Foto: Disney

18 Gründe, warum Disney mit Elsa ein tolles Vorbild für Mädchen geschaffen hat

Prinzessinnen in Zeichentrickfilmen musste bislang immer von einem tapferen Mann gerettet werden. Nicht so bei Elsa, der Eiskönigin. Und darum ist das ein toller Film – besonders für junge Mädchen.

 

Seit wann gibt es in Disney Filmen eigentlich richtig starke Frauen? Irgendetwas ist da passiert seit Cinderella. In langsamen Schritten zwar und nicht zu 100 Prozent. Aber Fakt ist: Elsa ist eine ziemlich coole Frau, selbstbewusst und tough. Und gerade aus deswegen ist es so toll, dass kleine Mädchen aktuell so verrückt nach Elsa sind.


#1 Elsa geht dahin, wo es weh tut und lässt die Hosen runter 

„Lass sie nicht rein, lass sie nicht seh’n, 

wie du bist, nein, das darf niemals gescheh’n. 

Du darfst nichts fühl’n, 

zeig‘ ihnen nicht dein wahres Ich.“

Jahrelang hat Elsa sich versteckt. War angepasst, wollte gefallen. Bloß nicht stören, bloß nicht zeigen, was und wer sie ist. Sie hatte Angst vor Ablehnung, Ausgrenzung, vor Hatern und vor Neidern. 

Und doch hat sie es getan. Sie hat sich getraut und ist sichtbar geworden. Against all odds. 

#2 Elsa will  eine wirkliche Königin werden 

Elsa ist eine coole Socke. Sie denkt groß. Sie denkt imposant. In dem Moment, in dem sie die alten Fesseln abgestreift hat, geht sie in ihre Träume. Sie lässt Fantastisches und  größenwahnsinnige Träume zu. 

Sie ist entfesselt. 

Mit einer einzigen ausholenden Handbewegung lässt sie ein unvorstellbar imposantes Schloss entstehen. Geschaffen von ihr. Erbaut durch  ihre Kraft. Für Elsa gibt es keine limitierenden Grenzen. 

Elsa ist ein krasses Vorbild für große Ziele. 


#3 Elsa traut sich 

Elsa, das Mädchen, hat sich jahrelang gequält. Sie hat ihr Anderssein als etwas Böses empfunden. Aber irgendwann hat sie sich ihren Ängsten gestellt. Sie ist genau dahin gegangen, wo der Schmerz sitzt. Hat sich getraut in ihre Abgründe zu blicken. Und sie hat sich selbst angenommen. Die Kälte, die aus ihr kam und die sie als Last, als Fluch gar empfunden hat, begreift sie nun als Teil von sich. 

Und ganz bitchlike zeigt sie  metaphorisch allen den Stinkfinger  und steht für sich ein. 

„Nehmt mich wie ich bin oder lasst es sein“.  

#4 Mit Elsa gibt es erstmals eine komplexe weibliche Persönlichkeit 

Elsa ist nicht die übliche, weibliche Disney-Mainstream-Heldin: sweet, treu, ehrlich und bescheiden. Hier ist eine echte Frau mit Ecken und Kanten und Brüchen in der Persönlichkeit. 

Die zukünftige Eisköngin hat einen inneren Konflikt, weil sie sich nicht zeigen mag in ihrer Gesamtheit, hat Angst vor Ablehnung und zieht sich deshalb zurück in die selbstgewählte Isolation. 

Das ist die nicht die süße, schlichet Mermaid, die wir von Disney & Co gewohnt sind. 

#5 Elsa übernimmt zu 100% die Verantwortung

Elsas Eltern haben es leider versäumt, ihrer Tochter den Umgang mit ihren magischen Fähigkeiten beizubringen. Stattdessen arbeiteten sie mit dem Konzept der Verdrängung. Sie isolierten Elsa. Sorgten für wenig Aufregung. Versuchten alles, um die magischen Kräfte zu kontrollieren.

Wir wissen, dass das keine gute Idee war. Auch Elsa  erkennt das irgendwann. 

Oh je, Mami und Papi haben alles falsch gemacht. Ich bin so gehemmt. Ich kann ja nicht aus meiner Haut. 

Nein, Elsa will ihr Leben und sie will Glück. Und dafür übernimmt sie die volle Verantwortung und macht alles, was notwendig ist. Sie hält sich nicht mit der Vergangenheit auf. Sondern sie geht nach vorne und stellt sich ihren Dämonen. 

Und irgendwann explodiert sie. Die magischen Kräfte und die Emotionen brechen aus. Und Anna erlebt dieses Coming-out als Befreiung. 

