Foto: Caroline Schmitt

10 Reisen, bei denen wir 2015 entspannen können

Bei all der Arbeit, finden wir, sollten wir alle uns auf den Urlaub freuen. Ob ein Geheimtipp neben dem Gardasee oder ein Roadtrip durch British Columbia.

 

Wir sind dann mal weg!

Voll Energie, Inspiration und hoch gesteckter Ziele sind wir ins neue Jahr gestartet, und diese Euphorie soll auch in den nächsten zwölf Monaten unverändert bleiben. Um kurze Tiefs im März, Motivationslöcher im August und intensive Arbeitsphasen im grauen Oktober gut zu überstehen, haben wir hier ein paar kurze und lange Reisen ausgesucht, die unser oft gestresstes, aber immer abenteuerlustiges Herz höher schlagen lassen.

1) Ein Roadtrip durch British Columbia, Kanada

Ein Roadtrip durch British Columbia ist eine imposante Angelegenheit, bei der schnell die Frage aufkommt, weshalb man eigentlich New York sein ganzes Leben für die Königin aller nordamerikanischen Reiseziele hielt. Vancouver ist der ideale Startpunkt, weitere Etappen sind Vancouver Island, Tofino und seine Wale, das nördliche Städtchen Squamish, und natürlich die Banff- und Jasper-Nationalparks in den kanadischen Rockys. Auch gut: Ein Baumhaus finden und dort übernachten. Reichlich Inspiration und Fernweh gibt es auf Instagram bei Dan Lum und Tina Albrecht. Der Trip funktioniert am besten mit einem Auto, das groß genug ist, um darin notfalls zu übernachten, einer charmanten Begleitung, dem richtigen Soundtrack, und mit reichlich Proviant – sollte man länger als geplant bis zum nächsten Ziel brauchen, oder auch vor lauter Ehrfurcht absichtlich in den Bergen stecken bleiben.

2) In Thermen baden in Budapest, Ungarn

Weitaus romantischer und unangestrengter als Paris bietet sich Budapest für einen spannenden Kurzurlaub an. Kulturell spielt Ungarns Hauptstadt längst in der Oberliga mit: Es wimmelt von stylishen Weinbars, Thermalbädern und anmutiger Architektur. Wer eine längere Reise dranhängen möchte: Die Dynamik osteuropäischer (Haupt)städte ist einzigartig und erlebt gerade einen Aufschwung. InterRail macht möglich, dass architektonische Schmuckstücke wie Warschau, Prag und Bratislava mit etwas Geduld und Eisenbahnromantik im Gepäck ganz unkompliziert zu erreichen sind.

3) In Kambodscha Stadt, Land, Fluss spielen

Kambodscha ist ein gemütlicher Mix aus Stadt, Land und Fluss: verlassene Strände, Reisfelder, Zuckerpalmen und urige Fischerboote auf der einen Seite; kulturell stimulierende Städte wie Phnom Penh und Angkor auf der anderen. Kambodscha erholt sich noch immer von einer blutigen und bewegten Vergangenheit. Die Bevölkerung zählt zu den ärmsten der Welt, ein Durchschnittsmonatsgehalt (150 Dollar) ist nicht selten der Stundenlohn eines deutschen Ingenieurs, gerade deshalb sollte man eher “low key” mit Rucksack und ohne viel Glamour auf Erkundungstour gehen. Die Einwohner sind neben der Landwirtschaft vor allem auf den Tourismus angewiesen, dementsprechend bemüht und herzlich. Außerdem ist ihr Kampfgeist und Optimismus ansteckend – und vielleicht sogar noch inspirierender als Kambodschas Landschaft.

4) Das beste Dinner des Jahres in Vietnam einnehmen

Vietnam verkörpert die gesamte Faszination Südostasiens und lässt sich gut mit einer Reise nach Kambodscha verbinden. Das Land bietet ganz nonchalant die buntesten, leckersten und experimentellsten Gerichte auf dieser Liste. Für alle kulinarischen Feinschmecker unter uns sind die Street-Food-Stände in Hanoi also der Phở-Himmel auf Erden. Aber auch sonst wird ein Besuch in den Cham-Tempeln, auf einer Kalksteininsel, in einer geheimen Bucht, den Nationalparks oder auch der Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt am Silvesterabend nicht selten zum Jahreshighlight gekürt.

5) Die Gehirnzellen durchlüften in Reykjavik, Island

Wer einmal in Island ist, der wird gegen den inneren Drang ankämpfen müssen, seinen Rückflug verfallen zu lassen und gleich da zu bleiben, auf der wahrscheinlich schönsten Insel der Welt. Wenn die Sache mit dem Rückflug aus Versehen dann doch passiert, wird die nächste Reise in den Norden schleunigst geplant. Der Grund: Islands Weite, seine rohe Schönheit, die Farben und Energie an Stellen, an denen man sie am wenigsten vermutet. Die klare Nordluft friert alle gestressten und folglich unnützen Gedanken ein, sodass man sich vollständig auf die Museen, Cafés und Flohmärkte Reykjaviks konzentrieren kann.

6) Dem Sonnenuntergang entgegen schwimmen in Sankt Peter-Ording, Deutschland

Klingt spießig, ist es vielleicht auch, der kleine Nordseeort hat aber in den letzten Jahren erheblich an Charisma gewonnen. Kleine Boutiquehotels und Wellnessangebote machen Sankt Peter-Ording zu einem Wochenendziel, bei dem Entspannung und Müßiggang erste Priorität haben. Hier fühlen sich zwei Tage schnell wie zwei Wochen an. Achtung: Wem Strandspaziergänge unter malerisch blauem Himmel wichtig sind, der sollte in den Sommermonaten verreisen, sonst kann die Romantik – dem launischen Himmel über Norddeutschland sei Dank – schnell ins Wasser fallen.

