Aufgaben. Zusätzlich solltest du ein paar Dinge aus deinem beruflichen Alltag im Kopf haben, die du wirklich gern erzählst: Projekte, auf die du stolz bist und die dir Spaß gemacht haben. Warum du in dem Unternehmen begonnen hast zu arbeiten. Was dich an der Veranstaltung heute besonders interessiert hat.

6) Sei diejenige, die die Fragen stellt

Du erzählst nicht gern so viel von dir? Das ist völlig okay. Viele Introvertierte können sehr gut zuhören, was für Netzwerk-Veranstaltungen eine tolle Eigenschaft ist. Denn das Geheimnis von gutem Netzwerken liegt nicht darin, wie ein Wasserfall über das eigene Können zu reden – sondern mit anderem im Gespräch zu sein, es voranzubringen und auf das, was sie sagen eingehen zu können.

Wenn du Fragen stellst, nimmst du den Fokus des Gesprächs von dir weg, aber du zeigst gleichzeitig, dass du interessiert und offen bist. Viele Leute lassen sich gern nach Tipps fragen und behalten dich auch dafür in guter Erinnerung. Manchen Menschen brauchen auch einfach ein wenig, um mit einer Situation warm zu werden. Nachdem du einige Fragen gestellt hast, wird es dir leichter fallen, ein Gespräch weiterzuführen.

7) Achte auf dich

Introvertierte brauchen ihre Rückzugsräume, um ihre Batterien aufzuladen. Schau also, dass du nach einer Netzwerk-Veranstaltung etwas machst, dass dir gut tut. Ein Spaziergang zurück nach Hause, noch eine Folge deiner Lieblingsserie oder ein ruhiger Tag im Home Office. Wenn du dich auf etwas freuen kannst, was auf die Veranstaltung folgt, wirst du dort entspannter sein. Ein Date mit dir selbst ist außerdem ein guter Grund, die Veranstaltung pünktlich zu verlassen.

Noch ein Lesetipp aus der Community: Inga von Thomsen über Netzwerken für hochsensible Menschen.

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