#6 Die coole Eiskönigin ist bereit zu verzichten

Elsa ist zerrissen. Sie fühlt diese Stärke in sich, möchte aber auch weiter dazu gehören. Sie steckt in dem Dilemma, in der comfort zone. Sie ist sich unsicher, ob sie angepasst bleiben soll oder ob sie sich so zeigen soll wie sie ist. Und sie Angst. Angst davor, die Menschen, die sie liebt  zu verlieren wirst.

Doch irgendwann ist sie  dazu bereit. Elsa ist bereit den Preis zu zahlen, den es bedeutet, wenn du für dich selbst einstehst. 


#7 Elsa will es wissen

Irgendwann erkennt Elsa, dass sie alles hat um erfolgreich zu sein. Sie erkennt ihr Potential und sie weiß, dass die Kraft in ihr grenzenlos ist. Und sie will es wissen. Elsa will wissen, was diese Kraft bewirken kann. Sie brennt. Sie ist heiß. 

Sie will nicht zurückhaltend und bescheiden sein. Sie will eine komplett neue Welt erschaffen: Ihre Welt.

#8 Die Eiskönigin ist cool, weil sie Glaubenssätze über Bord schmeißt

Ihre gesamtes Leben lang hat Elsa gegen die Kälte, gegen das Eis in sich angekämpft. Sie hat alles getan, um diesen scheinbaren Fluch loszuwerden. Diese verdammte Kälte, dieses Eis, wie wird sie es nur los? Elsa schließt sich ein, isoliert sich, schützt sich, schützt die Menschen, die sie liebt. Wie kann sie die Kälte nur loswerden?

Das sind ihre Gedanken. Ihre Glaubenssätzen, die sie behindern. Die dafür sorgen, dass sie unglücklich und einsam ist. 

Bis sie eines Tages erkennt, dass die Kälte ein Teil von ihr ist. Und dann wird alles leicht. Alles ist möglich. Sie wirft den gedanklichen bullshit über Bord. 

#9 Weil unsere Eiskönigin begreift, dass sie selbst das  Gefängnis erbaut hat

Nachdem Elsa begriffen hat, dass ihre vermeintlich größte Schwäche ihre unglaubliche Stärke und Potential  ist, wird ihr alles klar. Die Eis-Welt, die vorher groß und undurchdringlich erschien, feindselig, erscheint nun klein. 

Aber nicht die Realität hat sich verändert, sondern Elsas Wahrnehmung. Und ihre geänderte Sichtweise verändert ihre  ganze Welt. Was vorher bedrohlich erschien, ist nun ihr Idyll. 

#10 Elsa wartet nicht auf Prince Charming

Während Anna, Elsa Schwester, zunächst noch nach der Liebe sucht, hat Elsa ein ganz anderes Ziel. Elsa sucht keinen Mann. Sie träumt nicht vom Märchenprinzen und der reichen Kinderschar. 

Ihr Ziel ist ein glückliches und erfülltes Leben. Sie will mit all ihren Facetten, ihrer Magie, ihren Fähigkeiten und ihren Emotionen wieder einen Platz in der Gesellschaft zu finden. 

#11 Elsa will wachsen 

Unsere Eiskönigin ist bereit den langen Weg zu gehen, den es bedeutet, wenn du dich selbst immer weiter entwicklen willst. Wenn es dein Ziel ist, die beste Version deiner selbst zu werden. 

Elsa setzt sich mit ihren Schwächen auseinander. Erkennt ihre Stärken und sieht ihre Ängste. Geht den Weg über Isolation, Einsamkeit und Schmerz hin zu Freude und Allmachtsfantasien. Sie ist bereit zu wachsen, sich zu hinterfragen, Dinge neu zu bewerten. 

Und am Ende hat auch Elsa nun gelernt, dass Liebe ein gefrorenes Herz schmelzen kann, was ihr die Angst vor ihren Fähigkeiten nimmt.


#12 „Where focus go, energy flows“ Tony Robbins 

Elsa ist extrem tough, weil sie das Mantra des coolsten Trainer der Welt verinnerlicht hat.

„Nur ein Gedanke und die Welt wird ganz aus Eis.“

Sie erkennt, dass sie nur ihr Mindset ändern muss. Danach wird alles leichter. Energie fließt. Das ewige Eis, das sie vorher so gefürchtet hat. Vor dem sie sich versteckt hat, ist nun ihr Freund. Als sie erkennt, dass sie eine Welt aus Eis erschaffen kann und dass das eine ungeheure Gabe ist, begreift sie ihre Stärke. 

