Foto: Jennifer Fey

Susan: „Das Leben ist zu kurz, um nur zu funktionieren“

Susan Leinen ist Headhunterin. Jennifer Fey traf sie auf ein Gespräch über Selbstständigkeit, Ratschläge und ihren Roman „Mein Herz springt“.

 

Du bist selbstständig. Wie kam es dazu?

„Nach vielen stressigen Berufsjahren und meinem 40. Geburtstag, den ich so ein bisschen als Mitte des Lebens verstand, hatte ich das Bedürfnis, mich und mein Leben zu verändern: Freier sein, unabhängiger, nicht mehr fremdgesteuert, beruflich nur noch Dinge tun, die Spaß machen. Die Entscheidung, am Ende tatsächlich ein komfortables, gesichertes Arbeitsverhältnis aufzugeben, war nicht einfach. Zum einen wusste ich nicht, ob ich der Typ für Selbstständigkeit bin, zum anderen gab es finanzielle Verbindlichkeiten, die ich nicht komplett auf meinen Mann abwälzen wollte. Glücklicherweise unterstützte er mich in meiner Entscheidung. Und so kam es, dass ich aus beruflicher Sicht die beste Entscheidung meines Lebens traf: Die Gründung meiner eigenen kleinen Personalberatung, den „talent angels“.“

Wie sieht dein 08/15-Tag aus?

„08/15 Tage gibt es kaum mehr. Durch die Flexibilität, die die Selbstständigkeit mitbringt, habe ich die Chance, neben dem Job auch wieder Hobbys nachzugehen: Joggen, Yoga, Schreiben, mal mit einer Freundin frühstücken gehen. Mein Lieblingsarbeitstag sieht aber folgendermaßen aus: Morgens um 7 Uhr aufstehen, die Kids für Schule und Kindergarten fertig machen, um 8.30 Uhr im Home Office am Schreibtisch sitzen, in der Mittagspause eine Runde joggen oder mit einer Ex-Kollegin Mittagessen gehen, danach noch einmal an den Schreibtisch und ab 15.30 Uhr bekommen die Kinder meine volle und ganze Aufmerksamkeit. Oft muss ich auch abends arbeiten, wenn es wieder ruhig im Haus geworden ist. Das ist nicht schlimm – schließlich investiere ich die Zeit in meine eigene Idee.“

[scald=195:sdl_editor_representation]
 

Was würdest Du Frauen in Deiner Situation raten?

„Ich würde ihnen raten, ihr Leben einmal zu hinterfragen. Auch einmal über den Tellerrand hinaus zu überlegen, was es noch gibt. Den Mut zu haben, einfach einmal Dinge auszuprobieren. Das Leben ist zu kurz, um nur zwischen Job und Familie zu funktionieren. Es gibt soviel mehr!“

Du hast Ende letzten Jahres Dein erstes Buch „Mein Herz springt“ veröffentlicht. Was hat Dich dazu inspiriert, neben deinem knallharten Berufsalltag als Headhunterin
einen Liebesroman zu schreiben?

„Ich habe schon immer davon geträumt, irgendwann einmal, so mit 60 Jahren, einen Roman zu schreiben. Eine gute Freundin hat mich davon überzeugt, dies früher zu tun. In meinem Roman behandele ich zwei Themen, die viele Frauen berühren: die Liebe und die Sehnsucht. Eine Frau – Mitte 30, erfolgreiche Ärztin, verheiratet, eine Tochter – lässt trotz des bestehenden Glückes die Liebe zu einem anderen Mann zu. In welchem Verhältnis die beiden anscheinend widersprüchlichen Werte, nämlich Glück und Moral stehen, versuche ich im Laufe der Geschichte zu beantworten. Eine Frage übrigens, die in den unzähligen Romanen, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, so gut wie unbeantwortet blieb – für mich Motivation, ihr nachzugehen.“

Wenn du einen Tag nicht arbeiten dürfest, würdest du?

„Morgens nach Paris fahren und abends zurück.“

Welches Restaurant in Deiner Stadt magst Du besonders?

„Am liebsten mag ich das Pane e Vino in der Eifelstraße in Köln. Ein kleines, aber feines italienisches Restaurant mit liebevollem Service und super leckerer Pasta.“

Wie sieht dein perfekter Business-Look aus?

„Sehr klassisch: schwarzes Kostüm mit weißem Top und schicken Pumps.“

Welche Person würdest Du gerne einmal treffen und warum?

„Christine Westermann. Mit ihr könnte man sicherlich endlos über Literatur diskutieren.“

Fotos: © Jennifer Fey

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

About Zeen

Power your creative ideas with pixel-perfect design and cutting-edge technology. Create your beautiful website with Zeen now.

Weitere Beiträge
Die 10 größten Gesundheitsgefahren – diese Liste zeigt, dass wir alle etwas tun können