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Wozu Selbstzweifel dienen – und wie du sie endlich ablegen kannst

Selbstzweifel fühlen sich blöd an. Die negativen Gedanken über uns selbst halten uns klein, lösen Minderwertigkeitsgefühle und Ängste aus. Und doch haben sie einen Sinn.

Ein Aha-Moment

„Zweifel sind Gewohnheit.“ Als ich diesen Satz  aufgeschnappt habe, ging mir ein Licht auf: Aha! Zweifel sind Gewohnheit. Doch bis das Licht wirklich hell leuchtete, musste ich den Satz mehrmals in meinem Kopf hin und her wenden. Zweifel sind Gewohnheit. Zweifel sind Gewohnheit … Zweifel sind … Gewohnheit! Zweifel sind – klar – Gewohnheit! *bling*

Zweifel gehören also irgendwann dazu. Wir trainieren sie uns im Laufe unseres Lebens an. Ein Zweifel ist aber erst mal nur ein Gedanke, der etwas in Frage stellt. Nicht mehr und nicht weniger. Doch wenn wir ständig uns selbst, unsere Fähigkeiten und Entscheidungen in Frage stellen und dem ganzen Gedankenwirrwarr auch noch unseren Glauben schenken, dann kann das ganze Vorhaben in einer unschönen Spirale enden.

Das Gesetz der Anziehung wirkt nicht nur im Außen, sondern auch in unserem Inneren: Ein zweifelnder Gedanke zieht den nächsten zweifelnden Gedanken an, und den nächsten und den nächsten. Dann sammeln wir im Außen fleißig Beweise darüber – in der Regel unbewusst – dass wir’s doch wussten. „Recht hab ich gehabt, die anderen sind besser als ich!“ Es fühlt sich doof an, doch immerhin: Recht haben wir gehabt.

Darum kannst du Selbstzweifel in die Tonne kloppen

1. Selbstzweifel stellen dein Licht unter den Scheffel

Deine zweifelnden Gedanken – und glaub mir, ich spreche aus Erfahrung – sorgen dafür, dass du im Dunkeln bleibst, dass dein Licht nur schwach und unscheinbar vor sich hin glimmt. Ein strahlendes Feuer sieht anders aus. Zweifel flößen dir ein, du seist nicht gut genug, nicht schön genug, nicht liebenswert. Selbstzweifel halten dich in dir selbst gefangen.

2. Selbstzweifel machen krank

Zweifel können zu psychischen und physischen Krankheiten führen. Depressionen und Angsterkrankungen können die Folge starker Selbstzweifel sein.

3. Selbstzweifel zerstören dein Selbstvertrauen

Sie nagen und nagen und nagen. Und zwar an dem Wertvollsten, das du hast: deinem Selbstvertrauen. Ohne Selbstvertrauen ist es quasi unmöglich, dich weiterzuentwickeln und neue Herausforderungen anzugehen.

4. Selbstzweifel schaden deinen Beziehungen

Selbstzweifel gehen in der Regel selten mit wirklich guter Laune einher. Sie lösen eher Konkurrenzgefühle aus und die sind weder für Freund- noch für Partnerschaften heilsam.

5. Selbstzweifel untergraben deine Kreativität

Deine kreative Kraft ist sehr eng mit deinem Selbstvertrauen verbunden und wird am ehesten entfacht, wenn du dir zugestehst, Fehler machen zu dürfen. Wer jemals in einem kreativen Schaffensprozess steckte, weiß, dass Fehler bzw. Versuche natürliche Bestandteile des Prozesses sind. Doch Selbstzweifel halten genau diesen kreativen Prozess auf. Genau genommen, kommt er wegen ihnen gar nicht zustande.

Und doch: neben all den Gründen – und es gibt noch viel mehr – haben Selbstzweifel auch einen Sinn, einen Gewinn für uns.

Wozu Selbstzweifel dienen

Auch wenn sich der Gewinn von Selbstzweifeln auf den ersten Blick nicht als solcher identifizieren lässt, so ist er doch vorhanden. Da ist zum Beispiel der Gewinn, dass ich, solange ich zweifle, nicht für mich und meine Projekte los gehen muss. Ich kann in meiner Komfortzone bleiben und muss nicht den Text schreiben, das Angebot online stellen, das Telefonat führen usw. Denn ich bin ja mit zweifeln beschäftigt und wer würde schon einen Text schreiben, ein Angebot online stellen oder ein Telefonat führen, wenn es doch eh zu nichts führt, weil die anderen ja besser sind als ich.

Ein weiterer Gewinn: Solange ich nicht losgehe, kann ich auch nicht scheitern. Meine Zweifel bewahren mich also vor dem befürchteten Scheitern. Außerdem mache ich mich nicht messbar, solange ich mich in meiner Komfortzone verstecke. Ich entziehe mich Bewertungen und möglichen Verletzungen durch andere, die meine Arbeit und mich sehen würden, würde ich mich damit raus trauen.

Und nicht zu vergessen das oben erwähnte Recht haben: Recht haben fühlt sich meistens stimmig an, auch wenn das worüber wir Recht bekommen, unschön ist. Wenn ich Recht darüber bekomme, dass ich mal wieder schlechter bin, als meine Kollegin, weil sie den Auftrag bekommt, dann fühlt sich das zwar nicht gut an, doch stimmig im Sinne von „es passt in mein zweifelndes Gedankensystem“.

Selbstzweifel sind anziehend

Die Gewinne hinter den Zweifeln machen das Selbstzweifeln geradezu attraktiv, auch wenn es sich scheußlich anfühlt. Wir tun das also nicht, weil wir doof sind, sondern weil wir damit unbewusst eine meist schützende Strategie für uns verfolgen.

Dieser Dynamik auf die Schliche zu kommen, also den Gewinn hinter den Selbstzweifeln zu verstehen, ist erhellend. Von diesem Erkenntnispunkt aus haben wir die Möglichkeit, liebevoll unsere Selbstzweifel zu umarmen. Schließlich haben sie uns gedient.

Im nächsten Schritt geht es dann um die neue, bewusste Wahl: Wenn du deine Selbstzweifel verstanden hast, sie Stück für Stück liebevoll annimmst, dann kannst du dich bewusst für ein neue Gedanken entscheiden, die das Vertrauen in dir stärken.

Zweifeln, das ist also nichts in Stein gemeißeltes, das ist keine fixe Charaktereigenschaft. Das ist ein unbewusst antrainiertes Mindset. Und wir können dieses Zweifel-Mindset verkleinern und dafür unser Vertrauens-Mindset stärken. Wie einen Muskel. 

Welche Gewinne entdeckst Du noch in deinen Selbstzweifeln?

Wozu dienen sie dir?

Wovor beschützen sie dich?

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