Sie erkennt, dass sie die  Fähigkeit hat, durch die Kraft ihrer Gedanken ganze Paläste aus Eis erbauen zu können. Sie begreift die Macht ihres Geistes. 


#13 Elsa glaubt an Frauenpower I 

Die Erlösung kommt nicht durch den Kuss eines Prinzen. Der erlösende Kuss kommt durch Sister-Love. Elsa und Anna. Anna und Elsa. Und das ist ein Novum in der Disney Geschichte. 

In dem Chaos der Liebe, Intrigen und Macht erweist sich die Beziehung der beiden Frauen als einzige verläßliche Konstante. 

#14 Elsa glaubt an Frauenpower II

Elsa hat es gemeinsam mit ihrer Schwester Anna geschafft, dass die Frauen die Protagonisten sind. Christoph und Hans. Ernsthaft?! Randfiguren allem. Nur notwendig, um Elsa und Anna strahlen zu lassen. 

#15 Elsa zeigt, dass starke Frauen nicht böse sind 

Starke und erfolgreiche Frauen sind bedrohlich.  Egoistisch obendrein. Haben kein Herz. Sind  nur auf sich bedacht und zwar ausschließlich. 

So ist das bei Disney bislang gewesen. Und im echten Leben sowieso. 

Aber Elsa ist anders. Nachdem Elsa sich endlich getraut hat in die volle Größe zu gehen, liebt sie immer noch ihre Schwester. Elsa will andere Menschen nicht verletzten. Sie ist nicht böse. 

Aber sie hat einen Weg zu gehen. Und sie muss einen Teil des Weges allein gehen, um ganz sie selbst zu werden. 

Und sie bleibt menschlich, sie liebt und sie will Nähe. Aber eben nicht zu jeder Zeit. Der Eispalast als Phase des Retreats sozusagen. 

#16 Weil es das erste Mal ist, dass Männer die Bösewichte  oder Randfiguren  sind 

Es gab schon häufiger Animationsfilme in denen eine Frau die Heldin war. Aber es gab dann  immer auch gute, liebe und verlässliche Männer. Männer, die unterstützen. Gute Männer, die Liebe  und Sympathie verdienen. 

Die Frozen Männer sind belanglos oder abgrundtief böse oder Schneemänner. 

Ich weiß, so ist die Realität nicht. Es gibt ganz wunderbare Männer. 

Aber es ist ein Meilenstein. Eine Melange, die notwendig ist, um das süße, klebrige Disney-Frauenbild loswerden. Das Bild von der Frau als der bösen Hexe. Und  dieses Ziel rechtfertigt es, die Männer ausnahmsweise mal an den Rand zu schieben. 

Keine Sorge Jungs. Es ist nur eine Geschichte. 

#17 Elsa hat das (Disney) Frauenbild revolutioniert

Es gab schon vor Elsa starke Frauen bei Disney. Aber die Stärke stand immer in Relation zu einem männlichen Gegenpart. Die großartige Mulan, die echt schon durchgezogen hat. Aber am Ende dann doch dem traditionellen Bild entsprochen hat. 

Die großartige Arielle, die dann  doch einen Mann wollte. 

Heldinnen, die ihren Auftritt hatten, aber am Ende doch erst durch die Liebe zu einem Mann komplett wurden. 

Und hier ist Elsa. Sie hat keinen Mann, sie will auch keinen. Und wofür auch? Sie ist glücklich. Sie ist nicht einmal verliebt. Vielleicht später mal. Aber das ist nicht Teil der Figur. 

#18 Weil es Dank Elsa bei Disney ein Happy End ohne Traumprinzen gibt

Die Geschichte von Elsa und Anna ist eine typische Disney Geschichte. Es gibt Helden und es gibt Bösewichte. Es gibt Umwege und es gibt Einbahnstraßen. 

Ich habe nichts gegen Männer. Ich mag Männer, sogar sehr gerne. Und doch gibt es noch eine Menge zu tun. Und da ist es großartig, wenn eine toughe bitch wie Elsa loszieht, entfesselt ist und in ihre volle Größe geht. Und zwar auch ohne Mann. 

Und wenn sogar kleine Kindergarten Mädchen erkennen, dass Elsa eine Heldin ist, der es sich nachzueifern lohnt und es seit Frozen zur Faschingszeit meist zahllose kleine Elsas gibt, dann ist das ein Meilenstein in der Disney Kultur. Und das ist auch gut so. 

„Nichts auf der Welt ist so mächtig, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ 

Viktor Hugo

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