Foto: Pexels

Sexparty mit Datenleck – private Fotos waren auf einmal für jeden einsehbar

Der Skirt Club in Berlin will eigentlich ein sicherer Spielplatz für bisexuelle Frauen sein. Doch jetzt kam heraus, dass Bilder der Userinnen im Netz für jeden einsehbar waren. Sicherheit und Anonymität geht eigentlich anders.

 

Unfreiwillige Outings statt anonymer Spaß

Im Oktober des vergangenen Jahres fand die Launchparty des Skirt Clubs in Berlin statt – eine Sexparty-Reihe, die es schon in vielen Metropolen gibt und sich speziell an bisexuelle Frauen richtet, die hier gemeinsam Spaß haben können. Oberstes Credo des Clubs: Diskretion. Nun haben jedoch Recherchen von Vice und Motherboard ergeben, dass genau das nicht eingehalten wurde. Sie fanden heraus, dass Userinnen-Bilder wochenlang für jeden im Netz zu finden und einsehbar waren, darauf zu sehen waren: Nackte Körper(-teile), mit dem Zusatz des Namens. Diese Bilder dienen als Bewerberfotos, um Zugang zur Veranstaltung zu bekommen.

Besonders problematisch ist dabei, dass, wie die Vice berichtet, dass der Veranstalter über dieses Datenleck Bescheid wusste, nicht gehandelt und auch die Userinnen nicht gewarnt hat. Frauen, die sich auf das Versprechen der absoluten Diskretion verlassen hatten. Schlimm ist dabei einerseits die Verletzung der Persönlichkeitsrechte im Allgemeinen und andererseits, dass es so möglicherweise zu unfreiwilligen Outings kam. Ein fahrlässiger Umgang mit Daten, der den sicheren Ort zur Farce werden lässt und für die Frauen sehr unangenehme Folgen haben kann – nämlich genau dann, wenn sie nicht offen bisexuell leben oder aber die Bilder vielleicht für andere Zwecke missbraucht werden. Ganz abgesehen davon, dass sicherlich keine der Frauen wollte, dass man sie nackt im Internet finden kann.

Wir hoffen sehr, dass sich die Verantwortlichen nun mit Hochdruck um die Fehler kümmern, die scheinbar noch immer nicht ganz behoben sind – und die Daten der Frauen bald wieder mit der Diskretion behandelt werden, die den Userinnen versprochen wurde.

Mehr bei EDITION F

Warum meine Kolleginnen nicht wissen, dass ich lesbisch bin. Weiterlesen

Stuart Cameron: „Du kannst dich bei den wenigsten Unternehmen outen, ohne Nachteile zu haben“ Weiterlesen

Pan… was? Miley Cyrus hat sich als pansexuell geoutet. Weiterlesen

+ posts

Silvia hat von 2014 bis zum Herbst 2019 für EDITION F gearbeitet, zunächst als freie Journalistin, dann als Redakteurin und seit dem Jahr 2017 als Redaktionsleiterin. Seit Oktober ist sie freie Autorin und Kolumnistin und schreibt auf EDITION F weiterhin ihre Kolumne „Thirtysomething“. Im März 2019 erschien im Goldmann-Verlag ihr erstes Buch: „A Single Woman: Ein Plädoyer für Selbstbestimmung und neue Glückskonzepte“. Foto: Jennifer Fey

Anzeige

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.