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10 Praktikanten-Gebote aus der Hölle

Ein Barclay-Banker verfasst zehn Gebote für Praktikanten, die nicht jeder lustig fand – seinen Job ist er jedenfalls nun los.

 

Willkommen in der Banker-Hölle

Stellt man sich ja auch wirklich nicht schön vor für die jungen und hochmotivierten angehenden Banker: Da steht man kurz vor dem Beginn seines Sommerpraktikums bei einer der bekanntesten Banken der Welt, und dann trudelt diese seltsame E-Mail ein, Betreff: „Willkommen im Dschungel!

Und dann folgen zehn Gebote, die die Praktikanten in ihren neun Wochen bei Barclays „auf Leben und Tod“ befolgen sollten, verfasst von einem Mann namens Justin Kwan, damals, also Anfang Juni, noch Analyst bei Barclays.

Seine Ratschläge lesen sich wie die zehn Gebote aus der Chauvinisten-Hölle, und dummerweise wurden sie an das Wall Street Journal geleakt, so dass die Weltöffentlichkeit Anteil daran nehmen konnte: 

1. Unsere Gruppe kleidet sich sehr konservativ. Nachdem Sommer ist, ist es nicht nur erlaubt, keine Socken zu tragen, sondern sogar erwünscht. (Männer: An eurem ersten Tag  im Büro solltet ihr mit Fliege und/oder Hosenträgern erscheinen).

2. Denkt daran: Es handelt sich um ein Praktikum, mit dem ihr euch für eine Stelle bei uns empfehlen wollt. Es wird nicht leicht werden. Wenn ihr mit der Hitze nicht umgehen könnt, solltet ihr aus der Küche verschwinden.

3. Wir erwarten von euch, dass ihr jeden Abend als letzte das Büro verlasst…unter allen Umständen. Das ist das, was gute Praktikanten machen. 

4. Richtet alle eure Fragen während der ersten Wochen direkt an Michael Lomio. Gebt das auch den anderen Praktikanten weiter: Michael kennt sich mit allem aus. Wenn ihr mir Fragen stellt, wird das auf euch zurückfallen.

5. Zieht niemals euer Jackett während der Arbeit aus. Das hier ist Investmenbanking, meine Damen und Herren. In anderen Branchen mag man liberaler sein, was den Dresscode im Sommer angeht, wir sind es leider nicht.

6. Jedem von euch wird ein Mentor zugeteilt werden. Es kommt immer gut an, eurem Mentor Frühstück ins Büro mitzubringen. Manche sind da wählerischer als andere.

7. Ich empfehle euch, ein Kissen mit ins  Büro zu nehmen (eine Yoga-Matte tut es auch). Für den Fall, dass ihr unter eurem Tisch schlafen müsst, wird die Nacht so viel bequemer, und es ist sehr wahrscheinlich, dass das passieren wird.

8. Von euch wird erwartet, dass ihr mindestens die Hälfte eurer Essensbestellungen als Snacks für das Team zur Verfügung stellt. 

9. Habt immer eine zusätzliche Krawatte oder einen Extraschal in Reichweite. Man kann nie wissen, wann euer Vorgesetzter keine Servietten mehr hat.

10. Wenn ihr euren Schreibtisch verlasst, gibt es dafür einen Plan, in dem ihr euch eintragen müsst. Bitte füllt ihn aus, und gebt an, wohin ihr gegangen seid und wie lange ihr weg wart. Diese Informationen werden am Ende eures Praktikums wichtig sein.

Der Mann schließt mit einer Leseempfehlung zum Thema Dresscode und damit: „Ihr seid nur wegen des einen Ziels hier: Die Abteilung derart von euch zu begeistern, dass ihr am Ende eine Stelle angeboten bekommt. Im vergangenen Sommer fragte ein Praktikant, ob er ein Wochenende frei bekommen könnte, um an einem Familientreffen teilzunehmen – ihm wurde gesagt, das könne er gern tun. Er wurde außerdem gebeten, seinen Blackberry abzugeben und seinen Schreibtisch zu räumen.“

Alles in allem also zum grausamsten Banker-Klischee taugende Anweisungen. War wahrscheinlich irgendwie lustig gemeint, und wahrscheinlich ist der Mann nicht der einzige, der die Arbeit als Investmentbanker nur dank eines solchen Humorverständnisses erträgt, aber in Zeiten, in denen sich Schlagzeilen über Selbsttötungen und Fälle von tödlicher Überarbeitung von Bankern häufen, zogen die Verantwortlichen bei Barclays Konsequenzen.

Laut der amerikanischen Gossip-Seite Gawker wäre Kwan im Sommer ohnehin von Barclays zur Carlyle Group, eine der größten amerikanischen Private-Equity-Gesellschaften, gewechselt, da habe man ihn aber vorsorglich ebenfalls schon wieder gefeuert.

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