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Contouring: Warum mich dieser Beauty-Trend zu Tode gruselt

Für die Beauty-Spezialistinnen dieser Welt gibt es seit gut einem Jahr kein Halten mehr: Contouring, also die Idee, mit Make-up das Gesicht zu formen, ist einfach das Ding. Aber bitte, geht es nur mir so, dass ich das absolut gruselig finde?

 

Gesicht? Einmal neu bitte!

Wir müssen reden – und zwar über den Contouring-Hype, der sich von Blogs über Youtube und Instagram bis an den Schminktisch von Otto-Normalverbraucherinnen vorgearbeitet hat. Klar, die Methode des Modellierens durch verschiedene Farben und Schichten zeigt wirklich erstaunliche Ergebnisse. Das ist quasi Photoshop in Real Life. Aber jetzt mal ehrlich, das Ganze ist auch sehr sehr gruselig. Denn erstens sieht es beim Auftragen aus, als würde man sich gerade auf einen Auftritt mit übergroßen Schlappschuhen und roter Nase in der Manege vorbereiten und zweitens läuft man den ganzen Tag mit einer zentimeterdicken Schicht Spachtelmasse durch die Welt! Wie angenehm kann das sein? Und immer die Frage: Wer steckt da eigentlich drunter?

Ich meine, ich liebe die Möglichkeiten und Wirkung von Make-up auch, will nicht auf Concealer, der das Blau unter meinen Augen wegzaubert, etwas Bronzener auf den Wangen, um nach Dauerurlaub auszusehen, obwohl ich den ganzen Tag im Kästchen sitze, oder roten Lippenstift verzichten, mit dem ich immer nach neun Stunden Schlaf aussehe – auch wenn es in Wirklichkeit nur vier waren. Ein Traum! Aber wir reden hier von ein paar Pinselstrichen und maximal zehn Minuten Zeit vor dem Spiegel – und die sind für mich schwer genug durchzuhalten, schließlich könnte ich auch schon kaffeetrinkend am Tisch sitzen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es wirklich Freude macht, sich tagtäglich oder von mir aus auch nur am Wochenende ein komplett neues Gesicht zuzulegen. Sich großflächig Farbschichten zu verpassen, um im richtigen Licht die perfekten Proportionen zu haben – und im falschen einfach nur viel Pappe im Gesicht. Oder denke ich hier zu spießig? Hab ichs einfach nicht verstanden? Ich habe so viele Fragen.

Contouring trifft Alltag – wie geht das?

Wie handhabt ihr Contouring-Jüngerinnen das eigentlich im Alltag? Wie sieht das aus, wenn ihr mal todmüde ins Bett fallt, ohne euch vorher abzuschminken? Und kommt mir jetzt bloß nicht mit: Das passiert mir nie! Erschreckt ihr euch morgens nicht, wenn ihr in euer Gesicht schaut, das sich verschmiert neben euch auf dem Kopfkissen abzeichnet? Ich sehe das Turiner Grabtuch vor mir – nur eben mit mehr Farben. Naja, vielleicht kann man damit wenigstens etwas Kohle bei Ebay machen – der findige Mensch mit dem Jungfrau-Maria-Toast hat es doch auch geschafft.

Wie kontrolliert muss man für ein gelungenes Ergebnis eigentlich sein? Habt ihr eure Finger immer im Griff und haut nie Furchen in euer Gesichtsgemälde und macht euch unfreiwillig zu laufenden Kratzbildern? Und wie sieht das im Sommer aus? Ich habe schreckliche Bilder vor mir, wie Menschen ihr Gesicht runtertropft, wie sie zerlaufen wie in „House of Wax“, dem Horrorfilm mit Paris Hilton, der so schlecht ist, dass ihn niemand sehen sollte! Hab ich natürlich trotzdem. Was ist, wenn man spontan Baden geht und getunkt wird? Habt ihr keine fiesen Freunde? Und warum habt ihr morgens so viel Zeit? Wer macht den Kaffee, wird Duschen outgesourced oder steht ihr immer schon um 5 Uhr auf? Was gebt ihr auf, um dieses perfekte Gesicht einen Tag lang zu tragen – und lohnt sich das?

Ich verstehe es nicht, erklärt es mir bitte gerne! Echt! Also, Make-up in Ehren und sowieso sollte jede und jeder tun, was Spaß und glücklich macht. Aber wäre es nicht auch OK, nur Schönes hervorheben, ohne sich gleich ein neues Gesicht zuzulegen? Hach Leute, ich merke es selbst – ich stelle Fragen wie eine Großmutter, die das Enkelkind das erste Mal in zerrissenen Jeans sieht. Aber das ging zumindest fixer. Doch bei aller Unverständnis: Chapeau für eure Skills, ihr seid Künstler! Auch wenn ich euer Werk nicht ganz verstehe, aber so ist das mit Kunst ja oft.

Und für alle, die sich etwas in die Thematik einarbeiten wollen:

Quelle: Youtube

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