7) Perspektiven erweitern in Amman, Jordanien

Jordanien vereint die Lebenskultur des Nahen Ostens mit etwas, das es dort momentan leider nur stellenweise gibt: Stabilität und Frieden. Obwohl man vor allem der Hauptstadt Amman eine gewisse Passivität bezüglich ihres Nachtlebens anhängt, ist die örtliche Gemächlichkeit mal ganz wohltuend – und eigentlich auch gar nicht soo gemächlich. Die Rainbow Street (Abu Bakr al Siddiq) ist genauso bunt wie es klingt und gesäumt von liebevollen Boutiquen, Buchläden, Märkten und Cafés. Wer nach dem Shopping Lust auf eine Ration Geschichte hat, wandert am besten die Zitadelle (Jabal el Qala) hoch, dem höchsten Berg Ammans. Von dort aus kann man nicht nur die Stadt und weitere Umgebung aus einer anderen Perspektive betrachten, sondern auch dem Amphitheater und dem Herkulestempel einen Besuch abstatten. Nach zwei bis drei Tagen in der Hauptstadt empfiehlt sich ein Besuch am Toten Meer und der südlichen Stadt Petra. Deren rosa (echt wahr!) Bauten wurden 1985 zum Weltkulturerbe erklärt.

8) Tagelang wandern am Idrosee, Italien

Der Gardasee nebenan strotzt vor Glamour, überfüllten Hotels zur Hauptsaison und luxuriösen Segelbooten. Aber es geht auch anders: Der Idrosee, ein kleiner, unaufgeregter Nachbarsee, ist umringt von pittoresken Dörfern mit gemütlichen Ferienwohnungen. Von dort aus kann man bequem mehrtägige Wanderungen in die Berge machen (günstige Ausrüstung gibt es in Arco), Surfkurse belegen, sich das auf Felsen gebaute Tremosine ansehen und so die ländliche und ruhige Seite Italiens für sich entdecken. Klippenspringen um Mitternacht inklusive!

9) In Indien zur Yogalehrerin ausgebildet werden

Wem ein Kurzurlaub nicht reicht zur Entspannung, der sollte schleunigst an die Strände von Goa, in die Teehäuser Delhis, ins Himalaja-Gebirge – und in den Zug steigen, um einen Überblick über Felder, Berge und Täler Indiens zu bekommen. Denn dort gibt es neben einer Weite, die man in Europa schlichtweg nicht findet, auch unzählige Yoga- und Meditationslehrer. Für längere Kurse – übrigens auch Ausbildungen zur Lehrerin – empfehlen sich zum Beispiel die Kurse von Piriamvada Yoga aus London. Der nächste Kurs findet im März statt, also los los!

10) Kaffee ernten, mahlen und schlürfen in Bolivien

Bolivien ist renommiert für seinen köstlichen Kaffee. Jetzt kann man auch als Tourist einen Blick in die Produktion werfen: Diverse Community Projects ermöglichen Besuchern und angehenden Barristas, eine Kaffeepflanze zu adoptieren und deren Bohnen gleich mitzunehmen. Aber auch sonst geht es in Südamerika innovativ zu: Seit September 2014 unterstützt die Organisation Melting Pot Bolivia mit dem Projekt „Sum Phayata“ Einheimische: Vor allem Hausfrauen wird durch Fortbildungen und Kochkurse gezeigt, wie sie ihre Arbeit touristisch wertvoll aufbereiten können – und die bolivianische Street-Food-Kultur so noch mehr Menschen verzücken kann.

Reisetipps

Zum Schluss noch ein paar organisatorische Details: Vergleicht Flüge am besten bei Skyscanner, Opodo und eDreams. Für den günstigsten Preis fliegt man am besten an einem Dienstag und bucht nicht zwingend Monate im Voraus. Bei AirBnB gibt es authentische (weil bewohnte) Apartments zur Miete, oft auch mit persönlichen Tipps und Willkommensgeschenk. Auslandsversicherungen kosten meist nur ein paar Euro pro Jahr und empfehlen sich vor allem bei längeren Trips. Auch eine Kreditkarte, genügend Bargeld in der jeweiligen Währung und ein Wörterbuch mit ein paar Small-Talk-Schnipseln sind wichtig. Informiert euch über gängige Trinkgeld- und Taxipreise und lasst euch nicht auf Feilschen ein.

In Ländern, in denen man auch mit Englisch oder dem kläglichen Schul-Französisch oder -Spanisch nicht weiterkommt, hilft bei null Sprachkenntnissen nur eins: Augen zu, in die Hände von Einheimischen fallen lassen – und schauen, was passiert. Im Ernst: Vertraut eurem Bauchgefühl. Lasst auch mal den Reiseführer in der Ecke liegen und geht auf analoge Entdeckungsreise. Akzeptiert, dass woanders eine anderer Wind weht und lasst das erst nervöse, dann euphorische Bauchkribbeln zu. Dann entspannt Reisen nämlich nicht nur, sondern macht auch glücklich und liefert die nötige Energie, um sich seiner Ziele wieder neu bewusst zu werden.

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