Foto: Quelle: Pedro Ribeiro Simōes | flickr | CC BY 2.0

Wo sollten junge Menschen leben?

Ein etwas anderes Städteranking kürt die erschwinglichste Stadt für junge Berufstätige – die Gewinnerstadt ist eine ziemliche Überraschung.

 

 Wo muss ich für ein Bier nicht acht Euro hinblättern?

Wer gerade fertig ist mit der Ausbildung und darüber nachdenkt, in welcher Stadt jetzt etwas ganz Großes beginnen soll, nämlich die eigene Karriere, muss vieles berücksichtigen: Wo gibt es Jobs? Wo sind die Mieten einigermaßen bezahlbar, ohne dass man ins Ödland des Speckgürtels ausweichen muss? Wo kostet ein Bier nicht acht Euro? Oder zusammengefasst: Wo kommen zumindest einige günstige Faktoren zusammen, so dass der Aufbau einer beruflichen – und privaten – Existenz nicht utopisch ist?

Um zu messen, wie bezahlbar eine Stadt ist, werden klassischerweise die Lebenshaltungskosten wie Ausgaben für Miete und Lebensmittel als wichtige Kriterien festgelegt. Der „YouthfulCities Index“ der Beratungsfirma Decode verfolgt einen anderen Ansatz: Er berücksichtigt nicht nur die klassischen Lebenshaltungskosten, sondern auch die Einstiegslöhne junger Berufstätiger, wenn sie den jeweils üblichen Mindestlohn bekommen. Zusätzlich werden Faktoren berücksichtigt, die gerade für junge Menschen relevant sind – zumindest für viele: Etwa der Preis für ein Kinoticket, ein Live-Konzert, Fastfood.

In Berlin gibt´s billige Burger und billige Konzerte

Generell, so schreiben die Macher der Studie, hätten Befragungen von mehr als 10.000 jungen Menschen weltweit ergeben, dass die Bezahlbarkeit einer Stadt ihnen wichtiger sei als der Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Kultur. Und so kommt das Ranking zustande: Berechnet wurde die Stundenanzahl, die jemand, der den jeweiligen Mindestlohn verdient, arbeiten muss, um jeweils ein Kinoticket, eine Konzertkarte, eine Packung Eier, einen Burger und so weiter kaufen zu können. Platz eins des internationalen Rankings überrascht: Paris hätte man eher nicht auf dem Schirm gehabt, Stichwort acht Euro für ein Bier. Doch bevor man sich jetzt gleich nach einem hübschen Apartment in Montmartre umsieht, sollte man nicht vergessen: Die Bezahlbarkeit einer Stadt ist das eine, Jobmöglichkeiten das andere. Denn die Frage, wie gut die Chancen für junge Berufsanfänger tatsächlich sind, in der jeweiligen Stadt einen Job in der eigenen Branche zu finden, wurde nicht berücksichtigt. Live-Konzerte, Fastfood und Eier sind übrigens in Berlin am erschwinglichsten.

Die Top Ten der zehn erschwinglichsten Städte für junge Berufstätige:

1. Paris

2. Toronto

3. Los Angeles

4. Chicago

5. Berlin

6. Dallas

7. Rom

8. New York

9. Tokio

10. London

 

Noch mehr Erkenntnisse der „YouthfulCities“-Initiative: Weiterlesen

 

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Lisa Seelig arbeitet seit Ende 2014 für EDITION F, erst als Redakteurin, seit Januar 2020 als Textchefin. Ihre Themenschwerpunkte bei EF sind Familie, Leben mit Kindern und Geschlechtergerechtigkeit. Seit 2015 schreibt sie in ihrer Kolumne über die Freuden und Schrecken von Mutterschaft. Vorher hat sie einige populäre Sachbücher geschrieben und als freie Autorin für Zeitungen, Magazine und Online gearbeitet, darunter Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel Online, Zeit Online, dummy und Neon. Wichtigstes Learning aus der Journalistenschule: „Das versendet sich.“ Foto: Jennifer Fey

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