Foto: Jeff Sheldon

Kleine Bewerbungsfehler, die euch den Job kosten

Du hast 100 Bewerbungen losgeschickt und nur Absagen erhalten? Vielleicht machst du die gleichen Fehler immer wieder, ohne sie zu kennen. Das sind die Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest.

 

Ja, genau diese Dinge passieren

Sehen Personaler immer die gleichen Fehler in Bewerbungen? Leider ja. Leila Haidar hat mit Simone Stargardt, Chefin von Carriere & More in Mannheim, gesprochen, und gibt einen Überblick über die Fehler, die sich wirklich vermeiden lassen.

Der Klassiker

Den Brief ziert der
falsche Ansprechpartner oder sein Namen ist falsch geschrieben. Viele
Personaler sind hier rigoros. Der Grund: Wer sich schon zu Beginn nicht
die Mühe macht, hat keine Lust auf den Job. „Peinlich ist es auch, wenn
Personaler eine an den Konkurrenten adressierte Bewerbung in der Post
haben“, so Stargardt. Auch wenn ihr viele Bewerbungen schreibt, nehmt euch die Zeit, hier sehr genau zu sein.


Der falsche Job

Wenn die Stelle
nicht zu dir passt oder du den Job womöglich gar nicht willst, dann
kann nur eine Absage folgen. Fehlende Lust liest jede Chefin aus dem
Anschreiben heraus. Bewirb dich nur auf Jobs, die du dir wirklich vorstellen kannst. Umgekehrt lautet der Rat, nicht zu schüchtern sein:
Wenn das die Traumstelle ist, denke nicht: „Die nehmen mich eh
nicht.“
Denn wenn es tatsächlich die Stelle ist, die du schon immer wolltest, gelingt dir auch eine tolle Bewerbung.

Standardanschreiben

Einleitende
Sätze wie „Ich habe in der Zeitung gelesen…“, „Ich will eine Ausbildung
im Einzelhandel, weil ich den Umgang mit Menschen liebe“, sind der
Killer jeder Bewerbung. „Es muss ein Buch geben, aus dem 95 Prozent der Menschen  diese Sätze abschreiben“, glaubt die Karriereberaterin und lacht. Also: Kopiert nicht einfach das, was ihr auf Websites findet, sondern macht euch eigene Gedanken.

Selfie oder Freizeitfoto

Schnell
mal ein Selfie vom heißen Sommernachmittag im Garten geschossen – müsste
auch für die Bewerbung passen. In der Regel geht das nicht – selbst nicht bei einem Startup. „Das
Bewerbungsbild bitte klassisch halten, am besten als Porträt vom
Fotografen“, rät Simone Stargardt. Selbst wer einen kreativen Beruf lernen will, sollte lieber
die Bewerbungsmappe gestalten als sein Foto. Und prüft, ob ihr eurem Bild noch ähnlich seht, wenn es schon drei Jahre alt ist – meistens haben wir uns doch ein wenig mehr verändert.

Keinen mehr drüber schauen lassen

Wenn du den ganzen Abend an einer Bewerbung gesessen hast, fallen dir kleine Fehler nicht mehr auf. Aber auch bei Online-Bewerbungen gehen Rechtschreibfehler gar nicht- Das Signal ist: Du bist mir nicht
wichtig, daher tippe ich schnell und lasse es nicht mehr Korrektur
lesen. Wenn Grammatik und Rechtschreibung stimmen, schafft das ein erstes Vertrauen. Die Lösung: In Word zuerst vorbereiten, dann lesen lassen und
schließlich ins Onlineformular kopieren und hochladen. Und lasst auch eure LinkedIn- und XING-Profile Korrektur lesen – sicher ist sicher.

Zeugnisse reiche ich nach

Viele
Bewerber denken: „Wenn die mehr wissen oder sehen wollen, dann melden
die sich schon.“ Fakt ist aber: Wenn 500 Bewerbungen auf drei offene
Ausbildungsplätze eingehen (bei großen Firmen wie SAP, Bosch und anderen ist das
oft so), dann werden die unvollständigen direkt aussortiert.

Alles bis zum Kindergarten

Fünf
Seiten Lebenslauf und 30 Seiten Anlagen – das ist auch bei längerer
Berufserfahrung übertrieben und will niemand lesen. Für eine Bewerbung
um einen Ausbildungsplatz gilt: Beginne ab der weiterführenden
Schule (Gymnasium, Real- und/oder Hauptschule, Waldorfschule, etc…). Für Menschen mit wenig Berufserfahrung gilt: Auf keinen Fall zwei Seiten überschreiten. Wenn Praktika für die Stelle, auf die du dich bewirbst, tatsächlich nicht relevant sind, können sie raus.

Flunkern bei Hobbies

Wer bei
Hobbies „lesen“ angibt sollte damit nicht Facebook-Posts und
WhatsApp-Nachrichten meinen. Und „Sport“ meint nicht Fußballschauen vom
Sofa aus. „Sei ehrlich, sonst fliegt es dir bei Nachfragen
im Vorstellungsgespräch um die Ohren, weil du ins Stocken geräts“, sagt Stargardt. Sei konkret: Welche
Sportart, welche Bücher, … Aber auch nicht zu ehrlich und frage dich, welche Dinge angemessen für Job und Branche sind.

Ein Zusatztipp: Bewerbe dich, wenn
du gerade keinen Job brauchst. 

Wer in zwei Wochen 40 Bewerbungen schreibt,
macht Fehler. Der falsche Name im Anschreiben reicht aus, um aussortiert
zu werden. Besser: Suche einen neuen Job, wenn du keinen
brauchst. Schreibe jede Woche eine Bewerbung. Ein Jahr lang. Das entspannt. Das
spürt auch der Personaler. Du wirst cool ins Vorstellungsgespräch
gehen können. Denn du musst ja nicht.

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