Foto: Kris Krug / Flickr

Programmieren: Zukunftsjob für kreative Frauen

Mit der Kampagne „Made with Code“ will Google mehr junge Frauen fürs Programmieren begeistern und hat beeindruckende Vorbilder dazu an Bord geholt.

 

Miral Kotb hat zwei Passionen: das Tanzen und das Programmieren. Was liegt da näher als beide Dinge miteinander zu verbinden? Kotb gründete das Performance-Startup iLuminate, eine Tänzertruppe, deren LED-Lichtanzüge mit einer von der Gründerin geschriebenen Software verbunden sind. Choreographie und programmierte Special-Effects ergeben zusammen eine spektakuläre Show, mit der iLuminate spätestens seit ihrem Auftritt bei der Fernsehsendung „America’s got Talent“ das Publikum von sich überzeugt haben. Miral Kotb gehört als Frau in der Techwelt noch immer zur Minderheit, und sie ist der lebende Beweis dafür, dass Informatik kein langweiliger Nerdkram ist, sondern ein Experimentierfeld gerade für Kreative. Das macht sie zum perfekten Rollenvorbild für Google, die mit der groß angelegten Kampagne „Made with Code“ jetzt junge Frauen dazu animieren will, sich für Computertechnologien zu interessieren. „Das Großartige am Programmieren ist: Du drückst auf einen Knopf und sofort passiert etwas“, erzählt Miral Kotb im Vorstellungsvideo auf der Kampagnenseite begeistert.

Googles Engagement kommt nicht von ungefähr. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: 70 Prozent aller Mitarbeiter von Google sind männlich, bei Intel sind es 75 Prozent, bei Yahoo immerhin „nur“ 62 Prozent. Die große Mehrheit der Frauen arbeitet zudem bei den Internetunternehmen in nichttechnischen Abteilungen, bei den Tech-Jobs liegt der Anteil etwa bei Google bei gerade mal 17 Prozent. Der sogenannte „Tech Gender Gap“, über den seit einiger Zeit diskutiert wird, ist mehr als nur ein Klischee. Frauen sind in der Techbranche noch immer Exoten – trotz Vorzeigefrauen wie Yahoo-Vorstandsvorsitzende Marissa Mayer oder Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg. In den USA glauben laut dem Bureau of Labor Statistics lediglich ein Prozent aller High-School-Schülerinnen, dass sie später im Bereich von Computertechnologien arbeiten werden. An deutschen Universitäten erreichte der Anteil der weiblicher Erstsemester bei Informatik immerhin 22 Prozent. Schon das gilt als Rekordhoch.

Infografik: Tech-Welt von Männern dominiert | Statista

In „Made with Code“ will Google innerhalb der nächsten drei Jahre 50 Millionen Dollar investieren. Nicht ohne Hintergedanken, schließlich will man so den weiblichen Tech-Nachwuchs für das eigene Unternehmen fördern. Auf der Website der Kampagne werden einfache kreative Programmierbeispiele vorgestellt. So lernt man etwa, wie man sich via 3D-Print einen Armreif bastelt oder Musiksamples erstellt. Auch Offline-Veranstaltungen gibt es. Bei der Realisierung unterstützen das Unternehmen verschiedene Kooperationspartner wie die Programmier-Lern-Plattform Codecademy, universitäre Einrichtungen wie das MIT Media Lab oder Nonprofit-Organisationen wie Girls Who Code oder Girl Scouts of the USA. Neben Miral Kotb präsentieren sich unter anderem noch Danielle Feinberg von Pixar, Erica Kochi von UNICEF Innovation und Ebony ‘Wondagurl’ Oshunrinde, die schon Beats für Kaney West produzierte, als Tech-Vorbilder.

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